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Restaurant La Paz - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 21. Oktober 2013
Experte
bubafant
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3Speisen
3Ambiente
3Service
24 Fotos1 Check-In

Ein kleines Stück Bolivien im Herzen Europas. Kulinarische Genüsse der Anden (© Homepage). Wenn das einzige bolivianische Restaurant in Wien bei einer Gutscheinaktion mitmacht, ist die Gelegenheit mehr als günstig, eine weitere Art zu Kochen und Essen kennenzulernen. Telefonische Reservierung für einen Abend unter der Woche ist kein Problem.

Ohne jemanden zu nahe treten wollen, aber die Liechtensteinstraße ist in diesem Abschnitt keine schöne Angelegenheit, ziemliche Verkehrshölle. Das Lokal liegt etwas erhöht, abgefangen mit einem Geländer, auf einer Seite über eine Art Freitreppe, auf der andern Seite via Rampe erreichbar. Eine Front Auslage, daneben gleich über zwei Stufen der Eingang. Und dann steht man auch schon sofort in ‚Leo’s Wohnzimmer‘. Ein warmer Empfang, Temperaturmäßig und im übertragenem Sinn. Man steht sogleich vor der Theke, dahinter der Zugang zur Küche, der Rest des Raumes ist mit ein paar Tischen ausgestattet. Eine kleine Tür zur den Sanitäranlangen, wo der Spiegel im Damen-WC auf der Fluchttür montiert ist.

Im Gastraum dominieren gemauerte Sitzbänke mit gemütlichen, hübsch gemusterten Sitzauflagen, gepolsterten Rückenlehnen, sowie Tische und Stühle aus massivem Holz. Auf den Tischen bunte Tischdecken, wenig Deko und ein Salzstreuer. An den Rauhputzwänden Musikinstrumente und Deko-Gegenstände. Gleich neben dem Eingang der unvermeidliche Flat Screen, allerdings ohne Programm, über der Theke ein Bild des Lokalbesitzers mit seinem Präsidenten aus der Heimat. Wir sind die ersten Gäste (und es werden den Abend über leider auch nicht mehr), können frei wählen und entscheiden uns für die Eckbank am Fenster. Sogleich werden wir auch mit mutmaßlich heimatlichen Klängen von der Konserve berieselt.

Obwohl der Deal klar definiert ist, bekommen wir eine Speisekarte zum Schmökern, bestellen ½ Villacher-Bier (EUR 3,30) und eine großen Apfelsaft gespritzt (EUR 2,70). Das Angebot umfasst eine bolivianische Empanadas-Platte und wir bekommen die Füllungen der einzelnen Teigtaschen erklärt und der Wirt holt sich das OK für seinen Vorschlag ab. Ich hatte das Gefühl, dass man die Füllungen bei Nichtgefallen auch abändern kann.

Leo, der Wirt verschwindet in der Küche, man hört Schneidgeräusche, es zischt und nach etwa 20 Minuten stellt er die gemischte Empanadas-Platte vor uns auf den Tisch. In der Mitte ein kleines Schälchen mit scharfer Sauce. Diese ist wirklich scharf: Chili, Tomaten und Salz. Nur sparsam verwenden. Der Salat ist gut gewaschen, mundgerecht geschnitten und in der zweiten Schüssel auf der Platte sehr nett angerichtet. Etwas saurere Marinade.
Die Empanadas sind reihum am Rand des silbernen Tabletts angeordnet, je zwei gleiche neben einander. Und zwar mit: Kochbanane – meine erste Teigtasche und etwas süß. Die zweite mit Thunfisch schmeckt zwar deutlich nach dem Fisch und den Zwiebeln, jedoch werde ich einen süßen Beigeschmack nicht los. Der Teig ist knusprig, an den Rändern fast zopfartig. Die Füllungen sind nicht überwürzt, Schärfe bringt die Sauce. Die Käsefüllung ist die mächtigste, nona, warmer Käse. Das Huhn ist in unregelmäßig große Stücke geschnitten, in einer Tasche ist ein kleines Fitzelchen Sehne. Das Highlight für mich ist die Chorizo-Fülle. Optisch wie Faschiertes ist es das geschmacklich am Hervorstechendsten. Hätte ich nicht erwartet.

Die Speisekarte bietet noch vieles mehr aus Südamerika, wie Tortillas, Suppen, Ensaladas, Enchiladas und Tacos; der Sättigungsgrad lässt diesmal allerdings nicht mehr zu. Auf meine Nachfrage, warum die Teigtaschen so süß geschmeckt haben, ergibt sich ein halbstündiges Gespräch, in dem wir erfahren, dass es das Lokal seit rund zwei Jahren gibt, Leo vorher in einigen anderen Lokalen in Wien gearbeitet hat, aber jetzt sein eigener Chef sein will und er sämtliche Renovierungsarbeiten und Einrichtungen selbst gemacht hat, dass sein persönliches Rezept der Empanadas in Wien nicht funktioniert, wahrscheinlich aufgrund des Mehles, er es abgewandelt hat und dabei mit Zucker experimentiert hat. Die Original-Empanadas in Bolivien haben eine etwas andere Form und sind mit flüssigeren Füllungen (ähnlich unserem Gulasch) gefüllt, ohne etwas nach außen dringen zu lassen. Auch das hat in Österreich nicht funktioniert. Ganz stolz ist er auf Begegnungen und Bewirtungen seines Präsidenten. Samstags gibt es Live-Musik.

Fazit: Mangels Vergleichsmöglichkeit gibt es für die Empanadas ein Gut. Die Herzlichkeit des Wirts ist offenkundig. Allerdings stelle ich mir die Wartezeiten auf die frisch gemachten Speisen bei vollem Lokal etwas lang vor. Das Lokal ist natürlich kein gehobenes Restaurant, aber wir haben uns wirklich wohl gefühlt. Schräg gegenüber hat beim Mauern wohl die Wasserwaage gefehlt, denn die Bank hat offensichtliche Schräglage. Aber das macht unter anderem den Charme dieses Lokals aus.

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Kommentare (2)

am 17. Februar 2014 um 20:38

Du scheinst ein statistischer Ausreisser zu sein! Ich bin auch dank der Gutscheinaktion vor ein paar Monaten zum ersten Mal dort gelandet - wenig Platz, hab es mir also an der Theke gemütlich gemacht. Empanadas grossartig, Caipirinha spitze - und ein ganz lieber, gemütlicher Gastgeber, der auch bei der grössten Hektik nicht die Ruhe verliert. War heute gerade wieder dort - das ist das beste Rezept gegen Fernweh nach Südamerika - gepaart mit Spanischkonversation. Ich komme bald wieder - und kann Leo und sein Lokal bedingungslos weiterempfehlen!

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20
1
am 4. Jänner 2014 um 12:55

Ich habe versucht in diesem Lokal mit meiner Frau und einem befreundeten Paar zu essen. Leider nicht möglich.
Ich habe zwar reserviert, was auch nicht einfach war, obwohl ich während der Öffnungszeiten anrief. Beim ersten Anruf kam nach Wartezeit in die Sprachbox, dort hinterließ ich Grund, Name Telefonnummer - zwecklos!
Beim zweiten Anruf, ebenfalls während der Öffnungszeiten, habe ich jemanden erreicht, der mich gleich bat später anzurufen. Erst als ich erklärte, daß das irgendwie seltsam für ein Lokal wäre und außerdem vom ersten Versuch erzählte, erklärte sich der Teilnehmer bereit mich zurückzurufen. Zuz meiner Überraschung erfolgte tatsächlich ein Rückruf, der in einer Terminvereinbarung endete.
NOCH GRÖSSER ALLERDINGS war die Überraschung zum Zeitpunkt des vereinbarten Termins. Ich stand im Regen mit drei Anderen auf der Liechtensteinstrasse UND.......
DAS LOKAL WAR GESCHLOSSEN!
Ich habe natürlich sofort wieder die mir in der Zwischenzeit bekannte Telefonnummer angerufen und habe ...die Sprachbox erreicht.
Ich hinterließ eine, leicht zornige, Nachricht, aber bis heute, 2 Wochen später, keine Reaktion.
Auch ein weiterer Besuch eine Woche nach dem Termin schlug fehl, da das Lokal wieder, während der proklamierten Öffnungszeit, geschlossen war.
Und nun gibt es wieder einen Deal bei Groupon mit diesem Lokal - ICH KANN NUR SAGEN :
"FINGER WEG"!

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1
Restaurant La Paz
Liechtensteinstraße 83
1090 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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34
37
4 Bewertungen
Restaurant La Paz - Karte
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