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Zum Werkelmann - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 21. Juli 2014
Experte
uc0gr
215
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28
4Speisen
4Ambiente
3Service
62 Fotos1 Check-In

Mitten im nicht nur bei Favoritnern sehr beliebten „Erholungsgebiet Laaer Wald“, genauer in einem Teil davon, dem „Böhmischen Prater“, liegt das Heurigen-Restaurant „Zum Werkelmann“. Wie der Name schon verspricht, darf man sich hier gute und auch deftige Kost, nicht jedoch kulinarische Höhenflüge, Gourmetküche oder ein dem Gast „streichelndes und umgarnendes“ Servicepersonal erwarten. Hier geht es um Gemütlichkeit, Zusammenhocken, Plaudern, Essen und Trinken und das, wenn möglich, mit der ganzen Familie. Einfach einmal die Seele baumeln lassen und dem Großstadtdschungel entfliehen ohne die Großstadt aber je verlassen zu haben.

Der „Böhmische Prater“ ist übrigens erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Grundstein war die Entwicklung eines ersten Ausflugsgasthauses aus der ursprünglichen Werkskantine der Wiener Ziegelwerke am Laaer Berg. Die meisten Arbeiter der Ziegelwerke stammten aus den damaligen Kronländern, Böhmen & Mähren, daher auch der Name „Böhmischer Prater“. Vom „gelernten“ Wiener wurden diese Personen auch liebevoll „Ziaglbehm“ genannt. Stetig entwickelte sich, nach ursprünglich nur ein paar Schaustellerfamilien, ein echter Vergnügungspark – damals ebenfalls noch in fester Hand der Böhmen und Mähren. Der „Böhmische Prater“ wurde im zweiten Weltkrieg völlig zerbombt und in den Nachkriegsjahren wieder zu dem aufgebaut, was er vorher war und wie er sich annähernd auch heute noch präsentiert.

Bereits um die Jahrhundertwende war der „Zum Werkelmann“ als „Gasthaus Hutter“ genau an diesem Ort bekannt. Von 1958 – 1986 war das Lokal dann geschlossen, und 1987 wurde es von der Familie Geissler, Nachfahren der Familie Hutter, wieder zum Leben erweckt sowie umfangreich renoviert. Also ist der „Zum Werkelmann“ durchaus eine Gaststätte mit einer sehr langen Familientradition – Chef ist derzeit Wolfgang Geissler.

Vor dem Lokal befinden sich zahlreiche, fast schon unübersichtlich viele Angebotstafeln mit diversen Empfehlungen. Gleich neben dem Eingang in den Gastgarten befindet sich rechts der rotierende Vertikalgrill für Stelzen und Grillhuhn. Mir persönlich ist es egal, ob Grillhuhn und Surstelze auf ein und demselben Grill gegart werden, für Moslems aber zum Beispiel ist das natürlich völlig ungeeignet. Wie es sich für ein Heurigen-Restaurant gehört, wird neben dem Á la carte-Speisenangebot, Gebackener Leberkäse, Surschnitzel, Gebackener Emmentaler oder Camembert, Blunzenpfanne, Grillhendl, Surstelze und Co, auch kaltes und warmes Buffet offeriert. Zu finden sind am Buffet natürlich alle Klassiker wie Kümmelbraten, Fleischlaberl, diverse Aufstriche, diverse Salate und auch hausgemachte Mehlspeisen.

Das Lokal selbst ist sehr rustikal und, bedingt durch ein Sammelsurium an originellen Tafeln und Bilder, äußerst heimelig und sympathisch. Offensichtlich hat man eine hohe Affinität zur ehemaligen „Ankerbrot“-Manufaktur, sei es durch alte Reklametafeln, Fotos aus der Fabrik oder auch Aufnahmen vom damaligen Werks-Fußballverein „KSV Ankerbrot“ - die Ankerbrot-Fabrik im 10. Bezirk war ja auch nicht weit weg (Absberggasse). In jedem Fall präsentiert sich das „Zum Werkelmann“ durchaus gemütlich, und man kann sich längeres Verweilen in netter Runde durchaus vorstellen. Die sehr massiven und schweren Holzbänke, -stühle und –tische aus hellem, freundlichem Holz unterstützen das auch überdies. Ein riesiger und sehr schöner Gastgarten mit einem recht großen Erlebnis-Kinderspielplatz bietet den lieben Kleinen viel Bewegungsfreiraum, und außerdem kann man den Spielplatz von vielen Tischen aus sehr gut einsehen bzw. beobachten – die „Kirsche auf der Torte“ ist natürlich der hauseigene Streichelzoo mit einem irrsinnig herzigen Schweinchen.

Zu trinken hatten wir „Gösser Naturgold Alkoholfrei“ (EUR 3,80/0,5l), einen „Apfelsaft mit Leitungswasser“ (EUR 2,60/0,5l) sowie einen „Großen Mocca (EUR 4,00). Die Getränke waren tadellos, der Mocca ein Wirtshaus-Durchschnitt, also leider eher schlecht denn gut.

Zweimal die „Nudelsuppe“ (EUR 2,80 - Tagessuppe) – die Suppe hatte sehr schöne Fettaugen, was auf ordnungsgemäße Fertigung schließen lässt, und genau so hatte sie auch geschmeckt, kräftig, nicht überwürzt und sehr gut. Nudeln waren auch recht großzügig vorhanden. Warum die Suppe mit EUR 2,80 verrechnet wurde, angeschrieben war die Tagessuppe mit EUR 2,50, weiß ich nicht mehr. Je glücklicher und zufriedener der Mensch, desto weniger fällt es ihm auf. Trotzdem gibt es für das schmackhafte Süppchen ein glattes SEHR GUT.

Einmal die „Gebackenen Hühnerstreifen auf Blattsalat mit Knoblauchsauce“ (EUR 7,80) – der besten Tochter von allen zuliebe wurde die Sauce auf eine sehr gute und hausgemachte Sauce Tartare getauscht. Eine außerordentlich große Portion an frischen und noch saftigen Hühnerfilet-Streifen wurde serviert. Sehr gut und knusprig paniert, in tiefem Fett gebacken und danach ausgezeichnet abgetropft. Der Blattsalat war frisch, knackig und nach Salat schmeckend - war es doch endlich einmal kein Eisbergsalat sondern ein gutes „Häupel“. Die Sauce, wie gesagt hausgemacht, sehr gut und halt in einem Plastik-Schälchen serviert, was ich aber bei diesem Lokalgenre als nicht erwähnenswert finde. In Summe ein glattes SEHR GUT.

Einmal den „Gebackenen Camembert mit Sauce Tartare und Preiselbeeren“ (EUR 7,80) – ganze sechs Ecken von einem g’schmackigen Camembert wurden serviert – hausgemacht, versteht sich. Sehr gut und sorgfältig paniert und gut vom Frittier-Fett abgetropft, lief einem der Käse beim Anschnitt eines Stückes bereits entgegen. Ebenfalls ein glattes SEHR GUT für eine sehr sättigende Portion. Sauce Tartare, wie beschrieben, Preiselbeeren aus dem Glas.

Für die Speisen gibt es daher in Summe ein glattes SEHR GUT auf diesem Lokalniveau und für dieses Lokalgenre. Hier wird ehrlich und g’schmackig, natürlich auch deftig gekocht. Selbst die Saucen sind allesamt hausgemacht, ebenso wie die meisten Mehlspeisen.

Auch für das sehr stimmige und die Erwartungen hier voll erfüllende Ambiente gebe ich gerne ein SEHR GUT in diesem Rahmen. Gemütlich, nett und mit hohem Wohlfühlfaktor, das ist der „Zum Werkelmann“ durchaus. Die Sanitäranlagen sind eher nüchtern steril dafür aber auch sehr gepflegt.

Für den Service gebe ich gerne ein GUT, jedoch werden in diesem Lokal nur die Getränke „normal“ vom Service aufgenommen und serviert. Speisen, auch bei á la carte, müssen beim Buffet selbst bestellt und sofort bezahlt werden – serviert werden die Speisen natürlich schon (außer Buffet). Ich finde das System, wenn man á la carte isst, nicht besonders sympathisch und eher umständlich.

Fazit: von mir gibt es für den „Zum Werkelmann“ eine glatte Empfehlung. Verbindet man den Lokalbesuch noch mit einem Spaziergang im Erholungsgebiet oder mit einer Visite des „Böhmischen Praters“, dann ist einem ein recht hoher Erholungsfaktor mitten in Wien gewiss. Es wir gut gekocht, und man kocht vor allem selbst. Für diverse Feiern etc. gibt es jedenfalls separate Räumlichkeiten wie zum Beispiel ein uriges, gemütliches und heimeliges Extra-Stüberl. Ein klassischer oder echter Heuriger ist das Lokal natürlich nicht, aber das will der „Zum Werkelmann“ ja auch gar nicht sein. Wir kommen, wie schon in der Vergangenheit, sicher immer wieder. Tolles Preis-/Leistungsverhältnis!

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Kommentare (14)

am 22. Juli 2014 um 17:56

cmling: Hopefully

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89
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am 22. Juli 2014 um 17:42

Alphawoelfin, mir scheint, Dein stummer Wunsch ist in Erfüllung gegangen.

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48
22
am 22. Juli 2014 um 15:23

Na...so stark scheint die Eiche doch nicht zu sein. Sie regt sich ja doch!

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152
83
am 22. Juli 2014 um 14:05

@Genussmenschen: Ich kann nachvollziehen, dass ihr hier für ein bisschen Gegenwind sorgen wollt.
Aber bitte: Schön wäre, wenn ihr eure Kommentare vor dem Abschicken nochmal gegenlest. Die ständigen Tippfehler sind nervig.

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89
16
am 22. Juli 2014 um 11:42

Die Situation ist weder hoffnungslos noch ernst und leider auch nicht unterhaltsam.

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48
22
am 22. Juli 2014 um 11:31

Der uc0gr ist ja ein richtig verschmuster Kerl - so viele Bussis will er an die Leut' bringen.

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67
17
am 22. Juli 2014 um 11:29

Die Situation hier ist hoffnungslos, aber nicht ernst!

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am 22. Juli 2014 um 11:17

Was ist mit Spas(z)ti(ger)?

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17
am 22. Juli 2014 um 11:17

aromatee1977 trinkt Aromatee hin und wieder an lauschigen Winterabenden ;-)
Heute wieder mit im Jausengepäck: Dong Ding Oolong, 2 Minuten 1st flush, 2 Minuten 2nd flush, 75 Grad :-D

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315
75
am 22. Juli 2014 um 11:14

Was ist mit Aromatee?

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83
am 22. Juli 2014 um 11:12

Naja, nach dem Fettnäpfchen (oder war's gar ein Ölfass?) "Warum alkoholfreies Bier? Autofahrer? Macke? Gewohnheit? Gesundheit?" musste sich Helmuth wohl arg für Gerry ins Zeug legen - um prompt in's nächste verbale Schmalzküberl zu steigen.

Übrigens, Helmuth - es gibt tatsächlich Leute, die so "uncoole Warmduscher" sind, und GERNE alkoholfreies Bier trinken - ich hab ständig eine Kiste davon zuhause, weil es kaum ein besseres isotonisches Getränk gibt als alkoholfreies Bier, egal ob vor dem Sport, nach dem Sport oder ohne Sport.

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315
75
am 22. Juli 2014 um 11:02

HelmuthS gibt Verweise?

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67
17
am 22. Juli 2014 um 00:29

Eigentlich Privatsache, ja, absolut. Ich müsste ja nicht darauf antworten, hatte aber von Anderen auch schon Mails bekommen, wieso ich seit etwa 1,5 Jahren keinen Alkohol mehr trinke, und somit stelle ich es hiermit klar, weil es für mich kein Problem ist.

Vor etwa 1,5 Jahren habe ich wieder wegen meiner Tumorerkrankung deutlich mehr Cortison bekommen, und das hat sich dann insofern gespießt, als ich immer mitrechnen musste, ob ich noch ein Bierchen oder ein Glas Wein trinken darf, oder nicht. Zu den anderen Medikamenten hat es auch nicht mehr gepasst und ganz besonders nicht mehr zu meiner Osteoporose.

Da ich aber immer gerne Bier getrunken habe und auch vor allem Rioja liebte, suchte ich damals nach Alternativen. Und da mir bis heute die Alternativen schmecken und mir der Alkohol so überhaupt nicht abgeht, bin ich dabei geblieben. Ganz einfach!

Nebenbei passt es zum Auto- und ganz besonders zum Motorradfahren auch nicht.

Zum Glück bin ich kein trockener Alkoholiker, sodass ich alkoholfreies Bier, das ja auch eine minimale Menge an Alkohol hat (< 0,5%), bedenkenlos und zu meinen doch zahlreichen Medikamenten kompatibel genießen kann. Und wenn ich Wein-Gusto habe, oder zum Essen Bier nicht passt, trinke ich heute eben meist Kombucha.

Du siehst also, Helmuth, alles, was du vermutet hattest, ist zutreffend:
Autofahrer? JA + Motorradfahrer
Macke? JA, aber eher körperliche LETT'N, denn Marotte
Gewohnheit? JA, ist jetzt schon dazu geworden
Gesundheit? JA

Gerry

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215
47
am 21. Juli 2014 um 23:38

Privatsache?

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Laaer Wald 218
1100 Wien
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