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Die Wäscherei - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 21. November 2014
Update am 28. November 2014
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Die „Wäscherei“, die frühere Wirkungsstätte des Andreas Flatscher, hat irgendwie noch immer kein eigenes „Gesicht“. Leitsprüche wie „Das Lokal, das sich gewaschen hat“ und diverse Logos sind bis heute völlig unverändert. Die Wortspielereien der „Wäscherei“ sind jedoch, das muss man sagen, durchaus gefällig und originell - „Das neue Waschprogramm sorgt für Abwechslung“ oder „Ein Angebot, das sich wieder einmal gewaschen hat“. Verändert hat sich aber, dass sich das Lokal mittlerweile relativ „abgewohnt“ und teilweise sehr nüchtern und gar nicht mehr gemütlich präsentiert – insbesondere der Nichtraucherbereich. Im durchaus gelungenen und informativen Internetauftritt sieht alles deutlich freundlicher und moderner aus.

Andreas Flatscher verkaufte übrigens im Jahr 2009 die „Wäscherei“, um sich die Welt, speziell die kulinarische Welt, anzusehen und um sich inspirieren zu lassen. Darüber hinaus wollte Andreas Flatscher schlicht und ergreifend nicht mehr in der Nacht arbeiten, hatte er das doch lange genug getan. In dem Altbaugebäude, das Anfang des 20. Jahrhunderts hier errichtet wurde, siedelte sich damals der „Albert-Wirt“ an, der jedoch in den 50-er Jahren dann einer Münzwäscherei weichen musste – daher der Name die „Wäscherei“.

Die „Wäscherei“ will sicher kein lukullischer Tempel sein, wo man kulinarische Höhenflüge erlebt, sondern viel mehr ein Treffpunkt für die eher jugendliche Garde bzw. die junggebliebene Gesellschaft. Als leger und ungezwungen würde ich das Lokal beschreiben. Vor dem Lokal befindet sich direkt an der Laudongasse ein Schanigarten, der natürlich relativ laut ist. Über zwei getrennte Eingänge, einer in den Nichtraucherbereich (Nebeneingang) und einer als Haupteingang in den Raucherbereich, gelangt man in die „Wäscherei“. Durch den Haupteingang eingetreten, befindet man sich frontal vor der wirklich sehr langen, großen Schank mit geschätzten 15-20 Barhockern.

Wir hatten reserviert, was sich aber als nicht unbedingt notwendig herausstellte und wurden bei beiden Besuchen freundlich und recht jovial empfangen – mich störte es nicht, ist man doch am Zielpublikum orientiert. Die beste Tochter von allen und ich wurden in den Nichtraucherbereich geführt, der sich doch ziemlich kühl, nüchtern und mit durchaus lautem Ambiente präsentierte. Irgendwie wird man im Nichtraucherbereich das Gefühl des „industriellen“ Ambientes, mit all den Entlüftungsrohren und den recht leeren und kahlen Wänden, nicht los. Dementsprechend ist auch die ungemütlich laute Akustik. Im Raucherbereich geht es zwar auch nicht leiser zu, er wirkt aber deutlich heimeliger und gemütlicher.

Die Speisekarte spannt einen Bogen von klassischen Speisen eines Bierlokals (Burger, Spareribs, überbackene Schwarzbrote,…) über teilweise mutig anmutende Speisen wie gebratene Gänseleber, Beef Tartare, Thailändische Curry-Kokossuppe oder Thai-Chicken bis hin zu diversen WOK-Gerichten. Vegetarier haben es in der „Wäscherei“ eher schwer, werden aber wahrscheinlich doch bei dem einen oder anderen Gericht fündig.

Zu trinken hatten wir ein „Schlossgold Alkoholfrei“ (EUR 3,60 / 0,5l), einen „Traubensaft mit Leitungswasser“ (EUR 3,10 / 0,5l) sowie einen sehr guten „Doppelten Espresso“ (EUR 3,40) aus einer dalmatinischen Rösterei – Wasser wurde leider nicht automatisch zum Espresso gereicht.

Berücksichtigen werde ich in meiner Bewertung natürlich, dass es sich bei der „Wäscherei“ um kein Haubenlokal oder Lokal mit Auszeichnungen handelt, und dass ich bei meinen Besuchen stets Burger verkostete.

► „Bacon-Cheeseburger“ (EUR 10,90):
Der Bun war gut angeröstet und schmeckte völlig in Ordnung, behielt er doch seine „Fassung“ bis zum Schluss des Genusses. Der Patty war ausreichend dick, gut gewürzt und frisch hausgemacht mit gutem Rindfleischgeschmack. Lediglich die von mir gewünschte Garstufe, medium, hatte man nicht ganz optimal erwischt. Der Käse war gut geschmolzen, der Bacon recht g’schmackig aber nicht mehr sehr knusprig, alle anderen Zutaten waren jedoch noch resch und knackig. Die dazu gereichten, „hausgeschnitzten“ Pommes Frites waren knusprig und sehr gut, ohne jedoch herauszuragen. Zwei brave, aber doch unspektakuläre, hausgemachte Saucen, BBQ-Sauce und Cocktailsauce, vervollständigten den Genuss. Ein glattes „GUT“ (3) gebe ich für diesen Burger.

► „Bacon-Burger“ (EUR 10,90)
Für die beste Tochter von allen darf es natürlich nur ohne Käse sein, was sich jedoch als nicht machbar herausstellte, da uns mitgeteilt wurde, man menge bereits etwas Käse dem Patty bei. Aus meiner Sicht ein sehr problematisches Vorgehen. Nein, die beste Tochter von allen schmeckte den Käse nicht heraus und war zufrieden, man berücksichtige aber bitte diverse Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln. Der Patty war, wie von der besten Tochter von allen gewünscht, well-done, und insgesamt gibt sie dem Burger auch noch ein glattes „GUT“ (3), da der Käse, zum Glück für sie, geschmacklich völlig neutral war.

► „Eispalatschinken“ (EUR 4,90 - Vanilleeis, Schokoladensauce, Schlagobers)
Natürlich darf man in einem Lokal wie die „Wäscherei“ nicht erwarten, dass das Vanilleeis hausgemacht wird. Die Palatschinken jedoch waren es und gelangen recht flaumig. In Summe ein glattes „GUT“ (3) in diesem Rahmen und auf diesem Lokalniveau.

► „Nougatknödel mit Zuckerbrösel auf Erdbeerspiegel“ (EUR 4,90)
Der Knödel war natürlich, wie erwartet, TK-Ware, leider aber definitiv auch zu kurz gegart bzw. ziehen gelassen – der Nougat war noch relativ zähflüssig und entsprach daher nicht den Erwartungen. Die Zuckerbrösel sowie der Erdbeerspiegel waren hausgemacht, es wäre aber in diesem Fall besser gewesen, auf TK-Früchte zurückzugreifen. Die Erdbeerzeit ist vorbei, und genau so geschmacklos war auch das Fruchtmus. Für diesen Gang gibt es leider nur ein „MÄSSIG“ (2).

11 Punkte in Summe für vier Speisen ergeben im Durchschnitt 2,75 Punkte und daher noch ein „GUT“ (3). In der „Wäscherei“ darf man sicherlich keine Haubenküche erwarten, eher ein sehr legeres, jugendliches Lokal mit dementsprechender Küche und ohne großartigem, lukullischem Hochgenuss.

Dem Ambiente muss ich leider ein „MÄSSIG“ (2) geben, weil es im Nichtraucherbereich absolut nicht gemütlich oder gar heimelig ist. Der originelle Spruch am Pissoir entschädigt ebenfalls nicht dafür, dass man quer durch den massiv verrauchten Raucherbereich gehen muss, wiewohl die WCs recht sauber waren.

Der Service war immer sehr freundlich aber doch auch etwas lahm, trotz nur spärlicher Besucherzahl. Fragen hat man aber immer wahrheitsgemäß und ehrlich beantwortet, und daher gebe ich noch ein „GUT“ (3).

Fazit: für eine ungezwungene Zusammenkunft nach der Arbeit oder Zwischendurch ist die „Wäscherei“ sicher kein schlechtes Lokal, mehr darf man aber nicht erwarten. Die Preise sind dem Gebotenen durchaus angepasst, und daher stimmt das Preis- / Leistungsverhältnis auch. Biertrinker kommen garantiert auf ihre Rechnung, bietet man neben dem eigens gebrauten „Wäscherei-Bier“ auch noch diverse Spezial-Biere, inklusive diverser Draft-Biere, an. Am Samstag, Sonn- und Feiertag bietet man zwischen 10:00h und 15:00h einen recht umfangreichen Brunch an, und neuerdings hat man auch einen Zustellservice. Von mir gibt es durchaus eine Empfehlung, jedoch unbedingt nur unter Berücksichtigung der von mir beschriebenen Randbedingungen und Mankos.

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Kommentare (1)

am 23. November 2014 um 19:57

Der Bericht, der sich gewaschen hat!

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Experte
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Die Wäscherei
Albertgasse 49
1080 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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