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Chaplin - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 13. Oktober 2014
Experte
uc0gr
215
47
28
2Speisen
3Ambiente
3Service
31 Fotos1 Check-In

Genau am Spitz zwischen Breitenfurter Straße und Oswaldgasse liegt das „Chaplin“, das wohl den meisten Wienern ein Begriff sein wird. Seit 1987 schon besteht dieses Lokal, das den kulinarischen Bogen zwischen Wiener Küche und Italienischer Küche spannen will. Vor dem Lokal werden bereits per Werbetafeln die Empfehlungen der Küche bzw. die aktuelle Menükarte beworben. Das Gebäude selbst ist wohl ein Haus aus der Gründerzeit oder zumindest ein nach dem Krieg wieder hergestelltes Haus, ein altehrwürdiger Altbau also.

Beim Eintreten in das Lokal steht man direkt vor einer recht plump wirkenden aber doch auch mit diversen gedrechselten Elementen ansprechenden Holzschank aus dunkel lackiertem Holz. Links vom Eingang der Pizzaiolo mit seinen beiden Elektroöfen, rechter Hand geht es in den großen Nichtraucherbereich, wobei auch das Entree bereits mit ein paar Tischen als Nichtraucherbereich deklariert ist. Durch automatische Glastüren bestens abgetrennt gelangt man, wenn man die Richtung zum großen Nichtraucherbereich weiter verfolgt, zu den Gasträumen für Raucher – noch großzügiger bemessen und sehr adrett.

Im Raucherbereich befinden sich der Ausgang zum idyllischen und sehr ruhigen Innenhof-Gastgarten aber auch die Ausgänge zu den Sanitärbereichen. Ein extra Stüberl für Feiern, Gesellschaften, etc. bietet eine „intime“ und separierte Atmosphäre – ebenfalls aber im Raucherbereich bzw. angrenzend an ebendiesen. Generell wird das Interieur mit dunkel lackierten Holzvertäfelungen dominiert, das aber durch weiß lackierte Elemente wieder etwas aufgehellt wird – mit Fug und Recht würde ich es als gemütliches und uriges Ambiente bezeichnen. Da und dort ein netter Gegenstand drapiert, eine Trennwand aus Glas zeigt eine Ätzung vom Jahr „1900“ – anscheinend war hier schon vor langer Zeit eine Gastwirtschaft.

Wir wurden recht freundlich empfangen und an einen Tisch, wie gewünscht, im Nichtraucherbereich geleitet. Also generell habe ich in einfachen Wirtshäusern nichts gegen Einweg-Tischtücher, oftmals viel hygienischer als die nicht nach jedem Gast gewechselten Stofftischtücher, aber bei Einweg-Tischtüchern erwarte ich mir zwangsweise das Wechseln nach JEDEM Gast – das ist hier nicht der Fall, unser Tischtuch war am Eck zerrissen und befleckt.

Zu trinken hatten wir ein „Null Komma Josef Alkoholfrei“ (EUR 3,20 / 0,5l), eiskalt serviert, ein „Obi mit Leitungswasser“ (EUR 2,20 / 0,5l) sowie einen guten „Doppelten Espresso“ (EUR 3,90) der Marke „Splendid“ (Link).

➨ Zweimal die „Frittatensuppe“ (EUR 2,90):
Brave, aber natürlich gestreckte, mit Hilfsmitteln verlängerte Rinderbouillon, aber in diesem Rahmen völlig O.K. weil auch die Frittaten tatsächlich hausgemacht waren. Ein brauchbare Wirtshaussuppe und daher ein „GUT“ (3) hierfür.

➨ „Pizza Salami“ (EUR 7,80):
Eine relativ blasse, keine Blasen werfende Pizza wurde serviert – der Teiggeschmack war aber recht gut. Gegen Mitte wurde es immer matschiger, und der typische Holzofengeschmack fehlte natürlich. Die Tomatensauce war in Ordnung und fruchtig-süß, jedoch meint man hier, getrockneter Oregano gehöre auf eine Pizza – das fände man in Italien nie. Auch die „Billig-Käsemischung“ als Standard ist schon einmal ein großer Minuspunkt, weil das kein Käse ist sondern eine italienische Beleidigung. Die Salami, wie so oft, viel zu viel auf der Pizza um möglichst von allen Billigzutaten abzulenken, teilweise auch noch dick, zu rauchig würzig und alles erschlagend. Eine großes „Scusi“ an die so gute italienische Küche und ein „MANGELHAFT“ (1) für diese Pizza „non italiana“.

➨ „Pizza Diavolo“ (EUR 8,10 + Mozzarella EUR 2,30):
Für die Pizza gilt bereits Geschriebenes, ich bestellte jedoch den „Pizza-Käse-Mix“ ab und orderte um stolze EUR 2,30 Mozzarella stattdessen. Es war „Fior di latte“ (Kuhmilch-Mozzarella) und kein „Mozzarella di Bufala“ – um den Preis eine Frechheit. Die scharfen, im Glas eigelegten Pfefferoni aus dem Supermarkt wurden einfach auf die Pizza „draufgeklatscht“, der Schinken war jedoch überraschenderweise gut und kein billigster Press-Schinken. Trotzdem kann ich auch hier nur ein „MANGELHAFT“ (1) geben, das hat mit einer „Pizza italiana“ nichts zu tun.

➨ „Eispalatschinken“ (EUR 5,40):
Zwei Stück gute, hausgemachte und flaumige Palatschinken wurden serviert. Das Eis war natürlich ein Convenience-Produkt aber das Schlagobers war tatsächlich leicht gesüßtes Schlagobers und keine „Dosen-Sahne“. Daher gebe ich in diesem Rahmen und auf diesem Lokalniveau hierfür auch ein „GUT“ (3).

Eine herbe Enttäuschung bei den Pizze in diesem Lokal, und daher gibt es in Summe für die Speisen, bei 8 Punkten für vier Speisen, auch nur ein „MÄSSIG“ (2). Man darf keine großen Ansprüche haben an eine gute Pizza, dann ist sogar hier die Pizza in Ordnung – mit dem Original hat das aber nichts zu tun, und man bemüht sich offensichtlich weder um ordentliche Zutaten noch um authentische Fertigung.

Das Ambiente ist recht rustikal, teilweise überladen aber nicht ungemütlich. Die sanitären Anlagen sind bereits etwas „überwuzelt“, aber in Ordnung. Lobenswert jedoch, es gibt am WC ein Desinfektionsmittel für die Klobrille. In Summe gebe ich hier, für ein eher einfaches Gasthaus, noch ein „GUT“ (3).

Dem Service, sehr abhängig davon, wer einem vom Serviceteam bedient, gebe ich gerade noch ein „GUT“ (3). Manche Servicekraft ist sehr nett, andere im Serviceteam lassen den berühmten, niemals angebrachten „Wiener Kellner-Charme“ heraushängen. Ich bin aber als Gast stets weder „dankbar“, bedient zu werden, noch „untertänigst“, etwas bestellen zu „dürfen“!

Fazit: möglicherweise ist die Wiener Küche im „Chaplin“ besser als Pizza & Pasta, wir haben aber die angebotenen Pizze probiert, und die entsprachen in vielen Belangen nicht. Ich habe das Gefühl, das Lokal will kulinarisch alles bieten, nichts aber wohl so richtig gut. Besser wäre es, die Karte auf eine Küchenlinie zu reduzieren und dafür hohe Qualität an den Gast zu bringen. Ich bezweifle sehr, dass die zahlreichen Mittagsgäste mit „Sodexo“ auch ohne diese Gutscheine in das „Chaplin“ gehen würden. Ich empfehle das „Chaplin“ nicht und denke, es war für uns auch ein einmaliger Besuch.

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Kommentare (2)

am 16. August 2016 um 01:15

Da ist allerdings der Schinken immer bedenklich.

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Experte
48
22
am 14. Oktober 2014 um 11:27

Lokale, die kulinarisch weder Fisch und Fleisch sind, sind für mich maximal Anlaufstelle für den rettenden Schinken-Käse-Toast.

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Experte
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75
Chaplin
Breitenfurter Straße 19
1120 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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