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Gold Rock - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 14. September 2014
Experte
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47
28
4Speisen
2Ambiente
3Service
52 Fotos2 Check-Ins

Nichts mit Kitsch, Lampions, Drachen, Glückskekse oder Pflaumenwein. Kein AYCE-Buffet oder Teppanyaki, sondern vielmehr koreanische und japanische Spezialitäten, frisch gekocht, stehen im „Gold Rock“ auf dem Programm. Wie man auf diesen Namen gekommen ist, weiß ich nicht – jeder, wie er eben will. Das Lokal ist an dem Ort, wo früher das „Busan“ war, ebenfalls ein Restaurant mit koreanischen Spezialitäten. Das Lokal ist von außen recht unscheinbar, lediglich das Giftgrün der Leuchtreklame fällt auf. Die Eingangstüre hat man vom „Busan“ beibehalten, der Türknauf stellt den großen rot-blauen Mittelteil der Südkoreanischen Flagge dar, der sogenannten „Eum (blau) und Yang (rot)“-Symbol, die koreanische Variante des Yin und Yang. Eigentlich hochinteressant, wie viel Symbolik sich hinter dieser doch eher unscheinbaren Nationalflagge noch verbirgt: Link

Geführt wird das „Gold Rock“ von einer sehr netten und zuvorkommenden Dame, die auch den Service macht, leider mit leichten Sprachproblemen. Aufgewachsen ist die Dame in Yeoncheon, südlich von Südkorea gelegen, in Graz hatte sie bereits mit einem Restaurant begonnen, ist aber dann in Wien gelandet und verwirklicht sich hier den Traum von einem „Koreanisch-Japanischem Restaurant“. Ihre Mission ist, möglichst einfache Speisen mit höchstmöglichem Geschmack aus natürlichen, hochwertigen, wenn vorhanden, biologischen Zutaten wie Reis, Nudeln, Gemüse, Obst, Tees und sogar BIO-Bratöl, anzubieten. Relativ einfache Speisen aus ihrer Heimat, aber möglichst geschmackvolle sollen im „Gold Rock“ an den Kunden gereicht werden – so, wie sie es von ihrer Mama gewöhnt war.

Das Lokal ist sehr einfach und schlicht eingerichtet, wie ein 0815-Straßenlokal, jedoch ist alles picobello sauber und gepflegt. Ein kleiner Gastraum direkt nach der Eingangstür folgend und ein größerer Gastraum, mit lediglich einem großen und mehreren kleinen Tischen, befindet sich daneben und „in der Auslage“. Das gesamte Lokal ist ein Nichtraucherlokal, das sei an dieser Stelle angemerkt. Durch eine Durchreiche kann man einen Blick in die Küche machen.

An den Tischen befinden sich bereits kleine Dip-Schälchen für die Sojasauce, Holzstäbchen und die ganz normale Sojasauce von Kikkoman. Sojasauce von Kikkoman? Da gibt es doch auch eine BIO-Variante, soweit ich weiß. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird aber die Sojasauce sowieso vom Großbehälter umgefüllt, und auch da gibt es Sojasaucen in BIO-Qualität. Schön aber, dass die Sojasaucen-Fläschchen immer mit Frischhaltefolie zugedeckt waren. Die Speisekarte im Lokal bietet doch Einiges mehr als die aus dem Internet, daher auch so manches Foto daraus.

Zu trinken hatte ich bisher „Gösser Naturgold Alkoholfrei“ (EUR 3,20 / 0,5l) sowie ein „Gösser Kracherl Alkoholfrei“ (EUR 3,20 / 0,5l) – schön kalt und tadellos.

Einmal den „Agedashi Tofu“ (EUR 3,90) – frittierte Tofuscheiben mit Tempura-Sauce wurden serviert. Die Tempura-Sauce, Hauptbestandteile sind Mirin, Fond und Sojasauce, war geschmacklich eine Wucht, würzig etwas süßlich, wenig Säure, echt toll. Der knusprig frittierte Tofu war samtweich, schmolz fast schon am Gaumen, einfach herrlich – ein glattes „AUSGEZEICHNET“ (5) für noch dazu eine recht üppige Vorspeisenportion.

Einmal als „Salat“ den „Kimchi“ (EUR 3,90) – Chinakohl wird ähnlich der hiesigen Sauerkrautherstellung vergoren, also Milchsäurebakterien sind für die Gärung verantwortlich. Leicht scharf, säuerlich aber extrem frisch, schmeckte mir der Kimchi „SEHR GUT“ (4).

Einmal die „Bulgogi Maki“ (EUR 6,90) – serviert wurden 8 Stück mit Salat, Karotten, Lauch und Bulgogi-Rindfleisch gefüllte Makis. Die Fleischmarinade vom Bulgogi war ausgezeichnet, würzig und etwas süßlich – genau so, wie es sein sollte. In Summe schmeckten mir die Bulgogi Maki „AUSGEZEICHNET“ (5), vielleicht weil auch ungewöhnlich, aber die Fleischqualität war perfekt. Generell werden Wasabi und eingelegter Ingwer, im „Gold Rock“ die helle Variante, immer am Brett serviert, niemals à part.

Einmal das „Mini-Maki-Sushi-Set“ (EUR 4,90) – serviert wurden 8 Stück Mini-California-Rolls (Reis außen), gefüllt mit extrem buttrig-reifer Avocado und Gurke, vollendet mit hellem und dunklem Sesam. Zwei Nigiri-Sushi, eines davon mit Garnele, eines mit Lachs vervollständigten das sehr schmackhafte Set. Frischeste Zutaten, frischeste Fertigung und sehr guter, nicht zusammengepresster Reis – in Summe ein glattes „SEHR GUT“ (4).

Einmal die Hauspezialität, „Moyashi-Salat“ (EUR 4,90) – biologische, selbstgezüchtete Mungo-Sprossen mit Marinade wurden serviert, sogar ein riesiger Berg davon. Natürlich waren die Sprossen völlig frisch, äußerst knackig und g’schmackig. Die Marinade war etwas salzlastig, hatte aber eine gute Säure vom Reis-Essig sowie einen nussigen Geschmack vom Sesam-Öl. In Summe ein glattes „SEHR GUT“ (4).

Einmal die „Yaki Tori“ (EUR 3,50) – gebratene Hühnerspieße in Teriyakisauce. Zwei, für eine Vorspeise noch immer recht große Spieße mit Hühnerfilet wurden serviert. Das Fleisch war noch immer sehr zart, bestreut mit etwas Sesam, die Hölzchen leider nicht vorher in kaltem Wasser eingeweicht, daher ging das Fleisch auch nur sehr schwer vom Holzspieß – ich esse NIE mit den Händen. Die Sauce war unheimlich gut und würzig, aber auch etwas ölig, jedoch mit gutem Ölgeschmack. Ausgarniert mit etwas Frühlingszwiebel war diese üppige Vorspeise ein wahrer Genuss. Ein glattes „SEHR GUT“ (4).

Einmal das „Sushi Set klein“ (EUR 8,80) – 6 Stück Nigiri-Sushi und 8 Stück Maki als California Rolls wurden serviert. Ebenfalls wunderbar frisch mit gutem Reis gefertigt, jedoch ohne Wasabi unter dem Fisch beim Nigiri-Sushi, das hätte ich hier nicht erwartet. Dafür aber auch ein „Unagi-Sushi“, also mit Aal, eines mit Thunfisch und ein „Tamago-Sushi“, also mit Eierstich. Geschmacklich ausgezeichnet, doch die nicht ganz korrekte Fertigung lässt mich nur ein „SEHR GUT“ (4) geben.

Einmal das „Mochi Eis“ (EUR 3,50) – Mochi, gefertigt aus japanischem Klebereis, zuerst gedämpft und dann gestoßen, liebe ich als Süßspeise sehr – in jeder Form. Leider waren die mit Vanilleeis gefüllten Mochi-Bällchen nicht hausgemacht. Sie sind übrigens in den meisten ASIA-Supermärkten entlang von „Wiens Little-China-Town“ auf der Rechten Wienzeile / Kettenbrückengasse erhältlich. Trotzdem haben sie mir aber außerordentlich „GUT“ (3) geschmeckt.

33 Speisenpunkte ergeben im Schnitt 4,125 Punkte, also ein glattes und wohlverdientes „SEHR GUT“ (4). Hier wird wunderbar frisch gekocht, und daher kann es auch schon einmal bei gutem Besuch zu Wartezeiten kommen, die es mir aber für die stets frische Fertigung der Speisen wert sind.

Für das Ambiente gebe ich leider nur ein „MÄSSIG“ (2), weil in diesem Lokal wird gegessen und gegangen – Verweilen kommt einem nicht in den Sinn. Die WC-Anlagen sind sauber und gepflegt, aber technisch noch aus dem letzten Jahrtausend inkl. „Russischer“ Beleuchtung.

Der Service, die Chefin selbst, erhält von mir ein glattes „GUT“ (3), weil sie immer sehr freundlich und zuvorkommend war. Ich möchte aber auch immer etwas mehr über die Speisen wissen, und das hat sich noch jedes Mal, wegen der Sprachprobleme, als sehr schwierig gestaltet.

Fazit: ich empfehle das „Gold Rock“ unbedingt und werde, so die Qualität beibehalten wird, noch öfter wieder kommen. Es gibt sehr viele Gerichte in der Speisekarte, die es für mich lohnen, kennen zu lernen. Sushi, Maki, Futo-Maki, Temaki und Sashimi können hier in sehr frischer Qualität und zu sehr vernünftigen Preisen genossen werden. Die Portionen sind durchaus üppig und das Preis-/Leistungsverhältnis ist definitiv sehr gut, was auch zahlreiche Abholer (Zustellung wäre auch möglich) offensichtlich bezeugen. Es gibt Sapporo Bier und Kirin Bier - hingehen und ausprobieren.

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Kommentare (6)

am 20. September 2014 um 12:17

In der Tat gibt es Bulgogi-Maki in Südkorea. Über Nordkorea weiß ich es nicht. Es gibt auch Cheese maki oder Kimchi maki. Maki heisst auf koreanisch "Kimbap", was nichts anderes bedeutet als "Reis in Seetang gewickelt" wobei die japanischen Makis in Essig gesäuerten Reis benutzen und die koreanischen Kimbab hingegen in Sesamöl gewürzten Reis. Vom Aussehen her sind beide sehr ähnlich. Wir machen die zuhause selber. Evba, wir können mal bald wieder zusammen koreanisch kochen. Wie wärs mit Bulgogi-Kimbab unter anderen? ;)

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83
am 20. September 2014 um 09:12

Was, um Gottes Willen, ist so schlimm daran, wenn ein koreanisch-japanisches Restaurant kreativ ist und Gerichte dieser Küchen fusioniert, so lange sie gut schmecken?

Niemand, auch das Lokal nicht, behauptet, dass diese Maki aus Japan kämen.

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215
47
am 20. September 2014 um 00:37

Evba, wenn es Pizza-Burger gibt, sollte einen nichts mehr erstaunen.

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am 19. September 2014 um 23:54

Was um Gottes Willen sind Bulgogi-Maki? So was ist mir in Japan nie untergekommen. Gibt es das etwa in Korea oder ist das eine europäische oder österreichische Erfindung?

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27
am 15. September 2014 um 06:04

Das Photographieren nimmt eine zwanghafte Dimension an.

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48
22
am 14. September 2014 um 23:21

Na wenn das nicht gleich sämtliche 52 Fotos wert ist! Am tollsten sind die von der Eingangstür, dem alkoholfreien Bier und der Sojasauce. Aber auch die Sanitäranlagen sind meisterlich eingefangen!

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45
Gold Rock
Reinprechtsdorfer Straße 57
1050 Wien
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