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ef16 Restaurant Weinbar - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 14. Februar 2014
Experte
dieBrotvernichter
67
17
18
3Speisen
3Ambiente
3Service

Ins letzte Eck verstecken braucht sich das Lokal für seine Leistung nicht, das sich als kleines feines Restaurant präsentieren will - aber genau dort in der Innenstadt befindet sich's. Man könnt's fast übersehen.

In einer kleinen Seitenpassage findet man's aber, wenn man ganz fest will. Wir kommen rein und hier befindet sich alles in einem Gewölbelokal: Schank und Hochtisch für die Weinbar im vorderen (Eingangs-)Bereich und links gleich die Tische für die Gäste mit Speisenschwerpunkt. Ein Gewölbe bietet ja freie Bahn für Gemütlichkeit, da muss man kein Interieurgenie - und man hat den Eindruck, da war auch keines am Werk. Aber: es ist 19.45h, es ist dunkel und auf den Tischen sind Kerzen verteilt, das Lokal ist bis auf zwei kleine Tische voll, die meisten Gäste essen und unterhalten sich gut. Das reicht, damit man sich zumindest nicht unwohl fühlt.

Der junge Mann vom Service war sofort da - ist ja nur ein Raum. Er nahm uns und unsere Reservierung zur Kenntnis. Eine gastliche Begrüßung war's nicht. Eher eine notwendige. Welcher Tisch ist denn für uns? Einer der beiden freien eben. Ok, und wohin mit den Jacken? Gleich da bei der Bar oder da hinten. Do it yourself, ist dort das Motto.

Wir wählen den Kleiderhaken "da hinten" und somit auch den kleinen 2er Tisch neben dem Toilettenzugang. Der Tisch war das gerningste Übel aber der Kleiderständer dort war schon übervoll und irgendwie war uns dabei nicht ganz wohl, den gehenden Gästen beim Wühlen in unseren Jacken zuzusehen. Also doch die Jacken wieder zurückgeholt, zu uns an den kleinen Tisch.

Die Karte ist schnell gereicht. Die Wahl des Weines ebenso schnell getroffen. Der junge Mann fragt zwar nach Aperitif aber wir sind nicht die großen Vorglüh-Fans. Puristisch bleiben wir bei gutem Wein und zwar 2/8 Zweigelt Unplugged vom Reeh (€ 5,00). Kennen wir von zu Haus' und passt für uns ganz gut.

Auch zu unserem Menü, meint der junge Mann, wenn wir denn beim Fleisch bleiben. Kurze Unsicherheit beim Fleischliebhaber mit schlechtem Gewissen. Das wurde wieder beruhigt, ist ja vom Weiderind und sogar die belämmerteZiege träumt davon - also gut, wir bleiben beim Fleisch. Kaum bestellt war der Wein auch schon da und wir kurz einmal zufrieden – der ist einfach gut. Leitungswasserflasche war mit dabei.

Gedeck gibt's auch ab 17.30h und wird mit € 2,50 verrechnet – wissen wir von der Website. Für uns leider erst ab 20.25h. Wir sitzen ungern nur mit Wein, Wasser und Hunger 40 Minuten am Tisch. Kurz bemerkbar gemacht, wird das Gedeck auch sofort gebracht: 2 Scheibchen hausgemachtes speckig saftiges Weißbrot, genau richtig gesalzen – dazu je eine Teelöffelnocke von Kernöl- und Trüffel-Ricotta, dazu 2 kleine schwarze Oliven. Zum Glück, endlich was zu essen. Diese Ricotta-Nockerl waren beide ein guter Einstieg. Jene mit Trüffel-Aroma (weil sichtbar war er nicht) unser Favorit. Wir haben unsere kleine Brotscheibe binnen zwei Minuten gegessen.

Auf unsere Vorspeise mussten wir aber noch einmal 20 Minuten warten. Hirschcarpaccio, mit Johannisbeergelee, eingelegter schwarzer Nuss, Ruccola und massivem Brotmangel. Naja, den mussten wir durch die Bitte um Brotnachschub zu € 1,80 eben ausgleichen. Das Carpaccio hatte einen verwässerten Geschmack, bei Wild eigentlich unmöglich – außer es ist vielleicht aus dem Tiefkühler. Es war auch kalt temperiert. Wir mögen’s lieber mit Zimmertemparatur. Wenn’s frisch ist, wär‘s auch kein Problem. Johannisbeergelee darüber geträufelt, sehr süß, wenig Säure. Die Ruccola-Blätter leicht mariniert. Die Schwarze Nuss wieder sehr süß. Insgesamt einfach zu süß. Das gut gesalzene Brot hat’s noch rausgerissen. Aber lieber nicht gleich alles kritisieren.

Wein muss schon nach dem ersten Gang nachbestellt werden, die lange Wartezeit müssen wir uns schön und den Hunger runter trinken. Einmal ein St. Laurent vom Glatzer (€ 4,50) und einmal eine Cuvée Carnuntum vom Markowitsch (€ 4,20). Was ist denn das für eine Cuvée? Aus Blaufränkisch, Merlot und St. Laurent. Aha. Eher nicht so ganz die Favoriten aber ok. Ein Versuch ist es wert. Die Skeptikerin traut ihren Papillen vor Ort noch nicht und will sich auf die Information verlassen. Für diese Rebsorten, schmeckt der zu gut. Doch, die Skepsis war berechtigt, tatsächlich sind es: Blaufränkisch, Zweigelt und Pinot Noir. Ja, schon realistischer. Der Glatzer war eine leichte Enttäuschung, vor allem weil er im Anschluss an den Reeh einfach nicht mithalten kann.

Die Suppe schafft’s dann erst nach 21h zu uns. Sellerie-Apfel-Schaum-Suppe und man schmeckt, dass die Mannschaft dort auch Suppen nur mit Wasser kocht. Schade, da fehlte jegliche Art von Geschmack und Würze. Keine Weißweinnote, kein Gemüseansatz oder -fond, einfach verwässert. Es muss ja nicht immer nur Salz sein. Sogar dem gesundheitsbewussten Salzphobiker war’s zu wenig. Einzig das enthaltene Salz in den gerösteten Schwarzbrotcroutons war da. Aber das hätte nicht für den ganzen großen Suppenteller gereicht. Hat’s gepasst?, will er wissen. Nein, also ordentlich nachsalzen war notwendig, dann war’s ok.

Die beiden Beiriedschnitten lassen sich Zeit und es ist schon 21.30h als sie ihr Ziel erreichen. In der Zwischenzeit, haben wir uns diplomatische Formulierungen überlegt, wie wir den höflichen jungen Herren erklären können, dass das einfach alles zu lang dauert. Und als die Teller am Tisch stehen, verlässt nur ein: Ah, Herr Ober, die Nachspeise dann gleich bitte, das dauert uns schon ein biss’l z’lang… seinen Mund. Das sitzt, passt und wird Wirkung zeigen. Auch die Salzkritik wird versucht beim Beiried prompt wieder gut zu machen, denn da hat wer schon in der Küche den Salzstreuer für uns in die Hand genommen. Leider war dieser Gang dann punktuell total versalzen. Und das war doppelt schade, denn das war ein stimmiges Gericht, ganz nach unserem Geschmack. Eine schöne dicke Schnitte, ohne den dicken Fettrang auf’s Teller gebracht, darunter ein Kernöl-Erdäpfelpüree, ein paar Würferl vom sautierten Kürbis und ein Bratensaft, der’s geschmacklich in sich hat. Und dann immer wieder diese Salzstellen. Das tut weh auf der Zunge.

Das Kritisieren verkneifen wir uns für diesen Abend – wir sorgen uns um unsere Nachspeise. Die sehr schnell nachkommt – aber ist jetzt eh gut, wir wollen dann nach Haus‘. Angekündigt war: Birnen-Nougat-Knöderl. Und die waren auch für die komplizierteste Naschkatzenphilosophin perfekt angerichtet. Auch für den Topfentiger ein Volltreffer: Das Knöderl war nämlich aus selbigen Milchprodukt. Der Teig schön flaumig mit Grieß angerührt und dann in gerösteten Bröseln gewälzt. Leichte Säure vom Topfen, Brösel zu leicht gesüßt. Dazu gekochte Birnenscheiben, einmal Himbeeren frisch und auch als Sauce am Teller – aber beide Varianten leider viel zu sauer. Keine Saisonware. Besser weglassen. Und leicht im Abseits: ein Nougatmousse mit Schokogitter (weiß/dunkel). Supergut! Süß, wie ein Dessert gehört.

Mit dem Abschmecken haut’s einfach nicht ganz hin. € 80,00 für den Abend waren für uns angemessen. 4-gängig gut portioniert. Das Service war bei vollem Haus nicht überfordert aber wenig hilfsbereit, unaufmerksam und unwissend. Alles (Wein-, Wasser-, Brotnachschub) musste von uns nachgefragt werden. Das Timing ist einfach schlecht – viel zu lang. Uns reichen 2 Achterl Wein und wir bestellen auch dann kein 3., wenn wir noch länger sitzen müssen. Es gibt einen Mittelweg, zwischen Eile und Weile, die einem Großteil der Menschheit angenehm ist. Wir haben uns wie immer gut unterhalten, nur ohne Wartungshaltung wär’s für uns entspannter.

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Kommentare (2)

am 14. Februar 2014 um 18:19

Ja, beim "Nachforschen" ist uns auch der günstige EK-Preis vom Carnuntum aufgefallen, da war uns auch nicht ganz wohl im Nachhinein.

Eigentlich ist es ja für uns beim Wein so, dass wenn er schmeckt, dann schmeckt er - egal aus welcher Liga oder Preisklasse oder?

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Experte
67
17
am 14. Februar 2014 um 17:30

Funktioniert eben NICHT - der Administrator kennt die "Gründe", er versteht NICHT, warum wir das NICHT verstehen, tut aber NICHTS, um die Sache wirklich aufzuklären.
Es ist genau wie mit der uralten Bitte, Kommentare editieren zu können.
Entweder schweigt der Admin dann wie ein Grab, oder er gibt einen politikerartigen Kommentar ab:
"Diese Funktion ist aus bestimmten Gründen momentan nicht vorgesehen." Oder so ähnlich.

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ef16 Restaurant Weinbar
Fleischmarkt 16
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