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motiWirt!n - Das junge Wiener Beisl - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 1. Oktober 2014
Update am 28. November 2014
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5Speisen
5Ambiente
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Abermals wurden wir bei der „motiWirt!n“ völlig „eingekocht“ – diesmal mit einem herrlichen Gansl-Menü.

► Gruß aus der Küche – „Hausgemachtes Ganslschmalz mit Bauernbrot“:
Wunderbares, dunkles und frisches Brot trifft auf herrlich g’schmackiges Ganslschmalz – einfach traumhaft „AUSGEZEICHNET“ (5) – „wenn i nur aufhören könnt‘!“

► Vorspeise – „Glacierte Ganslleber mit Apfelscheiben und Zwiebel“:
Tatsächlich kann man dieses Gericht kaum besser und zarter zubereiten. Die Leber, saftig und fein, war so etwas von weich, fast schon zum Aufstreichen. Die dazu gereichten gebratenen Apfelscheiben mit leichtem Bratapfelaroma, gerösteten Zwiebeln, ergänzt mit einem wunderbaren Safterl, machten die Vorspeise zu einem lukullischen Hochgenuss. Ein glattes „AUSGEZEICHNET“ (5).

► Hauptspeise – „Gebratenes Gansl im Natursaftl mit Rotkraut und Erdäpfelknödel“ (EUR 17,90):
Die BIO-Gans hatte wunderbar zartes Fleisch und wurde zur Perfektion gebraten. Saftig, knusprige Haut, dezent, aber genau richtig unter dem Motto „Gutes Fleisch braucht nur wenig Würze!“ gewürzt, zartes und sehr geschmackvolles Fleisch, ein herrliches Natursaftl dazu gereicht – so präsentierte sich das Gansl. Der Erdäpfelknödel ausreichend groß, flaumig und tadellos, das Rotkraut gut gewürzt und absolute Klasse. Zusätzlicher Bratensaft wurde von der „Herrin des Hauses“, ohne es überhaupt noch erwähnen zu können, sofort dazu gereicht! Eine der besten Gansln, die ich bisher in Wien gegessen habe – in jedem Fall unter meinen TOP 5 und daher auch hierfür ein glattes „AUSGEZEICHNET“ (5).

► Dessert – „Eis-Palatschinken mit Vanilleeis auf Erdbeerspiegel“ (EUR 4,90):
Eine Nachspeise, die es eigentlich auf der Karte nicht gibt. Aber genau auch das macht die „motiWirt!n“ so sehr sympathisch – zwei Tage davor den Wunsch geäußert, und Christian, der „Küchenbaron“, machte es einfach für uns. Tadellos flaumige Palatschinken mit natürlich nicht hausgemachtem Vanilleeis, was ich bereits von vorhinein aber auch vorschlug, machten einen würdigen und „SEHR GUTEN“ (4) Abschluss.

Dass sowohl das „Wiener Schnitzel vom Schwein“ (EUR 8,90), der hausgemachte „Erdäpfelsalat“ sowie die „Frittatensuppe“ (EUR 3,50), bestellt von der besten Tochter von allen, ebenso tadellos waren, sei noch der Vollständigkeit halber erwähnt.

Ohne Wenn und Aber, würde ich die „motiWirt!n“, in diesem Rahmen und auf diesem zu erwartenden Lokalniveau, ein junges Wiener Beisl, sehr empfehlen und erhöhe die Benotung für die Speisen auf ein für mich sehr selten gegebenes „AUSGEZEICHNET“ (5) – Beislküche in nahezu absoluter Vollendung. Es war sicher wieder nicht unser letzter Besuch hier.

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♡♥♡ Nein, die Geschichte hinter der „motiWirt!n“ ist kein „Ärzte-Liebesroman“ sondern vielmehr eine wahre „Gastro-Liebesgeschichte“, wie sie nur das Leben schreiben kann. Sie, Lisa-Marie Köhler, besuchte nach der Matura das Kolleg für Hotel- und Tourismusmanagement in Salzburg-Klessheim und sammelte danach praktische Erfahrungen auf der griechischen Insel Kos. Danach stieg sie in die Marriott-Hotelkette in Wien ein, wo sie es immerhin bis zur Restaurantleiterin schaffte. Er hingegen, Christian Nassek, absolvierte derweilen die Lehre für Koch und Kellner („Hotel zur Linde“ in Mistelbach) und ebenso wie Lisa zog es ihn danach in die Hotellerie. Wie es das Schicksal so wollte, arbeitete er ebenfalls im Marriott in Wien und in Paris – bis zum Erreichen des Bankettmanagers. Der Marriott-Bankettmanager lernt die Marriott-Restaurantmanagerin kennen und lieben, und zusammen erfüllen sie sich den immer schon gehegten Traum vom eigenen Lokal – das junge Beisl „motiWirt!n“ wurde im August 2012 geboren. ♡♥♡

Lisa, die Chefin, steht täglich hinter der Schank und betreut mit ihrem absolut freundlichen und herzlichen Service die Gäste, Christian kocht in seiner Küche und fertigt, auf Basis der „Alt Wiener Küche“, klassische Gerichte, die man halt in einem Beisl erwarten würde – alles wird stets frisch zubereitet. Man verspricht gemütliche Atmosphäre, ein schmackhaftes und schnelles Mittagsmenü (Tagessuppe & Hauptspeise EUR 6,90), klassische junge Beislküche, guten Wiener Kaffee, kaltes Wiener Bier vom Fass (Ottakringer), regionale Weine (durchaus auch Geheimtipps) und vor allem persönliche und freundliche Bewirtung. Ich empfinde es als eine Art „Neuauflage“ der immer mehr in Vergessenheit geratenen „Wiener Beislkultur“ und gleichzeitig aber auch als Modernisierung des vielleicht schon etwas verstaubten Bildes der ursprünglichen „Wiener Beisl-Szene“ – sehr begrüßenswert!

Die „motiWirt!n“ befindet sich Ecke Berggasse und Wasagasse im neunten Bezirk, und bedingt durch die Parkzone war es kein Problem, einen Parkplatz zu finden. Außen bereits gut sichtbar handschriftlich die derzeitigen Aktionen und Angebote per Tafeln verlautbart, lesen wir von merkbar saisonalen Angeboten – so soll es sein. Durch einen Doppeltüren-Windfang betritt man das Lokal, das rechter Hand einen sehr gut abgetrennten Raucherbereich bietet. Der Lokaleingang führt direkt in den Nichtraucherbereich und die Sanitäranlagen sind ebenfalls über diesen zu erreichen. Ein schönes Gewölbe findet man in der „motiWirt!n“ vor, das an einer Wand durch nicht verputzte Ziegel besonders schön zur Geltung kommt. Ein paar Hochstühle & -tische und ein paar „normale“ Speisetische aus dunklem Holz, die Sitzmöbel mit hellem Kunstlederbezug laden zum Verweilen ein. Das Lokal ist eher schlicht aber mit ansprechenden Akzenten sehr nett und mit hohem Wohlfühlfaktor eingerichtet. Ja, hier gibt es kein mit dicker Patina aus vergangenen Tagen altes Beislambiente, aber das will man auch offensichtlich gar nicht. Die „motiWirt!n“ will vielmehr ein modernes und junges Wiener Beisl sein, und das gelingt auch tatsächlich.

Zu trinken hatten wir einen sehr guten „Apfelsaft Naturtrüb mit Leitungswasser“ (EUR 2,80 / 0,5l), ein „Null Komma Josef Alkoholfrei“ (EUR 2,80 / 0,33l) sowie einen brauchbaren „Doppelten Espresso“ (EUR 3,80) von Julius Meinl.

Für die Speisen hatten wir einen Gutschein unter dem Motto: „Der ultimative Schnitzel-Gaumenkitzel – der herzhafte XXL-Schnitzel- und Palatschinkenschmaus (AYCE) für 2 Personen im Beisl motiWirt!n“

Ein Tag ohne Suppe ist für die beste Tochter von allen ein verlorener Tag, und daher bestellten wir auch eine „Frittatensuppe“ (EUR 3,50). Die Suppe kam brennheiß an den Tisch, war kräftig und definitiv mit ordentlich Gemüse, Fleisch und Knochen hausgemacht. Ebenso hausgemacht die zahlreichen Frittaten in der Suppe, die noch dazu sehr flaumig waren – ein glattes „AUSGEZEICHNET“ (5) für ein tolle „Beisl-Suppe“.

„XXL-Schnitzel vom Schwein Wiener Art“:
Jeweils drei Stück gar nicht so kleine „Einzelschnitzel“ befanden sich auf jedem Teller. Der Fleischgeschmack war sehr gut, das Fleisch generell sehr mürbe und gut gewürzt. Die Panier schmeckte hervorragend und die Schnitzel waren fast fettfrei gut abgetropft. Über die Stärke des Fleisches kann man streiten, wir fanden sie so gerade recht, weil eher dünn. Nicht jedoch kann man darüber streiten, dass ein Schnitzel aus der Pfanne mit Butterschmalz kommen sollte. Daher gibt es auch „nur“ ein „SEHR GUT“ (4) hierfür. Der Erdäpfelsalat dazu war natürlich ebenfalls hausgemacht, noch lauwarm und eher würzig denn typisch „wienerisch süß“ abgeschmeckt. Außerdem waren die Erdäpfel schön blättrig geschnitten, und es wurden, wie erforderlich, rote Zwiebeln verwendet.

Einmal die „Hausgemachte Palatschinke mit Marillenmarmelade“:
Wir konnten einfach nicht mehr als eine Palatschinke essen, obwohl hier „AYCE“ gegolten hätte. Die Palatschinke wurde einfach und schlicht präsentiert, was aber dem Genuss keinen Abbruch tat. Ein zarter, flaumiger Teig, die Marmelade (von der Oma hausgemacht!) wurde, wie es sein sollte, angewärmt und nicht eiskalt in die Palatschinke gefüllt. Aber vor allem wurde die Palatschinke EINGEROLLT, nicht gefaltet. Sowohl Marmeladen (Marille, Ribisel) als auch diverse Mehlspeisen stammen von Christians Oma. Für ein „Wiener Beisl“ einfach „AUSGEZEICHNET“ (5) – ich brauche kein Schlagobers aus der Dose oder Schokoladensauce aus dem Metro-Fläschchen als Pseudo-Deko.

Für die Speisen gebe ich gerne ein glattes „SEHR GUT“ (4) - in diesem Rahmen und auf dem Niveau eines modernen Beisls. Die Note „Ausgezeichnet“ kann ich nur wegen des Schnitzels nicht geben – das muss aus der Pfanne mit Butterschmalz sein. Das Fleisch bezieht man aus dem Weinviertel, direkt vom Onkel aus Asparn an der Zaya, und das schmeckt man – tolle Qualität. Manchmal, so hört man, ist schon einmal eine Speise „leergegessen“, aber das macht das Lokal noch viel sympathischer, weil es ein Beweis der frischen und akkuraten Küche ist. Auch die Speisekarte ist überschaubar und zeugt daher von Frische und saisonalem Wareneinsatz – es müssen nicht immer 100 verschiedene Speisen sein, von denen die Zutaten teilweise sowieso keine Saison haben und eher „geheimnisvoller“ Herkunft, denn frisch vom Markt sind. Außerdem gibt es bei der „motiWirt!n“ gute und recht große Portionen - hungrig geht man von hier sicher nicht nach Hause.

Für das Ambiente, die „motiWirt!n“ ist ein junges, frisches Beisl ohne Schnick-Schnack, gebe ich in diesem Rahmen gerne eines meiner seltenen „AUSGEZEICHNET“ (5). Modern und trotzdem außerordentlich wohlig fühlt man sich hier als Gast. Man sitzt bequem, die modernen, großzügigen und sehr gepflegten Sanitäranlagen ergänzen den so positiven Gesamteindruck. Im Untergeschoß, bei den Sanitäranlagen, hängen zahlreiche „White-Boards“ unter dem Motto „Wir bitten euch um Vorschläge für’s Mittagsmenü“ – sehr sympathisch, man will die Gäste mit einbeziehen. Nicht unerwähnt dürfen die Stoffservietten bleiben und die an der Schank / Bar angebrachten Haken für die Handtaschen der besseren Hälften.

Auch der Service, die Chefin Lisa, erhält von mir in diesem Rahmen und auf diesem Lokalniveau ein glattes „AUSGEZEICHNET“ (5). Selten noch haben wir uns so willkommen und gerne gesehen, obwohl erst das erste Mal dort gewesen, gefühlt. Eine so spürbare Gastfreundlichkeit, Herzlichkeit und so viel Freude bei der Arbeit findet man in der Gastronomie leider nur selten. Unaufgefordert erhielten wir für die übrig gelassenen Schnitzel und den übrigen Erdäpfelsalat eine „Schwächelfolie“ und ein Einweggeschirr – auch am Nebentisch, hausgemachte Käsespätzle, war es ebenso zu beobachten. Auch das macht ein Beisl aus, was man jetzt nicht mehr kann, wird später zu Hause gegessen. Die Verabschiedung war ebenso herzlich, ich zitiere: „Schön, dass ihr da wart!“. Auch der Koch, Christian, schaute immer wieder aus der Küche vorbei und fragte nach, ob es eh schmecken und passen würde. Hier sind ganz offensichtlich zwei Gastronomen mit Leib und Seele am Werken – so erfrischend als Gast und daher ist das „Ausgezeichnet“ auch hier völlig verdient.

Fazit: man hat mich offensichtlich eingefangen, eingelullt, eingekocht, vereinnahmt, überzeugt und was weiß ich noch – das ist ein Beisl der heutigen Zeit mit einer Herzlichkeit, die oft in Hauben-Lokalen vermisst wird. Ebenso schön ist es aber, wenn man als Gast lobt und gleichzeitig auch spürt, wie sehr sich die Beiden über dieses Lob freuen können. Der Name ist Programm: man ist hier tatsächlich zu 100% motiviert. Jeden Mittwochabend gibt es Fondue - um nur EUR 17,90 pro Person kann man schlemmen, soviel das Herz begehrt: Rind, Huhn, Shrimps, Schwein, Gemüse, Saucen und Baguette! Ab 18:00h gibt es derzeit den Feuerfleck, der frisch gefertigt wird, und die Mittagsmenüs werden täglich (außer Feiertag) von 11:30 Uhr bis 14:30 Uhr angeboten. Leider gibt es keine Kartenzahlung, dafür aber einen sehr guten Internetauftritt. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist definitiv sehr angemessen. Eine Hommage an die „motiWirt!n“? Ja, mag sein, aber ich meine es ehrlich und empfehle das Lokal unbedingt.

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Kommentare (14)

am 28. November 2014 um 14:24

Schöner Schmäh, Helmuth, "oben" bist ja gar nicht da! ?
Hihi...Gerry

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215
47
am 28. November 2014 um 12:55

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215
47
am 3. Oktober 2014 um 10:51

So, jetzt kann ich auch das L ;-) wie versprochen nachgeholt

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24
13
am 2. Oktober 2014 um 18:46

Tadelloser Bericht, HGL, what else? Ist durch diesen Bericht ein "must visit" für mich.

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80
48
am 2. Oktober 2014 um 13:29

Net möglich! Gerade dieses Lokal samt Lokalbetreiberin sind Stoff für Romane! Lass di AYCE-Berichte im Keller und geh zur Herknerin ;-)

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315
75
am 2. Oktober 2014 um 13:05

Vielen Dank, ihr Lieben *rotwerd*.

Ja, amarone, war schon dreimal dort und immer zu faul, um etwas zu schreiben...wird schon irgendwann einmal nachgeholt.

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215
47
am 2. Oktober 2014 um 11:53

Gerry in (culinary) love.
Probier doch auch mal die Herknerin auf der Wieden - Heimspiel! ;-)
Oder warst du net eh schon dort??

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315
75
am 2. Oktober 2014 um 10:58

AYCE und XXL und Gutscheinaktion im Kombipaket.

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67
17
am 2. Oktober 2014 um 09:39

Toller Bericht - macht wirklich Lust auf einen Besuch.
HG von mir, das L kann ich leider noch nicht, sonst wär`s auf jeden Fall dabei.

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24
13
am 2. Oktober 2014 um 09:33

Sehr schöner Bericht, HGL vom (3)31er

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235
28
am 2. Oktober 2014 um 00:14

Bzw laut visitkarte Sa nur 11-15 Uhr geöffnet

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70
6
am 2. Oktober 2014 um 00:13

Leider hat das Lokal Samstag und Sonntag geschlossen.

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70
6
am 1. Oktober 2014 um 21:36

HGL what else! Aber du hast eh schon das Dauerabo...

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152
83
am 1. Oktober 2014 um 21:26

Sehr guter Bericht - HGL!

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motiWirt!n - Das junge Wiener Beisl
Berggasse 7
1090 Wien
Speisen
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Service
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