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Brückenwirt - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 24. Oktober 2014
Experte
uc0gr
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4Speisen
4Ambiente
4Service
28 Fotos2 Check-Ins

Der „Brückenwirt“, eine alteingesessene Unterlaaer Institution und schon seit den 50er-Jahren bereits im Familienbesitz. Die Lage, direkt an der Liesingbachbrücke, ist gar nicht so schlecht wie man denken würde, die Buslinien 17A oder 271 halten direkt vor dem Lokal. Sollte es aber auch einmal für die Öffis zu spät werden, so bietet der „Brückenwirt“ auch Gästezimmer an.

1999 erfolgte eine Totalrenovierung des Lokals, 2009 wurde dann noch der Wintergarten dazu gebaut. Direkt vor dem Lokal befindet sich ein kleiner, in unmittelbarer Nähe auch noch ein großer, beleuchteter, hauseigener Parkplatz. Einen kleinen Gastgarten gibt es direkt vor dem Lokal (straßenseitig) und einen größeren, mit ruhiger Lage, hinter dem Lokal, genannt die „Alm“. Im Sommer wird auch noch zusätzlich ein „Schupfen“ im Gastgarten geöffnet, der es erlaubt, wind- und wettergeschützt im Freien zu sitzen.

Empfangen wurden wir von zwei sehr netten Servicekräften, und wir konnten uns den Platz aussuchen. Unmittelbar rechts geht es in den wirklich gelungenen und hellen Wintergarten (Raucher), hinten rechts in den sehr gut abgetrennten Nichtraucherbereich, und linker Hand tritt man in den Schankraum ein (ebenfalls Raucher). Der besten Ehefrau von allen zuliebe nahmen wir im sehr spärlich besetzten Schankraum unsere Plätze ein. Viel helles Holz, massive Stühle mit Herzerl in der Rückenlehne und gemütliche Holzbänke vermitteln irgendwie fast schon Stuben- oder Hüttenambiente - gemütlich, urig und zünftig. Unterstrichen wird das Ambiente noch durch die sehr ansprechende, selbst gestaltete Ziegelbar. Ein hoher Wohlfühlfaktor zum längeren Verbleib oder gar zum „Versumpern“ ist also gegeben.

Am Tisch stehen bereits Besteck und Servietten in einem Krug, eine Menage mit flüssiger Suppenwürze sowie ein Werbeaufsteller „Mayer am Pfarrplatz – Gemischter Satz“ parat. Der Blick in die, im positiven Sinn, nicht überladene Speisekarte enthüllt die klassischen Gerichte der Wiener Küche bzw. Österreichische Schmankerl wie zum Beispiel diverse Rostbratenvariationen. Natürlich ist das Angebot, wie für ein klassisches Wirtshaus üblich, sehr fleischlastig und deftig. Ein paar fleischlose Speisen (gebackener Emmentaler, gebackenes Gemüse,…) findet man aber trotzdem auch. Der „Brückenwirt“ ist ein g’standenes Gast- bzw. Wirtshaus, keinerlei Auszeichnungen oder Hauben besitzend, daher findet die Bewertung natürlich auch auf diesem Lokalniveau und in diesem Rahmen statt.

Zu trinken hatten wir ein „Beck's Blue Alkoholfrei“ (EUR 3,40 / 0,5l), ein Seidel „Brückenbräu“ (EUR 2,70 / 0,33l – Brauerei Weitra), einen „Apfelsaft mit Leitungswasser“ (EUR 2,30 / 0,5l), eine wohlschmeckende „Melange“ (EUR 2,70) sowie einen guten „Espresso Doppio“ (EUR 3,10) von Segafredo – alle Getränke waren ohne Fehl und Tadel.

► „Frittatensuppe“ (EUR 2,70):
Zu sehr günstigem Preis wurde hier ein wirklich tadelloses Süppchen serviert – kräftig, Fettaugen beinhaltend und dunkelgoldfarben. Die hausgemachten Frittaten waren etwas breit dafür aber auch angenehm kurz geschnitten und sehr flaumig. Ein glattes „SEHR GUT“ (4) für die beiden Suppen.

► „Gebackener Emmentaler mit Preiselbeeren“ (EUR 7,30):
Der Emmentaler war von einer sehr guten und g’schmackigen Sorte, nicht einer dieser geschmacksneutralen „Gummikäse“. Brav paniert und gut abgetropft hätte er aber etwas dunkler sein dürfen – hier siegte wohl die Angst vor dem Auslaufen. Eine sehr üppige Menge an Preiselbeeren wurde dazu gereicht. Auch bei der extra bestellten „Hausgemachten Sauce Tartare“ (EUR 1,20) wurde endlich einmal nicht gegeizt und eine sehr ordentliche Portion serviert – Bravo, weil so selten der Fall und darüber hinaus auch noch sehr gut gemacht. Der separat dazu bestellte „Erdäpfel-Mayonnaise-Salat“ (EUR 3,70) war brav und hausgemacht, aber etwas zu mayonnaiselastig. In Summe gibt es daher für diesen Gang, in diesem Rahmen ein glattes „GUT“ (3), toll aber, dass man endlich einmal mehr als ausreichend Sauce und Preiselbeeren servierte.

► „Wiener Schnitzel vom Schwein mit gemischtem Salat“ (EUR 6,30 - kleine Portion):
Ein sehnen- und flachsenfreies Schnitzel wurde knusprig paniert und gut abgetropft serviert. Sehr schmackhafte und gute Fleischqualität und ein, für eine Kinderportion, ausreichend großes Schnitzel fand sich am Teller. Der dazu servierte gemischte Salatteller, ein Wirtshausklassiker mit Gurken-, Erdäpfel-, Mais-, Kraut- und grünem Salat, war sehr gut mariniert und von der Menge her sehr großzügig dimensioniert. In Summe ein „SEHR GUT“ (4) für diesen Gang.

► „Budapester Cordon Bleu“ (EUR 9,90 - gefüllt mit Senf, Bauchspeck, Paprika, Zwiebel):
Auch dieses Schweinsschnitzel wurde sehr gut paniert und sehr gut abgetropft. Die Füllung war ausgezeichnet und würzig-rauchig. Vollendet mit der Süße der Zwiebel, der Würze von Senf und süßem Paprikapulver wurde dieses „Budapester“ zu einem echten Genuss. Sehr saftig natürlich insbesondere durch den Speck – „AUSGEZEICHNET“ (5) in diesem Rahmen und auf diesem Lokalniveau. Der gemischte Salat dazu, wie bereits beschrieben. Die extra dazu bestellten „Pommes Frites“ (EUR 2,70), geteilt mit der besten Tochter von allen, waren knusprig und goldgelb frittiert.

► „Eispalatschinken“ (EUR 5,90):
Auch das Dessert wurde in sehr großzügiger Menge serviert. Die Palatschinken natürlich hausgemacht, das Vanilleeis erwartungsgemäß nicht. Dafür aber wurde mit echtem Schlagobers garniert. Ein glattes „GUT“ (3).

Für die Speisen, 19 Punkte für fünf bewertete Speisen, gibt es im Durchschnitt 3,8 Punkte und daher ein „SEHR GUT“ (4), das ich in diesem Rahmen, der „Brückenwirt“ ist ein typisches Wirtshaus fernab der hohen Kochkunst, für völlig gerechtfertigt halte.

Auch beim Ambiente möchte ich gerne ein „SEHR GUT“ (4) geben, ein sauberes, gemütliches und gepflegtes Gasthaus, das ist der „Brückenwirt“. Urig und für längeres Verweilen einladend – mehr kann man sich von einem „Wirt’n“ nicht wünschen. Der Sanitärbereich ist recht sauber und gepflegt, wenn auch nicht unbedingt am neuesten Stand. Der Vorraum zu den Toiletten ist sehr nett gestaltet, allerdings ist für den Gang zu den Sanitäranlagen jeweils eine Stufe zu bewältigen.

Der Service agierte während des gesamten Besuches freundlich, sehr nett und aufmerksam. Nicht zu leger, aber auch nicht gelackt – das würde hier aber sowieso nicht passend wirken. Stets wurden wir nach unserer Zufriedenheit gefragt, etwaige Änderungswünsche wurden ohne Probleme entgegengenommen, und daher gebe ich auch hier, für ein Wirtshaus, ein „SEHR GUT“ (4).

Fazit: für ein gemütliches „Zusammenhocken“ bei gutem Bier, Wein und Essen zu moderaten Preisen ist der „Brückenwirt“ äußerst empfehlenswert, wenn er auch etwas abseits, in der Peripherie von Wien, liegt. Für Feiern oder geschlossene Gesellschaften jeglicher Art ist man beim „Brückenwirt“ bestens gerüstet – egal ob im Winter oder im Sommer. Im Angebot stehen auch saisonale Angebote wie „Martini-Gansl“ (vom 05.-30. November 2014), täglich drei Mittagsmenüs (Mo – Fr von 11:00h – 14:00h – nur werktags) sowie die „Wiener Auster“ = Weinbergschnecken. Leider gibt es in dem sonst gelungenen Internetauftritt keine Speisekarte im Detail. Eine echte Empfehlung für eine deftige und sättigende, vor allem aber auch gemütliche Zusammenkunft gibt es von mir für den „Brückenwirt“ definitiv. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist äußerst erfreulich, einen etwaigen Termin zur Bestimmung der Cholesterinwerte, am Tag darauf, sollte man aber unbedingt verschieben.

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Kommentare (6)

am 12. November 2014 um 11:37

Der "Weiße Tod!" ;-)

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am 25. Oktober 2014 um 08:53

HGL - Hiesiges GeldLager...Heute GeldLos...u.s.w.

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am 25. Oktober 2014 um 08:27

Sehr überlegenswert, cmling! :-)

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am 25. Oktober 2014 um 07:21

Vor ein paar Tagen habe ich festgestellt, daß das Logo HGL meine Brieftasche ziert. Da könnte mehr zu holen sein, uc0gr.

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am 24. Oktober 2014 um 22:13

Lieber Tiefflieger!
Es wäre aus meiner Sicht schon sehr schön, wenn du hier weiter schreiben würdest!
Der Gerry halt

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am 24. Oktober 2014 um 20:54

Vielen Dank, Helmuth, wirklich vielen Dank!

Kopiere dir die Gliederungszeichen aus meinem Bericht, ich finde sie machen alles noch lesbarer (hab' auch lang danach gesucht, dass sie auch auf ReTe so dargestellt werden!).

Jeder darf sie verwenden, ist so wie bei meiner seinerzeitigen "HGL"-Erfindung - unendlich viele sind noch da...nehmt, verwendet, kopiert, wie ihr wollt...ADMIN, ZAHL' ENDLICH! ;-))

Gerry

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Brückenwirt
Unter-Laaer Straße 27
1100 Wien
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