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Café Central - Bewertung

Diese Bewertung wurde von anderen Testern empfohlen.
am 3. Oktober 2013
Experte
amarone1977
315
75
30
3Speisen
3Ambiente
2Service
5 Fotos1 Check-In

Kurzbesuch in der Herrengasse.
Eigentlich wollte ich im Beaulieu vorbeischauen, das war allerdings voll besetzt und warten wollte ich auch nicht.

Das Palais Ferstl ist ein gewaltiger Bau, geht man in Richtung Stephansdom kann man am Café Central nicht vorbei. Ich auch nicht.
Drin eine „Säulenhalle“, enorm, macht wirklich Eindruck. Während ich so staune, Kopf nach oben, renne ich fast einer Japanerin in den Fotoapparat, die gerade auch staunend Wiener Gastronomieerbe fotografisch festhalten will.

Das Lokal ist mehr oder weniger voll besetzt, inklusive dem gewichtigen Herrn am Klavier. Im Vergleich zum „Weimar“ geht’s hier allerdings weitaus touristischer zu, man hat ein wenig das Gefühl, zumindest die Hälfte der Gäste arbeitet hier gerade Seite 147 des Wienführers ab.

Die Akustik ist aufgrund der Bausubstanz natürlich weitaus lauter, mit deutlichem Hall-Effekt, nur ohne dafür einen Equalizer im Hörgerät zu benötigen. Man könnte die Stimmung ein wenig wie im Gare de Lyon beschreiben.

Dank der adrett gekleideten Herrschaften ist trotz des guten Besuchs rasch ein Platz für mich gefunden, Speisekarte wird überreicht, Getränkewunsch entgegengenommen.
Die Karte ist durch und durch „Kaffeehaus“, also mit österreichischen Mehlspeisklassikern und einer ordentlichen Portion „klassisch Wiener“ Küche – und dem einen oder anderen internationalen Experiment.

Noch gibt’s Schwammerl – auch wenn ich heuer noch immer keine gefunden habe (ja und das ich!): Erdäpfel-Steinpilz-Suppe.
Die Erdäpfel-Steinpilz-Suppe Jahrgang 2013 ist einfach beschrieben – die Schwammerl muaßt suachn! Und trauere den Erdäpfel-Schwammerl-Suppen Jahrgang 2012 nach – auch wenn ich mich noch daran erinnere, wie uns die Schwammerl sprichwörtlich schon aus den Ohren gekommen sind.
Na gut, im Hier und Jetzt zurück fehlen sie mir eindeutig, die Suppe kann ich gerade noch als brav bezeichnen, und erinnere mich an Mutters Spruch, als sie in ihrer Kindheit am Bauernhof („wir ham ja nix g’habt“) keinen „Weinbeerlstrudel“ bekam, sondern immer nur einen „Neun-beerl-Strudel“.
Also, ein paar Steinpilz-Moleküle hab ich dann doch gefunden.

Ein Räucherforellenmousse auf cremig marinierten Blattsalaten und Brotkrusteln. Sehr ansprechend, erfrischend-anregend, auch wenn’s draußen herbstelt. Ein bisschen mehr Räucherforelle, dafür ein bisschen weniger Mousse könnte es sein, aber trotzdem – ich bin zufrieden.

Den „Millirahmstrudel“ kannte man in Salzburg auch – hier gibt es ihn serienmäßig auf der Karte. Ein erfreuliches Dessert, das schon zu Kinders Zeiten leuchtende Augen verursachte.
Warum man ihn zuerst allerdings schon vor dem Räucherfisch servieren will, weiß nur die junge Herrenmannschaft selbst.
An der Konsistenz der Sauce merke ich allerdings, dass ich nachher nicht den gleichen Strudel bekam. Danke.

Wein: nicht wirklich der Rede wert, das Angebot hat mich nicht begeistert, die Wahl des grünen Veltliners war auch nicht die allerbeste Idee.

Fazit: historisch bedeutender Bau, wirklich beeindruckend, schönes Klaviergeklimper, archtiktonisch bedingte Akustik, recht laut und touristisch. Service flott und freundlich, zuweilen aber auch durch allzu flottes Tun und Machen ein bisserl durch den Wind.
Wie ich meinen Mitarbeitern immer sage: tuat’s net hudln, i tua's a net!

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Kommentare (3)

am 13. April 2014 um 09:49

HelmuthS: stimmt schon, die Säulenhalle ist ja auch einzigartig, aber Ambiente ist ein Gesamteindruck, steht ja auch im Bericht.
Dass Touristen hier manchmal reinströmen, um genau das zu fotografieren, macht das Lokal zu einem Ameisennest, die Architektur verstärkt mit ihrem eingebauten Hall-Effekt die Stimmung. Gemütlich essen, Kaffee trinken und Zeitung lesen ist also woanders besser.

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Experte
315
75
am 3. Oktober 2013 um 14:56

Unregistered: entschuldige bitte den völlig aussagelosen Bericht. Die Preise sind mir selten wirklich wichtig zu erwähnen, sie waren "erwartungsgemäß" für ein solches Lokal im 1. Bezirk. Rechnung war insgesamt für die beschriebenen Speisen + 2 Getränke um die 30-35 Euro.
Nichtraucher: ich denke schon, mir fiel im riesigen Säulenwald keine bauliche Trennung auf (geht auch gar nicht), demnach kann es nur ein Nichtraucherlokal sein.
Ich hoffe, nach dem "Update" ist mein Bericht nicht mehr ganz so aussagelos wie zuvor ;-)
Wenn du allerdings immer noch völlig ratlos vor dem Schirm sitzt, dann meld dich bitte wieder.

Gefällt mir9
Experte
315
75
Unregistered am 3. Oktober 2013 um 14:39

Nicht wirklich aussagekräftig. Keinerlei Preisangaben, ist es ein Nichtraucherlokal, usw.?

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Unregistered
Kein Tester
Café Central
Herrengasse 14
1010 Wien
Speisen
Ambiente
Service
36
42
28
10 Bewertungen
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