RestaurantTester.at
Home Mein Profil Lokal Guides Events Lokal eintragen

Das Schick - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 7. März 2014
Experte
bubafant
283
71
29
4Speisen
4Ambiente
3Service
23 Fotos1 Check-In

Dining City geht in die nächste Frühjahrsrunde. Das Schick befindet sich am Ring, in Marriott-Nähe, der Eingang in der Seitengasse, die auch gleichzeitig die Einfahrt in eine Tiefgarage ist. Bereits der Eingangsbereich ist gefällig und mit Werbung für das Hotel und das Restaurant gestaltet, über ein paar Stufen betritt man die Hotellobby. An der Rezeption vorbei geht es zum Lift, der einen in den 12. Stock befördert. Hier wird's dann lustig, denn man steht quasi im Flur des Hotels, ein wunderschön gestaltetes Stiegenhaus mit großem Lüster. Man fühlt es fast körperlich, dass das Restaurant in greifbarer Nähe ist, aber erst durch etwas empirisches Herumirren geht dann plötzlich Sesam-öffne-dich-gleich die Schiebetür aus Rauchglas auf und offenbart den ersten Einblick. Gut, wenn man es weiß, ist es fast lächerlich. Ich unterhalte mich allerdings den Abend über köstlich, weil ich erste Reihe fußfrei beinahe sämtliche Gäste mehr oder weniger ratlos herumirren sehe (wir haben einen Tisch genau gegenüber dem Eingang).

Die Reservierung wird im Buch gefunden, man nimmt uns die Jacken ab und verschwindet dann damit. Zufällig sehe ich beim Gang zu den Sanitärräumen, wo sich die offen zugängige Garderobe befindet. Im gesamten Lokal ist das Licht etwas gedimmt, man hat daher auch einen wunderschönen Ausblick auf die erleuchtete Stadt, z.B. den Kursalon Hübner. Weiße Tischdecke versteht sich hier von selbst, eingedeckt mit Gedeck Teller, Stoffserviette, Besteck, Gläser und sehr stylischer Glasöllampe. Das dreigängige Abendmenü wird hier, da zwei Hauben, um EUR 29,50 angeboten. Die einzelnen Gänge sind aus jeweils zwei Angeboten zu wählen (eine Woche vorab im Internet einsehbar gewesen); Gleich zu Beginn werden die Speisenwünsche bekannt gegeben, es war möglich für EUR 4,50 eine Consommé vom ALMO.Schinkenstrudel zusätzlich zu bestellen, es wurde aber überhaupt nicht nachgefragt. Aperitif gibt es für meine Begleitung einen Cava Rose Giro Ribbot (EUR 5,40).

Ein Brotkörbchen mit Ajour Gebäck wird eingestellt, sowie gesalzene Butter und ein rosafarbenes Spezialsalz, vom Kellner wird ein kleines Porzellanpfännchen frisch mit Olivenöl gefüllt. Abgesehen von der Weinbegleitung zum Menü gibt es keine Getränkekarte, nach offenen Weinen müssen wir nachfragen. Der Blaufränkische von Umathum schlägt sich mit EUR 6,00 zu Buche. Als Gruß aus der Küche wird ein Chorizo-Erdäpfelgulasch serviert, alle Zutaten sehr klein geschnitten, leicht mollig, kaum gewürzt aber sehr wärmend.

Gänseleberbondiga & geräucherte Gänsebrust.Quittenrahm.Mohnpesto.Friséesalat
Die Scheiben von der Gänsebrust sind in Form von Aidsschleifen gelegt, nicht aufregend, kaum Räuchergeschmack, nebenbei allerdings ein Wahnsinns-Nuss Pesto, sehr geschmackvoll und gut in der Konsistenz. Die Leber in Form eines Kugerls, paniert, zart, leicht und locker. Die dazu gezeichnete Mango Sauce sehr fruchtig und gschmackig. Der Salat weigert sich, formvollendet in den Mund zu gelangen, ist aber, wenn es gelungen ist, gut mariniert und frisch.
Terrine vom Zackelschaf-Camembert.geröstete Pinienkerne.Feigencarpaccio
Ich durfte kosten – die Terrine äußerst cremig, leicht schmierig, starker, fast dunkler Geschmack des Käses. Die Feigen naturbedingt etwas dicker geschnitten.

Nach und nach kommen weitere Dining City-Gäste und das Lokal füllt sich. Der Abend dürfte ausreserviert sein, denn Laufkundschaft muss abgewiesen werden. Die Tischreihen am Fenster entlang, sie stehen sehr eng beieinander, gleich neben der Eingangsschiebetür gibt es einen Tisch auf einem Podest, an dem kann man überhaupt nur an zwei Seiten des Tisches auf Bänken sitzen, beengt ist es auch hier. Und die Unart der letzten Jahre kommt noch dazu: Teller wie Wagenräder. Dem Service ist das allerdings egal, die Teller werden rücksichtslos beim Servieren links und rechts auf das eingedeckte Besteck gestellt.

Filet vom 'Iberico'-Schwein.Schalotten & Dörrzwetschken in Málaga.Püree von Wiener Karotten.Korianderschaum
Die Filets sind im Inneren noch rosa, außen schützt eine gut angebratene Kruste. Die homöopathischen Spuren der auseinanderfallenden Schalotte sehr gut, die Dörrzwetschgen extrem gut. Das Püree hat eine etwas eigenartige Farbe, gute Konsistenz, aber durch Aufspritzen mit dem Dressiersack vor der Zeit ganz leicht angetrocknet in den Tälern der Furchen. Der Chip vom violetten Erdäpfel ein Highlight (leider nur einer). Korianderschaum war für mich weder erkennbar noch -schmeckbar. Grün, wie es war, hätte ich von der Optik auf Erbsen getippt.

Topfenmousse.Marzipan-Magdalena.Granatapfel-Sorbet
Das Nockerl vom Mousse ist das Highlight auf diesem Teller. Mollig, mit luftigen Einschlüssen und gutem Eigengeschmack. Das Marzipan-Teilchen in der Mitte auf der scho(c)kigen Welle eigenartig, ohne hervorragende Geschmackseigenschaften, auch in der Konsistenz verzichtbar, das Sorbet allerdings wieder hervorragend fruchtig und gleichzeitig Durststillend. Mandarinenspalten, Erdbeerfächer etc. … sind nett, aber nicht unbedingt notwendig.

Fazit: Beginnen wir mit dem Lästigen: der Service. Die junge Dame ist anfangs bei wenigen Gästen überpräsent und fast nervend im unbedingten Aufdrängen eines Aperitifs. Weitere Getränke, wie Wasser, Weinangebote, Kaffee etc. werden uns nicht angeboten, beim Abservieren wird nicht nachgefragt, ob es geschmeckt hat und die Standardantwort 'sehr gerne' nutzt sich nach mehrmaligem Gebrauch auch sehr ab. Beim Verlassen des Lokals werden wir nicht darauf hingewiesen, wo die entgegengenommenen Jacken sich befinden, geschweige denn wird einem die Kleidung wiedergebracht.
Die Speisen sind völlig in Ordnung, an diesem Abend war das Motto Spanien und es wurde bei einzelnen Komponenten bis zur Weinbegleitung darauf Bezug genommen. Einige Kombinationen waren uns noch unbekannt und gut ausgewählt. Das Ambiente wurde bereits erschöpfend beschrieben, bis auf die Enge in Ordnung, der Ausblick ist ja nicht der Verdienst des Restaurants.

Was meinst du zu dieser Bewertung?
Hilfreich?Ja8Gefällt mir7Lesenswert6

Kommentare (1)

am 7. März 2014 um 20:48

Danke für den schönen und informativen Bericht! Da bekommt man Lust auf einen Besuch. Einzig...
"Beim Verlassen des Lokals werden wir nicht darauf hingewiesen, wo die entgegengenommenen Jacken sich befinden, geschweige denn wird einem die Kleidung wiedergebracht."
...das geht ja überhaupt nicht!

Gefällt mir5
4
8
Das Schick
Parkring 12
1010 Wien
Schick- Hotel am Parkring
Speisen
Ambiente
Service
38
41
40
9 Bewertungen
Das Schick - Karte
Zum Lokal »
Zum Lokal »
Home|Sitemap|Neue Lokaleinträge|Neu anmelden|Lokal eintragen|Hilfe|AGB & Datenschutz

Copyright © 2008-2016 RestaurantTester.at
Cookies helfen uns, Ihnen eine bessere Erfahrung auf dieser Website zu bieten.
Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Mehr Info
OK