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Cantina - Osteria Friulana - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 1. Jänner 2014
Experte
bubafant
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3Speisen
4Ambiente
2Service
18 Fotos1 Check-In

Weihnachtsfeier. Im Ersten. In der Cantina. Nachdem das Lokal keinen (brauchbaren) Internetauftritt hat – Überraschung. Online schmückt man sich nur mit einer Tafelspitz Auszeichnung (Gewinner 2013 Kategorie Restaurants Mediterran), den Öffnungszeiten und dem Hinweis, dass man nur bar zahlen kann.

Gleich nach dem Eintreten steht man auch schon mitten im Geschehen. Mitten in einer anderen Weihnachtsfeier. Der Raum wird dominiert von der hölzernen Theke, die sich durch den halben Raum schlängelt, der Kaffeemaschine und der glänzenden Zapfanlage und dem schönen Fliesenspiegel dahinter. Barhocker davor und auch die restlichen Plätze sind Hochtische und –stühle. Fliesenboden. Der Gangbereich, der in den hinteren Bereich führt wird dominiert von einer (leeren) Vitrine und der Berkel-Maschine. Hier befindet sich auch ein großes Weinsortiment im Setzkasten (wie ein großes Expedit von Ikea …), und es zweigen auch die extrem kleinen und engen Sanitärräume ab.

Im sich anschließend öffnenden Raum sieht es etwas anders aus, als auf der Homepage. Die umlaufende Holzbretter-Bank gibt es so nicht mehr. Nur mehr auf einer Wand mit den Fenstern existiert ein Stück davon. Die kurze Wand ziert jetzt eine Holzbank, der Rest sind dunkle Holzstühle. Gedeckt sind drei Tafeln, wie ein 'U', nur nicht durchgehend. Es ist bereits eingedeckt mit beigem Set, und dem ganzen Programm mit Tellern, Besteck und Gläsern, Mineralwasserflaschen und Weinkühlern aus Ton. Rotweinflaschen mit aufgesetzten Korken. An der Wand drei schwarze Tafeln, außen Weinangebote, in der Mitte unser Weihnachtsmenü. Dazwischen eingelassen Garderobenabteile und auf einem Board unter der Decke jede Menge Weinflaschen.

Als Vorspeise gibt es Prosciutto di San Daniele und Antipasti
Auf den Tischen stehen bereits die Körbchen mit Brot. Einem sensationellen Tomatenbrot und einem eher faden, fast trockenen Weißbrot. Der Prosciutto fällt auch in die Kategorie sensationell (aber zu wenig …). Die Antipasti – Oliven, Pilze, getrocknete Tomaten, Knoblauchzehen, eingelegte Zwiebeln in zwei Erscheinungsformen und marinierter Paprika – enttäuschend und Allerweltsware.

Beim Hauptgang gibt es Wahlmöglichkeit.
Sepie mit Safran Risotto gefüllt, gebraten, auf Blattsalat
Die zwei Portionen auf unserer Tafel sind der optische Hammer. Tintifax ist ja für mich persönlich ein echtes NoGo und deshalb habe ich etwas Zeit zur Orientierung gebraucht, dass das Ei-ähnliche Ding in der Mitte das Tier ist und die gebogenen Ausläufer der Salat … Das Fleisch ist zäh, die Kollegen säbeln quasi erfolglos darauf herum, es bleibt auch etwas am Teller liegen, das Safran Risotto kann natürlich den Karren nicht mehr herumreißen, das Beste soll die Salatgarnitur gewesen sein.

Gefüllte Hühnerbrust mit Safranerdäpfel
Die Nummer zwei auf der Speisekarte und auch im Ranking. Zwei schräg geschnitten servierte Stücke Huhn in ausreichend gebundener Sauce. Gefüllt mit Schinken und wahrscheinlich einer Semmelmasse. Die Erdäpfel knusprig angebraten und dann in’s Safterl gelegt. Alle beide.

Rindsroulade in Terranocreme, dazu Polenta
Meine Wahl. Ich denke Terrano ist eine Weinsorte. Aber diese Speise hat für alle, die sie gewählt haben, so geschmeckt, als wäre die jeweilige Oma respektive Mamma hinter dem Herd gestanden. Eine perfekte Roulade, so zart, dass die Gabel nur aufgesetzt werden musste und quasi von selbst durch geglitten ist. Gefüllt mit kleinen Stücken von Karotten und Gurken, diese auch in der Sauce püriert, ein paar ordentliche Kapern drauf und der knusprig herausgebackene Polenta Würfel hat so was von gut dazu gepasst. Danke sehr.

Zum Dessert gibt es eine FünfzigFünzfigChance auf die richtige Entscheidung. Es waren leider 100 Prozent. Von so lala. Das Tiramisu, mit einem großen Löffel kugelförmig aus einem Behältnis herausgestochen und dann mit einer Kakao-Straße versehen. Nach Aussagen der Endabnehmer sehr viel Alkoholgehalt und der Rest eher fad. Der Kellner hat die beiden Dessertvarianten auf den Tellern zwanglos durch die Reihen getragen und wer hier gesagt hat, hat ihn auch schon gehabt. Den Wunsch-Teller.
Die Hoffnung steigt, dass die Panna Cotta mit Karamellsauce eine bessere Wahl ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber wie kann man dieses Dessert nur so verhunzen (HaPe Kerkeling würde hurz sagen …). Die gestürzte Masse in Form in einem tiefen Teller. Soweit passt’s noch. Aber keine Karamellschicht, denn der Hauch von Karamellgeschmack ist in der dünnflüssigen Vanillesauce, mit dem das Fußbad aufgefüllt worden ist. Darüber ein paar Schokoblättchen in Hell und Dunkel.
Es ist unglaublich, wie das Echauffieren über Essen, das einem nicht schmeckt, bis dato wildfremde Menschen verbinden kann. Dafür wenigstens ein Danke.

Fazit: Die für uns abgestellte grobmotorische Kellnerin aus einem deutschsprachigen Nachbarland trägt sehr viel dazu bei, dass ich mich nicht wirklich wohl fühle. Sie spulte ihr Programm ab, Zwischenfragen und –wünsche waren ein Problem. Erst wurde abserviert und dann in den Raum gestellt, ob man noch etwas möchte. Keine Nachfrage, ob Kaffeewünsche bestehen. Die bestellten Kaffeetassen und –becher kommen eine halbe Stunde nach dem Dessert (wo alle schon aufgegessen haben). Von den Speisen war ich enttäuscht, obwohl ich aus einer Chance von eins zu drei noch den Burner erwischt habe. Die Desserts waren beide enttäuschend, bei den Vorspeisen der Schinken in Ordnung, die Antipasti eine Billigvariante. Ich weiß, wie bei solchen Veranstaltungen der Preis gedrückt wird, aber insgesamt war das eine enttäuschende Vorstellung. Ich habe auf einem nicht reservierten Tisch einen Blick auf eine kleine papierene Speisekarte geworfen (in der irrigen Meinung, das ist unseres …) – keine Hauptspeise unter EUR 20,00. Gut, wir waren jetzt hier, und kommen mit Sicherheit nicht mehr, obwohl der Wirt selbst sehr viel Charme besitzt, sich halt dann doch nicht um alles selbst kümmern kann.

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Kommentare (6)

am 3. Jänner 2014 um 22:31

Das reimt sich! Pajero Montero...

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am 3. Jänner 2014 um 22:13

Deswegen heißt er in Spanien ja auch Montero ;-)

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am 2. Jänner 2014 um 11:02

Einen Mitsubishi Pajero würde ich in Spanien auch nicht fahren wollen.

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am 2. Jänner 2014 um 09:47

Oaje - mit Terrano wird dein Nissan nicht fahren, viel zu wenig Alkohol ;-)

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am 2. Jänner 2014 um 09:25

Amarone - kannst ja nix dafür. Es gibt solche und solche Erfahrung (weißt eh - Erlebnisgastronomie).

Danke für die Erläuterungen, habe kurz gegoogelt, aber da ich schon einen Nissan besitze, habe ich dann aufgegeben ... :-)

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am 1. Jänner 2014 um 20:26

Schade, dass es für euch nicht so toll war :-/
Terrano (in Istrien und Slowenien Teran) ist eine alte Sorte mit normalerweise wenig Alkohol aber - sagen wir mal - ziemlich lebendiger Säure.
Sie ist mit dem friulanischen Refosco zumindest nahe verwandt.
In der Vipavska dolina und im Karst gibt's davon auch einen traditionellen Likör - ein Suchtmittel, nicht nur für die Damen! ;-)

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Cantina - Osteria Friulana
Bartensteingasse 3
1010 Wien
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