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Pars - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 24. Oktober 2013
Experte
amarone1977
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75
30
4Speisen
3Ambiente
3Service
5 Fotos1 Check-In

„ReTe“-Dreierziegel, schlitzaugeseiwachsam, Otternase und amarone beim persischen Stammtisch.

Alle sind „persisch vorbelastet“, allerdings nicht nur im positiven Sinne. Meine letzte Erfahrung in der Kaiserstraße von vor ein paar Monaten war kein Grund für Begeisterungsstürme, nicht zuletzt aufgrund einer höchst schmackhaften, persischen Erinnerung im privaten Kreis davor.

Das in Gürtelnähe gelegene Pars ist heute Abend gut besucht, die Tischreservierung hat sich ausgezahlt. Sehr junges Publikum, wir sind überrascht. Große und kleine Runden mit Endzwanzigern und Mittdreißigern, Kinderwägen inklusive.

Nette Tischaufteilung, wenn auch zuweilen recht eng, die flotten Kellner wuseln hurtig durch die Sitzreihen.
Die Wände sind voll mit Bildern – bzw. großzügig eingerahmten Teppichen.
Service korrekt, aber auch ordentlich beschäftigt, kein Wunder bei dem vollen Haus.

Getränke werden bestellt. Heute mal kein Bier, kein Wein. Maulbeersaft, denn wer braucht schon Pago Marille. Erstaunlich, was die Seidenstraße so zu uns bringt.
Äußerst empfehlenswert: der (wohl hausgemachte) Limettensaft, mit schöner Bitternote, herrlich erfrischend mit frischem Kraut aufgepeppt.
Otternase bevorzugt salziges Joghurt, das muss es nicht unbedingt für mich sein.

Ein Vorspeisenteller wird serviert, wir teilen uns zu dritt eine 6er-Variation für zwei Personen, für alle zum Runterjausnen:
Hummus mit Falafel – irgendwie „erwartungsgemäß“, aber gut, die Falafel ein wenig dunkel geraten, ok, aber ich bekomme grade den Tipp, wo sie viel besser sein sollen.
Eingelegte Knoblauchzehen – wer’s braucht, zehenweise muss ich mir den Knoblauch wirklich nicht einwerfen. Geschmacksache!
Melanzani mit Tomatensauce – tadellos, viel besser ist aber meiner Meinung nach die Mischung Melanzani, Ei und…? Zusammen mit dem Fladenbrot schmeckt das dermaßen würzig, dass ich der Mischung sogar Oregano attestiere, obwohl er laut Kellner gar nicht erst drin ist. Wirklich gut.
Okraschoten: nicht ganz mein Fall, Kern“gehäuse“ drin, ähnlich zubereitet wie die Melanzani.
Joghurt mit wildem Knoblauch. Sehr dezente Knoblauchnote, gut.

Alles zusammen serviert mit Lawasch, dem Fladenbrot. Allein das fast schon ein dezentes Abendessen für sich.

Während hüben und drüben Gegrilltes bestellt wird (v.a. Lamm und Kalb), finde ich meine „private Erinnerung“ wieder:
Khoresh-e fesenjān, kurz Fesenjān - ein dichter, dunkler, intensiver Eintopf mit wirklich außergewöhnlichen Zutaten: Granatapfelsirup, gemahlene Walnüsse, Zwiebel, Tomaten(mark) und die persische Gewürzmischung Advieh (beinhaltet unter anderem Zimt, Ingwer, Kurkuma, Muskatnuss, Pfeffer und sogar Koriander).
Schön sämig, mit der typisch herben Säure, wunderbar! Tipp: ein halber Löffel Eintopf, dann den Löffel in den krümeligen, „zweifärbigen“ Safranreis eingraben. Wie einen persischen Sterz, sozusagen.
Darf nie fehlen: das darin stundenlang gekochte Geflügel, in unserem Fall Hühnerflügel. Dementsprechend zart rutscht es schon von den Knochen.

Frisches Kraut steht übrigens auch am Tisch, welches vor allem für die Grillfleischesser am Tisch zum „Dazujausnen“ gedacht ist.

Dessert: meiner Meinung nach sind Desserts nicht die Stärke verschiedenster Küchen des Orients und jenseits des Indus, zumindest habe ich zwischen türkischer und ostasiatischen Lokalen noch kein außergewöhnliches Dessert entdeckt.

Otternase ist allerdings sehr angetan von seiner Baghlawa. Bisschen süß vielleicht, aber schön kompakt, nicht trocken, nussig, wie’s eben sein soll.

schlitzaugeseichwachsam kämpft mit einer Art Sorbet mit geforenen Glasnudeln:
„Palude“ – hört sich an wie ein Sumpf am Teller, sieht aber aus wie mit Rosenwasser aromatisiertes Crushed Ice, samt den Glasnudeln darin.
Hier scheiden sich die Geister. Während ihm die Sache Löffel für Löffel immer besser zu schmecken scheint, frage ich mich, wie man aus Nudeln ein Sorbet machen kann. Vielleicht bin ich ja noch nicht bereit dafür.

Meine Nachspeise: Scholezard. Safranreispudding mit Mandeln und Rosenwasser. Riecht und schmeckt wie die Flüssighandseife von mybody. Auch mit viel gutem Willen bleibt die Hälfte stehen.

Zusammenfassung: die Nachspeisen sind wirklich nicht mein Fall, aber das ist wohl nur reine Geschmacksache. Die kalten Vorspeisen waren irgendwo zwischen „geht so“ bis äußerst anregend, das Gegrillte wurde übereinstimmend als sehr gelungen bezeichnet, der allgegenwärtige Reis bringt keinen Grund zur Beanstandung.
Wirklich erfreulich mein Fesenjān, in der Karte unter der Kategorie „persische Hausmannskost“.
Trifft die Sache sehr gut, weil sehr üppig, aber auch eingebettet in ein Gewürzgebirge, macht die Sache wiederum sehr bekömmlich.

Sehr empfehlenswert!

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Kommentare (2)

am 24. Oktober 2013 um 14:34

Otternase: sag ma so: es hat geschmeckt wie die Seife riecht (Flüssigseife würde ja aufgrund der Verwendung von Salz demententsprechend salzig schmecken).

Gefällt mir1
Experte
315
75
am 24. Oktober 2013 um 14:32

[...] schmeckt wie die Flüssighandseife [...] ???
Sag bloß, du hast neben der bereits erfolgten olfaktorischen Gegenüberstellung daheim auch noch eine gustatorische Prüfung vorgenommen ;-)

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Pars
Lerchenfelder Straße 148
1080 Wien
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