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Saray - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 31. Dezember 2013
Experte
bluesky73
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29
3Speisen
4Ambiente
2Service
13 Fotos1 Check-In

Vor gut zwei Monaten eröffnete das Saray in Graz seine Pforten und war seitdem immer wieder mal Thema von Diskussionen. Meine Neugierde war jedenfalls geweckt und gestern Nachmittag wurde die Gelegenheit genutzt um sich selbst ein Bild zu machen.

Das Lokal liegt sehr zentral nur wenige Schritte von der Grazer Herrengasse entfernt – dementsprechend bescheiden sieht die Parksituation im näheren Umkreis auch aus. Barrierefrei betritt man das Restaurant und steht am Anfang eines längeren Ganges neben dem verwaisten Reservierungspult. Ein kurzer Blick auf den ausgeschalteten Monitor bestärkt uns in unserer Annahme, dass dieser Arbeitsplatz wohl nur am Abend besetzt ist und wir machen uns auf eigene Faust auf ins Lokalinnere.

Der (ausreichend breite) Gang führt vorbei an einer nett präsentierten Weinvitrine und geht nahtlos in den Raucherbereich über. Die sehr schön eingedeckten Hochtische sind rund zur Hälfte mit Gästen besetzt, wir wandern weiter, vorbei an der Theke hinter dem sich die Servicemitarbeiter tummeln. Am Ende des Ganges angekommen steht man vor dem all you can eat Buffet, das täglich bis 15 Uhr angeboten wird – rechts herum eröffnet sich der Nichtraucherbereich, die abtrennende Glastüre blieb während unseres Besuches die meiste Zeit offen stehen.

Das Design ist durchgängig und sehr gefällig, warme Farbe an den Wänden, farblich passende Tischläufer, dunkles Holz, an der einen Wand eine durchgängige, lederbezogene Sitzbank. Auch in diesem Bereich ist rund die Hälfte der Tische besetzt, der Geschäftsführer läuft uns über den Weg und bietet uns die freie Platzwahl an.
Wir warten ein wenig, bis einer der Kellner auf uns aufmerksam wird und uns die Karte überreicht bevor er die Kerze am Tisch anzündet.
Die gebundene Karte entpuppt sich als „Wendekarte“ – der vordere Teil beinhaltet die „osmanischen“ Gerichte, einmal umgedreht finden sich die persischen Speisen. Recht schnell merken wir, dass sich unsere Vorbereitung im Internet nicht wirklich bezahlt gemacht hat – leider stimmt die Online Karte großteils nicht mit der gereichten Speisekarte überein.
Ein wenig überfordert kämpfen wir uns durch die uns unbekannten Gerichte. Es bleibt ausreichend Zeit für die Auswahl, bis unser recht freundlicher Kellner zur Bestellaufnahme kommt.

Mein großes Bier (Stiegl, Euro 3,20) ist schnell bestellt, Fr. bluesky hadert noch ein wenig und einigt sich nach kurzer Beratung mit dem Kellner auf einen Syrah (lt. Rechung „türkischer Rotwein“, Euro 3,50). Eine Karaffe Wasser kam ohne Verrechnung. Wir hatten beide gegrillte persische Spezialitäten ausgewählt und wurden höflich darauf hingewiesen, dass der Grill erst geliefert wird und bis dahin die Speisen gebraten werden.

Nach und nach treffen trotz der nachmittäglichen Stunde weitere Gäste ein – damit steigt auch der Lärmpegel wohl auch durch das optisch sehr schöne Gewölbe hervorgerufen.
Die Gästestruktur ist international gemischt, neben der italienischen Touristenfamilie sitzen Einheimische mit türkischen Wurzeln und junge Asiatinnen, die gerade Baklava genießen. Bei der Gestaltung des Gastraumes wurde viel Wert auf hochwertige Materialien gelegt, orientalische Sinnsprüche und Malereien verzieren die Wände. Bei der Soundanlage scheinen gerade Nachbesserungsarbeiten durchgeführt zu werden, vielleicht wäre es besser gewesen, diese außerhalb der Öffnungszeiten zu organisieren.

Die rund fünf Servicemitarbeiter unterscheiden sich in ganz schwarz gekleidete Herren und solche in schwarz-weiß, ein eventueller Hintergrund dazu blieb uns zwar verborgen, aber eines haben sie gemein: strukturierte Arbeitsweise sieht ein wenig anders aus. So mancher Weg wird doppelt gemacht, hier vergeht schon mal einige Zeit, bis die Bestellung aufgenommen wird, da bleiben leere Teller mal etwas länger stehen. Eine eindeutige Tischzuordnung, eine klare Aufgabenverteilung und vielleicht noch ein modernes Boniersystem würden bestimmt einige Wege ersparen.

Zu den Speisen: Djudje Kebab - Hühnerfilet vom Grill serviert mit Basmati Reis und Salat (Euro 12,50) für Fr. bluesky. Serviert werden drei Tranchen interessant gewürztes Hühnerfilet auf einer anständigen Portion Reis mit Safranspuren, daneben klein geschnittener Salat und Rotkraut, angeröstete Tomate und Pfefferoni sowie eine tsatsikiähnliche Joghurtsauce mit mildem Knoblaucharoma. Alles in Allem war recht gut, wenn auch mit Ausnahme des nicht näher identifizierbaren Gewürzes am Fleisch nicht ganz außergewöhnlich im Geschmack.

Für mich sollte es ein Kebab Kubideh sein (Spieß mit faschiertem Fleisch vom Lamm und Kalb mit Salat – Euro 11,80). Die Beilagen und die Sauce war ident zum ersten beschriebenen Teller, die beiden länglich geformten Fleischteile lagen obenauf arrangiert. Das Fleisch war sehr aromatisch gewürzt, der Reis war körnig und gut.

Als Nachspeise begnügte sich Fr. bluesky mit einem türkischen Kaffee. Anstatt des typischen Kekserls fand sich an einem Zahnstocher aufgespießt ein süßer, geleeartiger Würfel. Ich hatte noch etwas mehr Gusto auf Süßes und wurde vom Kellner an die Vitrine neben der Theke gebeten, in dem die verschiedenen Süßspeisen ausgestellt sind. Meine Wahl fiel nach kurzer Erklärung auf eine Portion Sütlac - Reispudding „Spezialität des Chefs (Euro 4). Das Gericht kam im flachen Schüsselchen, bestreut mit Zimt, Kokosflocken und Mandelblättchen. Den Reispudding fand ich ein wenig geschmacksneutral, die eingearbeiteten Mandelstückchen sorgten für den Biß, für die gelbe Farbe kam Safran zum Einsatz.

Auf unseren Wunsch hin wurde die Rechnung gebracht – es war nur leider nicht unsere, sondern die vom Nachbartisch. Mit einer Entschuldigung wurde der kleine Fehler charmant von unserem Kellner behoben.

Zum Fazit: Das Ambiente ist wirklich sehr gelungen, die Ausstattung wirkt hochwertig und stimmig bis hin zur orientalischen Musik im Hintergrund. Die von uns gegessenen Speisen waren gut, wenn auch nicht ganz außergewöhnlich, was durchaus an unserer Auswahl gelegen sein kann. Großer „Schwachpunkt“ ist das Service. Auch wenn unser Kellner sehr freundlich war und unter Berücksichtigung des orientalischen Konzeptes ließe sich wohl einiges verbessern. Das Lokal ist noch jung – vielleicht spielt sich einiges noch ein.

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Kommentare (4)

am 22. Jänner 2014 um 15:44

Ist mir klar und ich halte das auch so - allerdings scheint mir das heutzutage schon selten geworden zu sein, deshalb die besondere Erwähnung.

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Experte
258
31
am 22. Jänner 2014 um 15:35

Genau das ist ja der Sinn der Sache!

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Experte
315
75
am 22. Jänner 2014 um 15:25

Stimmt, das schaut mir verdächtig danach aus, wenn ich mich recht erinnere. Vielen Dank für die Aufklärung.
Nebenbei bemerkt: Ich bin beeindruckt, wie genau du die Review gelesen hast :-)

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Experte
258
31
am 22. Jänner 2014 um 15:14

Mit dem "geleeartigen Würfel" zum türkischen Kaffee meinst du sicher Lokum, eingedickten, zumeist intensiv "parfümiert" wirkenden Sirup, in Staubzucker gewälzt: Link

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Experte
315
75
Saray
Jungferngasse 3
8010 Graz
Steiermark
Speisen
Ambiente
Service
31
39
23
8 Bewertungen
Saray - Karte
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