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freiwild - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 2. November 2014
Experte
dieBrotvernichter
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5Speisen
4Ambiente
3Service

Durchwachsen mögen wir nur unseren Speck - beim Service gefällt uns das weniger und bei der Küchenleistung darf das gar nicht sein. Die junge Mannschaft im freiwild hat letzteres konstant ausgezeichnet im Griff - beim Service aber hapert's an der Souveränität. Aber erst wenn der Abend später wird und das Lokal sich füllt.

Weil das Essen, das Lokalflair (eingedeutscht: shabby chic) und auch die Musik dort genau unseren Geschmack trifft, waren wir jetzt schon öfter dort. In Jeans, Pulli und Turnschuhen lässt sich's dort auf haubenniveau gemütlich essen und das mit Wohlfühlfaktor. Und wir konnten eine Konstante in der unkonstanten Serviceleistung ausmachen. Kommt man früh (18.30h/19h) dann klappt alles hervorragend bis ca. 20h bzw. 20.30h. Ab dann wird's langwierig. Bei späterem Dinner-Antritt, wartet man sehr lange auf's Gedeck € 2,50. Bei frühem Dinnerantritt braucht man auf Weinnachschub gar nicht mehr zu warten - da hat die wirklich sympathische Servicemannschaft zu viel anderes zutun. Deshalb ganz einfach damit umgehen lernen: 1 ganze Flasche Wein, damit kann man sich den Service angenehm trinken und sich einfach selbst bedienen. Leitungswasser kommt auf Wunsch dazu und der Durst ist für den Abend gerettet.

Um den Hunger kümmert sich die ebenso sympathische und weitaus fähigere Küchenmannschaft in der offenen kleinen Profi-Küche. Alles da was 4 Männer brauchen, um solche tollen Gerichte hinzukriegen. Nicht nur geschmacklich toll sondern auch die Zutatenqualität ist top. Der Name ist Programm. Es kommen fast ausschließlich freilebende - hauptsächlich aber- auch wildlebende Lebewesen unter die Küchenwerkzeuge. Die Gattung Mensch bleibt aber verschont. So macht uns und unserem Gewissen das Essen ganz besonders Spaß.

Wir haben schon so einiges aus den monatlich wechselnden Speisekarten gegessen - und wirklich alles davon war kochkunstvoll zubereitet. Immer. Auch wenn man ab und zu lang' drauf warten musste - es hat sich immer gelohnt. Schon das Gedeck ist dort immer wieder eine neu kreierte Brothochkultur. Das Brot selbst ist flaumiges weiches weißes Ciabatta (Selbst gebacken? Vermutlich, nein.) oder manchmal war's auch schon Baguette. Eine dunkle Sorte gibt's dann auch dazu: einmal war's auch was Körniges und letztes mal was Roggiges. Und die Beilagen zum Brot sind immer perfekt dazu abgestimmt. Verschiedene Buttersorten, Aufstriche und letztes Mal hatten wir sogar einen kalten Mini-Tafelspitz vom Hirsch mit kleinem Wurzel-Juliennegemüse, Krenmayonnaise, Waldheidelbeeren und einen Waldhimbeercocktail zum degustieren. Das war noch nicht genug: ein Stück Kürbisbutter (vom -Kern und -Fleisch) war auch noch dabei - und es war so viel mehr als wir uns von einem Gedeck - geschmacklich, vielfältig und optisch - je erwartet hätten. Die Portion wirklich klein - der Gusto schreit mehr, der Kopf sagt: lass' es mal auf dich zukommen. Genau richtig für einen guten Einstieg.

Alle Speisen sind immer stilsicher am Teller drapiert. Besonders gut haben uns die kleinen Sardellen mit Oliventapenade und geschmolzenen Tomaten gefallen. Nicht nur unseren Augen auch unserem Mund. Diesmal: Der Wildkräutersalat mit den Flusskrebsen, Vanille und Zirbenkaviar € 15,00 war auch kreativ in der Baumrinde arrangiert. Ein Blickfang. Ein Gaumenschmaus. Außergewöhnlich. Roastbeef in Kaffee eingelegt, dazu geröstetes Lauch-Maroni-Gemüse und knusprige Erdäpfelwürferl € 13,00. Geschmacklich absolut stimmig. Steinpilzsuppe € 7,00 mit Thymian. Schmecken und sehen konnte man aber nur die Kresse. Ordentlich Portion einer wirklich guten leichten Suppe. In einer kleinen Baumrinde kommen noch Walnüsse (leicht gesalzen und geröstet), schwarzer Knoblauch (rauchig süß) und wieder die Waldheidelbeeren (ein kleiner Klecks vom Gelee und da rein die zierliche Beere gesetzt) vom Gedeck dazu. Eine kleine Geschmacksbombe - und sie passt perfekt.

Das Loblied geht weiter. Zur Hauptspeise essen wir diesmal Rebhuhn (schön zart und saftig im ganzen Gebraten, die Schenkel ausgelöst) mit Couscous, Mais, Herbsttrompeten und weißer Schokolade € 24,00. Zweierlei vom Frischling: Schopf geschmort und Filet kurz gebraten, dazu feiner Jus mit Kardamom, geröstete Steinpilze, Wirsing und Erdäpfelconfit € 24,00. Wildentenbrust mit gebackenen Bananen in der Pankopanade dazu Estragonschaum und Wiesenbärenklau - € 22,00. Alles wieder außergewöhnlich gut und angenehm portioniert.

Die rote Cuvee "Alpha" (Heinrich,Deutschkreutz € 26,40 - glasweise € 4,40) hat unsere Hauptspeisen gut begleitet, hätte aber noch Luft gebraucht - wir hatten so gegen 19.30h noch die Gelegenheit ergriffen und eine Flasche Malbec (Alpamanta, Argentinien € 35,40) der war wirklich top. Dazu braucht man eigentlich nichts oder aber gutes rotes gegrilltes/kräftig geschmortes Fleisch. Der gut gekühlt servierte Gelbe Muskateller (Skoff, Gamlitz € 5,20 pro Glas) war sein Geld gerade noch wert. Dieser Duft! Geschmeckt hat er natürlich auch.

Nachspeise wollten wir bislang noch keine dort. Da mögen wir's eher bodenständig und traditionell österreichisch. Neugierig sind wir trotzdem. Im freiwild bleibt's auch beim Dessert kreativ - wir wagen's das nächste Mal bestimmt und erstatten Bericht. Wir kommen sicher immer wieder, weil die Küchen- und Servicemannschaft ganz nette Leut' sind, das Essen phänomenal gut ist und wir's dort gemütlich haben.

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Kommentare (1)

am 2. November 2014 um 17:26
Experte
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freiwild
Mühlgasse 20
1040 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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