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Kolonitzbeisl - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 21. November 2014
Experte
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4Speisen
3Ambiente
3Service
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Das Kolonitzbeisl befindet sich wie der Name schon sagt am Kolonitzplatz, auch wenn die offizielle Adresse Bechardgasse 2 lautet. Die große Pfarrkirche St. Othmar unter den Weißgerbern befindet sich unübersehbar gegenüber vom Lokaleingang. Die öffentliche Verkehrsanbindung ist mit der Straßenbahnlinie 1 und O gegeben. Zur Schnellbahnstation Wien Mitte ist es schon ein etwas längere Fußweg. Kann man aber auch gleich als Verdauungsspaziergang nutzen.

Der erste Eindruck von außen ist für mich der alte Gasthäuser liebt perfekt. In einem alten Mehrparteienhaus im Erdgeschoss ein Ecklokal. Ein paar Stufen hinauf zur Schwingtüre und man erreicht den Schankraum. Dieser ist unverkennbar der Raucherbereich. Optisch genauso wie erwartet. Ein klassisches altes Wiener Gasthaus. Mächtige Schank. Viel dunkles Holz. Grünpflanzen an den Wänden. Ein alter Fußboden. Als wenn ich in meine Kindheit zurückversetzt wurde.

Das Mittagsgeschäft ist vorbei und es sitzen nur wenige männliche Gäste auf ein Bier beisammen. Meine Frage nach einem Tisch für eine Person zum Essen löst etwas Verwunderung aus. Ist hier scheinbar nicht üblich und so wird mir nur erklärt das hier der Raucherbereich ist und durch die Schwingtüren geht es in den kleineren Nichtraucherbereich. Ein größerer Nichtraucherbereich ist auf der anderen Lokalseite. Ich gehe durch die Schwingtüren in den kleineren Nichtraucherbereich. Zwei Tische sind besetzt doch die Gäste sind bereits am Bezahlen. Die Speisekarte liegt neben der Türe auf und ich bediene mich im Vorbeigehen gleich selbst. Die Karte beinhaltet die gängigen Speisen der Wiener Küche mit noch ein paar zusätzlichen Speise die etwas abseits der Wiener Küche liegen. Obwohl Spare Ribs schon in fast jedem Lokal angeboten werden. Auch in typischen Wiener Gasthäusern.

Meine Bestellung umfasst einen in der Karte angeführten großen naturtrüben Apfelsaft gespritzt, und zum Essen eine Frittatensuppe(€ 2,80) und ein Holzfällerkotelett welches aus einem Grillkotelett mit Spiegelei und Braterdäpfeln besteht(€ 8,30). In der Speisekarte werden Braterdäpfel angeführt und nicht Bratkartoffeln. Passt perfekt zum Wiener Lokal.

Der Apfelsaft wird rasch serviert doch leider wurde kein naturtrüber gebracht sondern der ganz normale. Ich urgierte jedoch nicht den wenn ich die Karte nicht schon vorher gelesen hätte würde ich sowieso den normalen bestellen. Kein Grund zum Ärgern für mich.
Mittlerweile alleine im Extrazimmer kann ich in Ruhe den Raum begutachten. Blechbiertafel an der Wand, Tonkrüge als Deko und dazu eine eher mickrige Weihnachtsdekoration. Für mich jedoch nicht so wichtig da ich sowieso kein Weihnachtsfan bin. Nach kurzer Zeit jedoch war es vorbei mit der Inspektion denn die Suppe wurde serviert.

In einem Suppenteller so wie man es von daheim gewohnt ist. Der Hitzegrad auch für den sofortigen Verzehr geeignet. Die Suppe selbst von tadelloser Qualität mit sehr viel Frittaten als Einlage. Diese mit ziemliche Sicherheit hausgemacht, da sie nicht do dünn wie ein Papier waren. Auch waren diese nicht wie schon in manchen Lokale gatschig sondern hatten noch richtig biss. Salz und Pfeffer wurden nicht benötigt. Das mit flüssigem Gewürz gefüllte Flascherl war sowieso nicht am Tisch. Der Koch vertraut seiner Qualität.

Nach nicht zu langer Wartezeit, mittlerweile hatte sich ein Pärchen in den Raum dazu gesetzt wurde mein Holzfällerkotelett serviert. Optisch ganz anders als erwartet. Eine große Menge an sehr gut frittierten Erdäpfel, wie wir es ja mittlerweile gewohnt sind keine Braterdäpfel im richtigen Sinn. Jedoch waren diese wirklich gut. Außen leicht knusprig und innen schön weich. Ob Fertigprodukt oder nicht ist mir jedenfalls egal, sie waren sehr gut. Das Fleisch, davon zwei Stück, wurde unter einer Champignon Speck Sauce verdeckt. Auf dieser befand sich ein perfekt gebratenes Spiegelei. Die Sauce recht würzig, jedoch innerhalb meiner Toleranzgrenze. Sehr gut abgeschmeckt und von sehr schöner Konsistenz. Das Fleisch von richtiger Stärke, auch dieses schön weich und von tadelloser Fleischqualität. Ganz wenig Fett am Rand . Auch unmittelbar neben den Knochen ganz durch und nicht noch blutig. Trotzdem nicht zäh. Perfekt wie die ganze Kombination mit der Sauce.

Die Servicedamen kamen immer wieder zwischenzeitlich herein und fragten nach ob noch etwas gewünscht wird und ob alles in Ordnung ist. Noch ein Punkt zum Besteck. Das Messer war von ausgezeichneter Qualität.
Die Rechnung Handgeschrieben wie früher, passt perfekt zum Lokal. Die Elektronik hat kassentechisch noch nicht Einzug gehalten, wie ich mich beim Vorbeigehen an der Schank zu den Toiletten vergewissert habe. Die Toiletten sind sauber aber zum Lokalambiente passend.

Mein Fazit. Ein typisch altes Wiener Gasthaus wie man es von früher kennt, zumindest die älteren Personen, mit sehr guter Küche zu günstigen Preisen. Kein Lokal für ein romantisches Dinner zu zweit oder für Personen die die feinere Küche in entsprechenden Rahmen bevorzugen. Menschen denen es nicht stört wenn es im Schankraum auch mal lauter wird, beim zuprosten und denen günstige gutes Essen wichtiger ist als Stoffservietten oder Silberbesteck.

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Kommentare (1)

am 21. November 2014 um 20:02

Ist wirklich ein liebes Lokal. (Ich habe lange ganz in der Nähe gewohnt.)

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Kolonitzbeisl
Bechardgasse 2
1030 Wien
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Ambiente
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