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Ristorante Firenze Enoteca - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 1. Dezember 2013
Experte
bubafant
283
71
29
3Speisen
3Ambiente
3Service
18 Fotos1 Check-In

Eines der ältesten italienischen Spezialitätenrestaurants Österreichs mit dem bezaubernden Charme eines fiorentinischen Renaissancepalazzos mit italienischen Spezialitäten auf hohem Niveau. Mit einem Wertgutschein in der Hand reservieren wir telefonisch einen Termin unter der Woche abends.

Mitten im Gewusel der inneren Stadt befindet sich am Ende einer verkehrstechnischen Sackgasse die Enoteca Firenze. Der Kremslehner-Gruppe zugehörig, in diesem Fall dem Viersternhotel Royal. Ein kleiner nüchterner Gastgarten entlang der Front mit schlichten Tischen und Alu-Rattan-Stühlen, getrennt durch Kübelpflanzen. Ein geschmückter Bartisch, Laternen samt Kerzen und unter anderem die Falstaff-Auszeichnung (2013, 1 Gabel) zieren den Eingang, der einem historischen Palazzo nachempfunden ist. Kurz vor 18:00 Uhr füllt sich das Lokal mit Leben, Kellner kontrollieren die Tischeindeckung, die Rolladenabtrennung der Bar wird hochgezogen, die Kerzen in den Laternen vor der Tür werden angezündet.

Das Lokal ist ein kompletter Nichtraucher-Betrieb. Der Internet-Auftritt ist sehr ordentlich, die Speisekarte wird zweisprachig präsentiert; Vorspeise, Suppe, Risotto, hausgemachte Pasta, Salate, gemischter Fisch-Teller, Fisch, Kalb, Perlhuhn, Rindsfilet, eine vegetarische Speisen, Desserts, toskanischer Käseteller. Die Vorspeisen (Ausnahme Tomatencremesuppe) liegen schon im zweistelligen EUR-Bereich, die Hauptspeisen ab EUR 20,00 aufwärts. Von Montag bis Freitag gibt es ein Tagesmenü (jeweils zwei Hauptspeisen à EUR 9,90 zuzüglich EUR 1,90 Gedeck). Laut Homepage führt das Restaurant die besten Weine Italiens (lieber Weinrat, jetzt bist wieder du dran …) und ist Mitglied des Ordine Ristorante Professioniste Italiani und der Unione del Buon Ricordo.

Über den Fußabstreifer mit dem Logo der Enoteca betreten wir das Lokal und man steht direkt vor einer kleinen Präsentation der Weine aus der Vinothek. Der Restaurantleiter begrüßt uns und bringt uns zum reservierten Tisch in der Ecke des Lokals an der Fensterfront mit Blick auf die Straße. Der Tisch ist eingedeckt mit einem weißen Stoff Paarläufer, gefaltete weiße Stoffserviette, Besteck, Wein- und Wasserglas, kleine Vase samt einer Blüte, Teelichtglas, ein Salzstreuer. Die zweite Hälfte des Vierertisches ist leer. Die bequemen Stühle sind auf Sitzfläche und Lehne gepolstert.

Das Lokal hat ein leichtes Gewölbe-Ambiente, auf einer Seite Arkaden, dazwischen einzelne Säulen und neben dem Weinangebot eine Statue. Relativ rustikale Lampen (soll das Terrakotta oder Messing vermitteln?), fast im Industriestil, aber nicht über jeden Tisch. Der Eingangsbereich ist auf den Innenwänden mit Bildern von Promis vollgepflastert. Die ordentlichen Sanitärräume befinden sich außerhalb des Lokals, im öffentlichen Bereich des Hotels (hier ist auch der Zugang vom Hotel), einen Stock höher, nur über eine steile Treppe zu erreichen. Auch hier ist fast der komplette Stiegenhaus Bereich mit Promi-Ablichtungen tapeziert. Erkennen kann ich Carreras und Domingo, noch tief im vorigen Jahrhundert abgelichtet.

Einen angebotenen Aperitif lehnen wir ab, entscheiden uns stattdessen für einen Merlot Venica (EUR 6,10) und Leitungswasser (in der Karaffe serviert, nachgeschenkt und ohne Verrechnung).
Als Gedeck kommt ein großer weißer Teller, einige Scheiben von zwei Sorten dunklem Brot (einmal mit Walnuss), ein kleines Gläschen Kräuteraufstrich und eine leeres Schälchen. Dieses wird vom Kellner mit der am Tisch stehenden Flasche Olivenöl aufgefüllt, danach die Ölflasche abserviert. Das Brot ist nicht knusperfrisch, aber gut zu essen, der Kräuteraufstrich sehr lind, wohingegen das Olivenöl nach rein gar nichts schmeckt. Verrechnet als Brotkorb mit EUR 3,00 gesamt.

Während der Wartezeit auf den Hauptgang kommen zwei Hotelgäste zum Abendessen und vor dem Dessert ein Touristenpärchen. Nicht gerade überlaufen für den ersten Bezirk. Viel Laufkundschaft schmökert im Speisekartenaushang. Immer nur bis zu den Ziffern hinter den Gerichten und biegt dann kopfschüttelnd ab.

Als Hauptgang entscheiden wir uns beide für
Filetto di Manzo al timo con finferli saltati in padella (EUR 29,50)
(Rindsfilet mit Thymianjus, dazu geröstete Eierschwammerl und gratinierte Erdäpfelscheiben)
Relativ kurze Wartezeit; und es kommt ein länglicher Teller. Links die Eierschwammerl. Unspektakulär angerichtet, teilweise mit Wald-Gout (schlecht geputzt), nichts Besonderes. Rechts das Gratin. Zu wenig gratiniert, die Scheiben noch einzeln, dazu eine etwas dicklichere Sauce. Und mittig thront das Filet. Auf den ersten Blick schaut es verbrannt aus, aber das ist nur eine Art 'Feenstaub a la das Turm' über dem gut gebratenen Fleisch. Bestellt wurde medium, gekommen ist medium am Rand und in der Mitte zäh-walkend hellrosa. Zumindest eines der Filets. Leider ist beim Fleisch kein Safterl, man bedient sich bei den Schwammerln oder Erdäpfeln. Was anfangs nach kleiner Portion Fleisch ausgeschaut hat, war spätestens bei der Walkerei dann zu viel.

Zum Cappuccino (EUR 3,30) wird eine nette Zucker-Menage am Henkel gereicht. Und nach ebenfalls kurzer Wartezeit kommt die Nachspeise,
Panna Cotta con salsa di frutta e cialda di cioccolato (EUR 5,50)
(Panna Cotta mit Fruchtsauce und Schokoladenhippe)
Nun ja, wie soll ich sagen. Optisch auf den ersten Blick sehr schön angerichtet. Vier schräg angeschnittene Scheiben Panna Cotta, die mit etwas dunklerem 'geimpft' wurden. Geschmacklich nicht auszumachen, es sieht nach einer Malakoff-Masse aus. Zwei Schokoladesplitter und ein paar Fruchttupferln (Mango und Beeren). Auf einer Seite diesmal der 'Feenstaub' in babyrosa. Von der Konsistenz eher auf der festen Seite, aber noch in Ordnung. Geschmacklich allerdings bricht Fadesse aus.

Fazit: das Servicepersonal zieht die 'italienische Masche' in Ansprache und begleitenden Worten beim Servieren viel zu inkonsequent durch, ansonsten ist die Serviceleistung in Ordnung. Unsere Speisen sind in Ordnung, von guter Qualität und gut essbar, rechtfertigen meiner Meinung nach aber in keinster Weise die dafür veranschlagten Preise. Geschmackloses Olivenöl am Tisch geht gar nicht. Das Ambiente lässt Wohlfühlstimmung aufkommen, allerdings möchte ich hier nicht sein, wenn das Restaurant gesteckt voll ist. Wir wollten das Firenze kennenlernen. Das haben wir jetzt und dabei wird es für uns auch bleiben.

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Kommentare (6)

am 1. Dezember 2013 um 21:21

Ach, lass stehen.
Soll nix schlimmeres passieren ...
:-)

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Experte
283
71
am 1. Dezember 2013 um 21:09

Auweia - du hast natürlich Recht. Da haben mir meine Hühneraugen einen Streich gespielt. 2013, nicht 2003.
Herr Admin, bitte Kommentar(e) löschen, das war ganz klar mein Fehler!

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315
75
am 1. Dezember 2013 um 21:03

Nee, mit deinen Wortspielen komme ich klar. Aber wie kommst du auf 2003 ?

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283
71
am 1. Dezember 2013 um 20:58

Meine Wortspiele haben's in sich ;-)
Ich meinte damit, dass es ja schon gar nimmer wahr ist, so lange ist's schon her mit der Auszeichnung.

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315
75
am 1. Dezember 2013 um 20:49

Sorry, amarone, das mit der Falstaffgabel verstehe ich nicht (...)
Der Venica war, sagen wir's so, sein Geld wert. Wir haben selbst gewählt und zum Rind hat es gut gepasst.

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Experte
283
71
am 1. Dezember 2013 um 20:46

Die 2003er-Falstaffgabel muss aber schon rostig sein!
PS: wie war der Venica?

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Experte
315
75
Ristorante Firenze Enoteca
Singerstrasse 3
1010 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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