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China-Restaurant Lin-House - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 14. Mai 2014
Experte
bubafant
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29
4Speisen
2Ambiente
3Service
24 Fotos1 Check-In

Brunn am Gebirge, die Zweite. Nachdem der erste Test im Mink, trotz Empfehlung, nur durchschnittlich ausgefallen ist, lockt mich ein weiteres Asia-Lokal zur Verkostung. Bei der Recherche im Vorfeld fällt auf, dass es kein All-You-Can-Eat und auch kein Buffet gibt. Dafür allerdings rund dreißig Mittagsmenüs (von Montag bis Freitag, 11:00 – 15:00 Uhr, Wahlvorspeise Frühlingsrolle, vegetarische Minirollen, pikante Suppe oder Krautsalat, um EUR 6,00 – 8,00; quasi ein Querschnitt durch das Angebot eines klassischen asiatischen Restaurants, vom Eierreis bis zum Thai-Chicken).

Bereits ab einer Person gibt es Spezialplatten ab EUR 10,50 mit zwei Hauptspeisen und Reis, um EUR 12,90 mit zusätzlicher Vorspeise oder Nachtisch. Ab zwei oder mehr Personen werden sogenannte Luxusmenüs ab EUR 26,60 angeboten mit Suppe, Vorspeise, zwei Hauptspeisen und Nachtisch. Ebenfalls ab zwei Personen gibt es Peking-Ente auf Vorbestellung. Unter den Spezialitäten finden sich Gerichte wie Frühling in Peking (Riesengarnelen, Tintenfisch und Fisch gebacken), Torpedo (knusprige Kokosnussgarnelen mit Salat und Gemüse), diverse Gerichte auf der heißen Eisenplatte, Ameisen auf dem Baum (knusprige Reisnudeln, Schweinefleisch und Gemüse), Grünschalenmuscheln mit Ingwer und Porree und jawohl, auch ein Wiener Schnitzel. Jede gewünschte Sorte Fleisch und Fisch oder Garnelen kann auf mannigfaltige Arten (ChopSuey, Szechuan, Curry, süß-sauer etc.) zubereitet werden, einige Tofu-, Reis- und Nudelgerichte.

Das Lin-House liegt nach einer Anfahrt auf einen kleinen Hügel, mitten in einem Wohngebiet auf einem großen Eckgrundstück. Parkplätze gibt es am Straßenrand, aufpassen auf die Hausausfahrten mit ihren Parkverboten. Umschlossen von einer massiven Mauer mit welliger Oberkante, der Eingang ein pagodenartiges Tor. Der Gastgarten erschließt sich gleich hinter der Mauer, um das Haus herum relativ unebene Steinplatten, Möblierung mit Werzalit-Tischen und Sprossenstühle, die ihre beste Zeit schon länger hinter sich haben. Obwohl man temperaturmäßig schon im Freien sitzen kann (und das einige Gäste auch tun), sieht es hier wie bei Hempels hinter dem Sofa aus, bitte Zeit in Zusammenräumen investieren, der Vorgarten ist doch die Visitenkarte.

Nach dem Eingang befindet man sich in einem kleinen Gästeraum mit rund 6 Vierer- und einem größeren runden Tisch. Hier ist der NR-Bereich. Optisch fühlt es sich wie ein dazu gebauter Wintergarten an, die Fliesen am Boden und die Wand- und Deckengestaltung widersprechen dem. Über eine kleine Stufe geht es weiter bis zur Theke, hier sind die Raucher zu Hause. Die Tür dazwischen ist ausgehängt, auch der Kleiderständer genau beim Durchgang ist der denkbar ungünstigste Platz.
Sowohl Wände, als auch die Decke sind mit Holz, Kassentechnik, Verbrämungen, Verzierungen, Leuchten, Bilder und Dekokleinkram ziemlich überfrachtet. Ich mag es etwas reduzierter und moderner lieber.

Die Tische sind eingedeckt mit schmutzabweisenden Tischdecken in altrosa und bahamabeige, trotzdem sieht man alle Flecken und Gebrösel vom Vorgänger, denn abgewischt, oder neu eingedeckt wird nicht für mich. Leider ist die Menage samt ihren Würzfläschchen auch sehr unappetitlich anzuschauen. Komplettiert wird das ganze mit einer Öllampe, sowie Tischstehern mit dem überraschenden Weinangebot von z.B. Heinrich, Gesellmann und Skoff.
Die Stühle im schon fast klassischen weinrot, an den Lehnen und deren Schnitzereien erkennt man mehrere Serien, gut gepolstert, man sitzt gut.
Ich bekomme die Speisekarte und werde dann erfreulicherweise mit meinem Entscheidungsprozess alleine gelassen und nicht bedrängt. Der Getränkewunsch wird erst gemeinsam mit der Speisenauswahl aufgenommen.

Die Wahl fällt auf ein Mittagsmenü – 'Gan Bian' mit 3 Sorten Fleisch (süß-scharf – EUR 7,50)
Sehr positiv, dass hier der Beilagenreis bereits inkludiert ist.
Die Warmhalteplatte, ohne Schmierereien und Abplatzungen, für eine Person, sowie ein Teller mit Besteck und Papierserviette wird eingestellt. Gelungen wäre die Übung, wenn der Speiseteller zum Vorwärmen a u f die Platte gestellt werden würde, aber während der Wartezeit hat der Gast ja ausreichend Zeit für solche Ablenkungen.
Als Vorspeise kommen sechs vegetarische Minirollen mit einem kleinen Schälchen süßsaurer Sauce. Eventuell zugekauft, mit kleinen Ananasstückchen aufgepimpt. Die Rollen sind frischer herausgebacken, brennheiß und sehr gut knusprig. Die Fülle eher belanglos, der Teig allerdings dürfte im Fett ein paar Vorgängeraromen und -brösel aufgenommen haben. Jedenfalls schmecken die Dinger verschieden und so richtig gut eben keines.

Der Reis zur Hauptspeise wurde mit Gewalt in das kleine Schälchen gezwängt und dann mit dem Porzellanlöffel erstochen. Es ist schon lange nicht mehr so schwierig gewesen, die Beilage auf den Teller zu bugsieren.
Aber das 'Gan Bian' – das entschädigt für alles. Die Wartezeit war etwas länger, aber es hat sich jede Minute gelohnt. Alle Fleischstücke äußerst zart, gut geputzt und perfekt herausgebraten, das Gemüse (Karotten, Zwiebel und Paprika) gerade richtig bissfest gelungen, etwas Knoblaucharoma und das ganze umhüllt von einer süß-sauer-scharf-pikanten Sauce. Normalerweise weichen die Fleischstücke in der Sauce sehr schnell auf, hier allerdings kaum. Und geschmacklich wirklich top, leicht rauchiger Beigeschmack, außen knusprige Hülle, innen das dünne Fleisch erkennbar und weich. So mag ich es besonders gerne. Danke.

Fazit: Das Gerümpelhafte, die schlechte Trennung Raucher und Nichtraucher, sowie das verschmutzte Ambiente und die verdreckte Menage ergeben die schlechte Ambiente-Bewertung.
Im Publikum sind offensichtlich viele Stammgäste, denn manch einer zückt einen Sammelpass beim Bezahlen. Der Altersdurchschnitt ist hoch, erlaubt sind hier Hunde, was auch begeistert in Anspruch genommen wird. Für eine kurze Mittagspause der arbeitenden Schicht dauert es möglicherweise etwas zu lange. Zur Rechnung bekommt man einen Cognac-Schwenker mit heißem Pflaumenwein. Das Service besteht aus reiner Bringer-Abholer-Aktion, kühl und sehr distanziert. Nichtsdestotrotz ist die zweite Übung, wenn auch mit einer anderen Speise, diesmal besser gelungen.

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Kommentare (4)

am 14. Mai 2014 um 19:46
Experte
152
83
am 14. Mai 2014 um 19:40

Daunk eich recht scheee,
dieBrotvernichter und Gerry,
kann das Kompliment nur zurückgeben !

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Experte
283
71
am 14. Mai 2014 um 19:31

Genau Gerry, so isses!

Gefällt mir1
Experte
67
17
am 14. Mai 2014 um 19:21

Wo "bubafant" draufsteht, ist Qualität drin!
H-G-L vom Gerry

P.S. 'Gan Bian' mit 3 Sorten Fleisch - das kann was!

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Experte
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47
China-Restaurant Lin-House
Hötzendorfstraße 114
2345 Brunn am Gebirge
Niederösterreich
Speisen
Ambiente
Service
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5 Bewertungen
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