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HUTH Grillhouse da max - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 3. Oktober 2013
Update am 31. Mai 2014
Experte
dieBrotvernichter
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4Speisen
3Ambiente
3Service

Vom Artner (weinberatungs- und steakbeilagentechnisch) bitter enttäuscht und von Restauranttester-Berichten animiert, schaffen wir es, unsere Lieblingsnachbarn zum gemeinsamen Josper-Steak-Essen in der Grill-Filiale vom Huth zu motivieren.

Wir freuen uns besonders drauf, weil wir ja den Josper-Rauchgeschmack vom Artner-Bio-Steak so positiv in Erinnerung haben und unsere lieben beiden von nebenan, heute eine neue Geschmackserfahrung erleben würden, von der wir zwei absolut überzeugt sind und die wir ihnen nicht vorenthalten möchten. Josper ist doch Josper, egal ob in der Schellinggasse oder am Franziskanerplatz - so haben wir angenommen.

Skepsis kommt zwar hinsichtlich des Glücklichkeitsfaktor der ehemals lebenden Tiere bei uns auf, da zwar mit höchster Qualität aber nicht mit Bio in der Informationsrubrik der Speisenkarte geprotzt wird. Wir unterdrücken die bösen Gedanken, mit dem Gerücht, dass es selten aber doch auch in Nicht-Bio-Betrieben artgerechte Haltung geben soll und vielleicht auch dieses Attribut zur Bewertung der höchsten Qualität von den Huths herangezogen wird. Dennoch – wir bleiben neugierig, was man zu einem etwas günstigeren Preis (Vergleichswert: Artner) erwarten darf.

Eine Woche im Vorhinein reserviert (18.30h) , aber 15 Minuten zu früh im Lokal angekommen – war man auf uns nicht vorbereitet. Anscheinend in keinster Weise, weil wir standen im Eingang und niemand hat unsere Ankunft registriert. Das Lokal war nur lückenhaft gefüllt. Wir suchten nach Personal – und wurden fündig hinter/unter der Schankbar – da konnten wir dann einen jungen Servicemitarbeiter hervor-/heraufholen. Mit entgeistertem Blick hat er unseren Wunsch nach unserem reservierten Tisch vernommen – und verschwand weit hinten in der Küche. Wir warten also weiter im Eingang bei offener Türe – der Herbst kann schon recht kalt sein! Ein Herr im Freizeitlook erscheint beim Kassensystem-PC und grüßt verhalten freundlich, keine Nachfrage – dann kommt doch noch der junge Servicemitarbeiter aus der Küche in Begleitung eines Kollegen zurück und sucht gemeinsam mit dem legeren Herrn nach der Reservierung. Es stellt sich heraus, dass der schöne Tisch am mittigen Fenster für uns vier gedacht ist, doch der wird noch besetzt von einem Single-Mann mit einem Seiterl. Daher bleibt für uns nur der neben der offenen Eingangstür. Kann man denn die Türe schließen? Die Klimaanlage wurde gerade ausgeschaltet, hat man uns erwidert. Doch es ging nicht um die Klimaanlage sondern um die offene Tür – wo der kalte Herbstwind ordentlich durchweht. Na gut man würde sie schon schließen, aber Gäste kommen und gehen ja ohnehin. Ja, da ist der Tisch vielleicht nicht der richtige für uns, da ja das Lokal halb leer ist, können wir vielleicht oben selbst nach einem Tisch suchen? Das wurde uns erlaubt.

Oben anfangs noch allein, können wir in fast bibliothekarischem Ambiente mit viel Ruhe die Speisenkarte lesen. Wir zwei großen Esser entscheiden uns für geteilte Vorspeisen: Beeftartar mit geröstetem Weißbrot und den Cheddarburger mit French Fries und bitte noch Ketchup extra. Die Flasche Merlot teilen wir uns nachbarschaftlich zu viert und die Hauptspeisen bestellt jeder für sich. 2 Filetsteaks für die beiden von Türnummer 11: einmal die Variante mit French Fries und Chili Aioli für die weibliche Perfektion. Für ihren dynamisch-linienbewussten Mann, jene mit Dijonsenfsauce und Grillgemüse. Zu uns soll kommen: ein 300g Rib-Eye mit BBQ Sauce und Rosmarinerdäpfel für den ausgezehrten Golferkörper und Chili-Käsekrainer mit Senfcreme und Kartoffelchips für die rennradelnde Plastikmöbelverkäuferin des Tages. Dazu soll noch das Josperbrot verkostet werden. Wiederum, die Bitte nach Ketchup. Beim Schüsserl gemischten Salat mit Basilikumdressing herrscht bei allen Steakessern Gleichklang.

Nach der Speisen- und Getränkebestellung wurde uns noch zuvorkommend und bedacht Wein und Wasser gebracht. Danach füllte sich das Lokal recht schnell, der Geräuschpegel schoss in die Höhe und Hektik brach unter den beiden Kellnern aus, die für das gesamte Lokal (oben und unten) zuständig waren. Nur 2 Mitarbeiter im Service - an einem Samstagabend?

Die Kulisse im "da Max" gestaltet sich in dunklem Holz, Loftartig nach oben hin offen. Oben sitzt man quasi in der Galerie, unter großen Abzugsrohren – Technik zum Angreifen. Dennoch ergibt der Innenraum ein rundes Konzept aber dämmt Lärm nur sehr schlecht. Es regiert nun Mc Donald's Atmosphäre, die jede Unterhaltung erschwert.

Unsere zwei Vorspeisen kamen noch geordnet an den Tisch: der Burger hat uns beiden geschmeckt. Wir konnten den Josper nicht ganz erschmecken – verschuldet hat das wahrscheinlich der Käse, die Sauce & das Blattgrün – so beschwichtigten wir. Und mit viel Wille, ist dann doch zumindest im Kopf eine Jospernote wahrnehmbar. Also verweilen wir in hoffnungsvoller Erwartung der Steaks. Das Fleischlaibchen war recht gut, mäßig saftig und ja, wirklich 100% Rind, sehr talgiger Beigeschmack vom hohen Fettgehalt – muss man mögen. Das Burgerweckerl war besonders gut und wir nehmen an, es entstammt nicht aus einem Plastiksackerl – ob vom Bäcker oder Eigenproduktion, bleibt Spekulation. ;) Die hausgemachte Mayonaise hat man uns vorenthalten.

Das Beef Tartar war fein und fast schon sämig. Stimmig gewürzt, sodass der dezente Eigengeschmack Fleisch von der mageren Sorte – gut so – noch erkennbar bleibt. Einfaches Sandwichbrot in schwarzen Streifen angetoastet dazu – wäre eigentlich nicht besonders erwähnenswert. Senfcreme dazu hat gepasst, wie immer zu rohem Rind.

Während die beiden jungen Männer vom Service hin und her und rauf und runter hechten. Warten wir auf unsere Hauptgänge. In der Zwischenzeit platziert sich eine junge Familie mit Kleinkind zu dritt an den übernächsten Tisch. Das Kind hat schlechte Laune und „ruft“ nach Erlösung. Das Pärchen vom Nebentisch verlässt noch bevor eine Bestellung möglich wird, das Lokal.

Wir bekommen unsere Hauptspeisen nach und nach serviert, gemeinsam essen wird schwierig. Denn einige Beilagen fehlen, kommen erst recht spät nachgeliefert. Der Wein in unseren Gläsern wird immer weniger – unsere Flasche ist für uns selbst nicht auffindbar und niemand vom Service hat Zeit und Muße nachzuschenken. Sehr schade. Nach vielen Kleinigkeiten (Saucen, Ketchup, Josperbrot und Beilagen) muss nachgefragt werden. So auch beim Wein aus unserer Flasche – alles braucht Wegzeit beim Nachservieren. Mühsam, nicht nur für uns – ja, wir wissen auch für die Mitarbeiter.

Käsekrainer mit erkennbarer Schärfe, gut gebraten, zu wenig eingetrocknete Senfcreme, ebenso wenig Chips. Josperbrot – eine Enttäuschung, das gleiche Sandwichbrot vom Beef Tartar mit schwarzen Streifen und Öl beträufelt. Eine originellere Brotsorte/Zubereitungsart hätten wir uns schon erwartet. Alle Steaks zum richtigen Zeitpunkt und wie bestellt vom Grill geholt. Dazu der gebratene Knoblauch, süßlich köstlich. Alle Saucen dazu waren ausreichend vorhanden, leider ohne Worte schnell auf den Tisch gestellt, daher war nicht klar, welche Sauce welchen Namen trägt, wir konnten’s dann erahnen. French Fries tadellos, Rosmarinerdäpfel auch passabel, Grillgemüse konnten wir nicht kosten, weil stattdessen ebenfalls Rosmarinerdäpfel gebracht wurden. Reklamieren wollten wir nicht, war alles so schon lähmend genug. Basilikumdressing im kleinen Salat wirklich eine gelungene Abwechslung zum üblichen Einheitsdressing. Eine Frage zieht sich durch den ganzen Abend und bleibt offen: Wo ist Josper?

€ 153,80 zu viert mit einer Flasche Wein. Trinkgeld? Das mäßige Service lässt unsere Großzügigkeit schrumpfen und nur die Gutmütigkeit unserer Lieblingsnachbarn siegt. Der Jospergeschmack, mit dem wir am Franziskanerplatz verwöhnt wurden, den vermissen wir im Huth gänzlich. Genauso wie den souveränen Umgang mit Gästen und die Ruhe beim Essen. Das erste Mal im Huth lädt nicht so bald zu einer Wiederholung ein.

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Kommentare (3)

am 5. Oktober 2013 um 11:10

Eigentlich ein recht ernüchternder Abend für uns - trotz Wein und Essen. Service, Ambiente, Speisen- und Zubereitungsqualität, Preis-Leistung müssen in Summe stimmig sein. Je nach dem können wir mit mehr und weniger zufrieden sein - die Relation muss stimmen. Aber bei Steaks von "höchster Qualität" muss auch der Rest dazu passen - und das hat's leider nicht.

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Experte
67
17
am 3. Oktober 2013 um 19:37

adn: Ich glaube, die beherrschen die ganze Bandbreite. Unser Besuch ist genau mittig angeordnet, nicht so schlecht wie bei den Brotvernichtern aber auch nicht so toll wie bei euch. By the way, woody war auch nicht restlos glücklich ....

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Experte
107
33
am 3. Oktober 2013 um 19:30

Schade, dieBrotvernichter, wenn auch Deine Kritik absolut nachvollziehbar ist. Schöner Bericht, by the way. Entweder hatte ich einen guten Tag oder Ihr einen Schlechten Tag erwischt, die Eindrücke könnten konträrer nicht sein.

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Experte
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48
HUTH Grillhouse da max
Schellinggasse 6
1010 Wien
Speisen
Ambiente
Service
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36
18 Bewertungen
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