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Das Reinisch - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 25. Juli 2014
Experte
bubafant
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2Speisen
4Ambiente
2Service
25 Fotos1 Check-In

Und weiter geht's mit der Schwechat-Rallye. Das Reinisch. Wenn Lokale sich mit einem Artikel a la "die Loren oder die Monroe" selbst adeln, bin ich schon etwas skeptisch. Wir befinden uns hier allerdings in einem Hotel mit angeschlossenem Restaurant. Frühstück für Nächtigungsgäste, für die Öffentlichkeit werktags von 12:00 bis 14:00 Uhr geöffnet und täglich abends von 17:00 bis 23:00 Uhr. Das Schild mit 'Bed and Breakfast' irritiert dann doch etwas.
Das Reinisch liegt mitten in einem Wohngebiet und lebt mutmaßlich hauptsächlich davon, Gäste der umliegenden Firmen, allen voran der Multi mit den drei Buchstaben, zu beherbergen. Den im Internet beworbenen kostenfreien Parkplatz im geschützten Innenhof finde ich schon mal nicht (Zufahrt in der Parallelgasse), es befinden sich allerdings auf der öffentlichen Straße vor dem Hotel hinter dem Taxibereich ausreichend Stellplätze.

Über ein paar Stufen erreicht man den Eingangsbereich, am Teppich steht gedruckt, in welche Richtung das Restaurant liegt (gegenüber der Zugang zum Hotel, mittig Treppen ins Kellergeschoß samt Sanitäranlagen, Lift habe ich keinen gesehen). Der gesamte Speisebereich ist Nichtraucherzone, im vorderen Thekenbereich mit einigen Barhockern gibt es nur große Tische für 6-8 Personen, eingebettet in runde Kojen mit Lederbänken. Wirkt für mich nicht wirklich gemütlich, die einzelnen Gäste wirken fast verloren.
Der nächste (Zwischen)Raum ist gediegen eingerichtet, dunkler Holzboden und Lederstühle, mediterran an Wand und in der Deko. Völlige Leere.

Egal, mein Ziel ist sowieso der letzte Bereich, der Wintergarten. Hier geht im wahrsten Sinn die Sonne auf (trotz strömenden Regens) – die Elemente im warmen Gelbton, eine Seite verblendet bis auf die Oberlichte mit dekorativen Arbeiten (Bezugnahme auf Carnuntum), die beiden anderen Fronten bis zum Boden verglast. Die junge Kellnerin bringt die Speisekarte, und es folgt die erste Unart, sofort nach dem Getränkewunsch zu fragen.
Die Speisekarte liest sich nach ordentlicher bis gehobener Wiener Küche mit etwas internationalem Einschlag, wie z.B. Rindercarpaccio, Rindssuppe mit Wiener Einlage, Carnuntum Riesling-Zwiebelsuppe, Tafelspitz mit Erdäpfelschmarrn, Wiener Schnitzel vom Kalb oder Schwein, Cordon Bleu, Rinderfilet Stroganoff, Mexikanischer Teufelsspieß, Entrecote, Forelle "Gut Dornau", Basilikumlachs, gefüllter Schokokuchen, Strudel oder Palatschinken "Austria". Weinangebote aus dem Burgenland und Niederösterreich.
Auf einem Extrablatt wird der Business Lunch angeboten, werktags von 11:30 bis 14:00 Uhr, Suppe und Hauptdessert um EUR 7,70, mit Dessert EUR 9,80.
Und zusätzlich eine saisonale a la carte Karte, die im Juli mediterrane Wochen anbietet. Neben einem Couvert (EUR 1,50) sind die Preise hier ziemlich gesalzen, z.B. feuriger Reinisch-Burger mit Sauce und Dipps um schlanke EUR 13,60.
Ich entscheide mit für den dreigängigen Business Lunch und spiele ein paar Mal PingPong mit der Rückfrage der Kellnerin – mit Dessert ? - ja, drei Gänge – mit Dessert ? ja, …

Die Einrichtung des Wintergartens ist auch gediegen bequem, wuchtige Ledersessel in einer BraunBeigeKombination, schlichte Holztische mit kleinem Tuch, Menage und Blumenschmuck. Leider wackelt mein Tisch auf dem Fliesenboden, es gibt keine Bierfilzerln zum Beheben des Problems.
Mein SodaZitron (EUR 4,10 !!!) wird in einer knallorangen Karaffe serviert, schaut peppig aus und passt perfekt zum Ambiente, bis man genauer hinschaut, am oberen Rand schon etwas abgenuddelt und verliert die Farbe, nicht ganz passend das Pressglas dazu. Nach der Klärung der Anzahl meiner gewünschten Gänge wird Besteck eingedeckt (nicht ganz nach Vorschrift, und die einzelne Teile sind nicht aus einer Serie) und eine Papierserviette am Rand des Tisches hochkant in Stellung gebracht.

Gazpacho
Serviert in einer mehr als ungeeigneten Geschirrkombination, rechteckige Platte und tropfenförmige Schale. Beim Bringen schaukelt sich der Inhalt auf und beschließt sicher erst im letzten Moment, doch in seiner Schale zu bleiben. Sieht nicht sehr schön aus.
Das Gazpacho selbst sehr kalt, aber auch sehr fruchtig mit einigen Stückchen. Ich kann kaum Zwiebel und Knoblauch ausmachen, im Abgang gibt es doch ordentliche Schärfe. In Ermangelung von Frischware hätte ich die Trockenkräuter weggelassen.
Währenddessen gibt es am Nebentisch eine Diskussion, da eine der drei bestellten Speisen falsch ist, so nett mit den Augen kann die Kellnerin gar nicht klimpern, die gestandenen Mannsbilder vom Kraftwerksbau lassen sich nichts aufschwatzen. Es kommt sogar der Manager, um die Situation zu entschärfen, später gibt es noch eine Entschuldigung der jungen Dame.

Spinatpalatschinken überbacken auf Gemüseragout
Wieder eine widerspenstige Kombination – runder Teller und ovale Auflaufform. Die Warnung, dass es heiß ist, ist obsolet - da der Käse auf der Palatschinke dermaßen schwarz-verbrannt ist, war das ursprünglich gute Stück zu lange im Ofen. Das Gemüseragout (Paprika in drei Farben, Zucchini und Pilze – ohne jegliche Würzung) ist für meinen Geschmack zu wenig gedünstet, es ist mehr als knackig, und alles zusammen schwimmt in einer Schlagobers-Suppe. Für die Füllung ist Cremespinat mit ein paar Schafskäsewürfeln verwendet worden. Jetzt heißt es einfach: Augen zu und essen.
Das negative Service-Highlight folgt auf dem Fuß: Nach zwei Bissen von der Palatschinke kommt die Kellnerin und stellt das Dessert auf den Tisch mit der Ankündigung – ‚das kann ich eh schon da lassen, oder ?‘. Meinen Einwand, dass das Eis schmelzen wird versteht sie praktischerweise wieder nicht, aber ich setze mich durch, und das Dessert wandert wieder Richtung Küche. Unglaublich.

Apfelstrudel mit Vanilleeis
Das erste Geschirrteil mit Stil – eine geschwungene Platte. Der Strudel ziemlich Mikrowellenheiß, g'schmackige, sehr fruchtige Fülle, nicht zu süß, keine Rosinen, etwas Zucker obenauf. Allerdings ist der Teil des Teiges, der mit der Fruchtfülle in Kontakt kommt, pickig sitzen geblieben. Eine Kugel Vanilleeis auf einer runden Waffel. Der kleine Braune (EUR 2,50) von Dallmayr schmeckt fad.

Fazit: Gott sei Dank habe ich nichts Höherpreisiges von der a la carte-Speisekarte gewählt, ich wäre ziemlich 'angefressen' gewesen. Service – geht gar nicht, wobei ich weniger der jungen Dame, die laut Rechnung noch Lehrling ist, einen Vorwurf mache, sondern vielmehr dem Management, denn ohne Einweisung oder –schulung kann das nichts werden. Freundliche Phasen wechseln mit Strecken, in denen sie nichts mehr verstehen will, ab; Ihre Ansage kurz vor zwei Uhr, "ich kassiere jetzt, weil ich gehe nach Hause" ist nur noch die Draufgabe.
Der Slogan 'feel the charming spirit' hat bei mir nicht gefruchtet. Erschreckend, dass mich neben einer doch einigermaßen guten Vorspeise nur noch eine gekaufte Kugel Vanilleeis auf zugekaufter Waffel begeistern kann. Gotte erhalte dem Reinisch die Hotelgäste, ich für meine Person war einmal Laufkundschaft und kein zweites Mal. Schade um den schönen Wintergarten.

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Kommentare (1)

am 25. Juli 2014 um 16:56

Passiert uns auch sehr oft, dass wir gleich vorweg nach unserem Getränkewunsch gefragt werden. Wünschen würden wir uns ja so Einiges. Aber wir wissen noch nicht, ob's denn das auch gibt. Weil: die Speisen-/Getränke-/Weinkarte ist noch nicht einmal in Sichtweite. Scheint so eine "Übersprungshandlung" zu sein.

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Das Reinisch
Mannswörther Straße 76
2320 Schwechat - Mannswörth
Hotel Das Reinisch
Niederösterreich
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