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Bombay - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 18. Mai 2014
FloV
10
40
9
4Speisen
4Ambiente
4Service

Es kann nicht immer nur Steak sein! Darum beschlossen wir im Interesse einer ausgewogenen Ernährung, auch Hühner- und Lammfleisch , diesmal indisch zubereitet, eine Chance zu geben.

Das Lokal unserer Wahl ist seit Jahren schon das "Bombay", Ecke Neubaugasse / Neustiftgasse.

Schon die Anreise mit dem Auto gestaltet sich, aufgrund der Parkplatzsituation, als appetitanregende Nervenprobe. Wenn man hungrig zum zehnten mal um das Bombay zirkuliert, immer noch auf der Suche nach einem Parkplatz, allerdings schon mit einer fix fertigen Menüfolge im Kopf. Letztendlich parkten wir im nahegelegenen Parkhaus in der Neubaugasse und absolvierten die letzten Meter, aufgrund unserer Gier, mehr laufend denn gehend.

Da Samstag war, hatten wir reserviert, doch wir brachten noch ein paar Freunde mit und waren somit mehr Leute als erwartet, was aber auch kein Problem darstellte, und wir unseren Tisch im gemütlichen Keller bezogen.

Das Licht ist schummrig orange, das Holz dunkel, Brahma, Vishnu, Shiva und Hanuman sehen uns von der Wand beim Essen zu, und die Paravents tun das Ihre dazu, uns wie in einem indischen Film der 70er Jahre zu fühlen. Gemütlich irgendwie.
Die (leise) Musik im Hintergrund, um beim Beispiel Film zu bleiben, klingt wie der Soundtrack einer indischen Version eines Ilja Richter/ Rudi Carell Films aus eben der gleichen Zeit, was komischerweise wieder zum Inventar passt.

Es ist die Art von Lokal, in der einen niemals jene Restaurant Paranoia befällt, welche zuweilen in ultraschicken, überspannten Restaurants auftritt. Das Bombay ist ehrlich und enspannt.

Der freundliche Kellner nahm prompt unsere Bestellung auf, und der Plan unserer Speisenfolge den wir währrend der Autofahrt schon geschmiedet hatten, nahm mit Hilfe der umfangreichen Karte konkrete Züge an.

Als Vorspeisen orderten wir Tikka, einmal Murgh, einmal Fisch (Murgh ist Huhn) und die Linsensuppe. Die Linsensuppe war cremig, auf den Punkt gewürzt, und auch nicht zu schwer, was unsere Mitesserin erfreute.

Das Huhn in seiner saftig orangen Marinade war liebevoll auf einem köstlichen Kraut-Joghurtsalat drapiert und das saftig weiche Fleisch entfaltete, schon beim Aufschneiden, sein köstliches Aroma. Auch geschmacklich hielt das Murgh Tikka, was sein Aussehen und Duft versprachen.

Das Fish Tikka war knusprig aussen und weich innen, wunderbar aromatisiert und stellt für Kenner der südindischen Küche einen Geheimtipp dar.

Als Hauptgericht kommen für uns seit Jahren eigentlich nur zwei Gerichte in Frage. Da wir gerne - sehr - scharf essen, sind das entweder das, zur Institution gewordene, Lamm Madras, unserer Meinung nach das zweitschärfste Wiens, oder Murgh Vindaloo. Das soll allerdings keinesfalls bedeuten, dass die milden Gerichte minder in Sachen Aroma und Geschmackserlebnis aufwarten.

Diesmal entschieden wir uns für das Lamm Madras. Zu diesem Gericht, genauso wie für das Murgh Vindaloo, sei gesagt : Wenn in der Speisekarte "sehr scharf" steht, dann bedeutet das auch : SEHR SCHARF ! Es ist also nichts für Menschen der Kategorie "...na ich ess schon gern scharf, aber zu scharf darfs dann auch nicht sein !" entweder - oder, - kein Kompromiss !

Das Lamm Madras wird serviert !
Dieses Gericht ist in seiner geschmacklichen Vielfalt, trotz der unglaublichen Schärfe, aufgrund der Breite an verwendeten Gewürzen, die man scheinbar choreografisch angeordnet, subtil herausschmeckt, riecht und fühlt, "eine Hure und Heilige gleichzeitig".

Auch wenn der Körper unter Qualen, jenseits der 100.000 Scoville schon NEIN sagt, verlangt der Geist nach MEHR, und hat man diese zum Hauptgericht gewordene Apokalypse dann endlich bezwungen, sich die Nase geputzt und sich den Schweiss abgetupft, stellt sich sogleich der endorphinbedingte innere Frieden ein, der vermutlich insgeheim der Grund ist, warum wir uns dieses Martyrium jedesmal wieder antun.

Man ist einfach glücklich.

Zur Grösse der Portionen: man isst im Bombay nicht nur gut, sondern auch viel ! Der -köstliche- Gewürzreis, mit Mandeln und Rosinen ( wir hassen eigentlich Rosinen, doch in diesem Reis passen sie irgendwie und wir haben uns arrangiert ) musss extra bestellt und bezahlt werden. 2 Portionen kommen immer auf nur einem Teller, und immer fürchten wir es wird zu wenig für zwei, und immer ist es aber genug.

Die vegetarische Platte "Thali" sah sogar nach noch mehr aus, als unsere Lämmer, und war nach Angaben unserer Mitesserin, welche normalerweise schon kleinste Unregelmäßigkeiten in Bezug auf ihre pflanzliche Nahrungsversorgung, gerne einmal in Breivig Manier beanstandet, ausgezeichnet.

Nachdem sich langsam wieder "Gefühl" in unserem Mund bemerkbar macht, nutzen wir dieses für das nächste geschmackliche Abenteuer, die Desserts.

Fast schon Pflicht ist für uns ein 2 gängiges Dessert, wobei es auch schon mal mehr werden können. Den Einstieg bereitet die sogenannte "Padam Creme", eine unbeschreiblich köstliche Caramel Creme, die in ihrer schaumig, leichten Konsistenz einzigartig ist.

Auch sehr empfehlenswert ist das Gulap Jamum, heisse gebackene Grieskugeln, welche mit einem ebenfalls sehr heissem, süssem Sirup vollgesogen sind. (insofern erinnern sie an Omas Weinpudding, nur besser)

Unser eigentliches Highlight stellt aber seit dem ersten Besuch das Dessert der Desserts dar : Barfi ( bzw. Burfi ), eine Nuss - Zuckerpaste in Schnittenform, weich angewärmt, die einem auf der Zunge zergeht. Immer noch im Endorphinrausch des Hauptgerichts kommen wir Besuch für Besuch immer wieder zur Erkenntnis, dass, wenn der Weltfrieden ein Dessert wäre, er "Barfi" heissen würde.

Zusammenfassend halten wir das Bombay für einen der, ex aequo, besten Inder Wiens, der trotz zu bezahlendem Gedeck (75 cent), immer noch sehr günstig ist und man nicht nur satt, sondern auch erleuchtet die Heimreise antritt. Früheren Makeln wie dem penetrant aufdringlichen Service wurde längst Abhilfe geschaffen. Selbstverständlich kommen wir immer wieder gerne, damit uns Vishnu,Shiva und Hanuman wiedersehen.
Auf Wiedersehen !

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Kommentare (2)

am 21. September 2014 um 08:56

Wenn in einer anglophonen Kultur eine Speise Barfi heißt, dann *muss* sie ja wohl gut sein. ;-)

Gefällt mir2
Experte
92
38
am 18. Mai 2014 um 01:03

HGL! Muss da mal wieder hin...

Gefällt mir1
Experte
152
83
Bombay
Neubaugasse 75
1070 WIEN
Speisen
Ambiente
Service
38
31
34
29 Bewertungen
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