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Das Kai - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 28. Juli 2014
Experte
bubafant
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71
29
4Speisen
4Ambiente
4Service
22 Fotos1 Check-In

My Kai, Kaj und jetzt 'das Kai'.
Ein kürzlich eröffnetes Asia-Lokal im sechsten Wiener Bezirk, zwecks Bekanntmachung beteiligt man sich an einem Gutschein-Portal. Vorweg, die komplette Abwicklung inklusive Betreuung vor Ort ist vorbildlich, keine allfällige Benachteiligung, korrekter Umgang. Problemlose telefonische Reservierung im ausschließlichen Nichtraucher-Lokal beim eloquenten Kellner, der Person im Team ohne asiatische Wurzeln.

Das Lokal befindet sich in einer Seitengasse zur Mariahilfer Straße, einige weitere Lokale in der Umgebung, gegenüber sogar ein ‚China Buffet‘ mit Running-Sushi. Mutige Entscheidung, sich hier nieder zu lassen. Ziemlich schmucklose Fensterfront mit ein paar Angebotsstehern davor. Darauf wird der Mittagsteller (Mo-Fr, 11:30 – 17:00 ! Uhr) um EUR 6,50 – 8,90 inklusive Vorspeiße (sic!) Misosuppe oder Frühlingsrollen, sowie Sushi/Maki angeboten. Sechs Gerichte, vom vegetarischen über Curry bis Teriyaki Lachs, Ramen oder Beef mit Zwiebeln. Ein paar kleine Zweiertische mit Schirmen eines Getränkekonzerns schmiegen sich an die Fensterfront, die Passanten strömen vorbei, eher kein Wohlfühlcharakter.

Der erste Raum, ein paar eher schmucklose Tische, mittendrin die Theke, daran anschließend der Küchenbereich, fast wie eine Showküche, halt hinter Glasscheiben, wie ein Aquarium. Wir werden vom Kellner an allem vorbei weiter nach hinten in das Haus und in den Raum geführt und hier offenbart sich erst, wie schön es hier ist. Eine kleine Lounge-Ecke mit roten Sofas, an der Fensterfront (Innenhof ?) einige Hochtische mit ebensolchen Hockern, gegenüber Tische für meist vier Personen, nur zwei nebeneinander mit ausreichend Abstand, danach wieder eine weiße, durchbrochene Trennwand. An den Fenstern fast bodenlange Stoffvorhänge, an den Wänden Bilder und andere Kunstwerke. Beim Durchgang zu den Sanitäranlangen chinesische Schränke), die Sanitäranlagen selbst wahnsinnig schön gemacht, großzügig geschnittene Räume, Schieferriemchenwände, verschnörkelte Spiegel und Waschbecken mit Asia-Dekor. Super. Am allerbesten haben mir aber die vielen rotorangen Laternen an der Decke des Gastraumes gefallen, vergleichbar mit jenen im Shanghai-Tan, allerdings besser beleuchtet :-) und viele verschiedene Arten und Stile.

Der nackte Tisch ist dann das einige no-go. Klebrig, obwohl sauber, die oberste Deckschicht aufgezogen und Bläschenen werfend. Richtig grauslich, hier rate ich zu einer sanften Renovierung, da nur die Platte betroffen, kein großer Aufwand. Eingedeckt mit einem kleinen Holzgestell samt Saucen-Tiegelchen, eine Flasche Soja-Sauce und Blumenschmuck.
Der Kellner bringt dann gleich die Speisekarte, klein und quadratisch, verdammt klein geschrieben, bubafant nestelt die Lesebrille heraus. Das Angebot ist überschaubar, auf Bildern mit Speisetellern gibt es ein paar Suppen, Tofu, Satey und Kimchi bei den Vorspeisen, eine Handvoll Hauptspeisen, wie Teriyaki-, Garlic- und Thai-Chicken, Paprika Pork, gegrillten Fisch und Garnelen, sowie Meeresfrüchte. Eine Rubrik für Ramen, Nudeln und Reis und zwei ganze Desserts, sowie ein kleines klassisches Angebot an Sushi und Maki.
Gleich nach der Speisenbestellung wird ein Teller mit sowohl Besteck, als auch hochglänzenden Essstäbchen eingestellt.

Dumplings (6 Stk. – EUR 4,90)
Serviert auf einer schwarzen, geriffelten Schale, einem Blatt ähnelnd. Die Teigtaschen mit einer fein geschnittenen Fülle aus Fleisch und Gemüse, dezent gewürzt. Die Wan Tan sind super weich im Teig, aber doch kompakt und zusammenhaltend, eine Seite knusprig angebraten. Der Dipp im Extraschälchen ist klar und leicht Essig-lastig. Der Krautsalat als Deko am Rand hat enorme Schärfe.

Bulgogi (EUR 10,90)
Der quadratische Teller ist an zwei gegenüberliegenden Ecken gekappt, sie aus wie angenagt. In einer dieser Ecken wieder etwas extrem scharfer Salat. Das Beiried ist sehr dünn, allerdings in größere, zusammenhängende Stücke geschnitten. Sehr gut gebraten und trocken am Teller, kein Saft dabei. Manche Fleischfasern sind bockig und die großen Stücke können mit dem Messer zerteilt werden. Die gebratenen Paprika und Zwiebel sind sehr gut gelungen, eine tolle Mischung zwischen knackig und gut durch. Als Topping weiße Sesamkörner.
Sehr positiv hervorzuheben ist, dass bei den Hauptspeisen ein Beilagen-Reis inkludiert ist und mit einer Puddingform gestürzt in einem netten Porzellanschälchen extra serviert wird.

Mango Chicken (EUR 9,20)
Dieses Gericht wird auf einem Tablett serviert, der Reis – ehschowissen, in einem kleinen Schälchen scharfer Krautsalat und in einer großen geschwungenen Schale das Hauptgericht. Viele zarte Hühnerfleischstückchen, insgesamt eine Riesenportion, Neben Paprika und Zwiebel ist die Mango hier mehr als tonangebend, sowohl optisch, als auch geschmacklich. Ganz weiche Stückchen der Frucht, und auch die Sauce ist durchtränkt mit ihrem Aroma. Im Abgang nach einigen Bissen relativ scharf.

Tang-Yuan (5 Stk. EUR 3,50)
Die dünnwandigen Reisbällchen sind einerseits butterweich, gleichzeitig gibt es einen Knuspereffekt beim Anstechen oder Hineinbeißen. Gefüllt sind sie mit einer feinen Fülle aus passiertem Mohn, überhaupt nicht süß. Der honigähnliche Sirup ist leicht süß und die kleingeschnittenen Mangos haben normal Fruchtsüße. In der Karte steht – süß wie Hui Hui. Ich kann nur sagen, es schmeckt hervorragend, nicht zu süß und im Endeffekt gut ausgewogen.
(Dessert-Alternative – Xian-Jiao-Bin – gebackene Bananen mit Eiscreme, Honig und Sesam)

Fazit: Wir haben richtig gut gegessen. Obwohl einige Gerichte optisch gut erkennbar in der Speisekarte mit Pfefferoni-Symbolen als scharf gekennzeichnet sind, war es z.B. das Bulgogi nicht, das ungekennzeichnete Mango-Chicken hatte es aber ganz schön in sich. Der Deal an sich hätte eine eingeschränkte Auswahl bei den Hauptspeisen beinhaltet, es wurde aber gleich zu Beginn gesagt, es gilt die komplette Speisekarte ohne Einschränkung. Dafür ein Danke. Es wird ehrlich nachgefragt, ob es geschmeckt hat, wir haben uns gut betreut gefühlt. Die verkosteten Speisen verdienen ein Sehr gut, es gibt schlichtweg nichts auszusetzen. Vom Ambiente, allerdings nur im hinteren Bereich, war ich angetan, das ist allerdings Geschmacksache. Gäste am Nebentisch haben ordentlich a la carte bestellt und als Gruß aus der Küche eine längliche Platte mit Sushi bekommen. Ein Gericht, das etwas später gekommen ist, wurde vom Koch persönlich eingestellt, mit einer Entschuldigung, dass es länger gedauert hat, dafür hat er ‚besonders gut gekocht‘. Sympathisch.
Wenn wir wieder in der Nähe sind kann ich mir sehr gut vorstellen, wiederzukommen.

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Kommentare (8)

am 28. Juli 2014 um 16:01

aah...capisce! :D

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83
am 28. Juli 2014 um 16:00

Nein ---> Feuerfleisch (=o'brennt)! :D

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75
am 28. Juli 2014 um 15:24

Argentinisches Bulgogi-Steak? Steak mit Bulgogimarinade?

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83
am 28. Juli 2014 um 14:46

bubafant, dir mache ich auch keinen Vorwurf. Mich ärgert es nur das manche Leute etwas verkaufen wollen, wovon sie offensichtlich keine Ahnung haben. Genauso als ob ich ein Schweineschnitzel mit Rahmschwammerlsosse als "Wiener Schnitzel" verkaufen wollte. Aber den meisten ist es ja eh wuascht und bezeichnen es als "kreative kulinarische Interpretation".

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152
83
am 28. Juli 2014 um 14:11

SSW: Ich bekam kürzlich in einer deutschen Raststätte ein so genanntes argentinisches Bulgogi-Steak:
durchgebraten mit außen anliegendem Kohlenflöz.
Auch bekannt als südgermanisches Feuerfleisch! :D

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315
75
am 28. Juli 2014 um 13:18

SSW,
es stand nur mit einer Chili in der Speisekarte,
am Teller war es nicht scharf.
Nichts anderes habe ich geschrieben.

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283
71
am 28. Juli 2014 um 13:09

Bulgogi bedeuted "Feuerfleisch" und hat nichts mit der Schärfe zu tun, sondern nur das es traditionell über offenem Feuer (Glut) zubereitet wird.

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Experte
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83
am 28. Juli 2014 um 13:02

Das zeigt wieder mal wieviel Ahnung dieses Lokal von Bulgogi hat. Rinderbulgogi wird NIE NEVER EVER scharf serviert, sondern würzig-süß. Nur bestes Rinderfilet oder Beiried sollte verwendet werden, was wahrscheinlich bei den Preisen nicht möglich ist und nur Schweinefleischbulgogi wird definitiv scharf
serviert. Paprika zum Rinderbulgogi, ein Unart, die mit traditionellem Bulgogi nichts zu tun hat! Rindleisch gebraten mit Paprika...von mir aus...aber nennt es dann nicht mehr Bulgogi, for Gods Sake!

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Das Kai
Capistrangasse 10
1060 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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43
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Das Kai - Karte
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