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Echo - Der City Thai Vienna - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 10. Juli 2014
Experte
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4Speisen
2Ambiente
2Service
40 Fotos1 Check-In

Der „Passauer Platz“ im ersten Bezirk wird sicher dem einen oder anderen Wiener nicht wirklich momentan sein, ist es doch ein Platzerl, wo man eher nicht zufällig vorbei kommt. Was aber jedem Wiener bekannt sein wird, ist die wunderschöne Kirche „Maria am Gestade“ und genau dort ist der „Passauer Platz“, der eigentlich mehr Gasse oder Kreuzung denn ein Platz ist. Hier also, als Ecklokal in einem Altbau, hat Christian Leyerer sein Lokal, „ECHO – der City Thai“.

Gegründet wurde das Lokal bereits 1984, begonnen als „Szene-Bar“. 1990 folgte dann die Erweiterung mit italienischer Küche, von Christian Leyerer selbst gekocht, danach immer mehr Tendenz zur thailändischen Küche und ab 2003, mit Unterstützung von Boontiga Steiner, gebürtige Thailänderin und seit damals Küchenchefin im „City Thai“, ausschließlicher Thai-Küche mit erstmaliger Erwähnung im „Gault Millau“. Im Jahr 2007 und 2009 folgten dann noch zwei spezielle Auszeichnungen, dem „Thai Select“ und „The Pride of Thailand certificate of Exellence“ – Auszeichnungen direkt aus Thailand. Christian Leyerer selbst hat seit fast 25 Jahren schon eine sehr hohe Verbundenheit zu Thailand, insbesondere zum südthailändischen „Koh Samui“. Übrigens gehört ihm auch noch die Pizzeria „Riva“ in der Türkenstraße.

Vor dem Lokal stehen drei Tischchen und das ist dann gleichzeitig der Schanigarten gewesen. Im Lokal wird man sofort und permanent von diversen asiatischen Figuren, Kunstwerken etc. begleitet. Aber es hält sich alles im Rahmen und wirkt absolut nicht überladen oder gar kitschig. Zentrum im Lokal ist die sehr große mächtige Holzschank, an der Front mit einer Notenzeile verziert, die vermuten lässt, dass diese Schank wohl auch einmal einem „eing’sessenen“ Wirtshaus dienen musste. Klassische Wirtshaussessel aus Holz mit Sitzpolster, die aber leider nicht befestigt sind und daher hin und her rutschen, halbmoderne Tische mit kleinem, zentralem Standfuß, die auch nicht wirklich standfest sind und eher als Bistrot-Tisch durchgehen würden, denn als Speisetisch. Zusätzlich sind die Tische sehr eng aneinander gereiht, sodass man hier von seinen Sitznachbarn wirklich alles mitbekommt.

Das gesamte Restaurant ist ein Nichtraucherlokal und hat eine relativ offene Küche, an der man ab und zu auch die Küchenchefin, Boontiga Steiner, erblicken konnte. Störend empfanden wir den Großbildschirm mit einer Endlosschleife eines Werbevideos zum Thema „Urlaub in Thailand mit Thomas Cook-Reisen“. Offensichtlich hat man eine Kooperation mit „Thomas Cook-Reisen“, denn auch auf dem Papier-Tischset findet sich eine großflächige Werbung dieses Reisanbieters.

Also so richtig toll wurden wir bei unserem Besuch nicht „Sawasdee“ (= Willkommen) geheißen. Eher so zwischendurch die Frage nach der Reservierung, die ich in jedem Fall empfehle, ansonsten hätte man keinen Platz mehr. Wir konnten uns dann aus drei Tischen einen auswählen, wobei es völlig egal gewesen wäre, weil die Tische ident und in einer Reihe waren. Am Tisch befand sich ein Körbchen mit Stäbchen, handelsüblicher Sweet-Chilisauce und ebenso handelsüblicher Sojasauce. Besteck für „Stäbchen-Legastheniker“, wie ich einer bin, musste nachgefragt werden. Nicht so einfach war dann die Getränkebestellung, weil eine der beiden Servicedamen, offensichtlich eine Thailänderin, im Prinzip nichts verstand, jedoch stets freundlich lächelte und zu allem nickte, auch wenn es eigentlich eine Frage war.

Zu trinken hatten wir das alkoholfreie Bier „Null Komma Josef“ (EUR 2,80 / 0,33l) sowie einen „Weißen Gespritzten“ (EUR 2,80 / 0,25l) – keine Beanstandung, völlig in Ordnung. Für die Speisen hatten wir einen Gutschein über jeweils drei Gänge mit freier Wahl aus der Speisekarte – es gab diesbezüglich absolut keine Restriktionen oder gar „Extra-Speisekarten“, sehr gut.

„Gebackene Hühner-Garnelen-Bällchen“ (EUR 6,50 – TOAD MAN)
Die Bällchen waren zwar eher Laibchen, was aber dem gesamtheitlich guten Geschmack nicht schadete. Allerdings waren die Bällchen nicht ausreichend gut vom Fett abgetropft und daher auch im Geschmack noch etwas fettig. Die Würzung gelang wiederum fantastisch, der Teig schmeckte sehr gut, hätte jedoch durchaus knuspriger sein dürfen. Gebettet wurden die Bällchen auf einem Salat, der sehr gut mariniert und frisch war. Dazu reichte man eine handelsübliche „Sweet Chili-Sauce“ sowie ein Schälchen mit gut mariniertem Gurkensalat und etwas von der roten Zwiebel. In Summe ein glattes GUT.

„Hühnersuppe mit Teigtaschen und Sojasprossen“ (EUR 4,50 – GIEW NAM)
Die Suppe war wunderbar und harmonisch abgeschmeckt, eine echte, hausgemachte Hühnersuppe, mit sehr natürlichem Geschmack, als Basis. Die Schärfe war auch für die beste Ehefrau von allen gerade und punktgenau richtig – spürbar vorhanden, aber nicht überwürzt. Die Teigtaschen, eigentlich Wan-Tan, waren knusprig und gut abgetropft. In Summe ein echter Genuss und daher SEHR GUT.

„Scharfer Glasnudelsalat mit Huhn“ (EUR 8,00 – YAM WONSEN)
Das Huhn butterweich gegart und zerzupft bzw. geschabt, die Glasnudeln nicht matschig, die untergemischten Gemüse knackig frisch und eine wunderbare, durchaus schärfere Marinade machten diesen Salat zu einem echten Highlight. Frische Chili fein geschnitten noch unter den Salat gehoben – besser geht es kaum. Selbst die beste Ehefrau von allen, die so etwas eigentlich eher nicht mag, war sehr angetan – AUSGEZEICHNET.

„Garnelen in Knoblauch-Pfeffersauce“ (EUR 15,50 - GUNG KATRIM PRIKTHAI)
Die Garnelen wurden, auf ausdrücklichem Wunsch der besten Ehefrau von allen, nicht zu glasig gebraten, was auch sehr gut gelang. Sehr gut gewürzt, aber nicht das fein schmeckende Garnelenfleisch erschlagend, wurden die Garnelen auch noch mit Schale, was für das Aroma wichtig ist, gegart und serviert. Eine ausreichend große Portion Reis dazu sowie ein hervorragendes Wok-Gemüse, frisch, bissfest und sehr gut. Ein glattes SEHR GUT für eine üppige Portion, die mit frischem Koriander vollendet wurde.

„Echo Ente gebraten mit Honig-Sojasauce und Gemüse“ (EUR 15,50 – PED YANG)
Die Ente war wunderbar zart und saftig, die Haut teilweise fast wie Popcorn aufplatzt und extrem knusprig. Die Honig-Sojasauce war gut, aber irgendwie fehlte mir der letzte Pfiff, das Wok-Gemüse, wie zuvor beschrieben, TOP. Auch diese Speise wurde mit ausgezeichnet gegartem Reis serviert – SEHR GUT.

„Gebackene Bananen mit Honigsauce“ (EUR 5,20)
Sehr g’schmackige und reife Bananen wurden in einem guten Backteig frittiert, gut abgetropft, mit Honigsauce glasiert und heiß serviert. Der geschmackliche Unterschied zu gebackenen Bananen von einem beliebigen „Asiatischen Buffet“ war enorm – SEHR GUT, leider jedoch nicht sehr toll präsentiert.

„Kokosnusseis“ (EUR 5,20)
Eine große Halbkugel mit sehr cremigem Kokosnusseis wurde serviert. Der Geschmack war sehr gut, merkte man selbst beim Geruch schon das herrliche Aroma der Kokosnuss. Die Präsentation jedoch war auch hier nicht besonders kreativ. Trotzdem ein SEHR GUT für einen sehr schönen Abschluss.

Für die Speisen gebe ich ein glattes SEHR GUT – tolle thailändische Spezialitäten, handwerklich wunderbar gefertigt und alle Speisen sehr harmonisch abgeschmeckt. Ja, irgendwie ähneln sich die Gerichte, insbesondere die Curries, optisch sehr, sie schmecken aber ganz bestimmt sehr unterschiedlich.

Für das Ambiente gebe ich ein leider nur ein MÄSSIG. Mich persönlich spricht ein Lokal, in dem sich Tisch an Tisch reiht und man dazwischen nur sehr schwer durchkommt, nicht besonders an. Auch längeres Verweilen kann ich mir beim besten Willen auf diesen Stühlen nicht vorstellen. Die Beschriftung der Sanitäranlagen ist recht originell, die Anlagen selbst präsentieren sich aber eher wie am Bahnhof – unten und oben offene Türen und nicht besonders ansprechend.

Auch beim Service kann ich nur ein MÄSSIG geben, geht es doch nicht an, Servicepersonal zu beschäftigen, das kein Wort versteht geschweige denn spricht und noch dazu äußerst unbeholfen wirkt. Die zweite Servicedame war offensichtlich heillos überfordert. Auch gab es keinerlei Nachfrage nach Getränken, man musste sich hartnäckig und mehrmals selbst melden - längere Wartezeiten ebenfalls obligat.

Fazit: ich empfehle das „ECHO Der City Thai“ gerne und mit gutem Gewissen. Tolle thailändische Küche, leider aber gepaart mit hinterherhinkendem Service und Ambiente. Die Preise sind dem Gebotenen völlig angemessen, wenn sie auch nicht günstig sind. Generell sind die Portionen im „City Thai“ recht groß und üppig, egal ob Salat, Vorspeise oder Hauptspeise. Täglich gibt es zwei Mittagsmenüs zur Auswahl, und im Sommer ist man auch immer mit einer Dependance auf der Summer-Stage im neunten Bezirk. Übrigens sind die im „City Thai“ angebotenen Kochkurse sehr empfehlenswert – man lernt zumindest ein mehrgängiges „Thai-Menü“ authentisch zu kochen. Wir kommen sicher wieder, aber ausschließlich wegen der bemerkenswerten, empfehlenswerten Küchenleistung.

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Kommentare (3)

am 12. Juli 2014 um 22:26

Perfekt, so machen wir es!

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Experte
67
17
am 12. Juli 2014 um 20:34

Ich bin bereits 22 Jahre verheiratet mit der besten Ehefrau von allen und du?

Einigen wir uns auf die jeweils "beste Ehefrau von allen, des jeweiligen Jahrgangs!"

Gerry

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Experte
215
47
am 12. Juli 2014 um 20:22

Sorry Gerry, aber die beste Frau von allen habe ich schon!

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Experte
67
17
Echo - Der City Thai Vienna
Passauer Platz 2
1010 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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