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Hemmers - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 25. November 2014
Experte
bubafant
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29
4Speisen
4Ambiente
4Service
41 Fotos3 Check-Ins

Ein neues Lokal im Wien 3 - es ist knapp zwei Monate geöffnet – muss einfach ausprobiert werden. Vorab eine kleine Schwäche – die Werbewirksamkeit/das Gesehen werden des Lokals ist schlecht. Keine in den Luftraum über den Gehsteig reichende, beleuchtete Werbung, trotzdem haben wir es gesucht und gefunden. An der Hausfront ist der Aushang des Mittagsmenüs, das es jetzt auch auf der Homepage nachzulesen gibt. Von Dienstag (Montag ist geschlossen) bis Freitag gibt es ein Zweigangmenü mit Suppe um EUR 7,60, wobei das Menü II immer vegetarisch ist, wie z.B. Maroni Gnocchi und diverse Gemüsegerichte. Die Bezeichnung Tirolerische Küche ist irreführend, es sollte Südtirol heißen, einige Produzenten, bei denen bezogen wird, einzelne Gerichte, sowie viele Weine kommen von dort.

Über eine kleine Stufe betritt man das Lokal und befindet sich quasi im Schankbereich, viel helles Holz und die Theke zusätzlich mit Steinen gestaltet. Hier findet man nur Hochtische samt passenden Stühlen, auch die Bank an der Wand ist 'hochgebockt', einen Weinklimaschrank, sowie den Zugang zur Küche, hier arbeitet der Chef. Ein paar Gäste befinden sich hier, wir haben nicht reserviert und werden nach hinten, vorbei an einem winzigen, in die Mauer hineingeschmiegten Zweierbänkchen in den Bauch des Hauses weiter gebeten. Hier befinden sich weitere Tische, zwei davon in einer Art Nische, weil der fast quadratische Raum samt Gewölbedecke mit vertikalen Hölzern abgeteilt ist. Sehr geschickt gemacht, weil relativ offen und doch eine Trennung, praktischerweise befinden sich die Garderobehaken locker verteilt darauf. Hier ist nur der Boden helles Holz, ansonsten herrschen sonnengelb und schokobraun. Umlaufende Lederbank, der Rest Holz. Hier hat ein gutes Händchen sich selbst angelegt.

Wir entscheiden uns für einen Tisch beim Fenster mit Ausblick in den parkähnlich gestalteten Innenhof, der öffentlich zugängig ist. Am Tisch über’s Eck weißes Tuch, und mit schlichten Papierservietten in sonnengelb eingedeckt. Als Menage nur ein Streuer-Duo zum Selbermahlen mit buntem Pfeffer und rosa Salz. An der Wand eine Lacktafel mit Weinofferten, die Lampen gehen als Industriedesign durch. Die Chefin bringt sofort die Speisekarte und lässt uns angenehm lange darin schmökern.

Klare Tomatensuppe mit Bärlauchgnocchi (EUR 4,40)
Ein großer, tiefer Suppenteller mit der klaren, goldgelben Brühe, ganz zarter Geschmack nach dem Gemüse, einerseits zwei geschmorte Cocktailtomaten samt Stingel als Einlage, andererseits drei relativ große Nockerl. Ziemlich bissfest, gut zu zerteilen und der starke Eigengeschmack ergänzt das dezente Aroma der Suppe perfekt. Nicht ganz billig, aber die Herstellung rechtfertigt den Preis. Die Portion ist übrigens sehr groß,

Tagliatelle mit Steinpilzen vom Rochusmarkt mit Jungzwiebeln (EUR 14,20)
Im soeben kennen gelernten Suppenteller kommt auch die Pasta auf den Tisch. Tagliatelle al dente, fast zu sehr, aber es geht. Untergehoben würfelig geschnittene Pilze, hauptsächlich Stengel, kaum Kappenstücke. Kleine Gemüsestücke ziehen sich durch die ganze Portion, das Schäumchen kann ich geschmacklich nicht zuordnen, die Sauce ist sehr sämig und pilzig.

Vegane Bulgur Laibchen auf Beluga-Vanille Linsen (EUR 9.80)
Die dunklen Linsen haben die perfekte Biss Festigkeit, sind behutsam gewürzt und bilden das Bett für drei Laibchen aus Bulgur. Obwohl die Bratkruste fast knuspert, zerfallen sie fast schon beim hinschauen, die Gabel gleitet quasi von selbst durch. Vermengt mit etwas kleinwürfelig geschnittenem Gemüse sind sie mir in Summe zu lind gewürzt. Die Linsen passen aber gut dazu, und gemeinsam genossen passt es wieder.

Klassischer Apfelstrudel mit Vanillesauce (EUR 4,80)
Und wieder der Suppenteller, Auftritt die Dritte. Ein Stück traumhafter Apfelstrudel. Die Apfelstücke natürlich gedünstet und weich, aber mit noch dem richtigen Maß an Zusammenhalt und Biss. Ausreichend Nüsse und Rosinen, sowie das richtige Maß an Teil dazwischen. Vom Strudel sieht man fast nichts mehr, denn der Teller wird mit der Vanillesauce aufgegossen und mit Schlagobers dekoriert. Einfach ein mollig-sinnliches Erlebnis zum darin vergraben. Man übersieht es und hat alles 'aufgeschlempert'.

Lauwarmes Mohntörtchen mit Honig Halbgefrorenem (EUR 5,80)
Ein Dessert zum Niederknien. Zuallererst optisch und dann kulinarisch. Der Koch läuft zur Hochform auf. Auch hier hat der Vertreter für die so unsäglichen Schiefertafeln einen Auftrag platzieren können, das ist aber schon das einzige zu bemäkeln. Ein kleines luftiges, warmes Schokonusstörtchen mit Mohn. Besser geht es nicht. Das Halbgefrorene wird mit zusätzlichen Honig serviert und in einer kleinen Extraschale gibt es noch einen äußerst g‘schmackigen Beerenröster. Verziert mit diversen Beerenfrüchten, Zucker, Schokoschrift und Krokant Bröseln. Ein tolles Dessert, vor allem für die kältere Jahreszeit.

Fazit: Dezente Werbung (am Haus und eventuell Flyer im Rayon) und eine fertige Homepage – und alles wird gut (© Nina Ruge). Die Preise sind etwas höher als in der Umgebung, das ist für das Gebotene in Ordnung, nur die Pasta war für uns preislich an der oberen Grenze, Pilze hin und Pilze her. Zum Trinken gibt es hausgemachten Hollersaft mit Pippnwasser, der halbe Liter um EUR 1,40 – eine Mezzie.
Service ist sehr nett, teilweise ungelernt, aber mit natürlichem Charme, einzig die Standardreplik ‚sehr gerne‘ wird nach dem fünften Mal mühsam. Wir führen das auf leichte Unsicherheit zurück.
Das Ambiente gefällt sehr, alles neu in frischen Farben mit guten Ideen in der Umsetzung bei dem schwierigem Raumschnitt. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und die Verabschiedung mit "danke, dass sie bei uns waren" sehr gefallen. Meine Begleitung war bereits am nächsten Tag zu Mittag mit Kollegen wieder dort (….) und das Lokal wurde danach in deren Mittags-Wiki aufgenommen ツ.
Bei mir wird es mit einer Wiederkehr etwas dauern, aber es wird passieren. Große Empfehlung.

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Kommentare (5)

am 25. November 2014 um 19:47

Südtirol gehört aber zu Italien!

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Experte
63
50
am 25. November 2014 um 19:39

Südtirol ist auch Tirol -wie der Name schon sagt!

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1
am 25. November 2014 um 11:55

Mmm....

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Experte
315
75
am 25. November 2014 um 11:10

Danke hautschi,

ich fürchte, die Raucher müssen den Gastro-Ascher vor der Tür in Anspruch nehmen (...)
Aber gleich daneben gibt's Näpfchen für die Vierbeiner.
Wie immer im Leben - du hast zwei Möglichkeiten :-)

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Experte
283
71
am 25. November 2014 um 11:05

HGL, no na net!

Weißt du, ob die auch einen Raucherbereich haben?
:-)

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Experte
107
33
Hemmers
Gärtnergasse 12
1030 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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5 Bewertungen
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