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Gasthaus-Brauerei Zum Schwarzen Adler - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 4. Oktober 2014
ratingguy
10
2
4
2Speisen
4Ambiente
2Service

Was ist eigentlich ein Feuerfleck?
Kellner: "Das ist so etwas wie eine Pizza, aber statt dem Ketchup ist halt Rahm drauf."

Aha.

Und das war auch schon der angenehmste Informationsaustausch mit dem Kellner an dem Abend, dazu aber weiter unten mehr.

Das vorweggenommene Fazit: Was hier bereits über das Lokal geschrieben wurde kann ich zu 100% ... nicht verstehen. Hier kommen jene auf ihre Kosten die auf Quantität wert legen.
Qualität bzw. die Zubereitung, Atmosphäre, etc. sind die Gründe, warum auswärts essen Spaß macht. Alles andere ergibt, zumindest für mich, nicht wirklich Sinn und macht grantig.

Die Lokalität:
Schon oft habe ich mir beim vorbeigehen gedacht, was für eine schönes Lokal das eigentlich von außen ist. Man erwartet irgendwie ein sehr gutes Wirtshaus dahinter. Was einem beim Betreten gleich auffällt: gut besucht. Auch das Innere passt zum Äußeren, ebenfalls gut. Personal: alle sehr freundlich. Es wird anständig gegrüßt, sehr gut.

Nach dem Niedersetzen fängt jedoch der Kellnerterror an. Alle 2 Minuten wird nachgefragt und ein "Nein, danke, wir warten noch auf jemanden." genügt nicht. Kellner: "Aber Vorspeisen vielleicht schon?". "Nein, auch nicht, danke.". Kellner: "Zum trinken vielleicht?". "Wir schauen noch, danke.". Kellner: "Die Damen vielleicht schon?" ... "Halbes Glas Bier steht vor einem: "Noch ein Bier?". "Nein, danke, ich habe noch.". Kellner: "Wirklich nicht?". "Nein, danke.". Kellner: "Sie brauchen es nur sagen.". "Ja ich weiß, danke.". Kellner: "Überlegen Sie es sich halt noch." AAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHH!!!! ...
Was wird das? Rap Battle? Poetry Slam? Ich gehe also nicht fort, weil mir und meinen Freunden so langweilig ist und wir gerne 30% des Abends mit den Kellnern tratschen. So viel dazu.
Tipp: Weniger ist mehr!

Dann die Speisekarten-Apokalypse. Eine düstere Ahnung beim Durchblättern ... Grob geschätzte 932 Speisen. Fehler Nummer 158, überladene Speisekarte. Hurrah. Was das bedeutet weiß jeder. Vom Hirschbraten über den dubiosen Feuerfleck (wir erinnern uns, die Pizza ohne Ketchup) bis zu gebackenen Kapernbeeren mit Marillen-Chutney. Das kann nicht gut gehen.

Hackl Bräu:
Ich bin leidenschaftlicher Biertrinker und trinke gerne Biere von unterschiedlichsten in- und ausländischen Brauereien abseits des geschmacklosen Industriewassers.
Leider hab ich noch nie in meinem Leben so ein geschmackloses dunkles Bier getrunken. Erklärt wird das mit der natürlichen Kohlensäure (steht zumindest auf der Getränkekarte). Für mich schmeckt es, als hätte man ein geschmackloses Bier nochmals mit 50% Leitungswasser gemischt. Süffig passt hier als Beschreibung definitiv nicht! Aber Geschmäcker sind gottseidank verschieden und es gibt sicher ein paar junge Damen, die so ein Bier gerne trinken. Immerhin wird man rauschig, das funktioniert. Auch beim Hellen wurde ich geschmacklich enttäuscht. Hier fehlt für mich einfach die Note damit das Bier eigenständig wird. Ich ziehe also ein gutes Flaschenbier einer Großbrauerei jedem dieser Biere vor. Nur weil man selbst braut heißt das halt leider nicht, dass das Bier dann wirklich besser ist. Eine Vermutung die oft aufgestellt wird und ab und zu halt nicht stimmt.

Nahrung:
Vorspeise: Beef Tartare vom Almochsen. Klingt toll, nehmen wir natürlich, da wir seit Jahren gerne und oft Beef Tartare essen. Geschätzte 1382 kg pro Jahr. Beef Tartare Liebhaber also. Vom Fleischhauer des Vertrauens, im Haubenlokal und selbst zubereitet, alles schon gemacht.
Dieses Beef Tartare war ein ungewürzter Haufen Fleisch. Klingt brutal, war aber so. Eigentlich hat nur etwas Blut gefehlt. Schade jedenfalls, weil ein gutes Beef Tartare zu zaubern ist wirklich nicht schwer.
Hauptgang: Es wird mit Wildwochen geworben, also greife ich zum geschmorten Hirschbraten mit Erdäpfelknödel und Rotkraut.
Hirsch: Das Fleisch ist zerfallen, allerdings war die Konsistenz im Mund eigenartig. Breiig beinahe. Ein Phänomen das es bei Wild geben kann. Ich führe dazu nicht weiter aus, das Internet verrät hier mehr. Geschmacklich war es durchaus in Ordnung. Gut bis befriedigend.
Erdäpfelknödel: An Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten. Partnerin kosten lassen, Gelächter. Tatsächlich, es schmeckt nach nichts. Ursache? Überladene Speisekarte vielleicht? Könnte sein ...
Rotkraut: Wirklich? Eine Überdosis Piment, Zimt, Nelken oder ähnliches wird vermutet. Mit Gewürzen die anderswo fehlen wurde hier dreifach übertrieben. Schrecklich. Wieder lasse ich, bevor ich etwas sage, die Partnerin kosten. Antwort: "Um Godswün.". Zusätzlich offensichtlich zu lange gekocht, die Farbe beinahe schon weiß.

Am Nachbartisch wird der Brauspieß serviert. Eine geschätztes 1,2 m langes Brett mit Nahrung. Der Gast grinst hoch erfreut.

Ist das toll? Für mich nicht wirklich. Aber so funktioniert halt auch der Kunde und Gasthäuser reagieren darauf. "Dort gibts soooolche (und mit den Fingern die Größe deutend) Portionen." ist ja bekanntlich ein Lieblingssatz der Österreicher. Oft "müssen" die Häuser so agieren, um im Konkurrenzkampf zu überleben. Ich habe Verständnis. Dass dann aber das Wesentliche abhanden kommt ist leider ein Nebeneffekt, der ebenfalls die Existenz bedrohen kann.

Jedenfalls will ich niemanden abhalten sich selbst eine Meinung zu machen. Wer gerne viel ist, 5 verschiedene Sorten Fleisch mit 2kg Pommes zum Beispiel, der wird hier glücklich.

Ich hätte aber einen anderen Vorschlag:
Die Lage und die Atmospähre bzw. das Gebäude sind wirklich sehr gut für ein Gasthaus. Entledigt euch dieser überladenen Speisekarte und kostet eure Speisen einmal alle durch. Seid ehrlich zu euch und gesteht euch die Durchschnittlichkeit ein. Überarbeitet dann die Speisen, die ihr wirklich könnt. Keine Kapernbeeren mit Marillenchutney, etc. mehr, dafür volle Konzentration auf den Hirsch und die Sau, zum Beispiel. Konzentriert euch also auf den Geschmack und nicht auf die Masse. Und zügelt euren Kellner bitte.
Dann könnte man aus der Hütte wirklich einen Hit machen.

Ich werde ab und zu eure Website besuchen, nachsehen ob sich was tut und würde euch, sofern sich was tut, auch wirklich noch einmal besuchen. Immerhin verdient jeder eine zweite Chance.

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Kommentare (12)

am 5. Oktober 2014 um 21:18

Feuerflecken sind da, wo ich herkomme, ein dunkler brotteig, welcher ganz flach ausgerollt wird und auf zB bei Kellergassenfestln auf einem sogenanntem "Zusatzoferl" gemacht werden. Zusatzoferl sind sogenannte mit Holz beheizte Wirtschaftsöfen, mit denen auch gekocht aber auch das Haus geheizt wurde. Auf der Oberfläche des Ofens gibt es eine schwere, ich glaube Stahlplatte, auf dieser werden die Feuerflecken gebacken. Anschließend werden diese mit Schmalz und Knoblauch bestrichen und auch gesalzt. Die meist verbreitete Füllung hingegen ist mit Sauerrahmen, dies wird wohl Geschmackssache sein. Ich persönlich bevorzuge Schmalz mit Knoblauch-frisch aus dem Weingarten-hmmm, echt gut...

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1
am 5. Oktober 2014 um 18:46

Ich hab nichts von Flammkuchen geschrieben.
Den Feuerfleck kenn ich durch die Sendungen "Kochprofis" und "Küchenchefs".
Danach hab ich gegoogelt und ganz schön viel darüber gefunden.

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am 5. Oktober 2014 um 17:57

PS: Feuerfleck ist was "Niederösterreichisches" und ist kein Flammkuchen! Komisch, wenn man das nur aus dem "dt. TV" kennt...

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am 5. Oktober 2014 um 17:50

Das Personal braucht eine Nachschulung. Wenn dem Feuerfleck eine ganze Seite in der Speisenkarte gewidmet wurde, dann sollten die Serviceleut' dort, als aller erstes diese Seite studieren - die Information vom Kellner ist einfach nur falsch und inkompetent.

Das hat mit Pizza wirklich verdammt wenig zutun. "...wie eine Pizza ohne Ketchup"???? Ketchup hat unsere absolute Befürwortung - aber Ketchup auf einer Pizza ist doch überflüssig. Hat dieser Mensch schon einmal Pizza gegessen? Wohl nicht, weil dann wüsste er, dass wenn dann

1.) Paradeisersauce auf der Pizza zu finden ist,
2.) sich kein Roggenmehl im Pizzateig befindet
3.) und der auch nicht in einer Pfanne gebraten wird.

Leute, die solche Aussagen treffen sollten lieber nicht in der Gastronomie arbeiten. Als Gast muss man nicht alles über die Speisen des besuchten Restaurants wissen. Das Personal des Hauses aber schon.

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am 5. Oktober 2014 um 16:42

Auch ich kenne keinen Feuerfleck! Möchte trotzdem weiterschreiben bitte ;-)

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22
am 5. Oktober 2014 um 12:34

ratingguy, schmunzle nur - ich will dir ja meine Meinung nicht aufdrängen, habe sie lediglich geäußert, das hat mit Intoleranz eher nichts zu tun, wird aber immer gerne herausgekramt. Und das mit den Kapernbeeren stand leider nicht in deinem Bericht.

Du musst aber wohl zugeben, dass dem Feuerfleck, samt Beschreibung, eine ganze Seite in der Speisekarte gewidmet ist (nicht nur im Internet).

Link

Dein negatives Erlebnis hier nimmt dir sowieso keiner weg.
Gerry

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215
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am 5. Oktober 2014 um 00:07

Ich kenn die Feuerfleck auch nur aus dem dt. TV - stand bisher auf keinen Speisekarten von Lokalen die ich besuchte.

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am 4. Oktober 2014 um 23:40

War einmal so wie im vorletzten Absatz gewünscht. Lange her.

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48
22
am 4. Oktober 2014 um 23:32

Feuerfleck? Kannte ich bis dato auch noch nicht, what shalls...

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152
83
am 4. Oktober 2014 um 23:19

Also ich verstehe nichts von Speisen und ich schreibe nur so daher? Danke. Zur Kenntnis genommen.

So beschreibst sich "uc0gr" übrigens auf seiner eigenen Profilseite. Ich muss gestehen, ich schmunzle gerade:
"Was ich ABSOLUT nicht mag: intolerante Menschen, die keinerlei Meinung als die eigene zulassen und oft meinen, ein Internetforum gehöre ihnen alleine um ihre eigene Gesinnung aufdringlichst kundzutun oder andere Menschen unbedingt belehren zu müssen. Menschen, die nie die Meinung der Anderen gelten lassen und immer diese abwertend kommentieren müssen. Wer glaubt, der Mittelpunkt der Erde zu sein, ist immer nur das kleinste Sandkorn im Aquarium des Ozeans! Diese Menschen wissen es in Wirklichkeit auch, denn sonst wären sie nicht so...daher tun sie mir auch leid."

On Topic: Ja, Kapernbeeren wurden gegessen und sind in Ordnung. Die hauen mich aber nicht vom Hocker.
Zusätzlich es ist meines Erachtens sinnfrei, wenn in gutbürgerlichen Küchen solche Späße auf der Karte stehen, gleichzeitig aber das, was man eigentlich perfekt beherrschen sollte (noch dazu bei eher gehobenen Preisen), dann eher unterdurchschnittlich gekocht wird.
Das gilt natürlich nur für die von mir konsumierten Speißen und Getränke.

Gefällt mir5
10
2
am 4. Oktober 2014 um 21:19

Übrigens, die gebackenen Kapernbeeren mit Marillen-Chutney sind ausgezeichnet! Hast du sie probiert oder schreibst du nur so irgendwie?

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215
47
am 4. Oktober 2014 um 21:13

Wer einen Feuerfleck nicht kennt, sollte nicht unbedingt Speisen bewerten. ;-)

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Gasthaus-Brauerei Zum Schwarzen Adler
Schönbrunner Straße 40
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