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Brummbärli - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 13. Oktober 2014
Experte
Gastronaut
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4Speisen
3Ambiente
4Service
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Genauso unauffällig wie es geschlossen hatte, wurde das „Brummbärli“ nun wiedereröffnet. Die wahrscheinlich mühevollste Aufgabe der neuen Pächter, der Familie Maric, war es wohl sämtliche der hunderten Stoffbären zu reinigen. Das ist wohl zum allerersten Mal überhaupt passiert und an den meisten hafteten neben ihren Knopfaugen auch der Duft von Jahrzehnten voller Zigarettenqualm und Frittierfett. Alleine diese fast schon symbolträchtige Reinigung sorgt nun für frischen Wind im Lokal. Optisch hat sich sonst natürlich nichts verändert, wozu auch. Aber die Karte gleichzeitig herrlich altmodisch und wohltuend abwechslungsreich.

Die Klassiker sind alle da: Vom gekochten Rindfleisch, über diverse Gulaschvariationen, diversen Schnitzeln über Braten bis hin zu den Marillenpalatschinken ist alles vorhanden, um dem Wiener das Überleben zu sichern. Sehr viel mehr hatte das alte Lokal ja früher nicht zu bieten. Jovan Maric, gebürtiger Kroate aber schon seit Jahrzehnten Wirt in Wien, setzt aber bei seiner Karte aber nicht nur auf Saisonalität, sondern auch ein klein wenig auf seine mediterrane Heimat. Nein, das Konzept des Wiener Gasthauses wird hier nicht etwa verwässert, sondern nur um einige Dinge erweitert. So stehen nicht nur die freitagstauglichen gebackenen Fische auf der Karte, sondern gleich um einiges mehr: je nach Marktlage gibt es mal den einen Meeresbewohner, mal den anderen. Und wenn ihm schönes Fleisch vom pannonischen Mangalitza-Schwein auffällt, gibt es an dem Tag eben die wahrscheinlich gediegensten Cevapcici der Stadt.

Bei meinem Besuch wollte ich klassisch agieren. Also probierte ich vom Rindsgulasch und einem Surschnitzel. Der Gulaschsaft war herrlich sämig und wäre schon „nur“ mit einer Semmel ein Vergnügen gewesen. Die frischen – in Butter geschwenkten – Nockerln machten das Gericht aber zum Gedicht. Das Fleisch vom Wadschunken hatte gleichzeitig noch Biss, zerfiel aber im selben Moment auf der Zunge. Das dieses Stück Fleisch ein ganz klein wenig fetter ist als das billige „Gulaschfleisch“ zahlt sich bei der Intensität des Geschmacks aber dafür dreifach aus. Das Surschnitzel kommt schon sehr nahe an das heran, das schon vor Jahrzehnten im „Brummbärli“ gereicht wurde, könnte aber ein klein wenig dicker sein. Serviert wurde dazu ein Erdäpfelsalat, der hier mit überraschend viel Liebe, aber auch Rindssuppe gemacht wird.

Für eine Nachspeise ist leider kein Platz geblieben, die Leute an den Nachbarstischen schienen mit ihren Palatschinken aber mehr als zufrieden zu sein. Preislich kann man in neuen „Brummbärli“ nicht meckern: Die Portionen sind groß, die Preise moderat bis sogar fast günstig. Sollte ich also irgendwann einmal verloren gehen, dann sollte man mich zuerst hier suchen. Über einem schönen Rindsgulasch mit Nockerln gebeugt. Schön, dass es dieses Traditionslokal wieder gibt!

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Kommentare (1)

am 17. Oktober 2014 um 10:00

Wadschunken ist ja eingetlich "das billige Gulaschfleisch“? Zumindest im Geschäft. Woraus macht man sonst Gulasch?

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Brummbärli
Armbrustergasse 9
1190 Wien
Speisen
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Service
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Brummbärli - Karte
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