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Green Cottage - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 2. November 2013
Experte
bubafant
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4Speisen
3Ambiente
3Service
24 Fotos2 Check-Ins

Küchenmeister Wu's Spezialität ist die Hangzhou- und Shanghai-Küche, deren Besonderheit der leichte, frische, knackige und zarte Charakter ist. Die Bearbeitung von Fleisch erfolgt durch Dampfen, Dünsten, Braten oder Schmoren, mit wenig Öl und Stärke (© Homepage). Die Neugier ist da, Gerry's gute Bewertung - und einen Gutscheinkauf später reservieren wir problemlos telefonisch einen Tisch für einen Wochentag abends.

Margareten war lange Jahre meine Heimat und ich stelle bei der Anfahrt schon fest, dass fast nichts mehr ist, wie es war – kein Rogner-Bad mehr, und wohin ist bitte die Hauptpost übersiedelt worden? Die Kettenbrückengasse ist in diesem Bereich etwas abschüssig, und der vorgelagerte Gastgarten gleicht das Gefälle mit treppenartiger Bauweise und Glaselementen und der Hecke am laufenden Meter im Wechsel ab. Der Efeu genauso künstlich wie der Rasenteppich.

Über Stufen betritt man das Lokal, die Eingangstür über und über mit Klebern versehen. Danach steht man gleich vor der dunklen Holztheke. Keine Gäste sind da, aber die Dame des Hauses, die uns sogleich an einen netten Tisch im hinteren Bereich im Eck bringt. Die vorherrschende Farbe ist sonnengelb. Gelbe Tischdecken mit weißer Überdecke auf den Tischen. In den Fensternischen und auch innerhalb des Lokals gibt es eingelassene Bänke mit gelben Auflagen und Zierkissen, ansonsten Holzstühle mit gelben Polstern. In der Mitte ein großer runder Tisch mit dem klassischen Drehscheibenteller in der Mitte, zum Zeitpunkt unseres Besuches mit Blumenschmuck dekoriert, und er dient kurzfristig immer wieder als Abstelltischchen. Die wuchtige Schank mit den formschönen Säulen und den geschliffenen Gläsern erinnert an vergangene Zeiten. Im kleinen Extrazimmer nebenan steht ein riesiger runder Tisch mit einem Holzparavent abgeschirmt von der Garderobe und dem Zugang zu den Sanitärräumen, die leidlich in Ordnung und einigermaßen sauber sind. Dezente Wanddeko.

Beim Platznehmen werden die Blumenvase und die eingedeckten Weingläser von unserem Tisch entfernt und wir bekommen die Speisekarten, da das Angebot a la carte ist. Vorab die Getränke bestellt, 0,33 l Trumer Pils EUR 3,10 und ½ l SodaZitron EUR 3,70, serviert im Krug, Zitrone im Extrakännchen, und eine der beiden möglichen Vorspeise ausgewählt (alternativ Miso-Suppe). Die Speisekarte zeigt eigentlich keine besonders exotischen Speisen, sondern fällt eher durch die Zubereitungsart (mariniert, indonesische Art, Gongbao,) und diverse Beilagen (Kürbiskernöl, etliche Saucen, Sojacreme) aus dem üblichen Rahmen. Auf Vorbestellung gibt es ein fünfgängiges Peking-Enten-Menü (EUR 36,00/Person), sowie ein viergängiges Spezialmenü (EUR 30,00 bzw. 50,00/Person).

Es beginnt mit dem Gruß aus der Küche
Garnelenrolle mit Erdbeer-Chili-Sauce
Das kleine intensivgelbe Röllchen verliert sich fast auf dem Tellerchen. Interessant proportionierte Gabel. Die Garnelenfüllung ist gut gewürzt, das Röllchen von weicher Konsistenz, ein Geschmackserlebnis ist die Sauce, die Schärfe vom fruchtigen Anteil der Erdbeere abgefedert. Sehr gut.

Vegetarische Mini-Frühlingsrollen (EUR 3,50)
Fünf knusprig herausgebackene, gut abgetropfte Frühlingsröllchen mit echtem Knusper-Splitter-Faktor. Füllung nicht zu überwürzt, ausreichend Chilisauce für das Geschmackserlebnis.

Währenddessen füllt sich das Lokal etwas. Stammgäste asiatischer Herkunft wandern in das Nebenzimmer, einige mit Weinflaschen ausgestattet. Der Chef bringt in lockeren Intervallen schüsselweise diverse Speisen, die Stimmung, die durch den Mauerdurchbruch zu uns rüber schwappt, ist gut. Einige Gäste essen ein kleinen Happen gleich an der Theke oder setzen sich direkt, ohne den Mantel auszuziehen, an kleine Tische gleich neben dem Eingang.
Ich teile Gerrys Erfahrung, dass die Chefin anfangs etwas unnahbar wirkt und erst mit Fortdauer unseres Aufenthalts etwas 'auftaut', Meister Wu lächelt von Anfang an.

Rinderfilet mit grünem Curry und zarten Winterbambusspitzen (EUR 19,00)
Das perfekt rosa gebratene Filet in etwa 1 cm Scheiben geschnitten und aufgefächert, das Curry und gehackte Nüsse (davon steht nichts in der Speisekarte, egal, Nuss gehört nicht zu meinen Allergieauslösern, vielleicht sollte man aber doch über ein Erwähnung in der Karte nachdenken) darüber. Dazu nicht gesalzener Reis und als Deko eine mit Zahnstochern zusammengehaltene Rose aus roten Rohnen-Scheiben. Fast auf jedem Filetstück ein dickes Scheibchen einer roten Chili-Schote, diese wandern auf den Tellerrand, denn auch ohne sie hat die Sauce ordentlich Schärfe, gerade richtig im Abgang und dann ist es wieder gut.

Knusprige Sesamentenbrust mit Knoblauchsauce (EUR 16,00)
Auch die Entenbrust im Ganzen gebraten mit Sesamkruste, danach in große Streifen geschnitten auf den Teller gebracht. Sehr zart und saftig und überhaupt nicht trocken, der Sesam herrlich nussig. Neben Reis und RübenBlüte noch ein Schälchen mit Knoblauchsauce. Nicht zu dominant, gerade richtig gewürzt.

Durch geschicktes Nachfragen beim Bestellvorgang entscheiden wir uns für ein gemischtes Wok-Gemüse (EUR 5,50), eine Schüssel für beide in der Mitte. Die Portionen hätten eine zusätzliche Beilage nicht gebraucht, nichtsdestotrotz hat es gut geschmeckt. Perfekt gebratene Karotten, Pak-Choi, Pilze, Zucchini, Bohnen, Zwiebel und Lauch mit Sud übergossen.

Für die Nachspeise bekommen wir die extra Dessertkarte gereicht. Hier wird’s wirklich schwierig – alles Angebotene klingt verlockend, wie z.B. frisches Saisonobst an schneeweißem chinesischen Mandelpudding, Reisröllchen mit Schwarzsesam auf pikantem süßen Ingwermarkspiegel, Eis-Ei im gebackenen Eiernudelnest oder Kokos-Reisdessert mit Vanille-Dotterfüllung (alle EUR 4,50).

Süßer Schwarzsesam im hauchdünnen Reisteig im Mango Schaum
Drei kleine Knöderln auf Mango Spiegel, sehr exotisch im Geschmack, süß und nussig zugleich. Einzelne kandierte Mango Stückchen und Staubzucker runden das Erlebnis ab.

Leichter knuspriger Apfelturm
Eine Schicht knuspriger Blätterteig, eine Schicht Apfelschaumcreme, eine Schicht Blätterteig, eine Schicht Apfelschaumcreme, eine Schicht … Genau so; der Turm könnte unendlich hoch sein, so zart ist das Vergnügen. Der Apfel gut im Geschmack, samt Mark obenauf, der Staubzucker ist entbehrlich. Danke für das Gespräch, ääh das Dessert.

Fazit: Kein Alltagsasiate mit keineswegs alltäglichen Speisen. Das Ambiente weder kitschig, noch überfrachtet. Das Service, bestehend aus den Wirtsleuten, ehrlich und vom Timing gut. Die Speisen frisch zubereitet (das kann man vorerst hören, dann sehen, riechen und schmecken). Diverse gerahmte Auszeichnungen (Falstaff, a la carte 2012, Gault Millau 2013) an der Wand neben der Theke bestätigen das. Wäre ich noch Margaretner, hier wäre ich bestimmt öfter. Reservierung empfehlenswert.

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Kommentare (2)

Unregistered am 2. November 2013 um 22:49

Vielleicht sollte man noch dazu sagen dass die Kleber an der Türe -Falstaff Erwähnungen und diverse andere Auszeichungen sind, es erweckt nämlich sonst den Eindruck es wäre unordentlich!

Gefällt mir1
Unregistered
Kein Tester
am 2. November 2013 um 18:58

Herzlichen Dank für den Hinweis auf die Happen an der Theke.

Das werd ich definitiv mal machen wenn ich in der Nähe bin - für Mittags mit leichtem Hunger und wenig Zeit klingt das wirklich verlockend.

Und auch eine gute Idee an sich - wenns schmeckt, kommt man sicher abends wieder - mit eben mehr Zeit.

Schöner Bericht an sich möcht ich noch anfügen.

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10
Green Cottage
Kettenbrückengasse 3
1050 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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10 Bewertungen
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