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Kirchenwirt - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 18. August 2014
Experte
bluesky73
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3Speisen
3Ambiente
3Service
17 Fotos1 Check-In

Auf unserer kleinen Österreichrundfahrt machen wir Station in der Wachau – frei nach dem Motto: bluesky goes Weltkulturerbe.
Die Anreise erfolgt in strömendem Regen, erst relativ kurz vor Melk lässt die Sintflut leicht nach und wir können zumindest auf den letzten Kilometern der Fahrt die Landschaft ein wenig genießen. Nach dem Einchecken in unserer Unterkunft in Weißenkirchen plagt der Hunger - die Rete-Umkreissuche wirft einige Vorschläge aus, die Mehrzahl hat leider Ruhetag – bleibt nur mehr der Gasthof Kirchenwirt, der zum Glück nicht weit entfernt liegt.

Am Gasthof (der gleichzeitig auch ein Hotel ist) angekommen, macht gerade eine Gruppe wetterfeste Radfahrer Station, wir werden von einer freundlichen Servicekraft abgefangen und in den Gastraum links von der Türe umgeleitet. Außer uns sind sechs weitere Gäste anwesend. Uns nimmt ein junger Mann in Empfang, der uns den weiteren Abend betreut.

Der Gastraum ist hell und freundlich, elfenbeinfärbige Holzmöbel, weiße Wände, weiße Tischwäsche, lediglich die Sitztapezierungen und einige Einrichtungsgegenstände bringen etwas Farbe in den Raum. Uns werden zwei Tische angeboten, wir suchen uns eine lauschige Nische aus, in der ein Zweiertisch gerade reinpasst.
Die Tische sind klassisch eingedeckt, die Stoffserviette schön zum Schiffchen gefaltet, eine Kerze steht am Tisch und wird entzündet. Parallel dazu bekommen wir die Karten gereicht und werden über die Tagesspezialitäten informiert. Die Speisekarte ist bis auf wenige Ausnahmen recht bodenständig angelegt, zwei Weine werden als "Wein des Monats angepriesen" – nach einigen Überlegungen werden wir fündig.

Der junge Mann aus dem Service wirkt kompetent, ist aber nicht ganz so gewissenhaft, wie wir vermuten, wie sich ein wenig später herausstellen wird. Kurz nachdem die Getränke (2 Achterl Wein, Wasser kommt in der formschönen Flasche und ohne Verrechnung) serviert werden, kommt das Gedeck auf den Tisch: ein in Kugelform portionierter Leberaufstrich, garniert mit Gurkenscheiben und einigen Spalten von Cocktailtomaten. Dazu gibt’s ein Wachauerlaberl und ein paar Scheiben Brot. Der Aufstrich ist wirklich sehr gut, nicht zu grob und nicht zu fein in der Struktur, das Wachauerlaberl ist resch, das Brot ist ein dunkles Standardbrot. Ein sehr guter Einstieg.

Milchrahmsuppe mit Erdäpfelschmarren (Euro 4,20). Die Suppe kommt sehr heiß und mit frischem Schnittlauch bestreut. Auffallend ist, dass die Suppe sehr stark ausflockt – ich versuche das bei den von mir zubereiteten Suppen dieser Art eigentlich immer zu vermeiden, aber vielleicht muss das bei der niederösterreichischen Version ja so sein. Geschmacklich ist die Suppe sehr würzig, der Erdäpfelschmarren findet sich in einigen Stückchen am Grund des Schüsserls und ist wenig aufregend.

Mit einem Schweinsschnitzel gebacken mit Petersil-Erdäpfeln (Euro 11,90) geht’s bei mir weiter. Auf den ersten Blick macht das Gericht einen sehr guten Eindruck, wie so oft hat man sich aber leider nicht die Mühe gemacht, die Kerne aus der Zitronenspalte zu entfernen. Ein zugegebenermaßen kleiner "Mangel", aber es stört mich immer wieder. Die Erdäpfel sind ok, die Petersilie frisch. Das Schnitzel ist am Rand knusprig, je weiter man in die Mitte kommt, aber umso weicher – Grund ist das sehr ungleichmäßig geschnittene Fleisch, das in der Mitte fast die dreifache Dicke wie am Rand aufweist. Schnitzel habe ich eindeutig schon Bessere gegessen.

Fr. bluesky lässt sich von einer der beiden Tagesempfehlungen verleiten – nachdem das Reh unter anderem mit Schupfnudeln und Marillen serviert wird, der Fokus aber auch auf einem Marillenknödel als Nachspeise liegt, fällt die Wahl auf das Lamm, um zwei Mal Marillen zu vermeiden. Man ahnt es bereits: serviert wird Rehrückenfilet. Leichte Enttäuschung bei fr. bluesky, leichte Irritation beim Kellner, der aber sofort anbietet, das Gericht gegen das Lamm auszutauschen. Da es aber wirklich schade gewesen wäre um das Fleisch und der Teller sehr nett angerichtet ist, bleiben wir beim Reh (Euro 25,90).
Optisch sehenswert arrangiert finden sich neben dem in Tranchen geschnittenen Rehrücken die besagten geschwenkten Marillen, Broccoli und als Deko eine Rispe Ribiseln. Das Fleisch ist butterweich, rosig im Kern und geschmacklich ausgezeichnet.
Der Broccoli ist etwas weich geworden, im Kochwasser war ein wenig zu viel Salz. Die Marillenhälften schmecken fruchtig, sind aber nichts für mich – fr. bluesky hats geschmeckt.
Separat gereicht werden die Schupfnudeln, die leicht angebraten sind und einen angenehmen Biß haben – gemeinsam mit dem Safterl sind sie vorzüglich. Ebenfalls separat wird ein Schälchen mit Preiselbeeren serviert.

Beim Abservieren erkundigt sich der junge Mann aus dem Service, ob alles gepasst hat und entschuldigt sich nochmals für die Verwechslung.

Als Nachtisch muss es natürlich in der Wachau ein Marillenknödel (Euro 4,20) sein. Serviert wird er am Teller gemeinsam mit Bröseln und etwas Staubzucker. Der Teig ist fest, aber geschmacklich gut – die Dicke ist relativ stark unterschiedlich. Die Marille ist süß und nicht ganz verkocht, ein sehr guter Abschluss für unseren Besuch.

Wir bitten um die Rechnung, die prompt gebracht wird und knapp über 60 Euro ausweist, zusätzlich bekommt Fr. bluesky als Widergutmachung für die Verwechslung beim Hauptgericht ein Glaserl mit Marillenherzerln – eine nette Geste.

Zum Fazit: Das Ambiente ist nett, gediegen aber trotzdem nicht ins Rustikale abdriftend. Der Service war generell aufmerksam, bis auf den einen kleinen Patzer, der vorkommen kann. Die von uns gegessenen Speisen waren sehr gut (Reh) bis durchschnittlich (Suppe, Schnitzel) – trotzdem eine Empfehlung für jene, die eine klassisch bodenständige Küche suchen.

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Kommentare (1)

am 18. August 2014 um 14:17

Marillen, Ribiseln, Preiselbeeren UND Brokkoli zum Reh??? Ein biss'l zu viel differente Geschmaecker. Das sorgt doch fuer Unstimmigkeit im Gericht. Komische Kombination. Aber wenn''s wirklich geschmeckt hat...

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