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Franz Börger Bar - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 22. September 2014
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bluesky73
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29
2Speisen
4Ambiente
3Service
10 Fotos1 Check-In
Gelistet in: Burger in Graz

Das sonnige Wetter motiviert uns diesen Samstag zu einem kleinen Spaziergang, der uns auf den Grazer Schlossberg führt. Wenig überraschend hat halb Graz dieselbe Idee und in Kombination mit den Touristen führt das zu einer mehr als ausgelasteten, dort ansässigen Gastronomie. Von Oben fällt uns allerdings die murseitige Kastner-Terrasse ins Auge, die als Ziel für eine kleine Rast auserkoren wird.

Das Lokal findet sich im obersten Stock vom Sporthaus und ist auch nur über dieses zu betreten – demnach an dessen Öffnungszeiten gebunden. Bis vor Kurzem war Almhütte das Motto, nun hat man sich Burgern verschrieben und nennt sich auch kreativ Franz Börger Bar.

Die Einrichtung ist großteils unverändert geblieben, im Inneren besteht nach wie vor ein kleinerer Gastrobereich mit rustikalen Holztischen, der sehr leger vom Shopbereich getrennt ist und die Bar/Theke in Form einer Almhütte. Unser Ziel ist natürlich der Freibereich mit seinem sehr schönen Rundblick. Nach draußen geht’s über zwei Stufen nach oben und schon kann man ihn genießen, den sehenswerten Ausblick auf Kunsthaus, Schlossberg und Mur.
Rechts neben dem Ausgang findet sich die Freiküche, links eine kleine Plattform mit rund vier Tischen. Wir suchen uns einen Platz, der teilweise von einem der beiden Sonnensegel beschattet ist. Am schon etwas verwitterten, recht kleinen Tisch finden sich neben dem Aschenbecher ein Aufsteller mit der Getränkekarte und die Speisekarte, die etwas kompliziert über die Kombinationsmöglichkeiten der Gerichte Auskunft gibt.

Bei vielen Speisen wird auf die Regionalität hingewiesen, die Namensgebung (Piperl- Kürbis-Börger, …) ist Geschmackssache. Viele Tische sind besetzt, die Mehrzahl der Gäste beschränkt sich auf Kaffee oder andere Getränke, nur wenige Essen etwas.

Das Service bestehend aus zwei Damen ist ganz gut beschäftigt, nach einigen Minuten werden auch wir nach unseren Wünschen gefragt. Nach kurzer Abklärung, ob wir die in der Karte dargestellten Kombinationen wohl richtig verstanden haben, entscheiden wir uns für jeweils eine davon, bestehend aus Burger, Beilage und Getränk.

Es ist ein reges Kommen und Gehen – einige machen nur ein Paar Schnappschüsse, andere bleiben um kurz in der Sonne zu rasten und etwas zu konsumieren. Gute fünf Minuten nach der Bestellung kommen unsere Getränke.

"Holundersaftl" – Sodawasser mit Holundersirup (Einzelpreis Euro 2,20). Der Trinkhalm hat aufgrund der Kohlensäure starke Fluchttendenzen und bleibt leider nicht dort wo er bleiben soll. Auf meine erste Kostprobe folgt eine zweite, aber auch bei der ist kein Holundergeschmack erkennbar. Immerhin ist das Getränk erfrischend.

Den "naturtrüben Apfelsaft" – vom Schlögl im Paradeishof (Einzelpreis Euro 2,20) wünschen wir uns mit Leitungswasser auf 0,5 Liter. Geschmacklich ist er gut, und im Gegensatz zum Holundersaft auch eindeutig als Apfelsaft erkennbar.

Wir können den Koch bei seiner Arbeit beobachten, die nach guten zehn Minuten abgeschlossen ist. Kurz bevor die bestellten Gerichte serviert werden, bekommen wir einen lustig gestalteten Holzeimer mit dem Besteck, der gleichzeitig die Menage beinhaltet.
"Filet" Börger - Filetsteak vom Schirnhofer, gebratene Ofenkartoffelscheiben, Steirer Dip, Salat, Tomatenscheiben (Euro 7,90). Aufgetürmt liegt er da, der "Börger", die obere Bun-Hälfte lässig seitlich angelegt und den Blick freigebend auf die Bestandteile. Das Fleisch scheint ganz gut angebraten, dürfte aber doch weit unter 100 Gramm liegen. Geschmacklich ist es gut, aufgrund der geringen Dicke ist es natürlich auch ganz durch und schon etwas trocken.
Dass es trocken ist, kann man dem Weckerl nicht nachsagen, nein es ist eher staubtrocken. Diesmal war es noch das kleinste Problem, dass die Schnittflächen nicht angeröstet worden sind, man fragt sich wirklich, was man sich dabei denkt, so ein Brötchen zu servieren. Die Ofenkartoffelscheiben sind geschmacklich ok, auch wenn ich sie mir nicht IN einem Burger wünsche. Tomate und Salat sind unauffällig, die untere Brötchenhälfte ist mit einer Sauce bestrichen, die als Steirer-Dip beschrieben ist – geschmacklich Ketchup mit Kürbiskernbröseln.
Unter dem ganzen Konstrukt liegt ein Blatt Papier, das einer Zeitung nachempfunden ist – wohl mit der Aufgabe, den Burger am Wegrutschen zu hindern. Leider saugt sich das Papier recht schnell an und löst sich in unappetitliche Fetzerln auf.

Bei meinem "Piperl-Kürbis-Börger" - Gegrilltes Hühnerfilet vom Geflügel Draxler, in Kürbiskernpesto gegrillte Würfel vom Hokkaido, Salat, Tomatenscheibe (Euro 7,20) zeigen sich die gleichen Begleiterscheinungen. Das Fleisch ist nur in homöopathischer Dosis vorhanden, die Kürbiswürferln schauen lustig aus, sind aber von zweierlei Sorten und eine ist weich, die andere hat noch sehr viel Biß. Beim Gedanken an das trocken bröselige Weckerl bekomme ich jetzt noch ein reflexartiges Durstgefühl.

"Gemüse Pommes frites" - Pommes Frites aus Karotten und Pastinaken, Steirer Dip (Euro 2,90). Serviert wird in einem Porzellanbecher, offen bleibt, warum die Stücke so klein gehäckselt worden sind. Die Beilage ist recht gehaltvoll und bringt ausreichend Frittieröl mit. Der Steirerdip wurde bereits beim Börger beschrieben.

"Steirer Caesar Salad Veggi" - gemischte Blattsalate, Kernöl-Caesar Dressing, Schwarzbrotcroutons (Euro 3,50). Optisch ist das Gericht ganz nett angerichtet, aber geschmacklich wenig einfallsreich. Die Schwarzbrotwürfel sind so hart, dass man sie erst in der Marinade ein wenig anweichen lassen muss, um sie essen zu können. Gesamtheitlich gesehen ist der Salat allerdings ein unerlässlicher Feuchtigkeitsspender für den Burger.

Die Frage, ob wir noch eine Nachspeise möchten, lehnen wir denkend ab. Wir signalisieren unseren Wunsch zu bezahlen, die Rechnung wurde schon in Form eines Kassazettels kurz nach der Bestellaufnahme am Tisch deponiert. Auch wenn die Summe knappe 23 Euro beträgt – angesichts der mehr als schwachen Küchenleistung erscheint die Hälfte als angemessen.

Zum Fazit: Die Aussicht auf der Terrasse ist wirklich wunderbar. Der Hüttencharakter ist lieb gemeint, ich zweifle allerdings, dass man heutzutage jemanden damit noch irgendwie beeindrucken kann. Das Service war ok, hat teilweise einen etwas überforderten Eindruck erweckt. Die von uns gegessenen Speisen möchten wir einfach nur möglichst schnell wieder aus dem Gedächtnis streichen.
Vielleicht sollte man bei all der überschäumenden Kreativität und dem durchaus unterstützenswerten Ansatz, regionale Produkte zu verarbeiten doch mal in sich gehen und checken, welches Produkt am Ende rauskommt. So wie es sich uns dargestellt hat, kann sogar die beste Aussicht das Desaster am Teller nicht wettmachen.

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Kommentare (13)

am 22. September 2014 um 21:03

Betroffene natürlich groß!

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am 22. September 2014 um 21:02

Ich bin keine Therapeutin, ich bin selber betroffene, hehe...Achso, na dann werd ich gleich mal schauen;-)

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am 22. September 2014 um 19:53

Na gut, dann warten wir, bis du soweit bist, so ist das bei einer Gruppentherapie :-)

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am 22. September 2014 um 18:44

Um ehrlich zu sein, ich kenne hier niemanden außer dich, auf den verbal so 'eingeprügelt' wurde....also, was sollte dir jetzt noch passieren?

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am 22. September 2014 um 18:40

Wir warten noch immer ganz gespannt, ob du der besitzer vom Tommys warst lieber HelmuthS, tu nicht ablenken :-p

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am 22. September 2014 um 13:33

Anderes Beispiel: Sushi ißt man normaler selbst beim und vor dem weltweit anerkannten Sushimeister Jiro in Tokyo mit der Hand. Hier in Wien schreien sie sogar beim Billigstsushidönerkebabunglücklichenudelnstand an der Straßenbahnhaltestelle nach Stäbchen. Was für eine Ironie...

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am 22. September 2014 um 13:14

Einfach mal die FB-Seite durchschauen... "euer Helmuth & Tommy".
;-)
Na so ein Zufall aber auch.

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am 22. September 2014 um 12:56

na welchen Burgerladen hattest Du denn kurzzeitig, wenn nicht den Tommy? Hmmmmmmm......

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am 22. September 2014 um 12:04

Helmuth, das ist nicht ganz richtig: Ein Burger in seiner ursprünglichen Bedeutung ist zunächst nichts anderes als die amerikanische Version des faschierten Laberls (aus reinem Rinderfaschierten). Das Bun (Brotlaibchen) ist nichts anderes als eine Beilage - und selbstverständlich ist es nicht "falsch", Beilage und Bun mit Besteck zu essen!
Am 18. April d.J. hast Du geschrieben: "Ich unterstütze den Tommy hier nur, weil er ein besonders Naheverhältnis zu mir hat, mehr net, Punkt."
und nun: " hatte ja sogar für kurze Zeit selbst einen Laden"....

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am 22. September 2014 um 11:10

Das hat nichts mit Sitten zutun. Wir nehmen auch in gehobenerem Ambiente die Haende noch zusaetzlich zur Hilfe. Burgeressen soll leger bleiben, egal wo und wenn das einem Lokal nicht passt, dann soll er das Gericht von der Speisenkarte nehmen. Aber die Zutatenvielfalt , Qualitaet und die Essensszenarie ist eine Frage des Ernaehrungsstils und du hast es ja eh schon gesagt, das kann jeder handhaben wie er will.

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am 22. September 2014 um 10:16

Was den Burger (Kebap-Sandwich) ausmacht ist, dass das Burger-Weckerl oder das Pide alle Saucen bzw. auch mögliche austretende Fleischsäfte und Röstaromen und damit auch Geschmäcker aufsaugt und so an Geschmack und Mundgefühl gewinnt. Das ist ein wesentlicher Aspekt - deshalb wär' ein Kebap mit Beilage und Brot kein Ersatz für ein Kebap-Sandwich. Genau so verhält sich das mit dem Burger: kein Fleischlaberl mit Salat und dazu ein Semmerl in die Hand kann einen Burger ersetzen. Das ist komplette Themenverfehlung, aber das Burgerprinzip solltest du als Burger-Liebhaber und ehemaliger Burgerlokal-Besitzer schon längst wissen.

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67
17
am 22. September 2014 um 09:45

Nein. So gilt das für uns nicht. Wir mögen Burger gern, lieben uns und wissen, mit Gabel und Messer umzugehen. Essen nie im Gehen. Das "Essen-to-go" ist einfach ein schlechter Trend. Da verpasst man so viel.

Das Essen eines Burgers geht mit Gabel und Messer wirklich gut, wir haben da nie Probleme. Und Hände gibt's ja meistens auch noch - die benutzen wir dann auch für Pommes Frites und Burgerweckerl.

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67
17
am 22. September 2014 um 09:19

Auch da wieder: die Idee gut, die Burger-Kombinationen eigentlich auch spannend - aber dann total schlampig umgesetzt.

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17
Franz Börger Bar
Sackstraße 7 - 13
8010 Graz
Steiermark
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Franz Börger Bar - Karte
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