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Häuserl im Wald - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 24. März 2014
Experte
bluesky73
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3Speisen
3Ambiente
3Service
13 Fotos1 Check-In

Letzten Samstag ergab sich die Gelegenheit einen kleinen Abstecher ins Häuserl im Wald zu machen, um dort den nachmittäglichen Hunger zu stillen.
Das Lokal liegt nordöstlich von Graz zwischen dem Stiftingtal und Mariatrost recht idyllisch im Wald und ist bekanntes Ziel von Familien, Spaziergängern und Feiern zu diversen Anlässen. Für Kinder wird mit einem Spielplatz und genügend Möglichkeiten herumzutoben einiges geboten.
Die Anreise kann zu Fuß oder wie in unserem Fall per Auto erfolgen – vor engen Straßen mit Gegenverkehr darf man sich allerdings nicht fürchten.
Der Parkplatz ist trotz der ungewöhnlichen Stunde gut gefüllt, wir finden trotzdem ein Platzerl und machen uns auf in den Gastraum.

Das Gebäude ist in zahlreiche Räume, Stüberln und extra Bereiche gegliedert – hier findet jede Gruppe die passend große Location. Wir wandern vorbei an der langen Theke, Servicekräfte werken da und dort – manche grüßen, andere begnügen sich mit einem Blick. Fr. bluesky erinnert sich an einen Wintergarten mit nettem Ausblick, dort sollte es ein Tisch für uns sein. Wir finden den Bereich und suchen uns ein Platzerl ganz hinten, neben einer Familie, die offenbar demnächst aufbrechen wird.

Der Wintergarten ist tatsächlich sehr schön und sonnendurchflutet, das helle Holz und die grüne Farbe der Konstruktion wiederholen sich in der Einrichtung. Die Tische sind mit weißen und roten Tischdecken eingedeckt, auf jedem Tisch befinden sich ein (bei uns mit Wachs angepatzter) Kerzenhalter und eine Vase mit einer Frühlingsblume sowie die Menage. Servietten und Besteck werden nach der Bestellaufnahme eingedeckt. Kleiner Makel: der riesen Stapel Speisekarten im Blickfeld und auch der Tisch mit dem offen liegenden Besteck und den Ketchup-Portionssackerln könnte woanders besser aufgehoben sein, als mitten im Gastraum.

Der für unseren Bereich zuständige Kellner (ein Lackl, wie man in der Steiermark zu sagen pflegt mit einem Deo an der Versagensgrenze) entdeckt uns und reicht nach Rückfrage, ob es denn etwas zu essen sein darf die Speisekarten. Getränkewünsche möchte er sofort abfragen, wir erbeten uns allerdings etwas Bedenkzeit. Die Karte ist recht umfangreich und liest sich prinzipiell nicht schlecht, es gibt saisonal bedingt eine eigene Fischkarte.

Ich bestelle ein kleines dunkles Bier (Euro 2,70), das wenig später gut gezapft serviert wird, Fr. bluesky bleibt beim großen Apfelsaft gespritzt (Euro 3).

Was wir leider erst jetzt merken ist, dass der Wintergarten ein ausgewiesener Raucherbereich ist, die Familie nebenan entschließt sich doch noch ein wenig zu bleiben und spielt gegeneinander am selben Tisch sitzend die Onlineversion von „Wer wird Millionär“ am Handy….einige Zigarettenlängen später weiß man, was Aspik ist und wie der Braunbär auf Latein heißt.

Es dauert nur ganz kurz, bis unsere Vorspeisen serviert werden. Für Fr. bluesky sollte es die Leberknödelsuppe (Euro 3) sein – normalerweise ja meine Wahl, aber diesmal war sie mir zuvorgekommen. Die Suppe ist sehr dunkel und intensiv im Geschmack, der Knödel ein wenig weich aber offensichtlich hausgemacht, geschmacklich ist er ebenfalls gut. Bestreut ist das Ganze mit frischem Schnittlauch, ein guter Start.

Ich entscheide mich für die Variation von Räucherfischen mit Oberskren an Ruccola (Euro 7,50)
– serviert wird dann doch etwas, das ich unter der Beschreibung nicht erwartet hatte. Der Teller ist mit den unterschiedlichsten Komponenten bestückt, mittig eine Portion Vogerlsalat und Endiviensalat, der anhand der Farbe der Ränder schon vor einiger Zeit geschnitten worden sein dürfte. Der arrangierte Kreis beginnt mit zwei Tranchen Lachs leider mit einigen tranigen Stellen, das anschließende geräucherte Forellenfilet ist geschmacklich noch das Beste. Zwei schon etwas größere Sprotten lugen unter dem Salat hervor, daran schließt eine Scheibe einer Terrine an, die geschmacklich ok ist. Weiter geht’s mit einem Schöpfer sehr sauer mariniertem Tintenfischsalat, die Tintenfischstücke sind relativ weich, allerdings fehlt mir die Verbindung zum Thema Räucherfisch. Am Ende des Zirkels wartet ein Batzen „Oberskren“, bestehend aus schon etwas überschlagene, stark versalzener Schlagsahne mit etwas geriebenem Kren bestreut. Auf dem Salat liegt eine Kante Butter, dazu werden auf einem separaten Teller zwei Scheiben geröstetes Toastbrot serviert. Ich bin nicht sehr begeistert, weil ich mir doch etwas anderes erwartet hatte, und weil man den Teller auch ein wenig schöner hätte anrichten können, aber egal, die Hauptspeise kommt ja noch.

Für Fr. bluesky das Lammrückenfilet im Ganzen gebraten, mit Thymiansafterl, dazu Gemüse und Kroketten (Euro 16). Die Stimmung steigt wieder ein wenig aufgrund des optisch sehr schön angerichteten Tellers. Ein anständiges Stück Lammfilet, in Tranchen geschnitten und wirklich zart und geschmacklich sehr gut passt wirklich gut zu dem Thymiansafterl und den Kroketten, denen ich die Herkunft aus dem Tiefkühler unterstelle. Das Gemüse scheint keine Fertigmischung zu sein, hat aber leider keinerlei Salzbeigaben erfahren und schmeckt dementsprechend fad. Trotzdem ein gutes Gericht.

Für mich sollte es etwas Besonderes sein, quasi das Aushängeschild des Landgasthofes: das „Häuserl Pfandl“ – Schweinsmedaillons in feiner Paprikarahmsauce mit Spätzle (Euro 12,50). Ich bekomme einen extra Teller eingestellt, daneben das Pfandl mit drei anständigen Tranchen Fleisch, ausreichend Sauce und einem Berg Spätzle. Die Deko besteht aus einer gegrillten Kirschtomate und etwas geschnittener Petersilie. Das Pfandl dürfte schon etwas gestanden sein, bevor es serviert wurde, auf der Sauce hat sich ein wenig Haut gebildet. Das Fleisch ist gut gebraten, aber aufgrund fehlenden Salzes total fad. Natürlich kann man nachsalzen, aber so wirklich stimmig wird das nicht mehr. Die Spätzle sind ein wenig zu weich gekocht, aus der Sauce schmeckt man gut den Paprika heraus, etwas wirklich Besonderes ist alles zusammen allerdings nicht. Ein Teil der Spätzle bleibt mit genügend Sauce zurück, ich darf das wesentlich bessere Lamm von Fr. bluesky fertigessen.

Wir rasten aufgrund der großen Portionen noch kurz ab und ordern im Anschluss die Rechnung, auf der knappe 45 Euro stehen.

Zum Fazit: Beim Häuserl im Wald kann man sich auf einige Dinge verlassen: man bekommt große Portionen für sein Geld, für Unterhaltung ist durch das zahlreich anwesende Publikum zwangsläufig gesorgt und die Kinder bekommen genügend Auslauf. Der Herr aus dem Service war zwar während unseres Besuches für uns da, trotzdem war alles ein wenig unpersönlich und automatisiert. Das Ambiente ist generell ok, da und dort könnte das Interieur leicht erneuert werden und manche Dinge könnten aus dem Blickfeld der Gäste entfernt werden. Die von uns gegessenen Speisen waren von sehr unterschiedlicher Qualität. Die „Klassiker“ dürften dem Koch etwas mehr liegen, als saisonale Gerichte. Es gibt ein Stammpublikum, wir werden eher kein Teil davon werden.

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Kommentare (1)

am 24. März 2014 um 17:58

War auch schon dort. Hatte damals den Eindruck, dass die einfach schon zu groß sind. Liebe zum Detail ist da nicht mehr vorhanden.

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Häuserl im Wald
Roseggerweg 105
8044 Graz
Steiermark
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