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Cafe Bar Moser Verdino - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 4. November 2013
Experte
amarone1977
315
75
30
4Speisen
4Ambiente
4Service
3 Fotos1 Check-In

2 mal Steakessen. 1 mal Immobilientermin, 1 mal in charmanter Begleitung.

Die „Termine“ liegen relativ weit auseinander, so ca. ein halbes Jahr. Doch nach den beiden Besuchen kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass beide Male überzeugend waren.

Vielleicht vorweg eine kurze Einleitung zum Hause Moser Verdino:
Niemand in Klagenfurt kennt das stattliche Hotel in der Altstadt nicht. Für mich bringt die Architektur ein wenig Glamour in unsere kleine, beschauliche Landeshauptstadt. Ich bezeichne das Hotel ganz gern als das „Negresco“ Klagenfurts.

Die Café-Bar war immer recht praktisch, weil durch den Hotelbetrieb auch immer offen, wenn man mal an einem Feiertag durchgefroren schnell einen Tee oder Kaffee trinken wollte.
In puncto Essen war das Moser Verdino allerdings lange Zeit ein Stiefkind des renommierten Hotels.

Der Sandwirth etwa, vielleicht 200 Meter entfernt, war vor wenigen Jahren komplett renoviert zu einem 4-Stern-Business-Hotel mit feiner Küche herausgeputzt worden – doch seit einigen Monaten hat man auch im Moser Verdino aufgerüstet und einen Teil des Cafés in ein Steakhouse umfunktioniert – mit relativ wenig äußerlichem Aufwand.

Der Innenraum wurde zwar zum Teil behutsam wie ansehnlich adaptiert, von außen aber zieren nur ein paar aufgeklebte Schriftzüge die Fensterfronten, hier ein Rindvieh-Sticker, dort ein „Steakhouse“-Kleber.

Der Innenraum ist „dreigeteilt“, hohe Ledersitzbänke im Café, Hochtische mit ebensolchen Stühlen im Barbereich, Raucher“kammerl“, weiter hinten dann der Bereich für’s edlere Speisen. Gemütlich sitzt man überall, aber die Plätze im „Steakbereich“ sind sehr gediegen.

Service: man merkt relativ schnell, wenn die Hotel- bzw. Restaurantleitung dahinter ist, und zwar schon bei der Auswahl des Personals. Man will sich nicht lumpen lassen – auch der Gast, der nur mal für eine Messe in Klagenfurt weilt, sollte sich daran erinnern, bestens aufgehoben zu sein.

Die Dame weiß Bescheid, welche Kartoffeln zum Einsatz kommen – und warum. Der waschechte Franzose ist ein echter Gernot Heinrich-Fan und erklärt mir, warum seiner Meinung nach sein Zweigelt heute besser ist als Gesellmanns Blaufränker.
Nur in einem Punkt überzeugt er mich nicht ganz: der Zweigelt ist gerade eben entkorkt, den Blaufränker will er mir zuerst aber auch deswegen nicht geben, weil’s das letzte „Schlupferl“ in der schon einen Tag offenen Flasche wäre. Doch der gute Rote ist dadurch nicht umsonst in Bestform – und es geht sich sogar genau mit einem Achterl aus. Perfekt.
Anmerkung. Monsieur lässt mich beide Weine – ungefragt – zuerst mal kosten. Merci beaucoup.

Gedeck: gleich zu Beginn will man uns mit einem Schüsserl gefärbtem Popcorn und Soletti-Stangerln begeistern. Das Zeug wird nicht einmal ignoriert. Wozu das?

Besser die dreierlei Aufstriche, einmal mit gutem Kernöl garniert, ein Liptauer und noch einer mit Steak-Sauce.

Meine Erinnerung an den Maklertermin: Consommé mit Buttergrießstrudel – eine schöne, weil gefilterte Bouillon, die mich aber nicht ganz überzeugt. Die bis dato unbekannte Suppenlage schmeckt, aber lange philosophische Abhandlungen sind noch nicht darüber verfasst worden.

Ist ja auch nicht wichtig – vor allem nicht hier – wo wir doch schon gespannt sind auf das Dry-aged-Beef aus der 40-Tage-Dunkelkammer. Steakessen in Klagenfurt, eine für mich bis dato unbekannte Kombination. Bis dato.

Die Karte bietet einheimisches wie argentinisches Fleisch, sogar ein 300 Gramm starkes Entrecôte vom japanischen Wagyu-Rind um wohlfeile 70 Euro wird angeboten: die japanischen Riesenrinder werden mit Gras, Korn und sogar mit Bier gefüttert – und obendrein sogar massiert, was aber deswegen nicht auf seinen Namen hinweist: „Hey cow, now I wag yu!“
Falsch gedacht, Wagyu heißt schlicht und einfach „Japanisches Rind“. Na eh kloar.

Doch auch die „not wagged austrian cows“ können sich essen lassen: meine klassische Wahl ist das kleine Filet, auch Lady-Steak genannt. Völlig ausreichende Fleischportion (180g), dazu die für mich allerliebste Beilage: Rosmarinkartoffeln.
Wie schon eingangs erwähnt werden mir die besonders empfohlen. Keine vorgekochten Metro-Erdäpfel, sondern frisch gekochte, schöne 2cm-Bummerln. Ideal. Die Portion aber für zwei Personen noch zu viel.

Ganz wichtig: Sauce béarnaise, hier Standard. Wie man sich in manche Speisen sprichwörtlich eingräbt, so könnte ich mich in Sauce béarnaise ertränken. Je suis enchanté.

Frau Gegenüber ordert ein Beef tartare: wunderschön angerichtet, aber geschmacklich deutlich verzwiebelt für meine Verhältnisse. Man sollte aber auch nicht immer vom Teller des Gegenüber kosten, wenn man gerade vorm eigenen Teller niederknien will: das medium-rare bestellte Fleischerl ist so, wie es sein muss, man erwischt sich dabei, mit dem sehr guten Werkzeug bewusst dünne Tranchen runterzusäbeln, um es noch länger genießen zu können.
Ja, so war’s -und auch 6 Monate zuvor.

Fazit: der 26. Oktober war ein Samstag, trotzdem ist die halbe Stadt tot. Eigentlich unglaublich, was tun die Kärntner zuhause, Fahnen bügeln? Verlässlich offen dafür das Moser Verdino – und die Steaks enttäuschen wahrlich nicht, egal ob anlässlich eines schnellen Termines oder auch für einen charmanten Abend für zwei – absolut stilsicher in ebensolcher Atmosphäre, begleitet von einem gut geschulten und entspannten Serviceduo.
Steakessen in Klagenfurt – vor Jahren noch undenkbar, im „altehrwürdigen“ Moser Verdino absolut empfehlenswert.

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Kommentare (3)

am 12. November 2013 um 16:22

Unregistered - hier geht's lang: Link

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Experte
315
75
Unregistered am 12. November 2013 um 16:07

Was heisst fahnen bügeln?

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Unregistered
Kein Tester
am 4. November 2013 um 15:01

Fahnen bügeln! Wunderbar.

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Experte
48
22
Cafe Bar Moser Verdino
Domgasse 2
9020 Klagenfurt
Kärnten
Speisen
Ambiente
Service
44
40
41
5 Bewertungen
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