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Echo - Der City Thai Vienna - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 25. April 2014
Experte
bubafant
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3Speisen
3Ambiente
2Service
20 Fotos1 Check-In

Der Passauer Platz – ein bisher weißer Fleck auf meiner persönlichen Wien-Karte. Nicht unhübsch, in der Nähe eine Kirche, viele Touristen, mit Kameras bewaffnet. Und wir – bewaffnet mit einem Gutschein. Und es wird klar, das mit dieser Aktion Kundschaft im wahrsten Sinn des Wortes angelockt werden soll. Die telefonische Reservierung klappt hervorragend, netter Kontakt.

Das gesamte Lokal ist Nichtraucherbereich und befindet sich im Parterre eines Eckhauses. Etwas verloren wirkt der einzelne, nüchterne Tisch mit zwei Alustühlen vor der Tür. Nach dem Eintreten über ein paar Stufen steht man auch schon mitten im Lokal, unsere Reservierung wird im Buch gefunden und uns ein Tisch via Handwink zugewiesen. An der Außenfront über’s Eck entlang befinden sich die Tische, im Innenbereich die lange Theke in L-Form, dunkles Holz, ein paar Barhocker, viel asiatische Deko und ein Flatscreen, über den ausnahmsweise mal keine Sportübertragung flimmert, sondern eine Art Werbevideo für Urlaubsreisen. Der Duft von Räucherstäbchen hängt leicht aber beständig im Raum.

Auf der nackten Tischplatte befinden sich Teller mit sonnengelben Papierservietten und dem Besteck, jeweils Gabel und Löffel. In einem schweren Eimer Essstäbchen und eine Flasche ohne Etikett mit Chili-Sauce. Die klassischen Holzstühle sind mit einem Sitzpolsterl ausgestattet. Wir bekommen die in Leder gebundene Speisekarte, das Angebot deckt sich mit jenem des Internetauftritts. Wir dürfen drei Gänge a la carte wählen und bestellen im Anschluss die gesamte Menüfolge samt Getränken (½ l Ottakringer EUR 3,90, ½ SodaHoller EUR 3,70, 1/8 Wiener Gemischter Satz von Christ EUR 3,00 samt einem Glas Leitungswasser serviert).

Die Tische stehen ziemlich knapp beieinander, jeder Zentimeter wird voll ausgenutzt. Obwohl wir bei den ersten Gästen sind, füllt sich innerhalb der nächsten Stunde das Lokal sehr gut, allerdings viele Gutschein-Kunden, die ihrerseits auch mittels Finger oder Kugelschreiber an die reservierten Tische eingewunken werden. Gleich hinter der Theke hat man über eine Durchreiche Einblick in die Küche, in der einige Asiatinnen am Werk sind, das Service ist in österreichischer Hand. Im Anschluss an die Schank gehen die Sanitärräume ab. Ziemlich zusammengewürfelt und fast improvisiert. Und ein extrem klebriger Fußboden, mir zieht es noch im Gastraum buchstäblich die Schuhe aus.

Vorspeisen-Variation für 2 Personen (EUR 13,10)
Poe Pla Toad - Thai-Frühlingsrollen vegetarisch; Gung Toad - Garnelen in Knoblauchbackteig; Glow Toad – Wan Tan mit Huhn (goldgelb gebacken); Kam Poo Toad – Knusprige Krabbenscheren; Gebackenes Gemüse, Dim Sum – Gedämpfte Teigtascherl mit Garnelen, Samosa – gefüllte Teigtaschen.
Auf einem großen runden Teller gibt es für jeden von uns je ein Stück davon. In der Mitte je ein kleines Glasschälchen mit einer scharfen Knoblauchsauce und einer pikanten Chilisauce (optisch gleich dem Flascheninhalt im Eimerchen am Tisch). Nur wohin mit dem Teller auf dem Tisch – die Kellnerin erwartet von uns und wartet es auch ab, dass wir mit den Gegenständen Tetris spielen, damit sie ausservieren kann.
Alles ist frisch herausgebacken, ausreichend abgetupft und sehr heiß auf dem Teller. Optisch erinnert es an die fahrenden Bänder bei den diversen Running Sushi-Lokalen. Ich gehe davon aus, dass ein Gutteil davon ebenso Convenience ist. Nichts destotrotz sind die Stücke geschmacklich in Ordnung. Die Gemüsetasche wird allerdings mit jedem Bissen derart scharf, dass es gut ist, nur ein Stück zu haben. Innenfärbung nach Paprika, eventuell eine Chili-Schote als Scharfmacher. Für eine solche Leistung bräuchte ich nicht unbedingt in ein Lokal gehen.
In einem Extra-Porzellanschälchen wird ein Salat gereicht, Gurke und frisch-knackiger Eisberg, sehr gut leicht süß mariniert. Ein perfekter Brandlöscher.

Erdnuss-Curry mit Hühnerbrust, Wokgemüse und Jasminreis (EUR 12,90)
Eine recht ordentliche Portion. Der Reis im Förmchen auf den Teller gestürzt, gekrönt von einer Scheibe roher Karotte in Blümchenform. Positiv zu erwähnen ist, dass man den Reis nicht extra dazu bestellen muss.
Neben dem Reis dann ein recht ordentlicher Haufen des wirklich sehr gut gebratenen Wokgemüses. Darunter gemengt einige Hühnerstücke. Die Menge der Sauce des Curry ist für mich persönlich etwas zu wenig für diese große Portion. Die Speise ist in der Speisekarte mit einem Chili-Schärfegrad angegeben und das kommt in etwa hin, gegen Ende ist es dann doch ordentlich spicy geworden. Die zwei schräg abgeschnittenen Scheiben von der Salatgurke kommen gerade recht, um Erleichterung zu verschaffen. Erdnüsse sind in Splitterstückchen vorhanden, das habe ich mir etwas anders vorgestellt.

Gebratener Reis mit Huhn und Gemüse (EUR 11,80)
Hier fehlt jeglicher optischer Höhepunkt. Beige- und Orangetöne im faden Mix. Einzig die schon erwähnten Gurkenscheiben und etwas vom Gemüse bringen etwas Farbe auf den Teller. Ohne Schärfe-Chili in der Speisekarte hält das Gericht, was es verspricht: kaum Schärfe, einzig, wo der Reis im Wok etwas mehr angebraten wird, bringen die Röstaromen den Geschmack. Viele Bestandteile der beiden Gerichte sind ähnlich (Reis, Wok-Gemüse, Huhn), hier allerdings in der eher wenig besonderen Form.

Zu den beiden Hauptspeisen wird kein Besteck nachgelegt. Auf Nachfrage deutet die Kellnerin auf den Nebentisch, im wirklich allerletzten Moment fällt ihr dann doch ein, dass sie uns zumindest den Teller reichen könnte, was sie dann auch sehr lieblos macht. Beim Abservieren hingegen wird dann der Besteckteller mit abserviert, allerdings lässt sie die beiden darauf liegenden Servietten in einem Schwung auf unseren Tisch segeln. So etwas haben wir bisher noch nicht erlebt.

Gebackene Bananen mit Honigsauce (EUR 5,20)
Die Wartezeit ist hier etwas länger, sicherlich auch dem sich füllenden Lokal geschuldet. Die Damen hinter der Durchreiche geben Vollgas und als die Thekenklingel angeschlagen wird, bekommen wir einen großen Teller mit einer Präsentation von dem Dessert, wie wir es bisher noch nie hatten.
Keine kleinen Stücke, sondern komplette kleine Bananen im Ganzen in einem herrlichen Teig herausgebacken, leicht zerrupfte Optik und perfekt knusprige Konsistenz. Etwas Obst und Staubzucker komplettieren das Präsentierte.
Alternativ gibt es als Dessert noch Eis, wir sind froh so gut gewählt zu haben. Ausnahmsweise schwingt man sich hier von Gang zu Gang zu Besserem auf, somit schließen wir unser Abendessen mit einem guten Gesamteindruck ab.

Fazit: Die Gutschein-Aktion dürfte viele Kunden bringen. Möglicherweise ist die Servicecrew überfordert, denn sie agiert etwas unbeholfen, allerdings niemals unfreundlich und der Umgang mit Gutscheinbesitzern ist völlig in Ordnung. Die Speisen sind guter Durchschnitt, allerdings etwas zu teuer (vor allem bei den Vorspeisen). Rundum an den Tischen werden hauptsächlich Curry-Gerichte serviert, die sich optisch alle sehr ähneln. Wegen des Ambientes wird es keinen ins Lokal ziehen, schon gar nicht in den kaum vorhandenen Schanigarten, und da wir uns nicht vorstellen können in diesem Grätzel irgendwann Laufkundschaft zu sein, wird es für uns bei diesem einen Besuch bleiben. Wenn man in der Nähe ist, besteht kein Hinderungsgrund für einen Besuch.

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Kommentare (1)

am 25. April 2014 um 18:09

Vor gefühlten 1000 Jahren war ich mal mit einer Kollegin mittags dort. Wir hatten absolut keine besonderen Essenswünsche; es hat aber alles viel zu lange gedauert.

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Passauer Platz 2
1010 Wien
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