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Rauch-Hof - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 3. November 2014
Experte
bluesky73
258
31
29
4Speisen
4Ambiente
4Service
20 Fotos1 Check-In

Ein Termin führt meinen Kollegen und mich am Donnerstag in die Stainzer Gegend. Wir planen unsere Mittagspause im Rauch-Hof zu verbringen, vorsorglich wird um die Mittagszeit ein Tisch reserviert.

Am Ziel angekommen bin ich froh, dass der Kollege schon mal hier eingekehrt ist, denn ich wäre wohl an der ziemlich unscheinbaren Location vorbeigefahren. Wir parken am geschotterten Streifen direkt neben der Straße und gehen durch ein kleines, mit wildem Wein umranktes Gartentürchen. Dahinter liegt ein recht großzügiger Garten, in dem einige Tische verteilt stehen. Links befindet sich das Gebäude mit einer vorgelagerten Laube, in dem ebenfalls einige Tische auf Gäste warten.

Wir sind vorerst ein wenig überrascht über die zahlreichen Papiersackerln mit Erdäpfeln, die im Vorraum stehen, finden aber später heraus, dass die wohl vom eigenen Acker kommen und ebenso wie Kernöl, Säfte und andere Spezialitäten aus der Region gekauft werden können. "Rauch-Hof zum Mitnehmen" sozusagen, wie wir es auch später in der Speisekarte lesen.

Wir gehen weiter in den Gastraum und finden uns direkt vor der urigen Bar aus Holz, hinter der bereits der Hausherr werkt. Unsere Reservierung ist bekannt und wir werden an den sehr nett eingedeckten Tisch geleitet. An dem kann sich so manches Restaurant ein Beispiel nehmen – schöne Tischdecke, dezente, saisonale Deko, Stoffservietten...wir sind angenehm überrascht.

Die lustig gestalteten Karten im Sinne eines Schulheftes werden uns gereicht, die Tagesspezialitäten stehen auf einer Schiefertafel und werden in unserer Reichweite aufgestellt und erklärt. Die Karte informiert über die Philosophie der Rauchs, hier ist regional wirklich noch regional, denn auf zwei Hektar eigenem Land wird das Gemüse angebaut und geerntet, das dann auch auf den Teller kommt. Bei Fleisch und Käse verlässt man sich auf Bauern aus dem Umland – sehr schön.

Zwei kleine Bier (Euro 2,70) werden gut gezapft serviert, zuhause sehe ich dann ein kleines und ein großes Bier auf der handgeschriebenen Rechnung, kann vorkommen.
Der Gastraum in dem wir sitzen ist sehr gemütlich und mit allerlei Deko ausgestattet, die allerdings nicht kitschig wirkt. Die Einrichtung erscheint stimmig, helle Holzmöbel ergänzen sich mit dunklem Holz, das ähnlich einem Fachwerk an den Wänden montiert ist. Nach und nach kommen weitere Gäste, eine Gruppe Wanderinnen lässt sich im Garten nieder.

Zu unser beider Überraschung wird nach dem Bestellen ein Gruß aus der Küche serviert – der erste Gruß, den wir bei unseren mittäglichen Ausflügen erleben dürfen.
Im kleinen Schälchen ähnlich einer Kaffeetasse kommt ein exzellentes Rohnenrisotto mit etwas gerissenem Kren und einigen Spänen Hartkäse auf den Tisch. Wir sind sehr beeindruckt und freuen uns auf das, was da noch kommen mag.

Der Kollege entscheidet sich für die Schwammerlsuppe mit Heidensterz (Euro 5,50) aus der Tageskarte. Die Portion ist beachtlich, fast könnte die Suppe als Hauptspeise durchgehen. Geschmacklich kommen sowohl die Suppe, wie auch der Sterz sehr gut an, trotz der Portionsgröße bleibt nichts übrig.

Hokkaidokürbis-Cremesuppe mit rotem Paprika, Kernöl und gerösteten Kürbiskernen (Euro 4,40). Serviert in der Suppentasse und nett garniert überzeugt auch diese Suppe geschmacklich, der Kürbis kommt sehr gut zur Geltung, im Abgang überrascht eine leicht hintergründige Schärfe.

Das Service wird an diesem Tag ausschließlich von Herrn Rauch selbst übernommen, trotz teilweise weiter Wege in den Garten und retour halten sich die Wartezeiten in Grenzen. Wir fühlen uns gut aufgehoben und betreut, zwischendurch wird nachgefragt, ob alles zu unserer Zufriedenheit ist.

Gekochtes Rindfleisch vom Styriabeef mit Apfelkren und Rösterdäpfeln (Euro 14,50). Serviert wird das Gericht in einem Suppenteller, die etwas verhalten angerösteten aber geschmacklich guten Rösterdäpfeln bilden die Grundlage, darauf liegen zwei Tranchen wirklich zartes Fleisch. Der Apfelkren kommt im separaten Gebinde und ist angenehm scharf, der Kollege ist sehr zufrieden.

Ragout vom Reh und Hirsch mit Speck, Eierschwammerln und Zwetschken-Semmelauflauf (Euro 15,50). Optisch ist das Gericht sehr schön angerichtet und stimmig garniert. Die Fleischstücke sind geschmacklich gut, wenn auch Ragout-typisch nicht die Edelsten. Der Semmelauflauf ist etwas kompakt, beim Safterl vermisse ich ein wenig die Aromen, es bleibt sehr mild in Erinnerung. Erwähnenswert sind die Preiselbeeren, die nicht aus dem gekauften Glas kommen.

Wir sind mehr als satt und zufrieden, müssen das Verkosten der Nachspeisen auf einen Folgebesuch verschieben. Die Rechnung weist knapp über 46 Euro aus – für ähnliche Beträge haben wir anderenorts schon wesentlich schlechter gegessen.

Zum Fazit: Das Ambiente ist gemütlich und fast ein wenig familiär. Die Wirtsleute bemühen sich mit Erfolg, dem Gast einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen. Das Service ist persönlich und aufmerksam, mit kleineren Wartezeiten muss man bei einer one man Show rechnen. Die von uns gegessenen Speisen waren mehrheitlich geschmacklich sehr gut. Mir gefällt das Konzept der kurzen Wege zwischen Anbau der Produkte und Verarbeitung, es wird nicht unser letzter Besuch im Rauch-Hof bleiben.

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Kommentare (1)

am 4. November 2014 um 10:57

Sehr schön - HGL. Freut mich, dass der Rauch-Hof seinen Standard gehalten hat.

Gefällt mir1
24
13
Rauch-Hof
Wald 21
8510 STAINZ
Steiermark
Speisen
Ambiente
Service
40
40
40
2 Bewertungen
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