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Hill - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 2. Mai 2014
Experte
dieBrotvernichter
67
17
18
5Speisen
3Ambiente
4Service

Vor einem Jahr gehört, dass einer der beiden Inhaber angeblich sehr kompetent in Sachen Kochen und Geschmack sein soll. Jetzt wo nicht mehr der Chef selbst kocht, sondern Thomas Göls (für Österreich 2007 beim Boceuse d'Or, Begleiter von Gradwohl im Meinl am Graben & Fabios) wird's irgendwie noch spannender für uns. Mit 2 Gabeln versehen - genau richtig, wir kommen nur zu zweit - das reicht dann für uns beide als Speisewerkzeug.

18h recht früh - wir sind die ersten mit Hunger im Lokal. Als hätten die jungen Leut' vom Service das gewusst, haben die da schon einmal was für uns am Tisch vorbereitet. Das "was" wir sehen gefällt uns - nur das "wo" leider nicht. Unser reservierter Tisch für zwei, ist zwar gut bestückt und schön vorbereitet, nur steht der an der miesesten Stelle des Restaurants. In einem Winkerl. Ganz weit weg von den anderen potenziellen Gästen - im Souterrain quasi oder im Durchzugsbereich vom Personaleingang. Wir waren zwar noch nie am Cover der Vogue, aber so verstecken muss man uns dann auch wieder nicht.

Ok, wir nehmen's jetzt einmal positiv: wir bleiben eh gern unter uns. Und wir sind gerade mild gestimmt, weil das Gedeck das da schon auf uns wartet so großzügig raffiniert ist. Wir mögen das, wenn wir gleich beim Ankommen mit ein bisschen was Essbarem bewirtet werden. Es gibt aufgeschlagene Butter, viele winzige knusprige Salzkarpern, Wildschweinsalami und drei verschiedene außergewöhnlich gute Brotsorten. Das weiße, mediterran Gewürzte war schön flaumig und weich. Das Dunkle mit der guten Kruste - dünn aufgeschnitten - schön speckig, saftig und typisch im Geschmack der traditionellen Brotgewürze. Und dann war da noch eine Art Kletzenbrot - noch dünner aufgeschnitten - Brotcarpaccio könnt' man meinen. Und eine extravagante gelungene Ergänzung zu dieser Wildsalami. Butter passt immer. Olivenöl war auch noch dabei. Wir würzen beides mit zerbröselten Salzkarpern. Streichen, tunken, beißen und genießen. Aber da war noch was: Riesenbrotchips - zum Knabbern, zum Wein. Ein besserer Einstieg um € 2,50 pro Person geht ja kaum.

Leitungswasserkaraffe kommt ungefragt zum Wein. Das ist angenehm. Für unsere Vorspeisen wollen wir wieder was Helles. Zum Einen gibt's da einen Gelben Muskateller (Tschermonegg € 4,50)Fan und der trinkt den auch zum Beef Tartar. Als Riesling-Fan (Kroiss € 4,80) ist man da schon wendiger unterwegs, der passt sowohl als auch zum vegetarischen Portopello-Champignon. Weine werden dort leider nur in 0,1 ausgeschenkt - für uns eine ganz blöde Nepperei. Aber ok - beide Weine waren wirklich gut. Wir wurden also auch gut beraten.

Beef Tartar (die Männerportion € 18,50) außergewöhnlich klein und kombiniert mit einer Roten Rüben Püree Nocke, die mit Kreuzkümmel (o.ä.) orientalisch gewürzt war - sonst klassisch perfekt gewürztes und qualitativ hochwertiges rohes Rindfleisch mit senfartig marinierten feinen Salatblättchen zusätzlich garniert. Sehr gut.
Brot muss nachbestellt werden - noch einmal das ganze Set um € 3,00. Da hat auch die Vorspeisen-Vegetarierin was davon: Zwei Riesenchampignons (€12,50) von mittlerer Größe, mit würzigem Sauerrahm gefüllt und weich überbacken mit dünner Käsekruste, ebenso Salatblättchen und geschmorte Zwiebel anbei. Bislang die beste vegetarische Vorspeise, die von uns je verkostet wurde.

Service immer angenehm aufmerksam und bemüht. Weinnachschub wird gebraucht. Sind ja nur 100 ml. Zu den Hauptspeisen muss was Rotes her. Fleischeslust. Zweierlei vom Kalb und einerlei Kaninchen. Dazu wird uns ein Blaufränkischer Schiefer empfohlen (€ 5,40), gebracht und von uns getrunken. Sehr gut. Danke. Mit Speisenbegleitung noch viel besser:

Unauffällig gut und klein portioniert, die zweierlei Kalbvariation. Das rosa gebratene Stückerl vom Filet war ausgezeichnet. Das Lauch-Karottengemüse dazu war fein gedünstet und wirklich gut abgeschmeckt. Auch das geschmorte Backerl vom Kalb war top zubereitet - nur leider gar nicht nach dem bevorzugten Mundgefühl. Viel zu viele schmierige, geleeartige Einlagerungen im Fleisch. Vielleicht einfach pech gehabt, vielleicht nicht die richtige Person, am richtigen Tag zum richtigen Fleisch. Egal - der Schmorsaft dazu, war umso stimmiger mit dem feinen Parmesan-Erdäpfelpüree. Sie ist zufrieden. Aber noch nicht satt.

Das folgende Gericht aber, ist einfach unschlagbar gut und um einiges besser! Die Kaninchenkeule mit fruchtigen kleinen halbgetrockneten Paradeisern, frischen Artischocken und schwarzen Oliven geschmort. In der gusseisenen Pfanne serviert, vom eigenen Saft und Parmesan-Erdäpfel-Püree begleitet. Herrlich! Saftig weich geschmort. Aromen gekonnt abgestimmt. Ein perfektes mediterranes Gericht - ganz detailliert, auf Höchstniveau gekonnt zubereitet. Und vom Serviceexperten und Co-Partner von Herrn Nitsche gredenzt und ausgeschöpft. Wow, hat der ein Parfumflascherl zu Hause. Vermutlich 1000 ml. Leider ganz ungut, dieser Parfumduft beim Essen. Riesenportion - daher noch einmal 100 ml rot dazu.

Und weil alles so gut war, sie noch nicht satt, er richtig voll aber zum Topfenschmarrn nicht nein sagen kann - wird dieser zum Dessert auserchoren. Den gibt's nur ab 2. 2 Gabeln, 2 Personen = 1 Topfenschmarrn. Passt perfekt - und ja wirklich, bis jetzt der perfekteste Topfenschmarrn unseres gemeinsamen Lebens. Das war kein Schmarrn, das waren luftige Topfenwolken. Wieder: Riesenportion. Wieder: in der Pfanne serviert. Wieder vom Herrn Chef Sael mit Parfumwolke und die hat Ausdauer. Nun ja, nach dem die abgezogen ist, können wir uns unseren Schüsserln mit Rhabarberkompott (leicht säuerlich, süß vanillig) und dem Topfenschmarrn widmen. Außen leicht karamellisiert und innen ganz locker luftig. Da war kaum Mehl im Einsatz. Wolken gibt's am Himmel, den Schmarrn dann dort oben hoffentlich auch.

Bei nächster Gelegenheit kommen wir wieder.

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Kommentare (2)

am 2. Mai 2014 um 18:41

HGL! (Schon wieder...Gähn!)

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Experte
152
83
am 2. Mai 2014 um 18:21

Bewertungen von >die brotvernichter sind ja immer lesenswert; dieser Bericht aber ganz besonders!

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Hill
Sieveringer Straße 137
1190 Wien
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