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Grünauer - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 25. Oktober 2014
Update am 10. November 2014
Experte
Stammersdorfer
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4Speisen
4Ambiente
3Service
9 Fotos2 Check-Ins

Vorgestern Abend endlich wieder einmal beim GRÜNAUER im 7ten, nahe der Burggasse zu finden. Die Anreise mit dem großen roten 13A Bus, Station Neubaugasse, dann einige Hundert Meter zu Fuß. Dort irgendwo einen Parkplatz zu finden ist zumeist aussichtlos.

Das Lokal sehr unscheinbar in der Hermanngasse gelegen, drinnen zwei kleine Räume mit vielleicht 50 Plätzen. Wenn man hinein kommt fällt sofort die sehr schöne Schank aus Holz auf, auch das wieder ein Lokal wo das Naturprodukt dominiert, vom Boden, über Sessel und Tische bis zur Vertäfelung an den Wänden. Oben weiß ausgemalt, da hängen verschiedene Bilder und eine Vielzahl an kulinarischen Auszeichnungen bis hin zu den zwei Hauberln. Jedenfalls alles sehr stimmig, einfach zum Wohlfühlen.
Im vorderen, kleineren Schankraum ist qualmen erlaubt, der Hintere etwas Größere, da war unser Tisch, die Türe ist die ganze Zeit offen, was aber nicht gestört hat. Die telefonische Reservierung von vor einigen Tagen problemlos, OHNE hinzugehen ist (eher) sinnlos. Was man zu späterer Stunde (ab 22h) aber beobachten konnte, es kommen immer wieder Einzelpersonen, essen rasch was und sind wieder dahin. Im Nichtraucher gibt’s einen separaten Tisch für 10 bis 12 Leut, der ist vom Rest des Lokals baulich abgetrennt.

Zwei männliche Kellner haben gewerkt, beide sind für alle Gäste zuständig, haben ihren Job sicherlich gelernt, sind im Rahmen ihrer Möglichkeiten flott, einer mehr wäre aber gut. Die Teller stehen zu lange am Tisch, die Gläser sind einige Male leer. Zwei dreimal stößt einer bei mir an, Entschuldigung Fehlanzeige. Lächeln, oder gar ein kleiner Schmäh ist leider auch nicht. Die beiden kommen mir wie gut ausgebildete Roboter vor. Naja.

Zu Beginn hatten wir zwei phantastische Prosecco aus Valdobbiadene, spritzig, fruchtig, ein Traum.

Die Vorspeisen ein Kartoffelpuffer, außen knusprig, innen weich, mit Lachs, der nicht fett, in sehr guter Qualität und einer unauffälligen Kräutersauce. Eine überaus interessante und harmonische Kombination, der Gaumen singt, wie man so schön sagt. Sowie Rindfleischsulz mit etwas Kernöl auf Linsengemüse. Die Sulz von etwas festerer Konsistenz, war geschmacklich überaus gelungen, das Gemüse, eine recht bunte Angelegenheit, was alles außer den Linsen drinnen war, Zwiebel, Karotten, Paprika und so einiges mehr, auch das ist der Küche sehr gut gelungen und hat sich mit dem Sulz ausgezeichnet „verstanden“.

Meine Liebste Gattin nahm als Hauptgang das Beiried in einem Schalottenzwiebel Saftl, mit dünnen selbst gemachten Bandnudeln. Das Fleisch zart und weich, es zerging fast auf der Zunge, wurde fast durch gebraten serviert. Der Saft sehr dunkel, sämig, harmonisch, einige halbe Zwiebelstücke. Wir waren uns einig, perfekt gelungen. Ich entschied mich für die geröstete Kalbsleber mit Erdäpfelpüree. Die Leber ganz weich, in länglichen Streifen, der Saft war ident, mit viel Zwiebel. Das Püree schön weich, keine Erdäpfelstückchen, sehr gelungen. Die Speisen allesamt auf Champions League Niveau!

Heute auch wieder einmal eine Nachspeise, 5 Käse, gibt‘s auch zu dritt. Überaus kreativ hergerichtet, von mild bis würzig alles da, was das war wurde uns nicht erzählt, mit Apfel, köstlichem Marillenchutney und eine Art weiches Kletzenbrot, sowie ausreichend Butter dazu.

Außer dem Prosecco zu Beginn, tranken wir ein Flascherl Sauvignon Blanc 2013 vom Bernhard Ott aus Feuersbrunn am Wagram/NÖ, fruchtig, recht leicht, angenehmer Geruch, aber kein Steirer, sehr gut allemal. Wiener Hochquelle gibt’s auf Bestellung um 0,-- Euro dazu.
Klein schwarz und stark leider nur Durchschnitt, der war einfach zu dünn.

Das Fazit über den GRÜNAUER, wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Location selbst sehr schön und definitiv zum Wohlfühlen, was uns im Lokal nicht gestört hat, aber dann zu Hause, die Kleidung stinkt nach Rauch. Das Personal kümmert sich um einen zu wenig, ich erwarte mir in dieser Kategorie wesentlich mehr, die Überlegung ob 2 oder 3, der Dreier deswegen, da die Leistung in der Vergangenheit schon deutlich besser war. Ja und das Futter selbst ist Spitzenklasse, also 5, und auch die Preise sind für diese Lokalkategorie als günstig zu bezeichnen. Was uns aber sehr gestört hat, nahezu alle Tropfen in der Weinkarte waren schlicht und einfach „alt“. Das Extrembeispiel, einer unserer absoluten Lieblingsweine, vom Rainer Christ, Weißburgunder der Vollmondwein aus 2010 :-(( Wir trinken seit etwa einem halben Jahr den 2013er!

Wir haben mit Trinkgeld € 120,-- gezahlt (nur BARes) und sind doch zufrieden nach Haus gegangen, ohne nicht vorher noch je ein Glas Vulcano 2012 vom Igler aus Deutschkreuz / Burgenland zu trinken. Ein Cuvee aus BF, ZW, ME und CS, sehr viele verschiedene Gerüche in der Nase, eine sehr Schwerer, aber weich im Abgang, schlicht fulminant, der beste Rote seit längerem.

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Kommentare (11)

am 1. November 2015 um 20:51

Ich hoff', das 2015er-Gansl war so gut wie mein 2014er ;-)

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315
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am 30. Oktober 2015 um 19:44

gesagt getan amarone1977, gestern Abend,
das mit Semmelknödel und warmen Speckkrautsalat

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235
28
am 30. Oktober 2015 um 19:42

das mit Erdäpfelknödel und Rotkraut

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235
28
am 30. Oktober 2015 um 15:16

Der Grünauer ist also endlich im Jahre 2015 angekommen...Marty McFly lässt grüßen!

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152
83
am 29. Oktober 2015 um 17:55

ad News - "Der Grünauer hat von Oktober bis April auch Samstag offen, er ist jetzt ein NR Lokal und man kann (endlich) auch mit Visa, MC und Maestro zahlen...."
Drei gute Nachrichten auf einmal. Das wird mit einem Gansl gefeiert! ;-)

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315
75
am 11. November 2014 um 12:28

(3)31er: (siehgst', hob i scho g'lernt!)
Also ich stell mir das so vor, dass er jungen Weine noch selbst im Hof verkaufen kann, die älteren Jahrgänge aber schon ausgetrunken sind bzw. die Kontingente längst an die Wiederverkäufer abgegeben wurden.
Beispiel Weingut Krutzler - den Topwein Perwolff wirst du ab Hof gar nicht erst bekommen, weil die Kontingente mehr oder weniger zur Gänze den Wiederverkäufern in größeren Mengen verkauft werden.
Also zahlt es sich schon mal aus, im Internet zu forschen. Das tue ich auch regelmäßig - und bekomme dann so Perlen wie eben den Perwolff 2004 oder seinen grandiosen Merlot 04.
Die Weine sind perfekt trinkreif, ich musste sie nicht ein Jahrzehnt im Keller lagern, sondern finde bereits die, die "bereit" sind, im Internet.
Aufpreis pro Flasche vielleicht mal 3 Euro. Das is' es wert!
Was den eigenartigen 2011er angeht - ich kenne deinen Geschmack nicht - entweder war's eine Weinstylistik, die dir nicht so zusagt, weil du eben gern die jungen Jahrgänge trinkst, oder der Wein ist für diese "neumodernen" Experimente nicht geeignet und leidet eher nach Jahren an der Luft, anstelle zu gewinnen.
Vielleicht schaff ma'a ja mal in Wien anlässlich eines ReTe-Treffens, dann mach ma mal den einen oder anderen (stabilen) Wein auf, der nicht mehr der Jüngste ist - weiß natürlich!

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315
75
am 9. November 2014 um 19:46

amarone 1977 du schreibst im Handel findet man normalerweise den 2012er Vollmondwein vom Christ. Warum verkauft der Rainer dann sowohl ab Hof als auch beim Heurigen den 2013, hast du da eine Ahnung? 2010 bis 2012 hat er, zumindest offiziell, schon lange keine mehr.
Ich hatte vor kurzem einen 2011er im Glas, naja, da bleiben wir doch lieber beim 13er. Wie der ausgesehen und geschmeckt hat, auch nachdem er einiges an Luft bekommen hatte, poste ich hier nicht, nur soviel, sehr eigenartig.

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235
28
am 30. Oktober 2014 um 10:27

Stammersdorfer - da hast du allerdings tatsächlich den falschen Wein gewählt, auch ich bin ein Liebhaber von Weinen mit Substanz.
Im Handel findet man normalerweise den 2012er vom Christ, ein 2010er sollte daher eigentlich genau die Trinkreife haben, die für ihn durch Vinifizierung und Ausbau vorgesehen ist.
Frisch und fruchtig - da sind 2013er eher geeignet, allerdings nicht der Vollmondwein, sondern gleich ein junger GV oder ein Steirer - oder ein Weißer aus dem Veneto, wenn du schon zuvor den Prosecco für besonders gut empfunden hast!

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75
am 26. Oktober 2014 um 06:38

lustig - den jungen Wiener vom Mayer am Pfarrplatz habe ich tatsächlich gestern getrunken. Hat mich aber nicht vom Hocker gerissen...

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54
8
am 25. Oktober 2014 um 20:37

WIR lieben halt die jungen frischen fruchtigen Weissen und bei einem ordentlichen Roten habe ich mit 10+ kein Problem, im Gegenteil und was die 2014er betrifft, da hab ich schon einiges gekauft UND getrunken, aber nix aus Wien sondern Bockfliess/Weinviertel.....

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235
28
am 25. Oktober 2014 um 20:16

Da lese ich wieder mal die Bestätigung, dass Österreich ein Land der Jungweinpfützentrinker ist. Ich würde mich freuen, öfters auf weinkarten weissweine zu finden, die nicht den aktuellsten Jahrgang am Etikett tragen... und der
weissburgunder vollmondwein ist keinesfalls alt, sondern gereift, wie ich meine...der Rainer Christ wäre mit ziemlicher Sicherheit froh darüber, noch ein paar kisterl im keller zu haben.
Ein 10 Jahre alter steirischer junker ist ALT, da würde ich ihnen zustimmen...apropos... ab 5. November können sie schon die des jahrgangs 2014 erwerben, junge wiener gibts sicher jetzt schon.... lg

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4
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Grünauer
Hermanngasse 32
1070 Wien
Speisen
Ambiente
Service
45
39
39
17 Bewertungen
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