RestaurantTester.at
Home Mein Profil Lokal Guides Events Lokal eintragen

LAVANDERIA - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 4. August 2014
Experte
adn1966
80
48
22
3Speisen
2Ambiente
3Service
4 Fotos1 Check-In

Nachdem ich mich seit geraumer Zeit, speziell seit das „Ragazzi“ so nachgelassen hat, ständig auf der Suche nach der besten Pizza in Wien befinde, hat natürlich Gerrys (uc0gr) Bericht über die „Lavanderia“ mein Interesse geweckt, also nichts wie hin in den Achten.

Ich mag diesen Bezirk, er war in früher Jugend für 3 Jahre meine Heimat, und, ganz ehrlich, ein Grätzl, dass Originelles wie das „Hummel“, Hochwertiges wie das „Hohensinn“ und Talentiertes wie meinen Steuerberater beheimatet, muss man einfach mögen.

Voller Vorfreude verfügte ich mich also in die Albertgasse, Parkplätze waren zu meiner Überraschung en masse vorhanden, - gut, am Montag Abend hat offenbar auch der Josefstädter Bär Ruhetag und steppt nicht. Auf der Terrasse des Lokals waren gerade einmal drei Tische besetzt, im Inneren des Hauses keiner. Monday Blues.

Ich nahm also draußen Platz und studierte die Karte der Lavanderia. No, viel von der italienischen Küche hat man hier nicht ausgelassen. Einige Suppen, viele Salate, eine schier überwältigende Auswahl an Pasta und eine sehr reichliche Pizza-Karte. Zeit für ein Zigaretterl und einen (kritischen) Blick aufs Ambiente.

Ruhig, sehr ruhig, ist’s in der Albertgasse am Montag um halb neun, obwohl der Schanigarten direkt an der Straße liegt. Und doch, das ist noch das Positivste, das mir an dieser Terrasse auffällt. Das für meinen Geschmack weniger Gute: Die Plastiktische versuchen Wurzelholzoptik vorzutäuschen, die Stühle sind aus Plastik in Rattan-Optik. Bäääh! Ist natürlich Geschmackssache, meins ist es halt so überhaupt nicht. Echtes Holz (ja ich weiß eh, ist schwierig, wir sind nicht in Süditalien, es regnet bei uns öfter, ...) hätte schon weit mehr „Flair“, weiß eingedeckt wäre überhaupt der Hammer, aber wir wollen hier nicht kleinlich sein.

Das Interieur im Inneren des Lokals ist kühl-modern, prominent ist eine Bar mit LED-Leisten. No-jo. Wie gesagt, meinen persönlichen Geschmack hat’s nicht getroffen, ich möchte beim Italiener schon ein bisschen „Italien“ spüren, - nicht falsch verstehen – ja keine Fischernetze mit Plastikbarben, - aber eben ein bisschen puristischen rustikalen Stil, einen Hauch Toscana vielleicht, einen Touch Lipari, oder eben ein wenig „Rom – Altstadt - Seitengasse - Style“.

Ich fokussiere wieder auf die Karte und bestelle eine „Pizza Rustica“, - Salami, Speck, Ei, Champignons, simple enough. Auf Nachfrage erklärt mir die freundliche Kellnerin, dass Knoblauchsauce und Pepperoncino-Öl separat eingestellt würden und, sollte es meinem Geschmack nicht entsprechen, würde sie natürlich in der Küche nachsehen, ob sie was Schärferes finden könnte. Nett, seriously.

Der erste faux-pas passierte beim Servieren des bestellten Rotweins. Das Achterl „Quattro Voga“ (rot und mir bis dato unbekannt) kam im kleinen Weißweinglas daher, begleitet von der Entschuldigung der Kellnerin, sie hätte sich im Glas geirrt (ohne, dass ich was gesagt hätte), und ob das ok für mich sei. Es war. Bei der proaktiven Entschuldigung wollen wir nachsichtig sein. Der Wein war gut, ein Cabernet-Merlot-nochirgendwas, geschmacklich einem braven Chianti ebenbürtig.

La Pizza: ich teile Gerrys Meinung hier nicht ganz. True, - die Pizza ist „Roman style“, ergo dünn, - ohne sinnlose „Mega-Pizza-Rand-vielleicht-noch-mit-Knoblauch-oder-Käse-Einspritzung-Auswüchse“, und, Gott sei Dank, kein Wagenrad, allein, so einen Teig hatte ich in Rom (und südlich davon) noch nie. Ja, schon, dünn soll er sein, der Teig, aber eben immer noch Teig (auch, wenn er am Rand knusprig ist).

Dieses Exemplar hatte am Rand die Konsistenz eines Kekses. Ich schwöre, wäre der Rand gezahnt gewesen, die Assoziation mit Leibnitz wäre unvermeidlich gewesen.

Pluspunkte gibt’s für den Belag, - guter Speck, gute Salami, echte Champignons (keine Dosenware), das Ei in der Mitte der Pizza perfekt. Ja, die Grundzüge hat der Koch schon verstanden: Size does NOT matter, und qualitativ hochwertige Ingredienzien wiegen schwerer als der Durchmesser des Fladens oder die Dicke (und – Gott behüte Füllung) des Randes.

An der Konsistenz des Teiges müsste er halt noch arbeiten, - für die Kekskonsistenz bekäme der Pizzaiolo in Süditalien mindestens eine Tirade an Kritik um die Ohren geworfen, wenn nicht gleich den ganzen Fladen.

Zum Service: bei 0 Tischbelegung drinnen und drei Tischen draußen hätte ich mir mehr Präsenz und mehr „Service am Gast“ erwartet. Die Basics (Bestellung aufnehmen – servieren – fragen, ob’s gemundet hat – abservieren) waren wohl und gut da, aber eben nicht mehr. Bei so wenigen Gästen im Lokal wäre die Zeit am Gast besser investiert als allein an der Bar stehend.

Abschließend orderte ich noch meinen obligaten „Ristretto“, die aufgelegte Frage, ob’s vielleicht ein Grappa dazu sein dürfte, blieb leider aus. Schade. Ihr seht, was ich meine.

Preislich ist die Lavanderia durchaus als moderat einzustufen, meine Pizza + 2 Achterl Wein + Caffè schlugen sich mit exakt 20 € zu Buche.

Conclusio: leider war jetzt, beginnend vom Ambiente, der Aufmerksamkeit des Services, der Qualität der Pizza nichts sooo toll, dass ich die Lavenderia noch einmal, z.B. wenn die Liebste wieder im Lande ist, aufsuchen möchte. Und das ist doch schade.

Abgehakt, ohne den Wunsch, wieder zu kommen.

Was meinst du zu dieser Bewertung?
Hilfreich?Ja9Gefällt mir10Lesenswert8

Kommentare (1)

am 5. August 2014 um 12:10

Pizza biscottata allora. :-/

Gefällt mir1
Experte
315
75
LAVANDERIA
Albertgasse 51
1080 Wien
Speisen
Ambiente
Service
33
33
31
5 Bewertungen
LAVANDERIA - Karte
Zum Lokal »
Zum Lokal »
Home|Sitemap|Neue Lokaleinträge|Neu anmelden|Lokal eintragen|Hilfe|AGB & Datenschutz

Copyright © 2008-2016 RestaurantTester.at
Cookies helfen uns, Ihnen eine bessere Erfahrung auf dieser Website zu bieten.
Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Mehr Info
OK