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Sakai - Taste of Japan - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 23. November 2014
Experte
Evba
69
27
22
5Speisen
3Ambiente
5Service
14 Fotos1 Check-In

Manchmal hat man Glück. In Facebook stieß ich auf eine Anzeige "Zum ersten Jahrestag des Restaurant Sakai an 2 Tagen ein Kaiseki-Menü um 50€ statt 100€". So ein Geburtstag ist was Schönes. Anfangs stand es nur auf Japanisch dort und ich dachte mir, wollen die nur JapanerInnen, weil so viele Menschen in Wien können auch nicht Japanisch; aber die Übersetzung wurde dann eh nachgeliefert.

Also nichts wie hin. Das Nichtraucher-Lokal mit hellem Holz, braunen Sesseln, etc. wirkt sehr japanisch. Ich halte mich jetzt nicht lang mit der Beschreibung des Ambiente auf, das wurde ohnehin schon ausreichend getan. Zu erwähnen sind vielleicht die wechselnden Ausstellungen an den Wänden – diesmal war es Kalligraphie.

Wir wurden sehr freundlich von der Chefin mit einem Aperitif aufs Haus (Schilchersekt oder Prosecco)und einem Pläuschchen empfangen.
Der Chef war früher Chef im Unkai und hat seinen Souschef gleich mitgenommen – und er hat eine Vorliebe für Kaiseki ryôri (japanische Menüfolge mit vielen kleinen Schüsselchen, wurde früher vor einer Teezeremonie serviert). Gute Sushi, etc. findet man bald wo (na ja so bald in Wien auch wieder nicht), aber ein Kaiseki –Menü ist mir bis jetzt nur im Unkai begegnet.

Der erste Gang waren
• Rohe Austern mit scharfer Cocktailsauce aus Tomate Zwiebel und Chili
• Carpaccio von der Jakobsmuschel mit grüner Cocktailsauce aus Zwiebeln und Yuzu

Dass die Muscheln frisch waren versteht sich von selbst, die scharfe Cocktailsauce war nicht wirklich scharf, aber sehr pikant und überdeckte nicht den Geschmack der Auster auch die Jakobsmuschel war hervorragend, und hatten durch die Yuzu (japanische Zitrusfrucht) einen frischen Geschmack, dann als nächstes

• Herbstliche Pilzsuppe mit Shimeji, Shiitake (japanische Pilze), Kräuterseitlingen und Krabbenfleisch in Dashisuppe, wird im Siphon zubereitet
• Ganz kurz gebratenes Rinderfilet eingelegt in Mangosauce mit Zwiebeln und japanischer Chilipaste

Die Pilzsuppe wurde folgendermaßen zubereitet: in der Siphon genannten – eigentlich ein Gerät, wie früher die Kaffeemaschinen waren – gab es oben einen Glasballon gefüllt mit den Pilzen; darunter die Dashibrühe, die durch ein Feuer erhitzt zu den Pilzen hinaufstieg, die Aromen heraussaugte und dann wieder in das Gefäß zurückrann. Das ganze wurde dann über das wunderbar zarte Krabbenfleisch und ein paar Pilze und andere Zutaten gegossen. Mir tat es fast leid, dass die Pilze in dem Siphonballon weggetragen wurden, weil Shimeji, etc. schwer zu bekommen sind und ich sie mag, aber wahrscheinlich wären sie zum Essen zu ausgelaugt. Natürlich ist das ganze sehr verspielt, war aber trotzdem sehr gut.
Das Rindfleisch schmeckte meinem Mann sehr gut und war laut ihm zart und aromatisch (ich mag kein Rindfleisch außer es ist ganz roh oder faschiert). Dann kamen eine

• Auswahl verschiedener Sashimi
• Kugelförmige Sushi

Bei den sehr frischen Sushi und Sashimi waren zu meiner Freude ein Amaebi (übersetzt süße Garnele, also eine Kaltwassergarnele mit süßlichem Abgang) und Seeigel, die ich beide sehr gerne mag dabei. Seeigel ist bei uns auch frisch schwer zu bekommen und ziemlich teuer – wunderbar. Sonst gab es Thunfisch, Lachs und Makrele (die mein Mann aß, weil ich keine Makrelen mag) und einen normales Ebi (Garnele), welches das einzige war, das mir nicht so toll schmeckte. Dann

• Tasche aus Yubateig, gefüllt mit Jakobsmuschel, Tintenfisch und Garnele, garniert mit Seeigel, Seeigelsauce und Yuzupfeffer
• Gebratene Champignons gefüllt mit Entenfarce

Yuba ist eigentlich die Haut, die beim Tofu-machen aus der Sojamilch entsteht, darin wurde das obige Meeresgetier eingewickelt; schmeckte etwas fad (so ist es mit manchen japanischen Speisen) aber trotzdem gut und seeehr japanisch. Auch wieder mit herrlichem Seeigel (von dem ich auch die Portion von meinem Mann klaute). Die mit Entenfarce gefüllten Champignons waren ein Gedicht, in einer würzigen Sauce. Als nächstes

• Softschellkrabbe im Ganzen in Tenpurateig gebacken
• Buchweizennudeln in Wasabisauce (kalt oder warm)

Der Tenpurateig der Krabbe und des Gemüses war ganz knusprig, überhaupt nicht fettig und toll. Die Soba (Buchweizennudeln) wählte ich kalt (obwohl es nicht zur Jahreszeit passt) und sie waren so, wie Soba sein sollen. Zum Schluss, obwohl wir fast nicht mehr konnten, das Dessert

• Mousse von weißer Schokolade mit Grünteepulver
• Crème brûlée mit schwarzem Sesam

wunderschön angerichtet, die Mousse cremig, sonst normal, die Crème brûléeköstlich mit sehr knuspriger Kruste, ein wunderbarer Abschluss.

Dazu wählte ich eine "Sakebegleitung" (ist in Japan eigentlich nicht üblich), war aber recht lustig, besonders der Shôchû (Reisschnaps) mit Grapefruit zum Dessert. Das mit dem Sake liegt wahrscheinlich daran, dass das Steckenpferd des Chefs ist und er guten Sake in Österreich promoten will. Eine Weinbegleitung hätte es auch gegeben.

Wir wurden gut umsorgt, alles kam zur rechten Zeit und wir mussten auch auf nichts warten. Ich weiß nicht ob es an dem "Sonderessen zum Geburtstag" lag oder sich die Anfangsschwierigkeiten mit dem Service, die manche Schreiber zuvor bemängelt hatten, vorüber sind.

Fazit: moderne japanische Küche at ist best, mit kreativem Touch und ein klein wenig verspielt, was aber passt.

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Kommentare (4)

am 23. November 2014 um 18:49

Wunderbare Beschreibung; es macht große Freude, sie zu lesen. (Obendrein bekommt die Mousse das richtige Geschlecht!)
EUR 50 ist für diese Gerichte wirklich eine Okkasion.

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Experte
48
22
am 23. November 2014 um 16:15
Experte
69
27
am 23. November 2014 um 16:10

Man liest hier sehr gut, daß Evba sehr viel von echter japanischer Küche versteht! Bravo!

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152
83
am 23. November 2014 um 16:09

Super HGL Bewertung!!!

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83
Sakai - Taste of Japan
Florianigasse 36
1080 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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29
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14 Bewertungen
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