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Flatschers Bistrot & Bar - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 23. August 2014
Experte
bubafant
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71
29
3Speisen
4Ambiente
2Service
26 Fotos1 Check-In

Im gleichen Häuserblock wie das Flatschers eröffnete der Namensgeber vor rund einem halben Jahr das Flatschers Bistrot. Gerüchteweise als Liebesbeweis an seine Ehefrau, eine gebürtige Französin. Wo man im Ecklokal das Hauptaugenmerk auf Burger und Steaks legt, handelt es sich hier um ein französisches Lokal. Moules frites ist das Wort in aller Munde. Miesmuscheln mit Pommes. Und Garnelen, sowie Steinbutt. Das Baguette lässt Flatscher von einem Retzer Bäcker backen, der dafür eigens einen Kurs belegte. 31 verschiedene Gin-Sorten und ein paar Tonic-Marken ergänzen das Angebot.

Die Hausfront in altrosa ist eher unscheinbar. Sieht fast ein bissl 'abgewohnt, Shabby-Chic' aus, auf keinen Fall neu. Ein ordentlich großer Schanigarten auf der Kaiserstraße, gegen den tobenden Verkehr nur mit Glaselementen abgetrennt, der Lärmpegel enorm groß. Kann mir nicht vorstellen, dass es hier gemütlich ist, Wärmelampen sollen den Aufenthalt für kältere Tage ermöglichen.
Im Inneren herrscht Dunkel. Sowohl von der Möblierung in Holz inklusive raumgreifender Theke bis hin zur schummrigen Beleuchtung. Es gilt einige Stufen zu überwinden, sowohl zwischen den einzelnen Gasträumen, als auch zu den Sanitärräumen hin (die Tür geht noch dazu in Richtung Stufen auf). In die Aufsichten der Treppen sind kleine Lämpchen eingebaut, was aber nicht mehr wirklich viel bringt. Womöglich an einem der letzten warmen Tage in diesem Sommer entscheiden wir uns für einen Platz im Hofgarten.

Der Garten ist eingepfercht zwischen den umliegenden Häusern, An den Wänden hängen nette Schiefertafeln mit Zitaten von französischen Schauspielern. Die Tische sind klein (zu klein für das viele Geschirr, das noch kommen wird) und stehen an manchen Stellen eng beieinander. Die Alu-Rattanstühle sind derzeit state of the art, aber nur leidlich bequem. Auf den Tischen die klein gehaltene Speisekarte, ein Teelicht und ein Korb mit Besteck und Servietten. Dieser wandert im Laufe des Abends aufgrund von Platzmangel auf den Nebentisch, und dieser verschwindet schlussendlich an eine andere Stelle, wo er besser gebraucht wird. Zwischen den Hauswänden sind Lämpchen gespannt, viel Grünzeug in Trögen als kleiner Sichtschutz und farbenfrohe Schirme als Sichtschutz nach oben.

Wir sind im Besitz eines Gutscheines für ein Dreigang-Menü, wahlweise Fisch (Poissons) oder Fleisch (Viandes; um die Hälfte, nämlich EUR 45,00) oder (de Luxe) mit Limousinen-Service, Halbflasche Champagner, T-Bone-Steak, Rotwein, Kaffee, Mineralwasser, immerhin auch noch EUR 145,00). Bei der problemlosen telefonischen Reservierung gibt man die Richtung Fisch oder Fleisch bekannt. Inkludiert ist als Aperitif ein Glas Crémant de la maison (EUR 3,50).

Vorspeisen- Étagère (EUR 22,50)
In einer kleine Metall- Étagère auf kleinen ovalen Tellern kommen die Vorspeisen. Pro Person ein kleiner Extrateller. Wer den Pogusch kennt, muss lächeln.
Gegrillte Jakobsmuschel mit Sauce de la maison
1 Jakobsmuschel pro Person, ganz ordentlich gegrillt. Ein Schwammerl und eine Cocktailtomate beside.
Garnelen vom Lavasteingrill mit Meersalz, Knoblauch, Kräuter, Sauce Aioli
Schon lange nicht mehr so gute Garnelen gegessen. Ordentlich geputzt, die Schale lässt sich problemlos entfernen. Guter Grillgeschmack und gerade die richtige Menge an Kräutern. Hiervon würde ich sofort mehr essen. Die Sauce nicht so intensiv, wie wir es aus Andalusien kennen (oder dem Tapasta (>‿◠) )
Beef tartare mit zweierlei Butter
Das Tartar rötlich, zu wenige Zwiebelringe. Es gibt keine, wie in der Speisekarte angeführt, Nachfrage, ob wir einen Eidotter haben wollen. Die Kapern (die kleinen, ich liebe die zumindest Olivengroßen) sehr würzig. Der Getränkekonsum gehört angekurbelt. Dafür müsste man aber nachfragen, wir müssen aktiv um unserer Getränke abseits des Aperitifs kämpfen. Das kleine Kugerl Butter ist ungesalzen, die Spirale Kräuterbutter fad.
Das Baguette im Körberl ist in Ordnung, mehr möchte ich davon aber auch nicht haben.

Chateaubriand für zwei mit Beilagen-Medley (500 g EUR 52,00)
Medium bestellt – die Randstücke fast durch und etwas trockener, im Inneren viel zu rosa und blutig. Geschmacklich fast ungewürzt, dafür vier Saucen in kleinen Tiegelchen am Servierteller. (O-Ton Kellner – vursicht die Heißplatte ist heiß. Echt ?) Ich tunke mein Fleisch in die Sauce, die mich optisch anlacht. Igitt! Eine dicke Haut darauf und jetzt auf meinem Stück Fleisch. Wäre nicht sooo schlimm, wenn mir die Sauce schmecken würde, aber den undefinierbaren Geschmack empfinde ich ekelig. Die Bratensauce ist sehr gut, ohne diese geht das Fleisch nicht wirklich. Die beiden weißen Saucen lasse ich unangetastet. Bezeichnenderweise bekommt frau wieder einmal den (grünen) Steingutteller mit gut sichtbarer Abplatzung. Wenn schon Steingut, dann muss man halt beinhart aussortieren.
Die handgeschnitzten Pommes werden in einem kleinen Steingut-Schüsserl serviert und sind nur mehr handwarm. Und der Joker für den jeweils freien Platz am Tisch.
In einem Extragestell aus Holz mit drei Vertiefungen werden die Beilagen serviert. Einmal sautiertes Gartengemüse. Gut weich und zart mit Salz und Kräutern gewürzt, vor allem die Zuckererbsen sind sehr gelungen.
Der Ofenkartoffel in der Alufolie ist ebenfalls schon ausgekühlt, viel zu mehlig, man kann ihn aber mit der Schale essen.
Das Bohnen-Mais-Gemüse ist gut, mit der Flüssigkeit erinnert aber doch etwas an Doseninhalt. Wenn nicht, dann gut gelungen.

Dessert-Étagère (EUR 8,50)
Die Präsentation ist dieselbe wie bei den Vorspeisen, Etagere mit drei Tellern. Allerdings spart man jetzt schon an Geschirr, wir bekommen keinen Speiseteller und die Kuchengabeln liegen schon auf den Tellern. D.h. man nimmt sich einen Teller, isst die Hälfte (oder mehr, oder weniger) und tauscht dann mit seiner Begleitung.
Tarte au chocolat
Ich mag Schokolade, hier ist es mir zu fest, kompakt und geil. Vom Aroma gar nicht so schlecht, aber eine Gabel reicht mir.
Tarte aux pommes Apfelküchlein
Das beste Dessert, leicht, cremig und fruchtig.
Éclair au chocolat
Von der Konsistenz sehr kompakt, ein Stück von einem größeren, mit schrägem Anschnitt. Sehr schokoladenlastig,
Auf allen drei Tellern ist dasselbe Fruchtragout, nicht sehr einfallsreich.

So, nun einen Exkurs zum Ambiente und den Sanitäranlagen im speziellen. Vieles war die Idee von Flatschers Frau. Sauberkeit an erster Stelle. Haken für die Handtasche, sogar am WC. Ein Parfum beim Spiegel (bezeichnenderweise mit einem Stahlseil gesichert …).
Ich habe mich auch sofort ins ‚Häusl‘ verliebt. Kleine Schwarz-weiße Kacheln. Schwarzweiß Bilder von Schauspielern (Frauen bei den Damen usw. Hauptsächlich Französisch. Romy Schneider borgen wir gerne her). Penible Sauberkeit, zumindest am Anfang, zu fortgeschrittener Stunde sieht es anders aus, das ist aber nicht die Schuld des Lokals. Via Bewegungsmelder wird das Endlostonband gestartet, eine säuselnde Frauenstimme mit französischem Akzent fordert einen auf, auf 'Gesichtsbuch zu liken' – mit 'écoutez mes amis …' wirbt man für die blauen Stunden ohne blauen Rauch (das gesamte Lokal ist rauchfrei, zwischen 23:00 Uhr und Mitternacht ist Happy Hour) etc. Und dazwischen französische Musik (habe mit Soundhound eines meiner persönlichen "Agathe Bauer-Lieder meiner Kindheit" verifizieren können –(Uhhh, Raggedeggguhhh =/entspricht 'pour un flirt' von Michel Delpech).
Ach ja, wenn man Muscheln aus dem großen Topf serviert bekommt, hängt einem der Kellner ein papierenes 'Trenzpatterl' um, köstlich zum Anschauen.

Fazit: Das Ambiente finde ich gelungen, die Speisen haben uns nicht restlos überzeugt, nur einzelne Gänge davon, und der Service war anfangs bei wenig Auslastung völlig von der Rolle und die Getränke haben nicht notwendigerweise extrem lange gedauert. Bei Vollbelegung waren sie mit der gleichen Geschwindigkeit relativ gesehen natürlich viel besser unterwegs. Ja, wir sind in einem französischen Lokal, wenn die Kellner aber außer 'bon appetit' nicht mehr in dieser Sprache können, sollten sie es meiner Meinung nach lassen, denn es wird nur peinlich. Das Bistrot ist beim Verlassen brechendvoll, wir haben zu tun, dass wir zahlen dürfen, man braucht sich also keine Sorgen machen. Uns hat es nicht begeistert.

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Kommentare (8)

am 4. September 2014 um 12:10

Oups, ein paar Tage nicht im Lande …


… sehr geehrter Herr Flatscher,

besten Dank für Ihre Ausführungen, auf die ich meinerseits nicht einzeln eingehen werde. Es ist ihr gutes Recht zu versuchen, die Dinge in ein für Sie besseres Licht zu stellen – allerdings: Sie waren nicht dabei, und das sind meine Eindrücke und Erfahrungen an genau diesem Abend gewesen.

Man kann mir fallweise Sarkasmus vorwerfen, das passiert, wenn mir etwas nicht gefällt.
Unterstellung von Zynismus, miese Laune und Pedanterie ist ihre Auslegung und Umgang mit einem Gast.
Chacun à son goût!

Sie fühlen sich unter Wert geschlagen. Wenn das impliziert, dass sonst immer und bei jedem alles in Ordnung ist, führe ich meine Erlebnisse auf den Gutschein zurück und entferne die Bewertung aus dem Guide der positiven Gutschein-Erfahrungen.

Abschließend erlaube ich mir festzuhalten, dass ich Ihre Einladung natürlich nicht annehmen werde (für manche Dinge gibt es keine zweite Chance, womöglich noch gegen Voranmeldung).

Wirklich ärgerlich finde ich persönlich nur, dass Sie glauben, nur Sie sind schon einmal in Paris gewesen. Auch andere waren schon in Frankreich und Paris und in Bistrots und haben ganz persönliche Erinnerungen.

In diesem Sinne,
beste Grüße, bubasanft

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283
71
am 29. August 2014 um 09:26

Lieber Andi!
Lang ist's her, aber vielleicht erinnerst Du Dich noch an meinen Rat, "Chateaubriand" in einem Wort zu schreiben?

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am 27. August 2014 um 21:44

Ich gehe gerne ins Flatchers auf ein Steak bzw. einen Burger, es hat bisher immer alles geschmeckt! Im Bistro war ich allerdings diesmal nicht so begeistert, bei unserem zweiten Besuch war der Muschelsud völlig geschmacklos, das kann natürlich ein einmaliger Ausrutscher sein, ich habe aber die Lust verloren es nochmals zu versuchen, da ich das Lokal auch als sehr dunkel empfunden habe (sorry Herr Flatscher) und die Musik am frühen Abend wieder unnötigerweise so laut aufgedreht war dass es wehtat.

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67
22
am 27. August 2014 um 20:25

Eine andere Meinung als die seine kann Herr Flatscher scheinbar gar nicht gut akzeptieren.
Die Bewertung von bubafant empfinde ich weder als zynisch noch pedantisch, die Antwort des Lokalinhabers dafür recht arrogant.

Gott sei Dank dürfte Herr Flatscher mit seinen Lokalen genügend Zuspruch finden, bei mir müssten solche Gastronomen verhungern.....

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107
33
am 27. August 2014 um 18:22

uiiii, da fühlt sich diesmal wohl wer leicht auf den schlips getreten......da muss ich jetzt doch auch mal hin, aber nachdem bubafant einer meiner "Favoriten" auf dieser seite ist, kann ich mir schon denken in welche Richtung es da gehen wird

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6
3
am 26. August 2014 um 18:25

Liebe/r Bubafant !

Vielen herzlichen Dank für Ihre wirklich lange Bewertung meines Restaurants. Als Gastgeber & Wirt mit Leib & Seele, erlaube ich mir, im folgenden auf einige Punkte im Detail einzugehen...
Das Gerücht stimmt - ich habe das Bistrot aufgrund meiner Liebe zu Frankreich (durch meine Frau inspiriert) aufgesperrt. Bezüglich der Gin-Sorten sei angemerkt, daß wir seit 2 Monaten bereits über 46 verschiedene Gin-Sorten verfügen. Ihr Besuch dürfte also schon ein Weilchen her sein ;-)

Die Fassade (Sie schreiben "Hausfront") ist weder altrosa noch abgewohnt, sondern nigelnagelneu errichtet worden und sehr hübsch & gefällig.

Der Verkehr auf der Kaiserstraße ist selten tobend. Aber in einem Innenstadt-Bezirk einer 2 Mio. - EW - Stadt gibt es natürlich auch Autos.

Im Inneren herrscht nicht dunkel, sondern eine sogenannte "Ambiente-Beleuchtung", da sich unsere Gäste ja nicht fühlen sollen, wie in einem OP.

Die "zu überwindenden" Stufen tragen zu einem tollen "look&feel" bei, da sie die Bistrot-Räume ein bisschen aufzulockern vermögen.

Der Innenhof-Garten ist nicht "eingepfercht" - sondern wie alle Innenhöfe in Wiens Zentrum von umliegenden Häusern umgeben.

Die Tische sind nicht zu klein - sondern im Gegenteil - genau richtig dimensioniert. (In Paris sind sie nochmals um 1/3 kleiner und keinen stört's)

@ Essen

Danke für das Lob bzgl. der Garnelen und Sorry, daß Ihnen das Chateau Briand nicht zu 100 % zugesagt hat.

Warum müssen Sie eigentlich so unnötig zynisch werden bezüglich der Info meines Kellners, daß die Heizplatte heiß ist? Wissen Sie, wieviele unserer Gäste sich schon daran verbrannt haben? Das ist nur lieb gemeint und gehört zu unserem persönlichen Service...

@ Toiletten

Danke, daß Ihnen unsere Toiletten gefallen - ich habe mir große Mühe gegeben, sie möglichst "französisch" wirken zu lassen :-)) (Daher auch so klein)

@ Kellner und deren Französisch-Sprachkenntnisse:
Ich finde es keineswegs "peinlich", wenn meine MitarbeiterInnen ein bisschen mit der französischen Sprache spielen. Ich finde das charmant und es zeigt die Freude, die sie an ihrem Job haben...

Wenn Sie durchgehend französisch angesprochen werden wollen, dann fragen Sie bitte nach Hr. oder Fr. -Flatscher oder nach Flavian, unserem Kellner aus Lyon.

Fazit:Sehr langer Bericht, bei dem Wir mM nach unter unserem Wert wegkommen. Sorry für das was nicht gepasst hat - können wir sehr gerne bei einer gemeinsamen Flasche Crémant besprechen und ich mach's wieder gut - garantiert !

Zynismus, miese Laune und Pedanterie haben aber in einem kulinarischen Forum n i c h t s verloren!

Mit herzlichen Grüßen & à bientot

Andreas & Nelly Flatscher & das Bistrot-Team

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2
am 23. August 2014 um 19:21

mikeVAN auch bei meinem besuch im april, siehe bericht, war das futter sehr weit von TOP entfernt, leider.

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Experte
235
28
am 23. August 2014 um 18:28

Also bitte... Ich bin sehr sehr gern im bistrot, weil das essen top die Bedienung spitze und der Flair des Lokals einmalig ist..., wir wurden ständig gefragt was wir noch trinken wollen. Die Tische sind groß genug um zu speißen und einen gemütlichen Abend zu verbringen. Ja der Garten vorne ist laut aufgrund des Verkehrs der dran vorbei führt... Aber hallo, wir sind in Wien und nicht am Land... Der innen Hof ist logischer Weise von Mauern umgeben aber Herr flatscher ist sehr bemüht den Innenhof gemütlich und sehr einladend zu gestalten. Und by the Way ist es doch eine nette Geste von dem Kellnern wenn er Sie von dem besteckkorb befreit ( den die Tische sind ja zu "klein" oder?)

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Flatschers Bistrot & Bar
Kaiserstraße 121
1070 Wien
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