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Pizzeria Ristorante Corleone - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 17. März 2014
Experte
bubafant
283
71
29
2Speisen
5Ambiente
2Service
24 Fotos1 Check-In

Familientreffen. Seit gut einem Jahr gibt es beim Kremsertor in Stein ein neues Lokal. Der Name so was von einem Italiener. Angeboten wird italienisches und griechisches Essen mit österreichischer Ergänzung. Eine übliche Kombination in letzter Zeit. Was also kann Corleone, wo sind die Stärken, und welche Speisen bleiben auf der Strecke?

Man kann das Lokal aus drei Richtungen betreten, einmal von der Göttweigerhofgasse, dann via Donaulände und schließlich auch durch das Kremsertor. Via Lände kommt man durch den schmalen Gastgarten, der sicherlich an heißen Tagen eine perfekte Abkühlung bietet. Flankiert von der historischen Steiner Stadtmauer, die auch sehr sehenswert in das Lokal integriert wurde. Als Logo dient der angedeutete Kopf eines Mafiabosses (in unserer Vorstellung). Abgesehen vom Kopfsteinpflaster auf den Wegen ist der Zugang einigermaßen barrierefrei. Gut erhalten und über zwei Jahre vorbildlich restauriert ist der Gewölbecharakter des Hauses. Vorherrschend sind Fliesen am Boden, die Wände geputzt, oder in Steinoptik, in einem Zubau sind große, hohe Dachluken, die viel Tageslicht spenden, eingebaut. Ansonsten Holz, Korb und Terrakotta. Einige Bilder, indirekte Beleuchtung und Deko. Viele Bereiche fließen ineinander und bieten gleichzeitig Abwechslung. Der Hauptanteil ist Nichtraucherbereich, die Raucher im obligaten Glaskammerl. Die Theke ist mitunter das Herzstück des Lokals: groß, wuchtig, dunkles Holz.

Wir sind eine Gruppe von 12 Personen, der reservierte Tisch allerdings nur für je vier Personen gegenüber gedeckt, die restlichen Vier sollen jeweils über’s Eck wie an einem Katzentisch an den Kopfseiten sitzen. Die Tafel gegenüber scheint gleich groß zu sein, allerdings großzügigere Abstände. Trotz mehrmaliger Nachfrage wird uns bestätigt, dass wir am richtigen Tisch sitzen. Erst als alle Familienmitglieder sich am Tisch eingefunden haben, kommt die Getränkeaufnahme, einige warteten das schon ein geraumes Zeiterl. Der Tisch ist eingedeckt mit weißen Stofftischdecken, Papierservietten mit aufgelegtem Besteck, Menagen im Rundkarussel, Kerzenleuchter und Tischwerbesteher. An den Außenwänden gut gepolsterte Sitzbänke , der Rest massive Holzstühle. Wir bekommen die Speisekarten zum Studium. Viele Seiten, aus jedem Dorf ein Hund. Seitenweise Pizzen und Pasta.
Nach nochmaliger Bitte mit Nachdruck bekommen wir gnadenhalber doch noch einen zusätzlichen Tisch dazu gestellt. Jetzt hat jeder seine eigene Komfortzone.

Der Kellner hat sich keine Mühe gemacht, sich zu merken, wohin die einzelnen Getränke gehören, die auf der Bank Sitzenden bekommen die Gläser über ihre gegenüber sitzenden Nachbarn gereicht. Bei älteren Menschen ein echtes 'no go'. Bei den Speisen für ebendiese ersuchen wir um kleinere Portionen – das geht leider nicht. Das Gros des Tisches bestellt Pizzen mit teilweise fantasievollen Namen, wie z.B. Monopoli und Cinderella (EUR 7-9), ein paar Fleischgerichte, und ich schere nach Griechenland aus.

Nach angemessener Wartezeit für zwölf Hauptspeisen kommen die ersten Pizzen. Natürlich große Teller mit Wagenrädern von Teigfladen. Optisch sind alle keine Meisterleistungen, Allerweltsdarbietungen. Der Teig ist flaumig weich, am Außenrand kaum knusprig. Der Belag ziemlich lieblos drapiert. Schon oft gesehen, aber ich habe ja GottseiDank kulinarisch auf das andere Land gesetzt (…). Und jetzt kommt die Unart Nummer eins in italienischen Lokalen: die Fleischspeisen werden gebracht und am kurzen Eck des Tisches stehend auf Italienisch feilgeboten. Unnötig zu erwähnen, dass auch die Zugehörigkeit der Speisen zu den einzelnen Gästen niemanden interessiert hat. Warum man aus den drei Stück Zigeuner-Kotelett mit Pommes und Letscho (EUR 9,90) keine kleine Portion machen konnte, erschließt sich mir bis heute nicht. Die Piccata di Mozzarella (EUR 13,50) schwimmt zur Hälfte in der großen Salat-Deko vom Tellerdrittel, obwohl ein gemischter Salat im Extra-Schüsserl gereicht wird.

Elf Personen am Tisch sind mit Essen versorgt und der Patrone sieht mich scharf an: Was haben SIE bestellt ? Da biegt der Kellner auch schon mit meinem warmen griechischen Vorspeisenteller (EUR 9,20) um die Ecke. Mutmaßlich ein großer Pizzateller voll beladen mit Gebackenem. Ein kleines Eckerl ist frei für die Salatgarnitur mit Olive, Tomaten- und Gurkenscheibe. Ein großer Haufen mit gebackenen Zucchini- und Melanzanischeiben. Diese sind leider nicht mit einem Küchentuch trocken getupft worden und triefen vor lauter Fett, das sich in der Tellermitte sammelt. Darunter verbergen sich zwei gut angewärmte Dolmadakia (gefüllte Weinblätter) und ein Spanakopita (Spinatstrudel mit Schafkäse und Ei), der außer weich nur mehr matschig ist. Definitiv der schlechteste Vorspeisenteller ever – ever - ever. In einem Extrakörberl wohnen zwei Pizzastangerln. Die Ungeliebten haben kein Olivenöl und auch keinen Knoblauch gesehen. Aber wozu habe ich das Öl auf meinem Teller ? Man hilft mir ja nur Kalorien zu sparen.

Fazit: Leider wieder ein 'Alleskönner'. Eine Pizzeria/ein Ristorante, die/das auch griechische und österreichische/Wiener Küche anbietet. Und keine wirklich sehr gut hinbekommt. Da hilft dann die dezente Beschallung in den Sanitäranlagen mit griechischer Musik auch nichts mehr. Die Portionen sind groß, und das alleine dürfte Auslastung garantieren, während unseres Aufenthaltes wurden einige größere Gruppen ohne Reservierung wieder weggeschickt. Nach Hörensagen ist das Lokal ständig gut auslastet. Das ist ihm auch zu vergönnen, denn das viele Geld, das hier bei der Sanierung in die Hand genommen wurde, muss verdient werden, denn um das Ambiente wäre es wirklich schade. Die Servicecrew agiert lustlos und desinteressiert. Kein Nachfragen, ob es gepasst, es geschmeckt hat, unsere Kaffeewünsche müssen wir uns erkämpfen. Wir begeben uns auf die weitere Suche nach einem guten Lokal in Krems.

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Kommentare (4)

am 11. Juli 2014 um 11:16

Bubafant: Bei Frau Amon-Jell haben wir sehr gut gegessen - aber das will/kann man sich nicht jeden Tag leisten;-))

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Experte
88
16
am 10. Juli 2014 um 20:00

Ja, leider, Alphawoelfin.
Ich bin noch auf der Suche!
Und dankbar für Tipps. :-)

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Experte
283
71
am 10. Juli 2014 um 14:32

Ohje, wieder ein Lokal mehr in Krems, welches man des Essens wegen nicht aufsuchen muss.

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Experte
88
16
am 17. März 2014 um 20:42

Schade ums Lokal! Daher danke für die Warnung!

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11
2
Pizzeria Ristorante Corleone
Göttweigerhofgasse 6
3504 Krems-Stein
Niederösterreich
Speisen
Ambiente
Service
20
45
15
3 Bewertungen
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