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Wiegand am Friedrichshof - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 15. Februar 2014
Experte
bubafant
283
71
29
4Speisen
4Ambiente
4Service
21 Fotos2 Check-Ins

Wir waren bei der Eröffnung.
Nachdem unsere ursprüngliche Reservierung für diesen Tag einem veritablen Konkurs zum Opfer gefallen ist, stoßen wir nach einigem Gesurfe auf die Neueröffnung am Valentinstag, Oliver Wiegand (Blaue Gans in Weiden) versucht auf eigenen Beinen zu stehen. Wir haben das Überraschungsmenü für EUR 38,00 gebucht samt Weinbegleitung.
Der Komplex Friedrichshof mit Seminarhotel, Wohnungen und dem Restaurant befindet sich mitten in der Pampa von unzähligen Windrädern umgeben, das Rauschen der Fahrzeuge auf der A4 ist ein ständiger Begleiter. Ein ausreichender Parkplatz steht vor dem Einfahrtsbereich zur Verfügung, unübersehbar prominent thront der Turm des Ensembles, früher war hier einmal ein Mühlbetrieb und rund 20 Jahre lang hatte die Kommune rund um Otto Mühl hier ihre Heimat.

Via Hoteleingang betritt man das Gebäude, vorbei an der Rezeption öffnet sich ein hoher Raum zum Empfang mit dem Reservierungsbuch, ein paar Tischen, sowie dem Aufgang zu den Hotelzimmern. Ein schmaler Gang mit direktem Blick in die hochmoderne Küche leitet zu den Gasträumen weiter. Direkt vor der Theke aus dunklem Holz der erste Raum mit umlaufender Bank, einigen Tischen. Vorherrschende Farben sind dunkles Braun, Apfelgrün und sämtliche Naturtexturen. An der Schmalfront das formatfüllende Logo. Vor dem Eingang zur Küche rund 10 Tische ohne jeglichem Stoff, für jeweils zwei Personen eingedeckt. Dominiert wird die Wand zur Küche von einem großen Regal mit Weinflaschen gefüllt. Noch einen schmalen Gang an der verglasten Außenseite der Küche entlang öffnet sich ein modern möblierter (Frühstücks)raum.

Eingedeckt sind die Tische mit quadratischen Schiefertafeln, weißer Stoffserviette, stylisch geschwungenem Schälchen mit Gedeckmesser, grünen Römerquelle-Wassergläsern, Blumentöpfchen und Salzfässchen. Auf Nachfrage wird in einer sehr formschönen Flasche/Karaffe Leitungswasser eingestellt und im Laufe des Abends ständig nachgefüllt. Noch mit dem Aperitif von Szigeti in der Hand nehmen wir Platz und sogleich wird das Gedeck (EUR 2,50) gebracht. Ein ordentliches Körbchen mit knusprigem Schwarzbrot, teilweise mit Zwiebel. Dazu Speckscheiben, die ich nicht verkostet habe, dafür allerdings die leicht gesalzene, leicht streichbare Butter.

Kalbscarpaccio mit Thunfisch und Jungzwiebel
Ein Wagenrad von einem Teller. Das Carpaccio natürlich im Rund ausgelegt, sehr helle Farbe, etwas dicker geschnitten und ziemlich geschmacksneutral. Zwei Eckerl kurz angebratener Thunfisch, sehr guter Eigengeschmack, allerdings kein Aha-Erlebnis mangels Würze. Einzig das darüber verteilte Schäumchen bringt gemeinsam mit dem Zwiebel und der Salatgarnitur Geschmack.

Karotten-Ingwerschaumsuppe mit Tofu
Eine Schiefertafel auf der Schiefertafel. Ich persönlich brauche das Schieferzeugs nicht, aber gleich in doppelter Ausführung muss nicht sein. Allerdings finden wir darauf unser erstes Highlight. Im engen Rexglaserl (ein schlanker Löffel wird lobenswerter Weise mit eingedeckt) ist eine derart geschmackvolle Suppe, dass es nur so eine Freude ist. Beide Komponenten gut schmeckbar, einfach schmatz. Aber erst die Tofuwürfel. Einmal natur gebraten auf Krenbett mit einem Pesto mit Mega-Bumms. Und einmal herausgebacken. Beides sehr fein. Danke.

Rosa gebratener Kalbstafelspitz mit Rosenkohl, Speck und Semmelkrensauce
Mäanderförmig windet sich das Kalb zu einem Turm. Wunderbar zartes Fleisch, obenauf eine schon fast zerfallende Rosenkohlsprosse. Umgeben ist der Turmbau von einer Sauce mit leichtem Krengeschmack in beige und Spinatgeschmack in grün. Der knusprig gebratene, zersplitternde Speck ist wirklich wie das i-Tüpfelchen auf dem Gericht. Leider mit zwei Happen auch schon wieder weg.
Gänge zwei und drei stand alone ergäben eine glatte 5.

Es kommt zwischenzeitlich keine Langeweile auf, denn einerseits kann man die Weinflaschen im Regal in Reichweite studieren, andererseits ist das Treiben in der Küche nicht uninteressant. An diesem speziellen Tag sind hier sowieso viele Bekannte und Freunde, die die Küche inspizieren, Hände werden geschüttelt und Glückwünsche ausgesprochen. Die ersten drei Gänge kommen relativ zügig, mit dem zweiten Glas Rotwein zur Hauptspeise legen wir dann auch eine kleine Pause vor dem Dessert ein.

Karamellisierte Apfel-Tartin mit Vanilleespuma
Das Dessert ist zwar optisch nett anzusehen, enttäuscht aber. Der Apfelkuchen ist zu kühl und zerfällt in seine Einzelteile, die Karamelldeckschicht kommt temperaturbedingt auch nicht zur Geltung. Sehr gut sind Vanillesößchen und der Klacks Nußeis.

Fazit: Wir sind davon ausgegangen, dass an einem Eröffnungstag nicht alles rund laufen wird, dafür ist der ambitionierten Crew relativ wenig passiert. Mit Blick auf den Kücheneingang und auch zur Theke hin hat man doch einiges mitbekommen, wo Nerven schon etwas blanker gelegen sind, bzw. sich alles erst einmal einspielen muss. Schließlich war das Haus voll, und mit Sicherheit Aushilfen für diesen Tag engagiert. Das Menü hat uns gefallen, qualitativ war alles in Ordnung, die Vorspeise unterwürzt, das Dessert fast etwas fad. Suppe und Hauptspeise waren die Highlights und es hat von Würze bis Konsistenz alles gepasst. Für die Weinbegleitung in Sechzehnteln haben wir für fünf Gläser rund EUR 17,00 bezahlt. In guter Erinnerung ist uns ein Zweigelt Merlot von Krikler geblieben, davon gab’s dann zwei Gläser. Für das Wasser wurde nichts verrechnet. Das Ambiente ist sehr gelungen mit durchgezogenem Konzept in Farbe und Stil. Wir können uns vorstellen, wieder mal zukommen, auf der HP wird ein 6-Gang-Menü um EUR 69,00 angeboten, Suppe und Fleischhauptspeise entsprechen unserem Menü. Montag, Donnerstag und Freitag gibt es ein Mittagsmenü, zwei Gänge um EUR 11,90, drei Gänge um EUR 15,00.

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Kommentare (2)

am 17. Februar 2014 um 11:12

Liebster Admin - klick für mich mal auf Hilfreich, ich kann/darf nicht.
Ganz lieb! Danke!

Gefällt mir3
Experte
315
75
am 15. Februar 2014 um 18:22

H-G-L, hat klickmäßig geklappt, das Menü klingt echt interessant. Und lebendig beschrieben.

Gefällt mir4
Experte
80
48
Wiegand am Friedrichshof
Römerstraße 2
2424 Zurndorf
Burgenland
Speisen
Ambiente
Service
40
36
39
3 Bewertungen
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