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Pizzeria Ristorante Assisi - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 3. Juni 2014
Update am 6. Juni 2014
Experte
uc0gr
215
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28
1Speisen
3Ambiente
2Service
62 Fotos3 Check-Ins

Als alter „Teilzeit-Simmeringer“ kenne ich die „Pizzeria Assisi“ seit der Eröffnung, und das ist auch schon etwas mehr als zwanzig Jahre her. Gleich neben dem damals für Simmering legendären „Tiroler Eck“ am „Schöllerberg“ eröffnete damals die „Assisi“. Ja, es war vor mehr als zwanzig Jahren für eine Pizzeria sicher leichter, Gäste mit italienischen oder auch nur pseudo-italienischen Speisen zu beeindrucken, waren weder die Dichte derartiger Lokale noch die Möglichkeiten oftmals nach Italien zu fahren so gegeben, wie heute. Ich hatte die „Pizzeria Assisi“ jedenfalls in guter Erinnerung für eine brave, wohlschmeckende und hausgemachte Holzofenpizza.

Das Internet und auch die Visitenkarte der „Assisi“ versprechen mit salbungsvollen, blumigen Worten: „Erlesene Speisen sollten wie ein Kuss sein. Denn mit dieser Begegnung beginnt der Genuss, den wir Ihnen bei uns bieten möchten.“ Voller Hoffnung besuchte ich daher nach jahrelanger Absenz wieder einmal die „Pizzeria Assisi“. Eines kann ich nach nun mittlerweile mehreren Besuchen vorwegnehmen, und ich will es ebenso salbungsvoll, blumig der „Pizzeria Assisi“ ins Stammbuch schreiben: „Die Hoffnung war sein Wanderstab, von der Wiege bis zum Grab!“

Das Lokal bzw. das Gebäude der „Pizzeria Assisi“ sieht ja von außen wahrlich nicht einladend aus. Natürlich kann man für so ein schmuckloses Gebäude nichts, aber man ist wohl schon verantwortlich, dieses mit weißen Tafeln und furchtbarer, wahrscheinlich aber recht günstiger Fassadenfarbe noch schrecklicher zu gestalten. Darüber hinweggesehen, erreicht man nach dem Eintreten in das Lokal über den linken Eingang, der rechts führt direkt zum Abholpult, bei dem man eigentlich bereits Teil der Küche ist, einen Gastraum, der bestenfalls als Warteraum für Abholer zu sehen ist. Furchtbar hässlich, aber gut zum äußeren Ambiente passend.

Der Gast, der Mut genug hat und noch nicht flugs umkehrt, geht weiter und erreicht einen sehr schönen, geschmackvollen und freundlichen Wintergarten (Raucherbereich). Die Tische sind alle optisch adrett und mit frischen Farben eingedeckt. Das ist der Augenblick, bei dem man sich zum ersten Mal vorstellen kann, in diesem Lokal zu verweilen. Links ein weiterer Teil des immens großen Wintergartens, der Nichtraucherbereich. Beide Bereiche des Wintergartens können mit großen Sonnensegeln vor Hitze geschützt werden. Durch den Raucherbereich hindurch, gelangt man in den eigentlichen Gastgarten, der ebenfalls durch eine riesige Doppelmarkise komplett beschattet werden kann.

Im aus meiner Sicht schöneren Teil des Wintergartens, dem Raucherbereich, nahm ich bei allen Besuchen Platz, da ich sowieso jeweils alleine war – immer deutlich außerhalb der üblichen Stoßzeiten. In der Mitte steht mitten im Raum ein echter Baum, wo man meinen würde, er hielte die gesamte Wintergarten-Konstruktion. Der Baum ist übrigens echt, die Triebe sind künstlich und wurden „eingepflanzt“. Leider wird der gute Gesamteindruck des Ambientes doch recht getrübt, sind doch alle Scheiben des Wintergartens, besonders oben, sehr verschmutzt. An den Wänden finden sich da und dort Bilder mit Szenen aus Italien, insbesondere Venedig, die aber irgendwie in das Gesamtbild passen und harmonieren – nicht kitschig.

Ich berichte nun im Detail nur von meinen letzten zwei Besuchen und halte fest, dass die „Pizzeria Assisi“ natürlich keinerlei Auszeichnungen, Hauben oder Sterne hat. Und wieder nehme ich es schon vorweg, ich hatte bei jedem Besuch, außer dem heutigen, stets die Hoffnung, einen schlechten Tag erwischt zu haben. Nun aber muss ich mir eingestehen, es gibt keine besseren Tage hier.

Getrunken hatte ich immer ein „Schlossgold Alkoholfrei“ (EUR 3,20), das tadellos gekühlt in der Flasche serviert wurde. Der „Espresso Doppio“ (EUR 2,80) ist ein eher dünner und nicht sehr gehaltvoller Espresso, der eigentlich wie ein klassischer „Verlängerter“ schmeckt.

Einmal die „Zuppa Pavese“ (EUR 3,70 - hier „Suppe Pavese“ genannt) – eine wunderbare Suppenspezialität aus der Lombardei würde man sich nun erwarten und wünschen. Serviert wird aber ein sehr dünnes, sehr stark verdünntes Rindssüppchen, gestreckt mit klassischer Suppenwürze von etwa einem Liter auf das Zehnfache. Dazu noch ein uninspiriertes, kaum geröstetes, einfaches Toastbrot vom Großmarkt, Parmesan aus dem Sackerl, Eidotter einfach schnell auf den Toast gekippt und völlig verkochtes und matschig-breiiges Gemüse (Zucchini, Karotten), das hier gar nicht hineingehören würde, und fertig ist das Kunstwerk á la „Zuppa Pavese d’Assisi“. Das ist maximal und nur mit größter Nachsicht ein MÄSSIGES „Vergnügen“.

Danach wurde jeweils das Tafelmesser auf das „Billigsdorfer“-Plastikpizzamesser getauscht, das schon einige Durchgänge im Gebrauch und einige Spülgänge in der Spülmaschine hinter sich hatte – richtig unappetitlich im Aussehen.

„Pizza Caprese“ (EUR 7,90 – Tomaten, Käse, Mozzarella, frische Tomaten & frischer Basilikum) – schon beim Servieren machte es mich stutzig, dass die Pizza nirgendwo am Rand Blasen wirft, nicht etwas ungleichmäßig gebräunt ist, trotzdem man hier einen altbewährten Holzofen hat, der natürlich ganz andere, teilweise auch ungleichmäßige Hitze erzeugen kann als ein Elektroofen. Die Vermutung, dass eher die Teigmischung schuld daran wäre, wurde mit dem ersten Bissen bestätigt – ein recht schwerer, beim Abkühlen immer zäher werdender Pizzateig. Auch die Dicke des Teiges in der Mitte der Pizza betrug durchgehend in etwa 1cm. Der Rand nicht knusprig, eher weich, der „normale“ Pizzakäse wohl der billigste, fertig geriebene Gratinkäse aus dem Großmarkt, der alleine vom Geschmack schon absolut unpassend war – rein optisch erkannte man natürlich schon, dass dieser Käse nicht einmal im Holzofen völlig schmelzen oder gar zerfließen könnte. Ja, es wurde tatsächlich auch, wie versprochen, Mozzarella verwendet, aber sicher kein Mozzarella di Bufala sondern billiger Kuhmilch-Mozzarella. Die Paradeiser auf der Pizza waren geschmacklos, sehr grobmotorisch viel zu dick und schief geschnitten, sie glichen eigentlich eher schon den Rädern eines Streitwagens, und natürlich wurden sie samt Strunk serviert. „Zum Glück“ wurde der Eindruck noch mit einem völlig welken Basilikumblatt abgerundet. Ehrlich, mit einem MÄSSIG ist man hier noch gut bedient.

„Pizza Assisi“ (EUR 8,90 – Tomaten, echter Parmaschinken, Mozzarella & Basilikum) – für den Pizzateig gilt alles, wie beschrieben, damals war halt die Pizza noch blasser als heute. Der Parmaschinken war wohl der geschmackloseste meines Lebens, völlig belanglos schmeckender Parmaschinken der billigsten Sorte, der aussah wie gekochter Beinschinken und nicht wie luftgetrockneter, aromaintensiver Parma. Die Basilikumblätter wurden lieblos irgendwie über die Pizza „geworfen“ und abermals wurde recht geschmacksneutraler Kuhmozzarella serviert. Beide Male hatte ich, ich habe es gern etwas scharf, Chiliöl dazu. Auch das billige Chiliöl aus dem Großmarkt – es ist ja auch so schwer, selber eines anzusetzen - war bestenfalls geschmacksneutral.

Summa summarum kann ich für die gebotenen Speisen nur ein MÄSSIG geben, mit dem man aber in Wahrheit noch gut bedient ist. Würde die Italienische Küche tatsächlich dem entsprechen, was hier geboten wird, kein Mensch würde sie außerhalb von Italien kennen. Glücklicherweise aber beweisen einem genau solche Lokale wie die „Pizzeria Assisi“, dass die Italienische Küche viel mehr zu bieten hat, als bloß irgendeinen belanglosen Teigfladen mit irgendwelchen noch belangloseren, geschmacklosen Zutaten zu belegen. Ich lernte in meinen letzten Besuchen: „Hier gibt es keinen schlechten Tag – hier wird tatsächlich so gekocht!“

Dem Ambiente gebe ich ein glattes GUT, da ich den Wintergarten und den Gastgarten sehr nett und einladend finde. Natürlich darf man nirgendwo genauer hinsehen, denn das Interieur ist doch mittlerweile da und dort recht abgenützt oder „überwuzelt“, wie der Wiener sagt. Den Raucherbereich trennte man mit einer automatisch schließenden Glasschiebetüre ausgezeichnet – vorbildlich. Die Toiletten sind ganz O.K. aber nicht mehr zeitgemäß und deutlich abgenützt – so zum Beispiel ein recht rostiger Spiegelrahmen. Die Menagen am Tisch sind bei genauerer Betrachtung doch ölig verschmutzt und die Plastikblumen an meinem heutigen Tisch wahrscheinlich von der Kerze versengt. Daher ist man mit dem Gut wohl auch noch eher milde gut bedient.

Dem Service gebe ich leider ebenfalls ein MÄSSIG, denn mehr als ein „Bringdienst“ war das nicht. Meine Nichtzufriedenheit mit den Speisen äußerte ich zwar, aber ich hätte sie auch in das berühmte „Sackerl“ sprechen können. Außerdem geht der Service lieber in den Gastgarten gießen, denn mich zu versorgen. Ich hasse es, Servicekräfte herwinken zu müssen, weil ich, „Entschuldigung bitte“, etwas konsumieren will.

Fazit: ich gönne jedem dieses Lokal, so er davon überzeugt ist. Mit Italienischer Küche hat das aber absolut nichts zu tun. Jeder Pizzaiolo würde im Erdboden versinken, säße er vor so einer Pizza. Für mich hat es sich ab heute mit dem Test der „Pizzeria Assisi“ erledigt, man kann dort nicht besser kochen. Ein klassischer „Pseudo-Italiener“ mit unterdurchschnittlicher „Pseudo-Italienischen Küche“. Darüber hinaus meine ich, und ich bin selbst ein regelrechter Tiernarr, hat ein freilaufender Haushund im Gastraum, egal wie lieb und klein, nichts verloren. Für das Lokal gibt es natürlich von mir keine Empfehlung!

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Kommentare (9)

am 6. Juni 2014 um 12:42

"Wau Tzi", bitte!

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152
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am 6. Juni 2014 um 12:03

Koreanisches Kaninchen? ;-)
Oder chinesisches - als Teigtasche: "Wao Zi" :-P

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315
75
am 6. Juni 2014 um 11:45

Muß mal wieder nach Asien...(*duckundrennweg)

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152
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am 6. Juni 2014 um 10:29

Aber so ein Hunde-Kaninchenragout mit an g'scheitn Safterl... :-D

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215
47
am 6. Juni 2014 um 10:24

Hund stört mich auch nicht. Solange "coniglio" und nicht "caniglio" auf der Karte steht ;-)

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315
75
am 6. Juni 2014 um 10:22

Lieber laurent,
habe es hier noch nicht, wie auf FB, korrigiert. Danke für den Hinweis....der passt auf, wia a "Haftlmocha".
Gerry

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215
47
am 6. Juni 2014 um 10:13

Speisen 2 (mäßig) oder doch 1 (mangelhaft) wie es in FB bei Der Weinrat & Freunde auf Futtersuche bewertet wurde?

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300
58
am 4. Juni 2014 um 10:49

Nein, magic, grundsätzlich stören mich Hunde auch nicht, aber er läuft im Lokal frei herum, und ich sehe da eine gewisse Problematik, wenn Kinder zu Besuch sind.

Da könnte einfach etwas passieren, unabhängig davon, wer die Schuld hätte...

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215
47
am 3. Juni 2014 um 23:31

Hund würde mich nicht stören.

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Pizzeria Ristorante Assisi
Kaiser Ebersdorfer Straße 82
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