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Landgasthaus Schiller zum Grünen Baum - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 22. Oktober 2013
Experte
bubafant
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3Speisen
3Ambiente
2Service
23 Fotos1 Check-In

Sommer rein – Alltag raus. (© Homepage) So habe ich Sommerein noch nicht gesehen/wahrgenommen. Durch den Eintrag unter den Neueröffnungen neugierig geworden, schreiten wir an einem Freitagmittag zur Tat. Ortszeit 13:30 Uhr. Der Mittagsansturm sollte also schon vorbei sein. Vor dem Gasthaus und auch in den Nebengassen ausreichend Parkplatzmöglichkeiten. Der Auftritt im Netz ist noch ausbaufähig, keine Auspreisung, die Darstellung nicht user-freundlich. Das Gasthaus – mitten im Ort – trägt noch den Schriftzug der Vorbesitzer. Einzig aus dem Speisekartenaushang neben dem Eingang ersieht man eine neue Handschrift.

Über ein paar Stufen betritt man den Windfang, überraschend nette Deko im ansonsten nüchternen Fliesenraum, danach weiter in die Gaststube. Verraucht, rechts die Theke, links einige Plätze mit Bänken in U-Form, neben der Schank scheint der Stammtisch zu sein. Da sich niemand um uns wirklich kümmert, tasten wir uns am Ende des Raums die Treppen nach unten weiter vor, aha, hier scheint der NR-Bereich zu sein, der Zugang zu den Toiletten, ein paar Tische an der Fensterfront entlang mit umlaufender Bank, zwei Gäste sind hier anwesend, zwei Tische eingedeckt um mit Reserviert-Schild versehen. Wir nehmen den einzigen freien, ungedeckten Tisch. Es gibt noch einen weiteren Raum mit einer traumhaft alten Tür samt Malerei, darin einige Tische, ebenfalls umlaufende Bank, allerdings keine Stühle, ziemlich nüchtern.

Wir befinden uns in einem Kellergewölbe, weiß getüncht, viel helles Holz an der Wand, bei der Möblierung und den Treppenteilen. Weiße Stofftischdecke, schlichte Glasvase mit Gartenblumen. Die eingedeckten Tische mit Wassergläsern, Besteck und gefalteter Papierserviette. Die Kellnerin kommt nach geraumer Wartezeit und bringt die sehr übersichtliche Speisekarte mit einigen Fingerabdrücken auf dem unglücklich gewählten Einband. Sogleich wird der Getränkewunsch abgefragt. ½ l Starobrno (EUR 3,60), ½ l SodaZitrone (EUR 2,50), serviert in der Karaffe. Keine Getränkekarte. Am Nebentisch gibt es eine Weinkarte.

Dann sehen wir die Kellnerin für lange Zeit nicht mehr. Erst als die beiden anderen Gäste Essen serviert bekommen, haben wir Gelegenheit, unsere Essenswünsche aufzugeben. Die beiden haben offensichtlich eines der Menüs bestellt (3-Gang EUR 26,00, 4-Gang EUR 32,00), das heißt es besteht Hoffnung, dass in regelmäßigen Abständen jemand in die Kellertiefen zu uns herunterkommt. Und wirklich, nach weiteren 10 Minuten bekommen wir auch schon unsere Getränke, wir sind ja auch immerhin schon über eine halbe Stunde hier.

Klare Rindsuppe mit Leberknödel (EUR 3,50)
Gerade noch rechtzeitig (…) vor dem Servieren nach einer geschlagenen Stunde Aufenthalt bekommen wir unser Besteck und die schon gesehene Papierserviette auf den Tisch gelegt. Man kann jetzt nicht sagen, dass die Kellnerin unfreundlich ist, aber langsam und unmotiviert ist ein Hilfsausdruck. Wenn sie anwesend ist, versucht sie zumindest, Interesse zu bekunden und fragt auch nach, ob es geschmeckt hat.
Die Suppe ist brennheiß, zwei kleine Miniatur-Leberknödelchen, die fein schmecken, nicht überwürzt sind und eine ordentliche Konsistenz aufweisen. Ein paar Gemüsestücke.
Bis zur Hauptspeise dauert es extrapoliert nicht mehr ganz so lange, nämlich nur noch eine Viertelstunde.

Geröstete Kalbsleber mit Süßholz, Trauben und Erdäpfelpüree (EUR 15,90)
Die drei Klacks Püree sind leider schon erkaltet, als der Teller unseren Tisch erreicht. Schade, ansonsten die Konsistenz sehr fein. Die Leber in ausreichenden Stückchen, allerdings einige davon schlecht geputzt, das sollte doch nicht passieren. Die Sauce mit dem Lakritzgeschmack ist toll, auch die weichen Weintrauben dazu. Einige davon leider mit kleinen Stingelchen.

Rehragout mit Knödel, Nüssen und Preiselbeeren (EUR 16,90)
Zwei Knödel, buntes Erscheinen durch Schwarzbrotwürfel, gewälzt in Schnittlauch und zugepackt mit Preiselbeeren; diese kostete ich mit dem Safterl, kein besonderes Geschmackserlebnis. Das Reh zart und mit ausreichend Saft, die beiden Extraknödel schmecken wie Kroketten. Meine Begleitung ist erkältet, deswegen fließt diese Speise nicht in die Bewertung ein.

Fazit: Durchwachsen. Die Speisenkombinationen sind gelungen, warum dann teilweise an der Qualität gespart, bzw. der Service sträflich vernachlässigt wird, kann ich nicht nachvollziehen. Nach dem Lokalbesuch habe ich im Netz einen Beitrag gefunden (Standard), hier auszugsweise. „Wirt schon ! Landgasthaus Schiller (…) Der Gasthof zum Grünen Baum ist keine aufgemascherlte Ausflugsdestination für den wochenendlichen Belastungstest der bürgerlichen Rumpffamilie. Sondern ein gestandenes Wirtshaus, wo die Bevölkerung zecht und das Schnitzel mit Salat gerade einmal EUR 8,50 kosten darf (…) Der Unterschied zum Normgasthof niederösterreichischer Prägung ist halt, dass Koch und Patron Gerhard Schiller die vergangenen sechs Jahre in der Küche des Steirerecks zugange war (…) und im vergangenen Mai das Gasthaus seiner Großeltern nach neunjähriger Schließzeit wieder aufgemacht hat, samt Gemüsegarten, Streuobstwiese, Hendlstall und Selchkammer.
Eigentlich wäre es für uns bei diesem einen Besuch geblieben, aber mit der Hoffnung, dass die Luft nach oben gefüllt werden kann, werden wir noch einen Versuch mit einem Menü wagen. Und ausreichend Zeit mitbringen.

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Kommentare (4)

Manuel am 25. November 2013 um 20:06

Das Personal ist das tatsächliche Aushängeschild des Lokals.
Ich bin in Sommerein aufgewachsen und kenne das Lokal noch von Früher.
Ein wenig verwirrent (wenn man die Familie nicht kennt) ist auch der Neue Name Landgasthaus Schiller und dann aber die alte aufschrift am Hause (Kruckenfellner)
Auch wenn die Umgestaltung eines Lokales normal viel Geld in Anspruch nimmt, kostet ein wenig Farbe und neue Deko sowie vorhänge nicht die Welt.
Und vor einer Eröffnung sollte man solche Sachen beachten. Die Homepage ist unfertig und wirkt im gegegensatz zum Lokal recht motern, hier sehe ich keinen zusammenhang, genauso wie beim Namen.

Da ich aber vermute das Gerhard ein guter Koch ist, (wenn ich seine gerichte so lese kommt bin ich mir sicher das er Ahnung hat) geb ich dem ganzen eine kleine Chance. Klein deswegen weil es in Sommerein schwierig ist was zu erreichen.
Ansonsten würden nicht die meisten Lokale wieder schliessen.

Mit ein wenig engagement und Farbe, neuer Deko und besserem konzept könnte des trotzallem funtionieren.

Aber wie gesagt, ohne gutes Personal ist das Lokal nicht lange überlebensfähig. Und bei geringer Gästeanzahl ist zu überlegen ob der Wirt nicht seine Gäste selbst bedient, dies ist ein wenig wirtschaftlicher und vorallem fördert es den Bezug zu seinen Gästen. Und wer ist angagierter als der Wirt?

Ich werde auf alle fälle mal vorbei kommen.

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Manuel
Kein Tester
karl am 4. November 2013 um 12:02

habe dieses Lokal auch schon des öfteren besucht. Essen ist wirklich ausgezeichnet, da kann man auf keinen fall etwas bekritteln.
Jedoch das service ist ein Zustand. Mich hat schon öfters, eine vermutlich ausländerin(nichts gegen Ausländer ) bedient - diese Dame ist eine Katastrophe, kein lächeln, kein wirklich nettes begrüßen, ein gezwungenes bitte und danke,........ hat wahrscheinlich den falschen Beruf gewählt.

Meiner Meinung nach, ist das Personal aber das wichtigste was man in einem Lokal braucht.

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karl
Kein Tester
blub am 30. Oktober 2013 um 16:59

wir haben die Vorzüge dieses reizenden Gasthauses auch genießen dürfen!! Ausgezeichnete Speisen und sehr zuvorkommendes Personal. Leider kann ich dem obigen Beitrag nach meiner persönlichen Erfahrung in keinem Punkt zustimmen!

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blub
Kein Tester
am 22. Oktober 2013 um 17:39

Mach ich.
Bin ja selber etwas enttäuscht (...)

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Landgasthaus Schiller zum Grünen Baum
Hauptstraße 31
2453 Sommerein
Niederösterreich
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