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Sakai - Taste of Japan - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 24. März 2014
Schirmmann
5
1
3
3Speisen
3Ambiente
3Service

Das Sakai liegt in einer Gegend Wiens, die nicht gerade als eine Oase des guten Geschmacks gilt: Mitten im Achten - gegenüber des legendären "Tunnel". Im Großen und Ganzen ist der Versuch japanischen Flair in das Design dieses immernoch recht neuen Restaurants zu bringen geglückt. Aber am Detail erkennt der Kenner (vier Jahre in Japan gelebt), dass an der einen oder anderen Stelle gespart wurde: Nur etwa die Hälfte der Kellnerinnen sind Japanerinnen und - sehr unjapanisch - nicht wirklich mit Enthusiasmus bei der Sache, statt echter japanischer Sojasaucenbehälter wurden kleine Teekännchen verwendet,... auch die an der Wand hängenden Bilder waren nicht gerade typisch für Japan.

Das Defizit mit dem japanischen Geschirr setzt sich beim Essen fort. Für unsereins ist das Geschirr zweitrangig, aber in Japan ist das eine große Sache: Gutes Essen muss auch in entsprechendem Geschirr serviert werden - das ist in Japan mindestens genauso wichtig wie in Österreich das richtige Besteck.

Zusammen gibt das einen Punkteabzug für Authentizität.

Das Kobachi (wörtlich "Schüsselchen" - eine Art Gruß aus der Küche) ist ein bisschen scharf aber eher Geschmacksarm (so wie wenn man Chilli auf Rettich geben würde) - trotzdem gut.

Die Sashimi wurden sehr gut geschnitten, hier erkennt man, dass ein Fachmann am Werk ist. Auch die Garnierung ist richtig: Dünn geschnittener Rettich und ein Shisoblatt. Sehr negativ fällt aber auf, dass die Sojasauce extrem verdünnt war. "Usukuchi" trifft es nichteinmal annähernd. Hier hat jemand an der falschen Ecke gespart.

Nicht so begeistert haben die Sushi; wahrscheinlich von jemandem anderen zubereitet: Ein bisschen zu viel Reis, teilweise falsch geschnitten, bei einzelnen drängt sich der Verdacht auf, dass sie nicht ganz frisch geschnitten wurden. (Was aber nichts über die Frische der Fische sagt!) Für ein japanisches Restaurant unwürdig.

Ein Saucenproblem gab es übrigens auch bei der Sauce für die Tempura: Es war einfach viel zu wenig davon da; allerdings wurde anstandslos mehr gebracht. Apropos Tempura: Schön anzusehen waren sie nicht, aber knusprig und im Großen und Ganzen gut.

Der gegrillte Fisch war einen Hauch zu trocken - ebenso wie übrigens das Daikonoroshi (geriebener Rettich).

Das (japanische) Getränkeangebot ist überschaubar: Es gibt 4 japanische Biere und ca. 10 Sake. Die Weinkarte besteht überhaupt nur aus 2 Rot- und 4 Weißweinen - alle aus Österreich. Die Tees sind gut aber zumindest der Sencha wurde im Teebeutel zubereitet - ein absolutes No-Go für den Japanfan. Keine Konkurrenz zu Unkai oder Nihonbashi.

Unterm Strich bleibt: Solide Handwerkskunst, aber zu wenig Authentizität an allen Ecken und Enden und kein Perfektionismus weit und breit. Es gab zwar keine ganz groben Schnitzer, aber es war auch nichts dabei, was herausragen würde. Japanischen Gäste würde ich nicht dorthin führen.

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Kommentare (12)

am 5. Juli 2014 um 21:16

An manchen Stellen ist die Bewertung eigenartig:

Was sind “echte japanische Sojasaucenbehälter”?
Hat sich der Schreiber die mit der Marke der Herstellungsfirma bezeichneten Glasfläschchen erwünscht (wie sie in Japan ist allen einfachen Eßstuben üblich sind)? Gehobenere Restaurants — dazu zählt wohl das Sakai — stellen die Sojasauce in sehr kleinen Keramikkännchen auf den Tisch… kann man nicht mit “Teekännchen” verwechseln.

“Die Sojasauce war extrem verdünnt… ‘usu-kuchi’ trifft es nicht einmal annähernd.”

Die Auffassung, daß “usu-kuchi” Sojasauce eine “verdünnte Sojasauce” ist (wie uns der Text glauben macht), ist ein Mißverständnis.
“Usu-kuchi” Sojasauce ist in der Zubereitung etwas verschieden von “normaler” (= “koi-kuchi”) Sojasauce: ihr wird Sake, wie auch oft Amazake etc. während der Herstellung hinzugefügt. Sie ist etwas lichter, nicht ganz so robust wie “koi-kuchi” Sojasauce, aber salziger als diese; wird vor allem in der Küche der Kansai-Region verwendet. Daß “usu-kuchi” nicht als “dünn” empfunden wird, sieht man auch an der Schreibweise: nicht das übliche Schriftzeichen für “dünn” (usui), sondern das für “licht (in Farbe)” (awai) in der Lesung “usu” wird verwendet.

Als Sauce für Sashimi wird “usu-kuchi” Sojasauce prinzipiell nie verwendet, sondern “koi-kuchi” Sojasauce oder, idealerweise, “Tosa-jôyu” (Tosa Sojasauce: eine Mischung hergestellt aus “koi-kuchi” Sojasauce, Sake, Mirin, einem Algenblatt, und Bonitoflocken; das ganze wird dann über längere Zeit ziehen gelassen und abgeseiht). Ich könnte mir nicht vorstellen, daß sich ein Sushi/Sashimi-Restaurant hier in Wien solche Mühe machen wird; da wird wohl nur einfach “koi-kuchi” Sojasauce verwendet.

“Sushi… Ein bißchen zuviel Reis, teilweise falsch geschnitten…”. Wie bitte? Reis schneiden?? Also, bitte…

“Sauce für Tempura… viel zuwenig davon da…”
Ja, das Problem ist typisch für die meisten japanischen Restaurants; außerdem geizen sie nahezu immer mit daikon-oroshi… mußte mir davon auch immer nachbestellen.

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am 14. Mai 2014 um 12:36

hatte einen senilen Moment, mein spellchecker spielt gerade verrückt!

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am 14. Mai 2014 um 12:21

Ich meinte das Konoba und das Umami, hätte gerade einen sehr senilen Moment ;)

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67
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am 14. Mai 2014 um 12:17

Die sind nicht in der Josefstadt, anita.

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22
am 14. Mai 2014 um 12:09

Unkai und Kornat möchte ich auch noch nennen!

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am 24. März 2014 um 17:23

Cafe Hummel, Gasthaus Heidenkummer...

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am 24. März 2014 um 17:22

Stammersdorfer: Zu Deiner Liste könnte ich noch hinzufügen SAMRAT, Speisekammer, GU, Al-Badawi, PARS (oder ist der schon im Siebten?)

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152
83
am 24. März 2014 um 17:19

Japanische Gäste wollen in Wien Sachertorte, Tafelspitz, Wiener Schnitzel ... und sicher net das grausliche Pseudojapanisch, egal wo in Wien. Das könnt ihr mir glauben!

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152
83
am 24. März 2014 um 17:17

"Die Tees sind gut aber zumindest der Sencha wurde im Teebeutel zubereitet - ein absolutes No-Go für den Japanfan."
Was bedeutet diser Satz?

Und den Achten als eine "Gegend Wiens, die nicht gerade als eine Oase des guten Geschmacks" betrachtet, scheint wirklich absolut keine Ahnung zu haben was guter Geschmack und Understatement bedeutet. Für mich ist der Achte kulinarisch besser als der überteuerte Erste.

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83
am 24. März 2014 um 17:09

Bin ganz Deiner Meinung, hbg!

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48
22
am 24. März 2014 um 16:55

Endlich wieder ein Tester mit einer äußerst guten Erstbewertung!

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389
56
am 24. März 2014 um 16:17

Danke für die Bewertung, gefällt ! Nur dem Punkt mit der Oase kann ich überhaupt nicht zustimmen, da gibt es so einige wirklich gute Lokale im Achten wie Bernhauers, Hohensinn, Osteria del Salento oder Dal Toscano.

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