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Burgtaverne Kreuzenstein - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 15. Oktober 2013
Update am 22. Oktober 2013
mariechen1
9
1
3
5Speisen
5Ambiente
4Service

Jetzt will ich euch nun auch nicht Erlebtes vom Wochenende vorenthalten:

Endlich einmal: Mein Kind „an den Mann gebracht“ ;-) Ich freue mich auf ein schönes Treffen mit einer lieben Schulkollegin, die ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe. „Was mach ma?“ „Kaffeetrinken irgendwo?“ „Geh bei dem schönen Wetter – geh ma spazieren!“ Na großartig, ich Kinderwagengeschädigte soll schon wieder spazieren gehen – aber so ist das nun mal mit den Wiener Stadtkindern, kaum blitzt die Sonne hervor, schon werden die Wanderschuhe ausgepackt und raus auf’s Land ;-) Da ich aus Korneuburg komme, fällt mir spontan die Burg Kreuzenstein als Ziel ein. Wir treffen uns also am Leobendorfer Banhof, wo ich mein Auto stehen lasse und wir marschieren Richtung Burg. Und ok, ich geb’s zu: so schlecht war die Idee mit dem Spaziergang nicht – er dauerte ca. 30 Minuten und wir wurden mit einem wunderschön herbstlichen Blätter-Lichtspiel im Wald belohnt.

Jetzt erreichten wir den großen Parkplatz vor der Burg– oje. Den Einfall „ab in die Natur“ hatten wohl nicht nur wir. Nach dem letzten kleinen Stückerl zur Burg erblickten wir eine größere Gruppe – ein Sektempfang war hier anscheinend im Gange und eine Kellnerin im mittelalterlichen Outfit ging mit dem Tablett durch. Oh ja – jetzt etwas trinken, eine Kleinigkeit essen, gute Idee!
Nach einem Rundgang um die Burg steuerten wir also das Lokal an, also hinein in die gute Stube.

Und Stube ist hier wirklich der richtige Ausdruck: alles aus Holz, viele liebe Nieschen zu sitzen, entzückende Vorhänge, viele Kerzen. Doch nun standen wir da mit unseren roten Backerl: mit dem Einfall einzukehren, waren wir anscheinend leider auch nicht alleine. Alles gesteckt voll. Seufz! Wir wollten schon umdrehen, als eine Kellnerin (wieder in mittelalterlichem Gewand) und mit einem knappen: „Grüß Gott, bitteschön!“ begrüßte. „Haben Sie noch ein Platzerl für 2?“ Sie hielt sich Ihre Feder an die Nase (noch war mir unklar, was diese Feder sollte) blickte durch die Runde und zeigte dann zielsicher auf einen Tisch am Fenster „die Herrschaften dort drüben haben soeben bezahlt!“ Sie bat uns kurz zu warten und tatsächlich standen die Leute auch gerade auf. Wir also sofort hin.

Super! Ein Tisch mit Aussicht noch dazu. Leider sah der Tisch noch ziemlich aus (hier hat wohl das Kind gewütet). Wir zogen uns aus, schoben das schmutzige Geschirr an den Rand und studierten die Karte. Währenddessen kamen aber plötzlich weitere Kellnerinnen – begrüßten uns flink und räumten ebenso schnell den Tisch ab. Nach der Bestellung fragten sie aber nicht. Das übernahm dann etwas später die Dame mit der Feder – und nun wußte ich auch, wozu diese gut ist: zum Eintippen der Bestellung in das mobile Gerät. Witzig diese Kombi von Altem mit der Technik.

Ich entschied mich wie fast immer für einen Apfelsaft gespritzt und meine Begleiterin für ein Granatapfelsoda. Wir bekamen beides nach kurzer Zeit in Tonkrügen serviert – sehr originell und ich glaube das erste mal, dass ich etwas im Tonkrug in einem Restaurant bekommen habe. Und auch hier der Apfelsaft sehr lecker (ich mag überhaupt, dass viele Gastronomen nun auf den naturtrüben Apfelsaft im Allgemeinen umsteigen!). In der Karte stand unter anderem ein „Altwiener Backfleisch“ (13,90) – keine Ahnung was das ist. Die Kellnerin erklärte es mir aber geduldig: „Ein gekochtes Rindfleisch mit Senf und Kren eingeschmiert und wie ein Schnitzerl herausgebacken“. Das ganze auf Erdäpfl-Vogerlsalat – ja, das nehm ich! Meine Begleitung war begeistert, dass es hier auch einiges für Vegetrarier gibt und entschied sich für das in der Karte sogar ausgewiesene vegane Kürbisgulasch aus dem Kupferkessel mit Gebäck (6,90). Und machen wir’s kurz: lecker war’s! Fleisch zart mit knuspriger Panier, Erdäpflsalat geschmacklich einwandfrei und eindeutig hausgemacht und der Vogerlsalat war hald ein Vogerlsalat. Auch meiner Freundin hat es sichtlich geschmeckt.

Was meine Freundin sich auch gerne schmecken hätte lassen wollen war die Zigarette nach dem Essen, aber kein Aschenbecher auf den Tischen – das gesamte Lokal ein Nichtraucherbereich. Schön für mich (gibt nix schlimmeres als in einem verrauchten Lokal zu essen)! Ich begleitete sie gerne mit vor die Türe wo Aschenbecher auf der Terrasse bereit standen (eine große Terrasse mit rustikalen Holzmöbel – im Sommer muss es hier auch sehr schön sein.) Die Aussicht auf die märchenhafte Burg konnten wir so nun auch genießen.
Wir setzten uns wieder hinein und plauderten eine Weile.

Mit dem Kaffee wollten wir noch warten, weil wir so voll waren. Das Lokal hatte sich mittlerweile etwas geleert wie uns jetzt auffiel. Doch gerade als wir unseren Kaffee bestellen wollte, strömten plötzlich wieder eine Menge Leute herein. Die Mädls der Burgtaverne hatten nun wieder alle Hände voll zu tun. Aber auch zu mir kam nach einiger Zeit die Federdame wieder vorbei und fragte, ob sie uns noch etwas bringen dürfte. Als wir eben den Kaffee bestellen wollte meinte sie aber, dass sie uns gerne einen Kaffee bringt, wir allerdings leider etwas warten müssten – die benachbarte Adlerwarte hatte gerade ihre Show beendet und alle Gäste hätten nun gerade Kaffee bestellt. Daher dauert es etwas. Wir waren daher schon in Stimmung den Kaffee wieder abzubestellen und um die Rechnung zu bitten – doch die junge Frau war geschickt und beteuerte, dass es sich lohnen würde auf diesen Kaffee zu warten. Bio, fairtrade Kaffee aus Wäldern statt von Plantagen gepflückt. „Und er wird euch nicht nur schmecken, sondern ganz bestimmt auch gefallen!“. Das machte uns jetzt doch neugierig. Den „Supi-Dupi-Kaffee“ wollten wir dann doch haben und blieben sitzen.

Trotz der Wartezeit (deshalb hier ein kleiner Punkteabzug) war es die richtige Entscheidung auf den Kaffee nicht zu verzichten; die Melange im Tonhäferl auf einem orientalisch verzierten Metalltablett mit eigener Zuckerdose (!!!) und Tellerchen mit Kekserl, sowie einem Glas Wasser. Die Kitschtante in mir schlug Purzelbäume! Und geschmeckt hat er obendrein auch wirklich sehr gut.
Mein schönes Gespräch mit meiner alten Schulkollegin nahm so seinen Lauf und irgendwie blieben wir dann einfach dort oben „picken“.

Es war so gemütlich, dass wir uns dann entschlossen, dem Sonnenuntergang mit einem guten Glaserl Riesling noch weiter beizuwohnen.

Die Familien gingen nun langsam, die Abendgäste kamen, manche Gäste saßen noch so wie wir bei Ihrem Getränk. Die Kellnerinnen waren nun damit beschäftigt, die Gäste im unteren Raum zu bewirten und trugen große Suppenschüsseln und Holzplatten voll mit Allerlei an uns vorbei. Die Herren am Nachbartischmit ihren Bierkrügen beschwerten sich spaßig ganz fürchterlich, welch Folter das sei, wenn die Platten so an ihren Nasen vorbeigetragen werden. Aber so erfuhren wir: Stelzen gibt’s auf Vorbestellung.

Die Kellnerinnen sind weiterhin immer wieder bei uns vorbeigekommen und nachgefragt, ob auch alles bei uns passt. Das tat es – gegen Abend war es direkt ein wenig familiär in der Stube. Meinen nächsten Besuch werde ich auf diese Tageszeit verlegen!


Alles in Allem: sehr zu empfehlen, allerdings sollte man auf die Stoßzeiten von Burg und Adlerwarte achten. Einen Tisch hier zu bestellen ist auf keinen Fall ein Fehler! Abends und wahrscheinlich unter der Woche, wenn nicht gar so viele Ausflügler unterwegs sind ist wahrscheinlich die beste Zeit für einen Besuch.

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Kommentare (7)

am 22. Oktober 2013 um 10:48

Absätze hab ich grad eingefügt - wusste nicht, dass das im Nachhinein noch funktioniert. Ich hoffe, so passt's jetzt für die Leser :-)

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9
1
am 17. Oktober 2013 um 08:22

@woody - das mit den Absätzen werde ich das nächste mal berücksichtigen, da hast du recht!

Gefällt mir2
9
1
am 17. Oktober 2013 um 08:21

Lieber Woody! Das Service war kompetent, freundlich und flink, das Essen war einwandfrei, das Ambiente so gemütlich, dass wir länger als geplant sitzen blieben und die liebevollen Details wie dem Kaffeegeschirr und den Tonkrügen haben meine Erwartungen eines Ausflugslokals übertroffen. Mal ehrlich ... was soll denn ein Lokal in seiner Kategorie noch mehr machen, um die Höchstpunkteanzahl zu bekommen? Mit den Tellern jonglieren? ;-)

Wenn man mit der Einstellung Fehler zu finden in ein Lokal geht, wird man sie auch fix finden. Ich hingegen wollte einen schönen Tag haben - und den hatte ich! :-)

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9
1
Unregistered am 16. Oktober 2013 um 20:58

Wunderbare Bewertung.

@woody: man kann auf alles Senf geben, manchmal erwischt man aber zu viel davon. Dann wird es unpassend.

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Unregistered
Kein Tester
am 16. Oktober 2013 um 20:37

einfach zum nachdenken: du hast nach oben bei den Noten keinen Platz mehr. War es wirklich DAS nonplusultra-Elebnis?

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0
27
am 16. Oktober 2013 um 20:35

Schöne Bewertung! Nächstes mal einige Absätze einbauen. Es liest sich dann leichter ;o)

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0
27
Unregistered am 15. Oktober 2013 um 22:59

Ein schöner Tag in meinem Leben .......

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Unregistered
Kein Tester
Burgtaverne Kreuzenstein
Burg Kreuzenstein 2
2100 Leobendorf
Niederösterreich
Speisen
Ambiente
Service
37
39
39
16 Bewertungen
Burgtaverne Kreuzenstein - Karte
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