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Bodega Espanola - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 3. November 2014
Experte
bubafant
283
71
29
4Speisen
3Ambiente
3Service
15 Fotos1 Check-In

Bodega Espanola. Spanischer 'Weinkeller'. Perfekt für unsere Suche nach guten Tapas.
Das Lokal ist in einem schlichten Zinshaus untergebracht. Der schmale Gehsteigbereich davor erlaubt keine Art von Gast- oder Schanigarten, allerdings ist der komplette Eingangsbereich wild von Pflanzen umrankt, Weinfässer für ein Steh-Achterl im Freien und mitten in der Fassade eine massive Holztür. Und von nun an geht es bergab, das Lokal befindet sich im Souterrain. Geflieste Treppen, und durch eine Art Guckloch in der Treppenwand hat man einen ersten Blick auf das Lokal. Entweder sind die Wände oder die Beleuchtung der Grund – alles wirkt leicht rosafarben. Nach dem Gang in den Untergrund steht man vor einer gemauerten Theke mit vielen Hochstühlen davor. Drüber hängen jede Menge Schinken und – schon ewig nicht mehr gesehen – tropfende Kerzen in großen Flaschen.

Wir haben nicht reserviert, das Lokal ist quasi fast leer, aber wir warten brav an der Theke und fragen nach einem freien Tisch. Den Wunsch nach Nichtraucher kann man uns nicht erfüllen, denn es ist ein Raucherlokal, die Kellnerin versichert uns aber, dass sich die Beeinträchtigung in Grenzen halten wird und außerdem der Abgang von der Gasse geöffnet ist und für Frischluft sorgt. Wir bekommen auch gleich den Tisch neben dem Abgang. Viel dunkles Holz, Möblierung mit diversen Stilen, leicht wackelige Stühle. Wenn ich das Ambiente mit einem Satz umschreiben müsste: Mittelalter meets Spanien. Rohe Wände, weiß getüncht, viel dunkles Holz, wuchtige Stühle mit hoher Lehne, Schmiedeeisen-Deko, viele Kerzen und Gemälde in opulenten Rahmen etc. An der Wand gegenüber der Theke hängen diverse Kulinarik-Auszeichnungen, und dort ist auch ein kleiner Tisch mit Zeitungen und diversen Krimskrams.

Eine Kellnerin bringt uns die Speisekarte und lässt uns Zeit zu schmökern, die zweite junge Dame dürfte noch in Ausbildung sein und bewegt sich etwas unsicher, und der Chef sitzt telefonierend im hinteren Bereich. Auf der Speisekarte werden keine einzelnen Tapas angeführt, nur was sie kosten werden (EUR 3,30 – 3,90). Ebenso die Variationen, auch sie sind ein 'Blindflug'. Surprise, surprise. Etwas mehr Raum ist den kleinen Gerichten (Serrano, Pata negra, Bocadillos, Salsa de Olivas) und den Hauptspeisen (gegrillter Tintenfisch, Garnelen, Kabeljaufilet, Lammrücken, Rindsfilet und natürlich Paella) gewidmet. Einige Desserts (Crema Catalana, Queso Manchego dulce, Leche fritta und Turron auf Eis) beschließen das Speisenangebot. Obwohl gedruckt, sollte man bei einigen Positionen eine Korrektur überlegen: Valdeon – Blauschlümmelkäse ? Bei der Bestellung der Getränke sind wir uns über die Getränke neben dem Wein nicht ganz einig und die sehr nette Kellnerin bietet sofort von sich aus einen Krug Leitungswasser auf’s Haus an, damit ist dieses Thema erledigt gewesen. Danke schön.

Tapasteller – 6 verschiedene Tapas kalt und warm, gemischt Fleisch und Fisch (EUR 18,90)
Nach nicht langer Wartezeit serviert man uns auf einer weißen Porzellanplatte die sechs verschiedenen Kleinspeisen mit einem Tiegelchen Alioli in der Mitte. Zwei Speisen sind auf kleinen Serviermuscheln aus Kunststoff, der Rest auf kleinen Porzellanschiffchen.
Garnelen in einer gebackenen Hülle, optisch wie herumgewickelte Nudeln, frisch, heiß und sehr g’schmackig, vor allem in Kombination mit der sehr gut gewürzten Sauce. Ob diese Teile selbst gemacht sind, ich weiß es nicht, vermute aber mal eher nicht.
Ragout von kleingeschnittenem Gemüse und Oliven mit Käse überbacken. Der Käse ist an manchen Stellen etwas dunkel geraten, ansonsten sehr gut gewürzt und gelungen.
Faschierte Bällchen in Tomatensauce. Das Fleisch eher mild gewürzt, die Sauce dazu eher auf der pikanten Seite. Gut, denn es gibt im Anschluss keine Bäuerchen.
Unsere geliebten Erdäpfel, mutmaßlich aus dem Fritter, das Innere sehr gut gelungen und eine sehr scharfe Sauce darüber, mit vielen großen Pfefferkörner – der Burner himself.
Datteln im Schinkenmantel. Die Datteln in ordentlicher Größe, lobenswerterweise schon entkernt, leicht im Schinken angebraten. Hier hätte man etwas mutiger sein und die Stücke etwas länger in der Pfanne belassen können.
Die Teile im Backteig mit der Krabbenschere zum Angreifen kennt man von den laufenden Asia-Bändern.
Das Alioli in der Mitte hat eine ganz leichte Haut, könnte für unsere Begriffe auch viel mutiger mit Knoblauch gewürzt sein.

Nach einer neuerlichen Konsultation der Speisekarte entscheiden wir uns für eine weitere Kleinspeise. Während des Wartens passiert schier unglaubliches. Zwei neue Gäste (Touristen) kommen die Treppe runter, es ist niemand vom Service da, um sie in Empfang zu nehmen, sie schlängeln sich suchend durch die Tische, als sie der Chef bemerkt und von hinten mit 'Guten Abend' anspricht. Da keine Reaktion erfolgt, wiederholt er seinen Gruß und dann schaukeln sich in weiterer Folge die Protagonisten derart auf, bis es mit dem Hinauswurf der Beiden endet. Als Zuschauer erste Reihe fußfrei muss ich sagen, dass das alles sehr unglücklich gelaufen ist, Hör- und Verständigungsprobleme treffen auf großes Ego, eine negative Mundpropaganda ist dem Lokal damit aber sicher, und lässt die schlechten Servicenoten der Vortester in einem anderen Licht erscheinen.

Tortilla espanola (EUR 7,80)
Das spanische Nationalgericht schlechthin wird hier sehr interessant präsentiert. Aus einer größeren Torte ein Stück herausgenommen und nochmals in der Pfanne gebraten. Sehr gut gelungen, die Mischung der Erdäpfel mit dem Ei und den Zwiebeln im Inneren ist sehr kompakt, ich mag das gerne so. Es gibt nochmals ein Schälchen des milden Alioli und am Teller einen etwas säuerlicher marinierten Salat, das Dressing hängt an den Blättern, so rinnt kaum etwas am Teller unter die Tortilla.

Queso de cabra caliente (EUR 10,50)
Mallorquinischer Ziegenfrischkäse vom Grill auf gebratenen Paprikascheiben mit Basilikumsauce, garniert mit Salat
Das Highlight des Abends. Die Scheiben vom Ziegenfrischkäse in etwas 1cm dicken Scheiben sind so kunstfertig herausgebraten, dass die Außenhülle wie bei einer Creme brülee wirkt. Nicht so süss, aber so knackig. Gleichzeitig ist das Innere leicht weich geblieben, richtig mollig. Zusammen mit der gar nicht so kleinen Menge leicht säuerlich marinierter Salat ergibt das eine gar nicht so kleine Speise. Chapeau!

Fazit: Vorab eine Entschuldigung für die dunklen Bilder der Hauptspeisen, bei Bodegas dürfte mein Handy ohne Nachtmodus Probleme haben (...) Das Essen hat uns sehr gut geschmeckt, Service ist in Ordnung, allerdings ist mir bei dem Vorfall zwischen den zwei potentiellen Gästen und dem etwas gewöhnungsbedürftigen Chef sprichwörtlich der Mund offen geblieben. Umso überraschter war ich, als er bei unserem Abgang sofort aufgesprungen ist und uns die Hand geschüttelt hat. Das Ambiente hat mir schon gefallen, mit Abstrichen, nämlich leichter Küchengeruch bei der Heimreise. Ich gehe davon aus, dass die über der Theke hängenden Schinken nicht mehr verzehrt werden, trotzdem schüttelt es mit bei dem Gedanken daran. Leider habe ich hier keine Terrakotta-Tapas gesehen.

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Kommentare (2)

am 3. November 2014 um 10:50

... und - Blitz wäre jetzt kein Tipp gewesen
;-)

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283
71
am 3. November 2014 um 10:49

Nein Helmuth,
ein neues Gadget ist schon bestellt !
:-*

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Bodega Espanola
Belvederegasse 10
1040 Wien
Speisen
Ambiente
Service
43
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