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Der Grieche - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 12. Jänner 2014
Experte
bubafant
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4Speisen
4Ambiente
4Service
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Der Grieche. Ein Lokal mit diesem Namen gibt es wirklich in vielen Orten. Diesmal ist Bruck der Schauplatz. Schon lange auf meinem Radar, es hat sich irgendwie nicht ergeben. Aber in der ersten Woche des Jahres ist es so weit. Sehr prominent gelegen, gleich hinter/neben der Kirche am Hauptplatz. Ziemlich verkehrsberuhigt, das vorgelagerte, gepflasterte Platzerl ist in wärmeren Zeiten für den Schanigarten reserviert, eingefasst mit Blumentrögen. Danach geht’s durch einen Torbogen ins Haus.

Von nun an ist es nicht mehr barrierefrei. Über ein paar Stufen geht es Richtung Untergeschoss, links und rechts des Einganges Wandmalereien in blau. Auf der Eingangstür ein Schild 'fest ziehen'. Fest ziehen ist ein Hilfsausdruck – ich muss mein Hanteltraining intensivieren … Auch hinter der hübschen Bogentür geht es mit Stufen weiter und man landet direkt vor der dunklen Holztheke. Ein paar Platzerl für die Stammgäste, links die Zugänge zu den ordentlichen Toiletten und in weiterer Folge der Raucherbereich. Auf der anderen Seite um die Schank herum der Nichtraucherbereich, der bereits gut besucht ist. Ich habe nicht reserviert, aber man hat einen kleinen Tisch frei. Der Chef bietet sich sofort an, die Jacke für mich aufzuhängen, was ich aber dankend ablehne. Gemeinsam mit einer Karaffe Leitungswasser und einem Glas bekomme ich die relativ umfangreiche Speisekarte. Ich habe mich vorbereitet und bereits online geschmökert, trotzdem fällt die Auswahl schwer. Von Montag bis Freitag gibt es von 11:00 bis 15:00 ein Mittagsmenü um EUR 6,40 mit Tagessuppe, Weißbrot und Tagesbeilage, gegliedert in vegetarische, fleischliche und Fischmenüs. A la carte bekommt man, was man sich bei einem Griechen erwartet: Souvlaki, Gyros, Pita, Stifado, Tzatziki, Tarama, Ktipiti, Meze, Feta, Haloumi, Gavros, Moussaka, Oktapodi, Kalamari, Solomo, Baklawa, Grießflammerie, Cremejoghurt etc.

Das Ambiente ist sehr nett, Kreuzgewölbe, indirekt beleuchtet, mit maritimer Deko an den Wänden. In den Nischen zwei Aquarien. Es gibt hier Platz für rund 25-30 Personen, sämtliche Tische sind mit blauen und weißen Stofftischdecken und blauen Papierservietten eingedeckt. An den Wänden halbhohe dunkle Holzvertäfelung, sowie ebenso braune Holzstühle. Keine "echten" griechischen Sitzflächen, dadurch ziemlich bequem, weil auch Polsterauflagen da sind. Weniger bequem ist der Tischabstand, dieser ist das Minimum, weniger geht nicht, sonst muss man unter den Tischen durchkriechen. Beim Servieren des Getränkes fällt sogar die Getränkekarte im Korkstyle am Tisch um und reißt nebenan noch zwei weitere im Dominoeffekt um, so schauen die Platzverhältnisse aus. Das bringt sogar den Chef zum Schmunzeln und er legt alle Karten am Tisch um.

Ziemlich rasch bringt der Kellner Suppe mit einer Art Schöberln drinnen. Auf meine Nachfrage, ob eine Suppe zu den Variationen aus warmen Vorspeisen (EUR 7,50) gehört, stutzt er und serviert ab, offensichtlich ein Hörfehler. Aber kein Problem und sehr bald kommt der Zorbas Teller:
Kolokithakia Tiganata (EUR 4,80 als Vorspeise) gebackene Zucchini mit frisch geriebenem griechischen Hartkäse. Das Highlight für mich auf dem Teller, sollte es das als Hauptspeise geben (glaube, dass das kein Problem ist), melde ich mich dafür an. Optisch an Pommes Frites erinnern, sind die Zucchini stiftelig geschnitten und knusprig herausgebacken. Gemeinsam mit dem Käseraspeln einfach perfekt.
Haloumi (EUR 5,20 als Vorspeise), wie man es vom privaten Grillfest kennt, serviert auf einer Tomate wie eine Scheibe Mozzarella. Ordentliches Gequietsche zwischen den Zähnen.
Panierter Schafskäse. Wie ein kleines Torteneck geschnitten, knusprige Hülle und ziemlich kompakte Innenleben.
Spanakotiopitakia (EUR 5,20 als Vorspeise), Spinat und Schafskäse im Strudelteig. Krachend splittert der Teig, die Fülle gut gewürzt mit Knoblauch. Sehr gut.
Ktipiti Schafskäseaufstrich mit Paprika – kenne ich in dieser Form nicht, schmeckt aber sehr mollig, vom Geschmack erinnert es mich an die gefüllten Pepper Sweets in Öl. Tsatsiki muss am Teller sein. Da kann man nicht viel falsch machen. Die Salatgarnitur, die sich über ein Drittel des Tellers als Unterbau schmiegt, ist sehr mild mariniert und drängt sich nicht vor die anderen Speisen.

Der Nichtraucherbereich füllt sich zusehends, die Stimmung ist aber weder hektisch noch laut (wie man es im Gewölbe befürchten muss). Sämtliche neuankommende Gäste erfahren dieselbe Betreuung, Fragen, ob man die Jacke abnehmen und aufhängen darf, Servieren des Leitungswassers, Beratung bei Unsicherheit. Gäste am Nebentisch melden eine Reservierung des Bereichs für eine Geburtstagsfeier an, auch das ist möglich. Laut Homepage finden auch Musikveranstaltungen statt, diese müssen mangels Platzangebot im Raucherbereich stattfinden. Neu im Angebot ist eine Speise namens "12 Götter" – eine Platte, bei der der Koch selbständig zwölf verschiedene Gerichte auswählt und serviert.

Weiter geht es mit Souwlaki Kotopoulo (EUR 10,90). Mit ein paar Bratkartoffeln als Auflagepunkt werden zwei Spieße gekreuzt serviert. Die sehr gut angebratenen, kleinen Fleischstücke lösen sich leicht vom Holz und sind superweich im Inneren, leichte rauchige Note. Der Gemüsereis hat den richtigen Biss und ist die perfekte Beilage. Auch hier wieder Tsatsiki, aber die Salatgarnitur hier ist dermaßen sauer, dass ich mich verschlucke. So sauer, das ist nicht meins.

Fazit: Ich bin froh, dass ich hierhergekommen bin, es war mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch, ob der Schanigarten mehr Flair ob der nüchternen Stadtumgebung hat, wird sich weisen, aber das Kellergewölbe ist auch ohne Tageslicht sehr gemütlich. Die Abtrennung der Raucher, die eigentliche keine professionelle mit (Schiebe)Tür o.ä. ist, hat bei diesem Besuch funktioniert, wenn der Raucherbereich voll besetzt ist, muss man schauen, wie sich das auswirkt. Die beiden Herren im Service, Chef und Kellner, arbeiten mit Leidenschaft (und Stolz), man fühlt sich willkommen und gut betreut. Das Essen war so, wie ich es mir erwartet habe, und das Problem mit Erwartungshaltungen kennen wir ja alle zur Genüge.

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Kommentare (7)

am 18. Jänner 2014 um 10:41

@Weinrat: Wenn die Ohren es aushalten und eine Reservierung noch möglich ist, am 18.1. ( heute Abend ) gibt es wieder Musik. Wenn es nur um gutes Essen geht, würde ich aber an anderen Tagen gehen.

Einen oder aber auch mehrere Versuche kann man in diesem Lokal ohne Schaden zu nehmen wagen ( Gilt nur für das Essen ;-) ).

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am 12. Jänner 2014 um 22:46

Aufs Etikett kommts an!

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am 12. Jänner 2014 um 22:16

"Trademark" vorhanden HGL durchgeführt ;-)

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am 12. Jänner 2014 um 16:19

... einmal Mut gekauft - und da war dann noch was übrig ...
:-)

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am 12. Jänner 2014 um 16:16

@ derWeinrat
wieso genau ? wegen 'unserer gemeinsamen Geschichte' ?

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283
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am 12. Jänner 2014 um 16:08

Schau mal bei den Fotos unter Eingedeckter Tisch. Da hast dein Sodazitron :-)

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51
am 12. Jänner 2014 um 15:27

ICH WILL MEIN SODAZITRONFOTO!!!!

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Der Grieche
Hauptplatz 7
2460 Bruck an der Leitha
Niederösterreich
Speisen
Ambiente
Service
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8 Bewertungen
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