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Sushi-Bar Mono - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 5. Jänner 2014
ErwinG
8
1
3
2Speisen
3Ambiente
4Service

Ich bin zugegebenermaßen kein Kenner der japanischen Küche.
Somit habe ich mich von den durchaus guten Kritiken hier bei restauranttester.at in die Sushi Bar Mono leiten lassen.

Samstagabend, kurz nach 18 Uhr, war das Lokal gut besetzt. Das ist schon mal ein gutes Zeichen. Das Lokal ist hell und sehr sauber, schon fast steril. An der kleinen Bar, an der man auch essen kann, steht der Chef persönlich und bereitet den rohen Fisch zu. Die Begrüßung war sehr freundlich und obwohl nur noch zwei Zweiertische und ein Vierertisch frei waren, empfahl uns die Wirtin(?) den Vierertisch, an dem wir dann zu zweit platz nahmen. Die Tische sind sehr klein, was in einer Bar, als das sich das Mono ausgibt, nicht erstaunlich ist.


Ich entschied mich, mal eben nicht Sushi zu bestellen, sondern etwas anderes, typisch Japanisches. Das dürfte ein bedauernswerter Fehler gewesen sein.
Da ich auf rohen Fisch nicht ganz verzichten wollte, bestellte ich als Vorspeise Thunfisch Sashimi und als Hautspeise Heilbutt nach Art des Hauses. Mein Begleiter bestellte dieselbe Vorspeise und als Hauptspeise Prawns an japanischer Currysoße.

Die Vorspeise wurde nach kurzer Wartezeit zum Tisch gebracht. Vier recht dicke Scheiben Thunfisch auf einem Riesenberg Rettichspänen und ein paar Salatblättern darunter. Dazu eine kleine Schale mit einem großen Tupfer Wasabipaste. Fertige Sojasoße eines bekannten, japanischen Herstellers stand in der Flasche auf dem Tisch, so wie sie im Supermarkt im Regal steht (ja, die, die mit "Kikko" beginnt und mit "man" endet...). Der Fisch war recht hell und nicht von viel Geschmack. Letztendlich war es Irgenwas, das nach Wasabipaste aus der Tube und Kikkoman Sojasoße schmeckte. Der Rettich darunter war frisch, die Salatblätter ebenfalls. Aber eben einfach Rettich und Salat. Ohne nichts. Wie gesagt, ich bin kein Kenner der japanischen Küche, vielleicht gehört sich das so. Ich hab es nach dem Probebissen dann stehen lassen.

Nach dem Abräumen der Vorspeisen gab es eine kurze Pause. Sehr angenehm!

Dann wurden die Prawns zum Tisch gebracht und eine Schale Reis. Der Kellner wünschte einen guten Appetit und verschwand wieder. Nach zwei, drei Minuten war da immer noch ein Fragezeichen. Kommt noch etwas, wurde ich vergessen, soll mein Begleiter schon mal mit Essen anfangen? Die Frage war deshalb berechtigt, weil der Teller nicht vorgewärmt und eiskalt war. Kurz bevor er den ersten Bissen zum Mund geführt hatte, stand dann auch mein Teller und eine zweite Schale mit Reis auf dem Tisch. Die vier gebackenen Stücke Heilbutt, quer zum Rückgrat geschnitten, lagen auf demselben Gemüse wie die Prawns. Ob es sich dabei um eine Kohlart oder um Lattich gehandelt hat, konnte ich nicht feststellen. Es war zwar wunderbar frisch und knackig, aber wieder war nur Kikkoman zu schmecken. Mein Begleiter fand es zwar besser als seine Currysoße, ich hingegen gab seiner Currysoße einen halben Punkt mehr. Kommt wohl darauf an, ob man nur kostet, oder ob man es zu Ende isst.
Wie ich den Heilbutt mit Stäbchen essen sollte, stellte mich vor ein großes Rätsel. Dafür ist aber eher mein Unwissen bezüglich der asiatischen Küche verantwortlich. Mein Begleiter empfahl mir, die Stücke mit den Stäbchen aufzunehmen und dann einfach abzubeißen. Das war möglich, nur, da war noch das Rückgrat mit den Gräten drin. Für mich kein großes Drama, aber in einem unbeobachteten Moment hab ich das Fischfleisch dann doch mit beiden Händen vom Rückgrat befreit. Der Fisch war gut gebacken, innen noch schön glasig und außen knusprig. Er schmeckte auch wirklich fein nach Fisch. Ich hab aber auch gut aufgepasst, dass er nicht mit der Kikkomanlache, die sich in der Tellermitte angesammelt hat, in Berührung kam.
Alles in allem war das Essen enttäuschend. Darüber konnten auch die zwei Viertelscheiben Dosenananas, die mit der Rechnung gebracht wurden, nicht hinwegtrösten.

Was gibt es daraus zu lernen? Für mich: Wenn sich eine Gaststätte "Sushi-Bar" nennt, sollte man wohl Sushi essen. Dass ich die viel gelobte Suppe nicht probiert habe, bereue ich ebenfalls. Für den Gastwirt: Wenn Sushi die angesagte Spezialität und die Kernkompetenz des Betriebes ist, bitte die Gäste nicht mit schlecht zubereiteten Kartenfüllern in die Irre leiten.

Fazit:
Service: sehr freundlich und aufmerksam. Hinweis, dass das zweite Gericht gleich folgt, wäre angebracht gewesen.
Ambiente: authentisch, eher kühl und steril, ein bisschen so, wie sich der Mitteleuropäer eine asiatische Bar vorstellt.
Speisen: lieblos und schlecht. Dazu möchte ich nochmals betonen, dass wir möglicherweise einfach schlecht gewählt haben. Trotzdem, so was soll nicht angeboten werden, runter damit von der Karte!
Sauberkeit: sehr gut.

Besuch 04.01.2014, abends.

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Kommentare (3)

am 8. Dezember 2015 um 10:14

Hallo Erwin!

Das ist dann aber nicht mehr japanisch - das würde wohl kein Japaner machen - Koriander wird in der japanischen Küche auch glaub ich gar ned verwendet, kann mich aber auch irren, aber sicher nicht in der Sojasauce...

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8
1
am 5. Jänner 2014 um 19:50

Hallo HoangD!
Ich glaube, Sojasoße selber herzustellen ist recht aufwändig. So viel ich Weiss, muss die Soße auch fermentiert warden. Erwarten würde ich das also nicht, ein absoluter Heuler ware das aber natürlich! Damit könnte sich ein Lokal in größerem Umkreis bekannt machen.
Da das aber wahrscheinlich nicht geht hier meine Idee:
Fertige Sojasoße in eine kleine Schale geben, ein paar Späne frischen Ingwer drüberstreuen, ein frisches Korianderblatt drauf, Löffel dazu und auf den Tisch stellen. Sieht einfach besser aus als die Flasche...

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8
1
am 5. Jänner 2014 um 16:35

mehr Info zu Sashimi finden Sie hier Link

mit fertiger Sojasoße Kikoman erwarten Sie dass die dort die Sojasoße selber herstellen nicht?

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Sushi-Bar Mono
Schottenfeldgasse 5
1070 Wien
Speisen
Ambiente
Service
39
31
35
5 Bewertungen
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