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Wok House - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 2. Juni 2014
Experte
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28
4Speisen
3Ambiente
3Service
78 Fotos1 Check-In

Eigentlich wollten die beste Tochter von allen und ich ja in das „Green Asia“ im 22. Bezirk. Nach nicht wirklich lustiger Anfahrt vom Stadtzentrum aus durften wir dann am Lokaleingang lesen, dass man bis einschließlich 30.06.2014 geschlossen hat – toll. Einen Hinweis darüber findet man natürlich nicht im Internet, das ich vorsorglich noch vorher beauskunftete. Schon einmal im 22. Bezirk angekommen, auf Asiatische Küche bereits eingestellt, beschlossen wir daraufhin, das nicht weit vom „Green“ gelegene „Wok-House“ zu besuchen.

Rechts vom Lokal benachbart fällt uns gleich einmal das Nebengebäude, eine kleine Kirche, mit deutlicher Verlautbarung auf: „Chinesische Christliche Gemeinde Wien“. In weiterer Folge konnte man dann beobachten, dass Menschen asiatischer Herkunft von genau dort in das „Wok-House“ pilgerten – na wenn das kein gutes Zeichen ist. Ebenfalls rechts, am Lokal aber angebaut, findet sich eine Art Wintergarten, der sich als gut abgetrennter Raucherbereich herausstellt. Diesen Gastraum kann man auch für diverse Feste, Feiern, etc. mieten.

Von außen wirkt das Lokal gar nicht recht groß, doch man täusche sich nicht in dem, was einen dann erwartet und begegnet. Zuerst durch den kleinen Empfangsraum, vorbei am Schankbereich, erreicht man einen riesigen Gastraum, eigentlich eher einen Speisesaal, in dem das Buffet, gefühlt unendlich lang, aufgebaut ist. Ein überwältigender Anblick, und ein Herumgewusel einer beträchtlichen Menschenmenge. Das Buffet ist nicht nur irrsinnig lang sondern darüber hinaus auch noch beidseitig befüllt, also in zwei Bahnen. Den großen Gastraum versuchte man optisch aufzulockern: mit einer über ein paar Stufen erreichbaren Erhöhung und einigen mit Glas abgetrennten Sitzkojen. Das obligate Aquarium fehlt im „Wok-House“ auch nicht, ist bunt und sehr gepflegt, wäre in jeder Wohnung ein Highlight, verliert sich hier im Lokal aber völlig.

Die Einrichtung besteht aus von Asia-Lokalen bekannten Holzmöbeln, hochglänzend und mit ein paar asiatischen Intarsien. Wir hatten (siehe Einleitung oben) natürlich nicht reserviert, wurden aber trotzdem sehr freundlich empfangen und an einen netten Tisch in einem seitlich abgetrennten Nebengastraum geführt. Das kam uns sehr entgegen, da wir nicht mitten unter der Menschenmasse mit begleitend lauter Akustik sitzen mussten. Alle Räume sind übrigens klimatisiert, was durch die Bauweise und durch das Beheizen des riesigen Buffets auch sicher notwendig ist. Aus dem Fenster blickten wir in einen kleinen, seitlichen Gastgarten in der eher schwach befahrenen Salbeigasse. Dem Besitzer gehört außer dem „Wok-House“ auch noch das „Hua Qiang“ in der Hartlebengasse 21 (fast vis á vis über die Erzherzog-Karl-Straße).

Ich halte an dieser Stelle gleich fest, dass ich von diesem Lokal bewusst etwas mehr Fotos gemacht habe, aber man sollte sich von dem so umfangreichen Angebot und der enormen Größe des „Wok-House“ schon vorab ein möglichst gutes Bild machen können. Das Lokal hat weder Auszeichnungen noch Hauben oder Sterne und genau auf diesem Lokalniveau wird auch die Bewertung ausgeführt.

Speisekarten gibt es keine im Lokal, entweder man nimmt Buffet und/oder Teppanyaki bzw. Wok. Eine Besonderheit in diesem Lokal ist ja, dass alle Rohzutaten mit gewünschter Sauce entweder am Teppan-Grill oder eben im Wok zubereitet werden. Showküche links = Wok, Showküche rechts = Teppanyaki. Das System ist im Prinzip wie überall: Rohzutaten auf den Teller schlichten, die Kluppe mit der gewünschten Saucennummer am Tellerrand fixieren und in der Showküche abgeben. Hierbei offenbart sich aber leider eine echte Schwachstelle des „Wok-House“, die Klammern sind unpassender Weise aus Naturholz. Sehr unhygienisch, da die Holzkluppen unter Umständen mit der Sauce oder den rohen Zutaten in Berührung kommen und kaum vollständig zu reinigen sind.

Positiv ist in jedem Fall, dass man bei den Teppanyaki-Saucen eine größere Auswahl als üblich findet. Als Beispiele seien hier „Yakiniku“ (würzige koreanische Sauce), „Gong-Bao“ (Chili & Knoblauch) oder auch „Tonkatsu“ (leichte, aromatische Sauce für Nudeln & Gemüse) genannt. Zusätzlich gibt es eine sogenannte „Monatssauce“ für Wok & Teppanyaki, dessen Zusammensetzung bei der Show-Küche angekündigt wird.

Das Angebot an Roh-Zutaten für Teppanyaki und Wok ist schier unendlich, sei es beim Gemüse- oder beim Meeresfrüchte-Angebot. Alles was es sonst auch immer und überall beim Asiatischen Buffet gibt, nur von allem noch deutlich mehr, so könnte man es auf einen Nenner bringen. Besonders herausstreichen will ich nur ein paar Dinge, wie Miesmuscheln, Jakobsmuscheln (schön in der Schale präsentiert, aber noch mit dem Corail), Tintenfisch, Mini-Sepia, verschiedene Garnelen bzw. Shrimps, oder Shiitake-Pilze,…

Leider werden aber auch unsinnigerweise Pangasius und ganz besonders unsinnig, „gemeines asiatische Reis-Beuteltier“, auch Känguru genannt, angeboten. Beim Fleisch fielen mir als Besonderheit sehr schön geschnittene Medaillons vom Rostbraten auf. Aber auch das restliche Fleischoffert (Huhn, Pute, Rind, Schwein, Lamm, Hühnerspieß) wirkte sehr appetitlich und frisch. Fisch-, Meeresfrüchte- und Fleischbuffet wurden sehr gut mit Eis gekühlt, ohne das Gut einzufrieren – es herrschte permanente und besonders penible Kontrolle dieser Buffetbehälter durch die Servicemannschaft.

Die mehr als nur ausreichende Salatbar, die endlich wieder einmal Kimchi beinhaltete, war ebenfalls sehr appetitlich frisch. Dressings von einfacher Vinaigrette bis hin zur Cocktailsauce gab es ebenso wie Algen- oder Sprossensalat.

Das Sushi- und Makibuffet bot zu den normalen Standards auch noch Nigiri-Sushi mit Ei, Seeaal und Oktopus, sowie California-Rolls mit Avocado und geröstetem Sesam, die besonders dadurch sehr nussig und harmonisch schmeckten.

Zum Buffet der fertigen Speisen ist zu sagen, dass natürlich auch hier die üblichen Klassiker angeboten werden, jedoch besteht auch diesbezüglich ein deutlich erweitertes Angebot wie zum Beispiel Kokosgarnelen, gebackene Jakobsmuscheln oder hausgemachte knusprige Gemüsesäckchen.

Ein abermals sehr umfangreiches Nachspeisenbuffet bot gebackene Bananen, Pfirsiche und Ananas, Muffins, Puddings, Tira mi su, Bananen-Schokopalatschinken, Kokosbällchen, und noch vieles mehr, leider aber auch Gummi–Klumpert, Schoko-Bananen und Salznüsse. Ergänzt wurden die Nachspeisen von diversen Obstsorten (frisch), einem Convenience-Eis-Buffet (Zitrone, Schokolade, Vanille & Erdbeere) und vom Zuckerbäcker gelieferte Mehlspeisen, schön präsentiert in einer extra Kühlvitrine. Gebackenes Eis am Buffet zu bieten, ist zwar originell und sich von Anderen abhebend, aber es funktioniert naturgemäß nicht – das Vanilleeis schmilzt zwangsläufig zur Sauce, wenn auch der gute Geschmack im sehr guten Backteig verbleibt.

Ich biete der Vollständigkeit halber nur eine Aufzählung der von uns konsumierten Speisen, da eine Beschreibung im Detail jeglichen Rahmen sprengen würde:

„Pikant-Saure Suppe“, „Hummerchips“, „Gebratene Nudeln mit Gemüse“, „Gebackenes Eis“, „Gebackenes Sesambällchen aus Klebereisteig“, „Knuspriges Huhn“, „Gyoza mit Garnelen & Gemüse“, „Gebackenes Gemüse“, „Mini-Frühlingsrollen mit Gemüse“, „Knusprige Gemüsesäckchen“, „Knusprige Ente“, „Gebratenen Nudeln mit Gemüse“, „Gan-Ben Hühnerfleisch“ (immer warten, bis es frisch kommt, sonst ist es nicht knusprig), „Kimchi“ (wunderschöne Farbe, was bei Milchsäurevergorenem nicht immer der Fall ist und sehr gut), „Hausgemachte Bananen-Schoko-Palatschinke“, „Tira mi su“ (gut, aber nur der Name ist gemein) sowie eine „Konditor-Erdbeer-Topfenschnitte“.

In Summe waren alle Speisen klar um einen Deut besser als bei durchschnittlich guten asiatischen Buffets mit Teppanyaki. Daher muss ich fairerweise, alleine schon um den Unterschied in der Qualität und Auswahl zu unterstreichen, ein SEHR GUT geben. Das Gebotene hebt sich von den „üblichen“ Buffets einfach ab, und die Speisen schmeckten durch die Bank sehr gut und stimmig gewürzt. Dass man bei diesem wahrlich enormen Wareneinsatz und dem irrsinnig breiten Speisenangebot jetzt nicht auf „Wildfang“ oder „Nachhaltigkeitssiegel“ bestehen darf, liegt auf der Hand.

Unsere Getränke bestanden aus „Schlossgold Alkoholfrei“ (EUR 3,30 / 0,5l), „Lycheesaft-Leitungswasser“ (EUR 2,60 / 0,5l), „Eistee-Zitrone-Leitungswasser“ (EUR 2,40 / 0,5l) sowie einem sehr guten „Doppelten Espresso“ (EUR 3,00) der Marke „MOAK“ (siehe Link ).

Für das Ambiente gebe ich in Summe ein glattes GUT, allerdings hatten wir das Glück nicht mitten in den Menschenmassen zu sitzen. Die Sanitäranlagen sind trotz der Bewältigung des großen Andranges sehr sauber. Ausnahme sind nur die Stellen, wo ein paar Idioten nichts Besseres zu tun hatten, als WCs in einem Restaurant zu beschmieren.

Der Service verdient aus meiner Sicht ebenfalls ein glattes GUT. Wir hatten eine entzückende Servicekraft, die wirklich sichtbar ihr Bestes tat. Brav und rasch wurde von unserem Tisch das schmutzige Geschirr abserviert, manchmal waren halt etwas Wartezeiten einzukalkulieren. Besonders positiv auffallend war auch die Tatsache, dass wirklich unaufhörlich die Servicekräfte durch die Gänge des Buffets wieseln, permanent Buffetbehälter kontrollieren, auffüllen und auch putzen.

Fazit: für das „Wok-House“ gibt es von mir eine glatte Empfehlung – man sollte das zumindest einmal genossen und erlebt haben. Ich war schwer beeindruckt über dieses Angebot bei gleichzeitiger Qualität. Dass das AYCE im „Wok-House“ etwas teurer ist (EUR 14,90 pro Person) ist völlig nachvollziehbar und eigentlich sogar noch sehr günstig. Was ich persönlich auch noch nie sah: hier wird der warme Pflaumenwein per Selbstbedienung ausgeschenkt! Eine, aus meiner Sicht besonders durch Beobachtung mancher Personen bestätigt, sehr mutige Geste. Es gibt keinen Ruhetag, man hat täglich und durchgehend geöffnet. Der Internetauftritt ist sehr sympathisch und ausreichend informativ. Eine eindrucksvolle und genüssliche Erfahrung, das „Wok-House“. Wir kommen sicher wieder.

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Kommentare (2)

am 25. Oktober 2014 um 15:14

Danke für die Info!

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Experte
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am 25. Oktober 2014 um 00:10

Nur ne kleine Anmerkung;-) Man kann da tatsächlich à la carte essen. Habe ich einmal beobachtet und bei einem Kellner nachgefragt. Er zeigte mir dann die Speisekarte.

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Wok House
Erzherzog-Karl Straße 169
1220 Wien
Speisen
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Service
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