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Kristians Monastiri - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 8. November 2013
Update am 11. November 2016
Experte
dieBrotvernichter
67
17
18
3Speisen
3Ambiente
3Service

Im Monastiri liest sich die Speisen- und Weinkarte so, als ob man dort was Feines zu essen und trinken bekommt... Stimmt's denn auch? Ja, wir waren mit allem besonders zufrieden - warum denn dann nur eine Speisenbewertung von 3?

Wir hatten was Besonderes zu feiern - das Leben! Und im Monastiri ist es uns tatsächlich gelungen einen ungestört unterhaltsamen schönen Abend zu verbringen. Die zwei jungen Männer vom Service haben dazu wesentlich beigetragen, in dem sie uns einen schön eingedeckten Tisch (sogar mit Kerzenschein) in entsprechend großzügigem Abstand zu den anderen Gästen vorbereitet haben. Die beiden haben uns gastlich aufmerksam UND wirklich immer zum richtigen Zeitpunkt umsorgt. Zwei souveräne Routiniers, die mit Stolz im Service unterwegs sind aber dabei nicht auf die Freundlichkeit vergessen. Perfekt!

Wohlwissend, dass wir diesen Abend natürlich hier Revue passieren lassen wollen bestellen wir die maximale Vielfalt: beide angebotenen Menüs "einfach gut" (6gängig € 70,00) und "einfach anders" (€ 72,00 5gängig). Einer der jungen Herren vom Service hat uns sehr bemüht bei der Weinauswahl geholfen. Die Flasche Heideboden vom Preisinger (€ 32,00) hat uns gut durch den Abend begleitet. Bravo!

Der nicht aufgedrängte Aperitif "Limetten-Prosecco" (€ 6,50) hat geschmeckt wie ein Caipirinha (wir mögen den sehr) auf Prosecco-Basis mit nur sehr wenig braunem Zucker. Hat den Abend aber gemeinsam mit dem Gruß aus der Küche: "Frischkäseröllchen (feiner ?Bliniteig? gerollt, leicht aromatische Füllung) mit Orangenespuma (hat sich auf dem Weg aus der Küche zu uns anscheinend schon verflüssigt - geschmacklich gut - auch die Orange kam gut rüber) auf Wildkräutersalat" (sogar die wenigen Blättchen waren mit einer perfekt abgeschmeckten Marinade benetzt, schade aber leider schon zu lange, das geht auf Kosten der Knackigkeit)

Brot (feines Olivenciabatta & ebenso feines Nussbrot, herkömmliches Kornbaguette - alles leicht angewärmt)
mit Butter (schön locker aufgeschlagen mit einer gewissen Süße, vermutet wird Honig)
und Wein gesellen sich recht schnell zum Küchengruß. Gefühlte 15 Minuten später kommt der erste Gang. Gutes Timing so mögen wir das. Im Brotkörberl war mehr Serviette als Brot, daher mussten wir auf Nachschub aufmerksam machen. Saiblingstartar mit einer Gurkenterrine auf Joghurt- oder Frischkäsebasis mit Haselnussmousse und wieder der Wildkräutersalat. Und leider wieder ein paar laffe Blätter dabei, aber auch ein paar aufgeweckt würzige. Zwei winzige flaumige Erdäpfelblinis dazu. Gute Idee für ein kaltes Einstiegsgericht - alles schön rund abgeschmeckt. Alles cremig, moussig, feingehexelt - da wären knackige Salatblätter fürs Mundgefühl schon gut.

Wildente mit dem feinstieligen leicht bitter-scharfen Brokkoli-Gewächs als Salat, eingelegter schwarzer Nuss und Quitten-Confit. Auch hier alles wirklich gut – qualitativ hochwertige Zutaten gekonnt verarbeitet. Aber die zarten Scheibchen der gebratenen Wildente waren leider kalt, wir hätten’s uns warm gewünscht.

Die Wartezeit zur Suppe vedoppelt sich – wir nehmen das zur Kenntnis und akzeptieren. Kürbiscappuccino mit Sesamtstangerl (feiner Blätterteig) schön serviert im halboffenen Glasbecher mit ein paar Schaumbläschen und Kürbiskernen oben drauf. Aber ganz ehrlich: eine cremeflüssige gut abgeschmeckte simple Kürbissuppe. Keine Offenbarung aber einfach gut – Name ist Programm.

In der Mitte des Suppentellers wartet ein Löfferl vom Zwiebelconfit mit eigentlich knusprigem Entenleberpralinenkugerl und Entenleberparfait (wie ein kleines Ildefonso) am Tellerrand auf die Kanne mit Erdäpfel-Rahm-Suppe. Die wird dann von unserem Weinberater in den Teller gegossen. Suppenein- und beilagen essen wir mit gutem Gewissen denn die Ente wurde nicht gestopft. Der Hunger war da noch groß und gleich nach der Flutung wurde das vermeintlich knusprige Kugerl angestochen – doch leider nein, nicht knusprig. Im Mund hätt’s Spaß gemacht, wenn’s wirklich knsuprig gewesen wär‘. Geschmeckt hat’s trotzdem sehr gut. Die fast zu milde Suppe (zu wenig Geschmack von Erdäpfel und Rahm) hat sich mit dem Zwiebelconfit vermengt und dann doch noch eine passable Basis abgegeben.

Mojito-Sorbet zwischendurch – leicht sauer und bitter, kaum süß - als Erfrischung für unsere Gaumen. Zweck tatsächlich erfüllt! Wartezeit verlängert sich abermals bis zum Fisch.

Aber dann wird ein Stör mit Wurzelgemüsesterz serviert. Stör ist festfleischig, das wissen wir aber ganz so stark gebraten hätte er dann auch nicht werden müssen. Leider nicht glasig fast schon eher trocken. Wurzelsterz wieder einfach aber gut – hätte aufgrund der Eigensüße des Gemüses ein bisschen mehr herzhafte Würze vertragen.

Seeteufel Osso Bucco auf Ananassalbei mit einem kleinen Polenta-Trüffel-Tortelloni und einem Jus vom Seeteufel, der’s in sich hat – guter intensiver Geschmack. Trüffelgeschmack, sogar der Trüffel selbst auch present und der Anannassalbei fein aufgeschichtet (fast wie Blattspinat) als Unterlage für den genau richtig gegarten Fisch. An die Zitrusfrucht (Yuzu) können wir uns nicht mehr erinnern. Ist/War auch besser so.

Wir wollen in den nächsten Gang schalten und ein biss’l mehr Gas geben – bitte der Küche ausrichten. Wunsch wird sofort erfüllt. Fleisch kommt auf den Tisch.

Beiriedscheibe ist zwar rosarot gebraten aber nicht so weich wie erwartet. Dazu Ofengemüse (von der Wurzel und ein paar Champignonsstücke) und Erdäpfel-Krammel-Püree. Endlich was Knuspriges – die Grammeln – spitzenmäßig am Püree platziert. Geschmacklich passt alles gut am Teller.

Rehrücken gut gepfeffert, herrlich zartes Fleisch, rosa gebraten natürlich! Dazu Mais als Speck-Popcorn (hätten wir gern zu Haus für’s Heimkino – an einer Kopie wird noch getüftelt) cremige Tropfen vom schwarzen Knoblauch (sensationell) und dazu die aromatischen Semmelstoppelpilze. Top-Gericht, gibt’s nix zu kritisieren.

Der Käsegang wird geteilt – so wie eigentlich alles an diesem Abend – für uns ein 11Gang-Menü. Zwei Geschmäcker prüfen besser. Gemischter Teller mit 3 Sorten. Davon ein Weichkäse, ein gut gereifter und eine gekräuterte (viel Thymian) Käserolle. Dazu zwei Chutneys. Viel Wein – wenig Erinnerung an Details. Brot wurde dazu gebracht, leider kein Nussbrot mehr dabei - es hätt' doch so gut gepasst. Alle Käsesorten auch für sensible Nasen geeignet und alle tun dem Geschmack sehr gut. Chutneys gut abgestimmt.

Bei der Bestellung ein kleines Missverständnis. Das 5gängige einfach anders sollte mit Dessert und nicht mit Käse kommen. Kein Problem – wird souverän ausgetauscht und flott das Dessert gereicht.

Zum Einen ist da der schwarze Holler-Feigen-Röster mit Mandelmousse dazu eine Schnitte von einem kalten Grießflammerie, die zwischen zwei hauchdünnen knusprigen Blättern von einem besonders feinen Keksteig eingeklemmt ist. Tolle herbstlich fruchtige Kombination. Anstandslos gut.

Und dann ist da zum Anderen eine weiße Schokoladenkugel gefüllt mit Tahiti-Vanillecreme ein absoluter Genuss für den Vanille-Fan. Diese Kugel befindet sich auf einem dunklen speckig-saftigen Schokobrownie – perfekt für die Schokoholikerin. Nur leider nicht warm. Drumherum ein paar Schoko-Keks-Brösel und Safranorangenfilets. Geschmackssache: die Zitrusfrucht wäre entbehrlich gewesen. Trotzdem nett.

Alle Kritikpunkte, sind hier als „Jammern auf hohem Niveau“ zu verstehen ABER es wird ja hier auch auf hohem Niveau gekocht UND dementsprechend kalkuliert. Nur weil wir zum sehr ähnlichen Preis in einem Restaurant dieser Kategorie schon perfekt gegessen haben (hätten wir es bewertet, wäre es Bewertungsnote 5) , liegt die Messlatte so hoch. Es fehlt nur ein Dezimeter zur Höchstleistung, weil:

Der Küchenstil im Monastiri entspricht genau unserem Geschmack – das Service war perfekt, das Ambiente wirklich angenehm – und wahrscheinlich kommen wir auch wieder. Aber wir wünschen uns in der Preiskategorie mehr Detailverliebtheit.

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Kommentare (4)

am 10. November 2016 um 10:24

Leider müssen wir feststellen, dass das Monastiri kontinuierlich abbaut. Das Service ist unterbelegt und dadurch gestresst, das Preis Leistungsverhältnis ist für uns nicht mehr akzeptabel. Beim gestrigen Abend war es ziemlich voll und die Geräuschkulisse durch 2 Gruppentische (sind naturgemäß lauter, man unterhält sich ja über den Tisch hinweg) ebenso in dieser Preiskategorie nicht mehr akzeptabel. Zusammengefasst hat man das Gefühl, dass hier mit Druck versucht wird, das Lokal vollzubekommen (Delinski). Wir haben für 2 Gänge dort 2 Stunden verbracht, was für uns auch zu lange war. Wir werden bis auf weiteres das Monastiri nicht mehr besuchen.

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Experte
67
17
am 23. März 2014 um 18:20

Wir waren vor kurzem zu viert wieder im Monastiri, Leistung konstant auf hohem Niveau - Update der Speisen auf 4!

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Experte
67
17
am 9. November 2013 um 16:03

Vielleicht ist deine Skepsis sogar berechtigt. In der Liga wo die Küche des Monastiris spielen will, ist das Gebotene tatsächlich mittelmäßig. Feinheiten spielen dort die Hauptrolle - und genau dort sitzt die meiste unserer Kritik... Das ruft nach einem Update!

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Experte
67
17
am 8. November 2013 um 21:53

Ich war auch schon im Monastiri. Meiner Erinnerung zufolge ähnelt sich mit deiner Bewertung:-)

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17
6
Kristians Monastiri
Neustiftgasse 16
1070 Wien
Speisen
Ambiente
Service
36
41
34
25 Bewertungen
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