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Himmelpforte Restaurant & Bar - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 31. Mai 2014
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4Speisen
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3Service

Das Restaurant „Himmelpforte“ befindet sich schräg vis á vis vom „Ronacher“ in der Himmelpfortgasse, daher auch der Name des Lokals. Bereits seit 1996 führt Günter Kitzler mit seinem Team die „Himmelpforte“. 2006/2007 wurde dann das gesamte Lokal neu gestaltet und umfassend renoviert. Vor dem Lokal befindet sich ein kleiner, straßenseitiger Schanigarten für etwa 30 Personen.

Man bietet vorwiegend Wiener Küche und Steaks, aber auch ein paar Internationale Gerichte, besonders auf der Wochenkarte. Stadtbekannt ist man jedoch wohl durch das nicht alltägliche Angebot diverser Käsefondues und auch Schokoladenfondues geworden. So wurde man vom „Kurier“ immerhin zum „Fonduelokal der Jahre 2007 und 2008“ ausgezeichnet.

Wir haben bei beiden Besuchen jeweils im Vorhinein reserviert – der besten Ehefrau von allen zuliebe beide Male im Raucherbereich, dem oberen Gastraum. Dieser Gastraum besticht durch sein zwar einfaches aber originelles Interieur. Unverputzte Ziegelwände, jeder Ziegel natürlich mit dem Brandzeichen versehen, ergänzt mit Möbel aus dunklem Holz bzw. Stühle aus hellem Leder machen einen sehr heimeligen und sympathischen Eindruck. Schlicht doch irgendwie auch elegant und gemütlich, wenn auch Essen an Hochstühlen und Hochtischen, die sich aber als recht bequem herausstellten, eigentlich nicht zu meinen Vorlieben gehört. Die Tische waren bei beiden Besuchen adrett mit Stoff eingedeckt und vermittelten einen sehr guten Eindruck. Als störend empfanden wir jedoch den großen Fernseher über der Schank, eine Endlosschleife eines Werbevideos der „Himmelpforte“.

Die „Himmelpforte“ hat keinerlei Auszeichnungen oder Hauben und daher fällt meine Review auch in diesem Rahmen und auf diesem Lokalniveau aus. Jeweils freundlich empfangen, wurden wir bei beiden Besuchen an unseren Tisch geführt, wie es sein soll. In der sehr übersichtlich gestalteten Speisekarte wurden wir sehr rasch fündig, und ich berichte im Detail von den konsumierten Speisen unserer Besuche.

Für das Couvert (EUR 2,90) erhielten wir einmal „Hausgemachtes Grammelschmalz & Hausgemachten Kräuteraufstrich“ – beide Aufstriche sehr gut gefertigt und abgeschmeckt, doch eher deftig. Das Brot dazu war aber leider nicht mehr frisch und lediglich bestand lediglich aus „Türkischem Fladenbrot“. Beim zweiten Besuch erhielten wir nur einen „Hausgemachten Frühlingsfrischkäse“ mit bereits erwähntem, nun aber etwas frischerem Brot.

„Paprikaschaumsuppe“ (EUR 4,20) – eine eher dickere, aber sehr brav gemachte Cremesuppe wurde serviert. Der orangene Farbton war appetitlich und der Geschmack intensiv nach frischem Paprika. Eine absolut GUTE Suppe.

„Grießnockerlsuppe“ (EUR 4,20) – wir erhielten eine sehr gut gemachte, ausreichend kräftige Rinderbouillon mit schönen Fettaugen obenauf, ein gutes Zeichen für richtig gekocht. Das Grießnockerl war ebenfalls hausgemacht, flaumig und g’schmackig – SEHR GUT.

„Kleines Beef Tartare mit Sauergemüse und Toastbrot“ (EUR 12,40) – das Tartare war zwar bereits fertig abgeschmeckt, was wir nicht so gerne haben, jedoch war es ausreichend, aber den feinen Rindfleischgeschmack nicht erschlagend, vollendet. Sehr erwähnenswert, das Beef Tartare war gehackt, nicht faschiert, und die Fleischqualität schmeckte sehr gut. Das Sauergemüse bestand lediglich aus zwei milden Pfefferoni, auch „Puszta-Gurkerl“ genannt, sowie einem eingelegten Baby-Mais. Dazu wurden noch roter Zwiebel, Butter und gut getoastete Toastbrotecken gereicht – SEHR GUT.

„Filetsteak mit jungem Gemüse und Kroketten“ (EUR 21,50) – sowohl die beste Ehefrau von allen als auch ich bestellten das Filetsteak „medium“, was dem Koch leider nicht gelang. Beide Steaks wurden „well-done“ serviert. Uns wurde zwar Ersatz angeboten, wir wollten aber nicht noch einmal warten und schon gar nicht, dass diese schönen Stücke vom Rind im Abfall landen. Die Fleischqualität war entgegen der Zubereitung bei beiden Filets sehr gut – sauber zugeputzt, schöne Röstaromen und sehr guter Fleischgeschmack. Dazu erhielten wir hausgemachte Kräuterbutter, ein braves, aber unspektakuläres, jedoch ebenfalls hausgemachtes, zu lange gegartes, mediterranes Gemüse und Erdäpfel-Kroketten, die, wie so oft, ein Convenience-Produkt waren. In Summe gebe ich dem Steak leider nur ein MÄSSIG – Garpunkt absolut nicht getroffen, Beilagen unspektakulär und teilweise nicht hausgemacht, den Preis einfach nicht wert.

„Gorgonzola-Rucola Fondue“ (EUR 20,50 pro Person - Fonduekessel mit Greyerzer, Emmentaler, Gorgonzola und Rucola, gemischtem Brotteller und einem kleinen Salat) – das Käsefondue hatte genau die richtige Konsistenz, nicht zu dick mit Stärke abgerührt und mit wunderbarem Käsearoma. Der Gorgonzola wurde sparsam genug, um die restlichen Aromen nicht zu übertünchen, aber in genau ausreichender Menge dem Fondue zugefügt. Die Kombination mit dem Rucola ist als sehr gelungen und harmonisch zu bezeichnen. Dazu wurden Würfel vom Weiß- und Schwarzbrot sowie zu groß geschnittene, nicht ganz sorgfältig geschälte Erdäpfel gereicht – auch wurden nicht alle „Augen“ der Erdäpfel beseitigt. Der gemischte, kleine Salat war frisch und gut nach „Wiener Art“ (süßlich) mariniert. In Summe gebe ich für das Käsefondue gerne ein SEHR GUT, bei den Beilagen sollte man aber etwas sorgfältiger arbeiten. Eine echte Mezzie ist das Käsefondue, bei einem Preis von EUR 20,50 pro Person, sicher nicht. Es ist aber auch nicht überall erhältlich und daher originell, aus den üblichen Speisenangeboten herausragend. Alle Fondues werden übrigens erst ab zwei Personen angeboten.

„Schokoladen-Fondue von der Toblerone“ (EUR 14,50 pro Person - Fonduekessel mit Toblerone und frischen Früchten) – wer Schokolade oder noch besser diese wunderbaren Ecken „Toblerone-Schokolade“ liebt, der wird sich wohl, wie ich, am liebsten in dieses Fondue hineinsetzen. Dieser typische und einzigartige Toblerone-Geschmack – zarte, samtige Milchschokolade, Honig, Crispies – war hervorragend und ausgesprochen gelungen. Die dazu gereichten Früchte (Kiwi, Zuckermelone, Erdbeeren und Bananen) waren wunderbar frisch und bis auf die Erdbeeren, sehr aromatisch. Dass die Kiwi nicht vom Mittelteil befreit wurde, störte uns nicht, waren die Kiwis doch ausreichend reif und weich. In Summe gebe ich diesem Gang aus tiefster, schokoladiger Seele ein AUSGEZEICHNET.

„Hausgemachte Topfenknödel auf Fruchtröster nach Saison“ (EUR 7,50) – ein sehr flaumiges und tatsächlich hausgemachtes Topfenknöderl wurde mit gerösteten Bröseln (mir persönlich zu wenig geröstet) auf einem Fruchtspiegel (Beeren und Birne) serviert. Gut gemacht, sehr brave Küchenleistung, aber unspektakulär. Daher gibt es hierfür ein sehr gutes GUT.

Unsere Getränke bestanden aus „Schlossgold Alkoholfrei“ (EUR 3,20), einem ausgezeichneten „Doppelten Espresso“ (EUR 3,80) aus dem Hause Danesi, einer ebenfalls sehr guten „Melange“ (EUR 3,90) sowie einem „Soda Zitron“ (EUR 3,80 / 0,5l). Tadellos und ohne Beanstandung.

In Summe würde ich für die Speisen gerne ein 3-4 geben, aber im Zweifel bin ich immer für den „Angeklagten“, und daher tendiere ich aus diesem Grund zu einem SEHR GUT, insbesondere unter der Berücksichtigung, nicht in einem Haubenlokal zu speisen.

Für das Ambiente gebe ich ein glattes GUT, jedoch sind für den Gast hörbar laute Streitereien in der Küche nicht gerade entspannend. Das Lokal ist sauber und sehr gepflegt, die Sanitäranlagen können aber nicht so überzeugen. Rinnsale statt Pissoirs sind nicht zeitgemäß und darüber hinaus unangenehm. Auch die Kontrolle auf am Rand abgeschlagenes Porzellan sollte man sorgfältiger durchführen. Der riesige Keller für bis zu 140 Personen bietet ein sehr schönes, durch die Kellergewölbe altes und uriges Ambiente, vollendet durch einen alten Kamin und einer großen Extra-Schank. Auch die Tischeindeckung ist vorbildlich für ein „normales“ Restaurant.

Für den Service gebe ich ebenfalls ein glattes GUT, gab es doch auch Bedienung, die offensichtlich wenig Freude an der Arbeit hatte. Man war jedoch stets freundlich und höflich. Besonders löblich möchte ich erwähnen, dass wir vom Chef persönlich über eventuellen Nachschlag beim Fondue gefragt wurden – ich hätte wohl den Schokoladen-Fonduekessel doch nicht, allerdings nur intensiv gedanklich, ausschlecken sollen

Fazit: eine glatte Empfehlung von mir gibt es ganz besonders für das Fondue-Angebot der „Himmelpforte“. Wir hatten bei beiden Besuchen einfach eine schöne und angenehme Zeit im Lokal verbracht. Kinder sind genauso wie Hunde stets sehr willkommene Gäste. Die Weinkarte ist sehr ansprechend und vorwiegend mit Österreichischen Weinen aus dem hauseigenen Weinkeller bestückt. Man hat grundsätzlich täglich und durchgehend geöffnet (11:00h – 24:00h) - außer vom 7. Jänner bis zum 14. April. Alle Informationen können auf der sehr gut gestalteten Homepage aktuell abgerufen werden. Zum Abschluss erhielten wir für den nächsten Besuch einen Gutschein über „5% Gesamtrabatt auf jede Konsumation“ gemeinsam mit einer sehr sympathischen Visitenkarte – als Name stand auf der Visitenkarte „Gast des Hauses“. Sehr nett!

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Kommentare (6)

am 3. Juni 2014 um 23:18

Ich danke Ihnen, Herr Kitzler, dass Sie sich auf dieser Seite informieren und sich gleichzeitig damit mit offenkundlichem Interesse bemühen, Ihre angebotene Dienstleistungen stets zu verbessern, wo es nötig ist, aber auch das Lob an diejenigen auszurichten, die es verdient haben. Ich finde das großartig!

Natürlich nahm ich mir gerne die Zeit dafür, um die Bewertung möglichst umfangreich, informativ und objektiv zugleich zu gestalten.

Die Wertschätzung, die man als Gast in einem Lokal erwartet, darf niemals eine Einbahnstraße sein, und man sollte diese daher auch stets dem Gastgeber zuteil werden lassen!

Daher meine größte Wertschätzung an Sie und Ihr Team!
uc0gr

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Experte
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am 3. Juni 2014 um 18:27

Herzlichen Dank für den wahrlich ausführlichen Beitrag über unser Restaurant Himmelpforte. Unglaublich wie sehr Sie sich Zeit nahmen, um uns zu bewerten! Die angeführte Kritik - positive und negative - nehme ich gerne auf, um zu verbessern, wo es von Nöten ist bzw. Lob auszusprechen und weiterzugeben! Es liegt uns sehr viel daran nicht betriebsblind zu werden - auch nicht nach fast 20 Jahren Gastronomie - und sind daher für jede Anregung dankbar!

Wir freuen uns Sie bald wieder in der Himmelpforte begrüßen zu dürfen!
Ihr Günter Kitzler & das Team der Himmelpforte

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am 31. Mai 2014 um 20:23
Experte
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am 31. Mai 2014 um 20:19

Ah' jetzt habe ich es erst gecheckt, cmling...ich dachte, du meintest meine beste Ehefrau von allen und mich bei unserem "Betriebsausflug"... :-)

Also die "Himmelpforte" hat zwischen 7. Jänner und 14. April nicht Betriebsurlaub, sondern lediglich reduzierte Öffnungszeiten - siehe Internet.

Gerry

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Experte
215
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am 31. Mai 2014 um 20:15

Für uns, als Zwei-"Mann"-Betrieb schon, cmling!

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215
47
am 31. Mai 2014 um 19:40

Erstaunlicher Betriebsurlaub!

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Himmelpforte Restaurant & Bar
Himmelpfortgasse 24
1010 Wien
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