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Tai-Yang & CHIU BOX - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 8. Dezember 2013
Experte
bubafant
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2Speisen
2Ambiente
3Service
24 Fotos1 Check-In

Mir geh'n zum Johann. Den Spruch kenne ich, seit ich Krems besser kenne. Die Rede ist von Jo-Han, dem Asia-Restaurant in einer verwinkelten Seitengasse der Kremser Landstraße. Seit über 35 Jahren gibt es dieses Restaurant hier, quasi eine Institution schon. Seitens der Landstraße erreicht man es fast barrierefrei durch einen Torbogen samt Durchgang, von der Hinterseite allerdings nur über einige Steinstufen. Vor dem Lokal befindet sich ein von diversen Pflanzen umrankter Gastgarten mit großer Markise.

Ein giftgrünes Kleinfahrzeug mit dem Lokal-Logo steht in der Seitengasse, Jo-Han stellt gegen geringe Liefergebühr zu, man kann auch Speisen vorbestellen und dann selbst abholen. Die Speisekarte umfasst das klassische Angebot eines China-Restaurants, die verschiedenen Fleischsorten nach allen Zubereitungsarten, ein paar japanische (Sushi), indische (Huhn) und taiwanesische (Huhn und Rind) Speisen. Das Erdgeschoss ist der Nichtraucherbereich, der Raucherbereich und leider auch die Sanitäranlagen liegen im Kellergeschoss.

Die Einrichtung entspricht in etwa dem Gründungsjahr, viel dunkles Holz, Perlenvorhänge, Kassettendecke, Laternen und viel asiatische Deko an Wänden und Borden. Sämtliche Tische stehen sehr beengt beieinander, selbst das Service-Personal hat Schwierigkeiten jeden Gast akustisch und serviertechnisch zu erreichen. Für unsere etwas größere Runde wurden kleinere Tische zusammengestellt und beim Hineinrutschen in das hinterste Winkerl bemerke ich schon den ersten (Sojasaucen)Fleck auf dem weißen Stofftischtuch. Die einzelnen Plätze sind eingedeckt mit einer quietschpinken Papierserviette und seitenverkehrt hingelegten Besteck. Weiteres Besteck, weiße Papierservietten und Stäbchen in Papiertaschen befinden sich mittig am Tisch in einem Blecheimerchen. Gleich nach dem Ausservieren der Getränke bekommen wir extrem süßen Pflaumenwein (Schnaps vor dem Essen kenne ich bis dato nur von Schiffsreisen …) in verschiedensten Gläsertypen hingestellt. Der Chef gesellt sich oft in den Gastraum, bzw. zur Theke, im Service selbst arbeiten seine Familie und Kellner aus den östlichen Nachbarländern. Da es samstagmittags ist, warten wir doch eine Zeitlang auf die Speisen, die leider nicht alle zugleich eintreffen.

Wantan Suppe (EUR 2,90)
Dampfend heiß serviert, ausreichend Einlage. Habe nicht gekostet, optisch in Ordnung.
Für die Hauptspeisen werden zwei derart große Schüsseln Reis eingestellte, mit denen man die halbe Armee der Tonkrieger versorgen könnte. Mein gebratener Eierreis als Beilage wird fünf Minuten vor meinem Hauptgericht serviert. Zum Glück ebenfalls brennheiß, dass er nicht auskühlt.
Huhn Szechuan (EUR 7,90)
Das komplette Gericht glänzt, mit einer (trotz sichtbarer Chilipunkte) extrem faden Sauce übergossen, das Fleisch ist ordentlich geputzt, das Gemüse noch knackig, allerdings viel zu viele Bambussprossen. Keine Offenbarung. Die beigefügten Orangenscheiben sind entbehrlich.
Knusprige Ente mit Knoblauchsauce (EUR 10,30)
Viele knusprige Scheiben, angerichtet auf Hummerchips, hier nur eine Orangenscheibe, den Platz der zweiten nimmt etwas Krautsalat ein.
Knuspriges Huhn mit Knoblauchsauce (EUR 7,90)
Drei Lagen aufgeschnittenes Huhn, zartes Fleisch, kaum knusprige Hülle, gleiche Knoblauchsauce wie bei der Ente (ich bediene mich davon, um etwas Pepp in die Szechuan-Geschichte zu bekommen – Fehlanzeige), sowie die gleiche Dekoration.

Fazit: das Ambiente kann und sollte man nicht ändern, das macht mittlerweile das Flair dieses Lokals aus. Gefallen muss einem das deswegen nicht. Schmutzige Tischdecken, Abplatzungen an fast sämtlichen Tellern und in Bezug auf Gläser und Teller aus jedem Dorf ein Hund – das muss nicht sein. Der Service ist rasch, zuvorkommend, in manchen Belangen aber fast drollig unbeholfen (wehe man versucht bei der Abservier-Person eine Bestellung oder den Zahlungswunsch aufzugeben). Die Speisen sind durch die Bank eher lind, keine Überraschungen, eher so, wie man sich vor Jahren ein China-Restaurant, inklusive Glückskeks, vorgestellt hat. Einziges Zugeständnis an das 21. Jahrhundert sind die Pads zur Bestellaufnahme und Rechnungslegung, den Knopf für physische Rechnungen hat man noch nicht gefunden. Wenn es die Familientradition wieder ergibt, werden wir Johann wieder besuchen, als Empfehlung soll das nicht verstanden werden.

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Kommentare (1)

am 9. Dezember 2013 um 18:27

35 Jahre... wie die Zeit vergeht... war oft mit der Familie dort essen, damals war es der einzige Chinese, den ich kannte. Die erste Zeit habe ich immer nur Huhn Chop Sue gegessen... die gute alte Zeit, leider vorbei.

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Experte
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6
Tai-Yang & CHIU BOX
Obere Landstr. 5
3500 Krems an der Donau
Niederösterreich
Speisen
Ambiente
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3 Bewertungen
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